Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 35 (1918)
- Issue
- 36 (13.9.1918)
- Date
- 1918-09-13
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
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(s&ife 591 Ar. 36 Sir. KloMH WoHenschrift ßer nach jahrhundertelanger Gefangenschaft im Dinnklen si-ch, Plötzlich, wie ein Löwe anfri,chtet nnh voller Wut die Säulen djes Tempels rüttelt,-pah sie über ihm umd über Per feindlichen Rasse Jusammenstür^en" illdlff-).. . ' Jean Christof war entsetzit. Immer wieder ruft er Sylvain Rohn zu, er soll ihm das wahre wirkliche Frankzeigen. Der begriff ihn gar nicht, „Hr jschhen von. der allgemeinen Schlaffheitso überzeugt und cyrch so. -gang mit ihr. einve-r'standen, daß Christof, als er ihn -ansah, Plötze M empfqnd, Me sehr doch djesec Mensch hundertmal! mehr -als er selberein Fremder in Frankreichs sei; unhi has Herz zog sich ihm tzüsammen. 0{ ist nicht möglich... es muß noch etwas and.eres! geben. Wchs chermisfen sie noch? fragte Rohn.' Wristos erwiderte: Frankreichs Frankreich i d'as. fin^d wir! rief Sylvain Rohn und lachte laut auf- Chiristof sah ihn einen Augen-i blick starr an, bann schüttelte er seinen Kopf und wiederholte feinen Kehrreim: „Es muß noch etw-as pnderG! geben" '(I1112), / .' Much in die Pariser Salons führte ihn Rohn-Hamilton, in christliche und Mische „m denen er m it d ex g ewöhn,Ten Intetlsgenz'diefer Rasse, welche 9ie Intelligenz lie'bt, empfangen w>urde". „W gab Klemlich. viele Jüdinnen' in den Kreisen, die Ehriy - stof besuchte, und' er fühlte sich stets von. ihnen angezogen, obgleich er sich seit seiner Begegnung mit JudithßMannheim kaum mehr .Illusionen Über sie machte. - Dyloain Ko'hn hatte ihn in einige israelitische Salons eingeführt. .Christof traf dort beim Essen mit Finanzleuten, Inge^ nieuren, Zeitungsmachern, inteirnationälen Maklern — lauter «Geschäftsleuten der Republik, zusammen. ^S ia Maren schastfblickend und energisch. . . fast alle waren 'häßlich. ^Diagegen. machte die - Frauenschar in dem Gesamtbild und ivon fern einen ziemlich glänzeinden Eindruck. Man durfte sie indes nicht aus großer Nähe, betrachten. Di er Farbe der meisten fehlte die Feinheit . . . Dia und dort, hob sich von diefe.r Herde auch ein vergeistigtes Profil ab. Seine reinen Züge gingen noch hinter - Rom zurück, zum Orient, zum LandaLabans: die Poesie des Schweigens, der Wüste lag in ihm.' Wenn sich aber Christof näherte und' vernahm, was für Reden Rebekka mst Fanstina der Römerin oder Sa. Barbara der Benetignerin tauscht^ so fand e.r eine» Pariser Jüdin wie''die andere, nochj piariserische-r als eine Pariserin, noch ge^ künstelter und gefälschter, die seelenruhig Bosheiten sagte nnd' Leib und Seele der Menschen mft ihren MMonnenaugen entMUe" ,(IIH4). „ (Fortsetzung folgt.) Jahrbuch,' der Jüdisch-literarischen- Gesellschaft. (Sitz, Frankfurt a.M.) XII. I. Kaufmann,' Frankfurt a. M. 1918.- Inhalt: Rabbiner' Dr. Eh. Lauer: Zur Geschichte'des „Zürcher.Semak". — Dr. M. Elias, Leipzig: Die^römische Kurie,.-besonders Innozenz III. und die Juden. — Dr. B> sC ohn, Strasburg: kleb er lunveröffentlichte hebräische Schriften jüdischer Astronomen" des Mittelalters. —' Dr.' I. N, Epstein, Eharlottenburg: Ein Fragment der hebräischen Halachot Pesükot. — Rabbiner Dr. Salomon Stein, Schweinsurt: Der Pattiarch HMil. — Rabbiner Dr. >L. Lewin, Kempen: .Aus dem jüdischen Kulturkämpfe. — Rabbiner Dr. H. Ehrentreu, München: Sprachliches und Sachliches aus dem Talmud. — Alfred Freimann, Posen: Ascher ben Jechiel; sein Leben und Wirken. — S. Umna, Frankfurt a. M.: Briefe von H. Grätz an Raphael Kirchheim. — Lauer, iLe win und» Poznanski: Nachträge und Berichtigungen. Kttsratnr. Md das Krumvre wird gerade^ Von S. I. iAgnon, Aus, dem Hebräischen vop Mar Strauß Jüdischer Verlag, Berlin 1918, - , _*' \ \ Jiskor. Ein Buch, des Gedenkens an gefallene Wächter und" Arbeiter im Lande Israel. Mft einem Geleitwort von Martin Buber. Ein Buch von Abenteuern Md blutigen Kämpfen, -aber auch vom stillen Heldentum treuer Hingabe und freudiger Arbeit. Geb, M, ' 6.50. Jüdischer Verlag,. Berlin. ^Ter Jude." Verlag R. Löwit, 1. Bezirk, Fleifchmarkt 1. Heft 3. Inhalt: Martin Buber: Zion,und die Jugend. — Ernst Müller: Soziale Motive und Ausblicke unserer Palästinakolonisation. — Abraham