Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 35 (1918)
- Issue
- 35 (6.9.1918)
- Date
- 1918-09-06
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 564 ' Dr. Bloch's Linder alles bieten, wesi sie — gleich wie Vogel Strauß'- « nichts Havon merken?! Ob aber bi»e "Wirkuugen eurerZ wühen Hetze dann weüiger-ausbleibeu, wird die Zu-K kunft lchren. R. D. Sch—r? j| Ein untlstmitischjsr KedLk-M? veMrtLilt. jJm Oktober 1917 erschien in dem Fünfkirchner ungarischen TaMatt „Dunantul" ein blutrünstiger Hetzartikel gegen dievJuden. In dem Artikel werden die Juden im allgemeinen der Ehrlosigkeit, de- Wuchers', der Preistreiberei uswbeschuldigt und die Bevölkerung Msgefordert, die .Juden zu verfolgen und tätlich zu insultieren. Wegen dieses Artikels klagte der Vertreter der Fünskirchner Kultusgemeinde den verantwortlichen Redakteur des genannten Blattes Emmerich Linde r vor dem dortigen Gericht. Bei der kürzlich abgehalte'nen 'Hauptverhandlung erWrte sich! der Angeklagte für nichtschuldig', bot den Wahrheitsbeweis! an Imb behauptete, mit dem Artikel keine Aufreizung gegen .eine bestimmte Konfession, sondern bloß eine Antwort auf die provozierende Haltungder Mischen Preistreiber beabsichtigt zu haben. -Auf die Frage des Klagevertreters! Dir.-Viktor Fürst, tvarum der Angeklagte sich bloß gegen die jüdischen Preistreiber und nicht auch gegen die nichtjüdischen Pretstreiber und Kriegsgewinner, die doch! in größerer Zahl bekannt seien, gewendet habe, blieb.der Angeklagte die Antwort schuldig. Der angeklagte Redakteur wurde schließlich zu acht Tagen Gefängnis verurteilt. In der Begründung wird daraus hingewiesen, daß her inkriminierte Artikel beim besten Willen nicht anders als eine Paufchälverdächtigung des gesamten Judentums aufgesaßt werden konnte und daher geeignet sei, den konfessionellen Haß zu schüren. Der Angeklagte' rekurierte gegen' das Urteil. DMat Pascha Mrr die BeMndlMDM mit Wr jüSiMn MqrdnüM Bekanntlich haben zwischen den Abgesandten der mitteleuropäischen jüdischen Organisation und der türkischen Regierung Verhandlungen stattgefundech die ein günstiges ^Ergebnis zur Folge hatten. Wie nun der „Bud. Korr." aus Konstantinopel mitgeteilt wird, hat der Großvezir Ta laat Pascha die vorläufige Beendigjnng der grundlegenden Tätigkeit der jüdischen Mission mit folgender ErNä?Ang begleitet:- - „'Ich bin erfreut, daß die Verhandlungen, >die ich mit den Delegierten der verschiedenen jüdischen Organisationen hatte, -bereits ein tatsächliches Ergebnis gezeitigt haben. Wir -haben den Beschluß gefaßt, alle' einschränkenden. Maßnahmen abzuschaffen und -den Einrr-anderung und Niederlassung der Juden in Palästina betreffenden EinschränÄngen endgültig ein Ende zu machen. - Strengste Befehle sind an die entsprechenden Instanzen ergangen, .-um der jüdischen Nation in.Palästina gemützi den besten-Traditionen der Türkei wohl- - wollende Behandlung auf der Grundlage vollkommener -Gleichheit mit den anderen" Elementen zu sichern. - Was die Frage betrifft, die den Gegenstand meiner Einladung an die-jüdische Delegation bildet, fo versichere ich Sie wiederholt meiner -.Sympathie für die. Schöpfung eines jüdischen religiösen Zentrums in -Palästina im Wege wohlorganisierter Einwanderung uüd .Kolonisation, da ich -fest überzeugt bin von der Nützlichkeit, welchedir .-Niederlassung der Jud-en in Palästina für das türkische Reich haben.kann. Ich bin gewillt, dieses Werk unter den hohen Schutz der -türkischen Regierung zu nehmen und es zu fördern Mit allen -Mitteln, die mit den souveränen Rechten des türkischen Reiches übereinstimmen, ohne die -.Rechte der nichtjüdischen Bevölkerung zu beeinträchtigen. - Ich hege difeste Hoffnung-, daß die Arbeit der SpeziälkoMmission-, -welche zur Ausärbeilung eines detaillierten Projektes entsendet wurde, in Kürze beendet sein wird, und ich werde dann -erfreut sein; die jüdische Dielegation hier wieder zu begrüßen, unr unsere -Besprechjungen fortzusetzen." Nach den Achsführungen des Großvezirsbegrüßte cs der Redner.