Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 35 (1918)
- Issue
- 35 (6.9.1918)
- Date
- 1918-09-06
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 558 . Dk. Bloch'S laufenden Einnahmen unseres Vereines! reichen nicht aus, um unser Werk mit Erfolg fortsetzen zu können. Demnächst'wird uns eine neue große 'Aufgabe Zufällen, es ist die Versorgung "der heranwachsenoen Jugend. In jedem Jahre wird eine steigendeAnzahl Knaben und WWHen Hie Hchüle PeMffen. Diese müsseneinem Berufe zugefährt jverdett, stni Ar den Kamps üins Daseingerietet zu stM Die Vorarbeiten dieses Mion find bereits im Gange, und zwirr sind für Knaben die Erlernungder Gärtnerei, Elektromechanik sowie an? derer chandtverke, Ar Mädchen Strickerei, Näherei und Hauswirtschaft in AMicht genommen. Für die Unterbringung dieser Zöglinge in Internaten, soweit sie der Familienpflege entraten, muß ebenfalls Vorsorge -getroffen werden. , Mit dem wiederholten Ausdrucke des wärmsten Dankes für die unserem dringlichen Hilfswerke bisher in sv' reich em Maße entgegengebrachte Unterstützung und im Vertrauen auf die allzett bewährte GroWerziMit unserer Glaubensgenossen^ richten wir daher neuerlich an alle WWlGter üNd MdnMenfreunde die Bitte, unsere Mion auch MnmWr * tR Mmifizenter Weise zu fördern. Der Größe dieser üngeh euren Katastrophe entsprechend, muß auch das HilMv.erk in großzügiger Weise fündiert werden, um dem Massenelend der Kriegswaisen in Galizien und der 'Bukowina Einhalt zu tün, und die herannahend en.Festtage sind' ganz besonders dazu geeignet, uns an unsere Pfticht gegenüber den verlassenen Kri^swaisen zu erinnern. Die jüdische Wohltätigkeit, die unsere Thora geboten und die Tradition überliefert hat, findet im jüdischen Schrifttum chre nie versiegende Quelle. Ein Wort des Pwpheten Jesaia schildert in rührender Weise. Lüs PeWUtüisl Hraels zu seinem Götte: 1VN „Ich gebend dir der . Liebe deiner Jugend, da du mir folgtest in der Wüste, in ein unfruchtbares Land."; Auch unsere Schützlinge in den verwüsteten Orten dieses Landes blicken zu uns auf und hoffendaß ihnen Rettung in der Not komme. So wollen auch wir der Liebe ihrer Jugend, der Hoffnung Mer Kindheit gedenken und das unbegreiHte Vertrauen, das Ae in unsere Hilfsbereitschaft setzen, in Treue, rechtfertigen. - Wir werden dadurch nicht nur unsere Ehrenschuld tilgen gegenMer unseren Märtyrern, , sondern auch dazu betragen, einer neuen Generation unseres Volkes die Wege zu ebnen. .. ' -.. Drei ArL»itskahre im Krieg». Vor kurzem erzählte eine D!ame: „Heute las ich ein en JWr eWevicht, den ich zufällig bei meinem Arzt auf- Hegen sch?. Ich habe ihn von der ersten bis zur letziten Zeihe gelesen, / -ohne daß mein Interesse ^nachgelässM hätte. DW will etwas heißen, wenn sich! ein Jahres^ bericht so 'lesen läßt." Sie sprach! vom dritten Bericht über das Wirken der Institutionen öer Frau Anitta Müll er. Wir kennen schon die beiden ersten Büchlein, welche' uns. von dem Werden urch Aufblühen dieser Wohlfahrtseinrichtungeu erMhlten. Herste liegt nun Mch das dritte vost Wch wDhem. die alten Freunde und Bewunderer der zählen ustd ziHewü^en Arbett diesex gkmialen Frau mit regem Interesse Preisen werdül und' tvWes cD ein, MchKr vor die müreM Unträwr wird, welche nochl stichjt mit bereiten Händen M menjchenfteunöliches SchäW rrnterfiHerst /•’ , '/.Kr Berichts in einer Wendig pulsierendenvon Wrnw MerHKmenoen HstDe HMUGm nK-was uW in dieser WpÄrche erzDt tvird) ist so Köß an Wochenschrift Nr. 35 menschlichem -U.