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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-09-06 · 35 (6.9.1918) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
35 (6.9.1918)
Date
1918-09-06
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 3b Mr. MoMS WüMnWrrst - '' Seite 56K i Kämpfer für den innern Frieden, ein imutiger Verteidiger unferex Würde und unserer Rechte, ein bahnbrechender «Forscher und tiefgrÄndiger Gelehrter. Wir aber, seine Nachfolgers «wollen den von ihm begonnenen Bau weiter führen, wenn.wir auch nicht immer die von ihm betretenen Wege wandeln -können. Wir Wollen den Rabbiner aus dem — meinetwegen — Irrsten Beamten der Ge-, meinde, zu ihrem wirklichen Führer Machen,, «der das Gewissen aufrirtlelt, die Begeisterung weckt., unsere Zukunft vorbereitet. Auf unserem Wege wird unÄ, wir «fühlen esj, der Geist Güdemanns begleiten. Mit tiefer Dankbarkeit werden wir, idie so zu sprechen,« so zu Händeln den Mut haben, «des Mederherstellers des Rabbi-, nates in Men gedenken, des ManmLider das höchste Gut des. . Menschen, die Persönlichkeit^ in reichem Matze besessen hat. Danken wollen wir ihm für das Unverlierbare, das er uns beschert,, und, unter den besten Namen den seinen nennen. Mit dem Vortrage des Et mole rachamim und Schiwissi wurde die .Trauerfeier geschlossen. Ausruf! Das Elend in Nordpalästina hat seinen Gipfel erreicht, Safed allein zählt über 50 0 Kriegswaisen. Die hilf« losen Kleinen sind ohne Brot, ohne Kleidung, ohne Obdach. Tausende von Evakuierten aus den Gebieten Palästinas, die von der Entente besetzt sind,. haben die Not dieses Städtchens ins Grenzenlose gesteigert. Verheerende Krankheiten wüten. Auch nicht ein Arzt ist zur Stelle. Viele griffen zum.Wanderstabe, um sich, vor dem verheerenden Untergänge in ihrer Heimat nach unserer Monarchie zu flüchten. Die meisten -erliegen den Beschwerden der. gefahrvollen Reise. Menschenpflicht gebietet uns: - 1. jo rasch als möglich durch Geldsendungen der momentanen Not, vor allem der bedauernswerten Waisenkinder und der E v a k u i e r t e n,' zu steuern; 2. ärztliche Hilfe und Medikamente beizustellen; 3. die Errichtung eines Waisenhauses zu erstreben. ' . Brüder, jüdische Herzen, öffnet Eure Hand und stehet uns bei, unser schweres Hilfswerk weiterzuführen! Bedenket bei den Spenden vor der Sefertorcr, besonders an den hohen Festen -TyihfTO’l DV wn^in auch unserer - Hilfskommission für Palästina. - Gott lohne jede, auch die bescheidenste Gabe! bw paba lürinrn nron rwbi Für die „Hilfskommission 1915" u.Kriegsspitalshilfe für Palästina": Rabb. Dr. Müx G runwald Dr. Adolf K ap r alik Oberrabb. W. Reich, Baden, k. k. Hofrat Dr. Julius Schlag. Sämtliche Spenden in Oesterreich erbitten wir an das Bankhaus S. M. v. Rothschild, Wien, I., Renngaffe 3, mittels beiliegenden Posterlagscheines;. in Ungarn: Magyar Altalanos Hitelbank, Budapest; in Deutschland: Deutsche Bank, Berlin. Adresse für sämtliche Zuschriften: „Hilfskommission 1915" und Oesterreichisches „Landeskomitee ' für Palästina", Wien, IV., Frankenberggasse 14, oder k. k. Hoftat Dr. Julius Schlag, Wien, II., Obere Dpnaustraße 109, für „Kriegsspitalshilfe für Palästina". . NB. Um Jrrtümer zu vermeiden, bitten wir beisolchen Spenden ausdrücklich jedesm al das Schlagwort „Hilfskommission- 1915" oder „Kriegsspitalshilfe für Palästina" zu wählen. Sollte die Spende einer der unter Nr. 2 und 3 genannten speziellen Aktionen zugedacht sein, so gilt für Nr. 2 als Empfänger die „Kriegsspitalshilfe für Palästina",^für Nr. 3 das „Öesterreichische Landeskomitee für Palästina".. Me EtYrWginlfrMe. Unsere Bemühungen um die rechtzeitige Beschaffung