Schwadron: Zwei Briese aus dem Felde. — S. L. Zitr ou: Zur Geschichte der «„Zionslirbe", III. — Samuel Rappapvrt: Aus dem religiösen Leben der Ostjuden. III. — Eugen Ho.eflich: Hochzeiten in Jerusalem. Michael Wsichert: Jakob Gordin und das jüdische Theater. (Forts.) — Arno Nudel: Die jontewdige Tag (Lied), <- Bemerkungen. f ■„ L. Audnal, ,/Der Hohpoeg". Ein Berliner Roman. Erich Reitz- Verlag, Berlin. Preis geheftet 6 Mi, gebunden 8 »M. Atttunter quellen Bücher aus der Praris des Lebens »hervor : weniger aus einem dichterischen Bedürfnis heraus, als aus »dem Mbe>rinlmten Gefühl, die bedrängenden Mächte des Tages in Gestatten zu fesseln, in überschaubare Formen,, in wohlanal'ysierte (Figuren. So verhält es sich bei dem Roman „Der Holzweg" von Auonal. Zunächst könnte man meinen: Protest gegen die Berliner Gmpürkömmlingswirtschaft, Aufschrei eines jüdischen Rousseau, der von Seeluft und Ackergeruch Reinigung und vteugeburt erwartet. Aber bald spürt man, datz aus diesem bunten «Gespinst von Gold,» Medisance, Lurus und Verderbnis ein starkes Änklagebuch erwächst, das sich, weniger gegen Menschen als gegen Mächte wendetdenen entwicklungsträger Starrsinn überpersönliche Weihe gegebenhat. Mittelalterlicher Feudalismus ächtet eine ganze Glaubens-: gemeinschast, und ihre Mitglieder sind nicht stark genug,, den Schwerpunkt des Kanepfes in die Persönlichkeit zu legen, sondern schließen durch Anpassung, Demütigung,. Scheinvornahmen halbwahre Kompromisse. Der lärmend bunte Apparat des Kurfürstendamms setzt sich in Bewegung: ein intellektuelles Schlachtfeld in strahlend bengalischer Beleuchtung, voll zerknitterter Seelen und leerer Köpfe übersät mit fragwürdig lebendigen Leichen und zerschundenen Intelligenzen. Und wie .ein grauer Schatten umfängt alles eine ge-', spenstische Riesenvision aus Erz und Stein, mit elektrischem Blut und stählernen Fangarmen — Berlin. Und unfer den geistreichen, nervösen, überlegenen Gesprächen fiebert das gehetzte Blut eines Gequälten, bricht plötzlich der Schrei der kämpfenden Juden hervor der heute noch, im Tosen des Weltkrieges zerbricht, Der viell-sichst aber bald diesen Roman zum' Buch der Stunde Machen wird. ,t,Iöas Neue Europa." Monatsschrift des Schweizer Druck- und. Verlagshauses, Zürich. Jahresabonnement 5 Franken. Der durch feine interessanten Aussätze in früheren Heften des „Neuen Europa" in der ganzenmitteleuropäischen Presse beranntgewordene Diplomaticus-Rtitarbeiter setzt im Septemberhest seine Bettachtungen von der Nutzlosigkeit des Krieges fort. Trotzdem heute 80 Prozent der Engländer, Franzosen,, Deutschen und Oesterreicher den sofortigen Berständigungsftieden wollen, setzt die Minorität mtt Hilfe der! Zensur das Völkermorden fett. * Wenn jetzt von Parlament zu Parlament gesprochen würde, besteht heute-keine einzige Frage in der Welt Mehr, übser die vgs her ehrlichem Volkswillen keine Verständigung, gibt. Scharf geht dann „Das Njeue Europa" mit jenen.Friedens» jNobelpreisttägern zu Gericht, die jetzt im Krieg sich »von den gemeinen Hatzwellen forfeeißn lietzen, trotzdem sie sich moraUch» verpflichtet hatten, in jeher Westtage für den^Polkerftieden >xinzutreten. , Die Vielseitigkeit des Septemberheftes umfatzt dann noch eine lÜaitge Reihe anderer interessanter Aufsätze: „Gedanken . Mer Europas Zukunft" aus der Feder des russischen Soziologen Grasen Keyserling, „Die Ereignisse m Spanien" von Philipp Geiger und, ^chlietzlich noch eine Arbeit Mer den einstigen Panflawismus m den jjRandstaaten" von Hand Biengräber. Nach wirtschaftlichen Betrachtungen über die „Valuta-Regelung nach Friedensschlutz und schweizerische Mitarbeit" schließ ein schweizerischer Soldat mit seinen markanten „Worten über dem Sturm" dieses neueste Heft des Neuen Europas".; i Frei von jedem Hatz und niedrigen Verdächtigungen, die-noch immer das politische Leben Europas durchzittern, hilft diese internationale Revue der Völkerverständigung den Meg bahnen. jOst und West. Illustrierte Monatsschrift für das gesamte Judentum. Herausgegeben und redigiert von Leo Winz. Verlag Berlin-Eharlottenburg. 18. Jahrgang. Heft 8. August 1913. Inhalte Sein oder Nichtsein? Pattiotische Philologie. Sprache und ^Gefühl. — Prof. C. AHeli tz: Leo Katz. (Mit 8 Abbildungen.)» Simon Bernfeld: Neue Bahnen in der hebräischen Sprach-