- der Delegation mit Genugtuung Üaß Lie türkische Regierung den Beschluß gefaßt habe, alle einschränkenden Maßnahmen aufznheben und den der Wochenschrift ' Nri?.5 ^jüdischen Bevölkerung, in Palästinagemachten Schwie- Srigkeiten ein Ende zu bereiten. Me Delegation sei dazvon -überzeugt, daß die loyale Ausführung der ge-' ^gebenen Befehle bei der Judenschaft dch ganzen Welt keinen warmherzigen Empfang finden werde. Mit besonderer. Besriedigchng werde man erfahren, daß die Sp^ialßommission beauftragt sel, in kürzester Frist ein detailliertes Projekt ausznarbeiten,, welches die jüdischen Wünsche befriedigen könne, die unter türkischer Staatshoheit im Rahmen des türkischen Reiches, durchaus vereinbar mit den Inteoessen des'-türkischen Staates ' und der Rechte der arabischen Bevölkerung, verwirklicht werden können..— Die Verhandlungen der Mission wurden sowohl, von dem östemeiichisch-ungarischen als auch von dem deutschen Botschafter mit. wärmstenn Interesse begleitet und in persönlicher Fühlung mit dem Großvezir gefördert. Eine Abordnung.der Mission unter Führung des. Oberrabbiners Korov'icz wurde vom .Minister SzilasY. — .Gras Pallav icini weilte -zurzeit reicht in Konstantinopel — und Legationsrat v. Parchev empfangen, die'sich eingehend für die Sache interessierten. Auch beim deutschen Botschafter Grafen v. Bern st o r s f Hab en wi ederholt Bespr echungen stattgesunden. Beide Botschafter haben die Mission Auch werter ihrer wärmsten Sympathien versichert. . Zur Vorgeschichte der'jüdischen Universität in Jerusalem. Wie wir berichteten, wurde am 24. 'Juli der Grundstein zum Bau der jüdischen Universität in Jerusalem gelegt. Als Bäuplatz für dis Universität wurde bereits vordem' Kriegs ein Grundstück aus dem Oelberge ausgewählt, das einem christlichen englischen Juristen, Sir I. Gray Hill gehörte, der hier ein Lagerhaus.'mit . ausgedehnten Gärten besaß. Englische jüdische Zeitungen erinnern jetzt dapan, daß der frühere Besitzer des Grundstückes!, . der während des Krieges gestorben ist, ohne'zu ahnen, daß sein Besitztum jemals als Grund und 'Boden für dia Universität ausersehen werden würde,-sich lebhaft für -den Universitätsplan. interessiert hat. In einer Schrift „Zionismus, Jerusalem' und' das heilige Land" hat er fick - folgendermaßen über die Universität ausgesprochen : „Laßt es ein recht schönes Gebäude'sein. Es ist ein großer Mange! an schönen Gebäuden in Jerusalem. ' Das Gebäude euerer Universität soll sogar mit der Schönheit der O>märmvschee wetteifern. Es bietet sich'euch hier eine große Eelegenheit. Könntet ihr nicht die Aufmerksamkeit reicher Juden aus diesen Plan , lenken? ' Ihre Einwendungen gegen zionistische Wäne int allgemeinen könnech sich ja hierauf nicht erstrecken. Welch'ein edler Denkstein es für einen Millionär oder eine'Gruppe von Millionären wäre diese großen Finänzrönige, die (iit Europa so mächtig sind — wenn sie dem/jüdischen Volke eine prächitige Universität stifteten. Ich glaube, wenn.man ihnen die'Sache richtig darlegt, so werden'.sie dem Rufe folgen." / - VermiseNes. . Zum WiLrWachMu des LsoMdstädter Tempels. . Diem Komitee (2. Bez., Tempelgasse 3) sind iw der ab gelaufenen Woche nachstehende Sünden zugekonunen: : XXIX. Spendenl.istek^ K. r. Priv. österr. Kreditanstalt für Handel und Gewerbe . - K. 3000.— Herr Leopold Freund,. Wien,. 2. Bez. „ 100.— Hera'Heinrich. Gruber, - Wien, 2. Bez: „ -100.— Herr Siegmund Frgdies,- Wien, 1/ Mz. „ 50.-7- Herr Dr. Joses Friedmgnn, Wien, 2. Bez. „ 50.—-