von Laubhüttenfeststräußen waren dank-der Unterstützung unserer hohen Negierung soweit von Erfolg gekrönt, M wir eine ausreichende Anzahl von Ethraugim und Lutowim ftufgetrieben und bis zur Schweizer Grenze befördert haben. Nun stellt sich ein ganz unvorhergesehenes Hindernis in den Weg. Mie itätigenische Negierung verweigert bis zur Stunde die Ausfuhrbewilligung, so daß wir zu unserem' lebhaften Bedauern den bei uns eingelaufenen Bestellungen nicht gerecht werden können. Wir haben sofort Borsorge getroffen!, daß ein gewisses Quantum Ethraugim «aus Nordpalästina eingeführt werde. Sollte, wie wir bestimmt hoffen, diese Ware rechtzeitig eintreffen, so wollen wir uns dahin ^streben, daß nach Möglichkeit jede der bei uns angemekdeten Gemeinden wenigstens einen Ethraug erhalte. Die Hitsskommission 1915 süir Palästina. Mn Echlvs ÜW der tschseMchjew Presse. In dieser Zeit, da die Obsternte herannahh kann es jedermann bemerken, daß nur dasjenige Obst vom Stamme selbst absällt, welches innerlich mottig, zerfressen ist. Solches Fallobst entwickelt auch zumeist seine Farben am lebhaftesten, was eben aus seine Krankheit hindeutet^ wie die Gesichtsröte. bei Tuberkulösen. Eine gleichartige Erscheinung ist der Abfall vom Stamme des Volkes, dem man angehiört. Die Abtrünnigen verbreiten denn auch in der neuen Umgebung eine Ungesunde Atmosphäre. Diese Erwägung hat unsere Weisen veranlaßt, das Proselytentum von den Juden fernzuhalten. Sie sagten, die jüdischen Renegaten, welche ihren Abfall dadurch begründen zu müssen meinen, daß sie auf einer höheren moralischen Stufe stehen als die «übrigen fest am Stamm hängenden Individuen, benehmen sich nach dem System: „Haltet den Dieb!" Je vorlauter sie ihr Volk verunglimpfen, dsesto schwärzer muß es in ihrem Innern aussehen. Die Geschichte aller Zeiten weiß, von zahlreichen Fällen zu erzählen, daß jüdische Renegaten die bösartigsten Verleumder von Juden und Judentum wurden und dadurch viel Schlimmes angerichtet haben. Von diesem Gesichtspunkte ausgehend, ist das Treiben eines sehr verbreiteten tschechischen Tagblattes zu beurteilen, welches als Organ eines hervorragenden tschechischen Abgeordneten gilt, der seinen jüdischen Ursprung durchaus vergessen machen will. Dieses Blatt kultiviert in letzterer Zeit einen Antisemitismus schlimmster Sorte. Keine Nummer erscheint, in-der nicht Juden angegriffen würden. An alle möglichen Ereignisse werden böswillige Bemerkungen über Juden geknüpft. Durch Hypertrophie des Antisemitismus macht sich das Blatt mitunter gar lächerlich. Diesem Blatte ist es nicht recht, daß jüdische Kranke für gutes Geld in tschechischen Kurorten Heilung suchen, es kümmert sich um die Juden des so sehr gehaßten Ungarn als auch um die Juden aus dem verbrüderten Galizien. Es registriert prangerartig mehr oder weniger wahHeitsgemäße Berichte über Preistreibereien — wenn sie von Juden begangen werden, selbst dann, wenn dies in Lemberg vorgekömmen sein soll, während es sich systematisch über Warenschiebungen großen Stils ausschweigt, wenn sie von Tschechen jn Pilsen oder anderswo begangen werden. Da heißt es: Die Namen werden vvn den Behörden geheimgehalten. Selbst den Selbstmord eines jüdischen Kaufmannes versteht..dieses Blatt für seine Hetze zu verwerten. Dieses Blatt, welches die Idee eines selbständigen, tschechischen Staates propagiert, läßt sich in seinem judenfeindlichen Treiben nicht einmal, durch die Erwägung beirren, daß die Juden deshalb über die Segnungen eines autonomen tschechischen Regimes Zweifel hegen könnteft. Oder darf man den zahlreichen Juden-per Sudeten-

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