^ttd, Leid und Entbehrungen, aber auch an Güte, Aufopferung und energischer, tatkräftiger Hilfsbereitschaft, daß 'm?an oft, von tiefem. t Nachdenken und innerer Bewechng erfaßt, das Lesen nstterbreWÜMuß. ,. Müs diese: Jnstihutionen/ leisten, ist keine -LMchl- Merk?^'tviä dek bekannt^ Soziölbge Rüdblf GMd-- sUei d so riHiK die Heütige WoWätiMett beßechnet hat) Andern wahre soziale Arbeit) die.nicht nur momentane Not lindern will, sondern moralisch) erzieherisch, kulturell und Materiell fördernd wirkt. Die Wöchnerinnenfürsorge betreute 3239 Frauen. Von diesen Frauen sind bloß zwei gestorben. Diese Zah!- len zeigen deutlicher, als Worte es! vermöchten, den Wert dieser Institution. Die Säuglingsfürsorge betreute, 1377 Säuglinge, von welchen nur allzuviele eines frühen Todes gestorben wären, wenn diese Institutionen ihnen Nicht ML' Füksorge hätte zuteil werden lassen. Das Mütterheim' verpflegte 615 Frauen an 5768 Verpflegstagen. Hunderte junger Mütter.wurden hier nach! Mer ) Entbindung, betreut und. in der Pflege Mer Kinder unterwiesen.. . Die Wbeitsschule hat 3037 Frauen VerdUnstmogl-lchkeiten gebottn und für die Zukunft erwerbsfähig gemacht. Sie stellt in dieser Form die voll- . kommendste Art sozialer Hilfe dar. Die Suppen- und TdeanstÄt, welche in der Zeitder steigenden Lebensmittelknappheit eine eminente Notwendigkeit' für die Aermsten ist,' verteilte insgesamt vier Millionen Portionen. Besondere Erwähnung verdient das Hilfsbureau, welches ein Wegweiser für alle Hilfesuchenden sein soll und in Zukunft noch erweiteit und Vervollkommnet werden soll. Bon weittragender Bedeutung für die Zukunft Wird wohl das Sozialarchiv sein, welches eine Uebersicht der.wichtigsten sozialen Publikationen bieten soll und praktische Erfahrung und' theoretische Einsicht auf dem Gebiete der sozialen Arbeit zu vereinigen strebt. Der Zü'kunftsgedUnke ist auchdas Leitmotiv im ersten Kapitel des Berichtes. Frau Anitta Müller gedenkt nicht, bei dem' bis h-eute. Erreichten stehen zu bleiben; sie will das) was! 'sie in praktischer sozialer Arbeit erfahren hat; stuchj in Zukunft derwerten und auf Grund dieser Erfahrungen die Institutionen weiter-, führen und ausgestalten. Die Not per vertriebenen Juden wsthlte das' nationale lEnchftnden im HeMn der Wiener jüdischen/ Frauen auf und schuf es? zum Mitkeiden und zur tüchtigen Hilfeleistung um. Aber die jüdische Not wird auch durch die StrÜßen Wiens schleichen, wenn die Flüchtlinge diese Stadt Verlassen haben. Auch unter uns wohnen Taufende Juden, die Hilfe, jüdische Hilfe brauchen! Das' heißt: Hilfe, die. nicht nur in. materieller Unterstützung bestcht, sondern auch im Mitempfinhen, Miterdulden. - . , * Die WWMtNnstÄtionK für Flüchtlinge aus! Galizien und der Bukowina find in den Verein „Soziale HilMemeinschaft Anitta Müller" umgewandelt worden. Die Ziele, welche sich der Verein Ar die Zukunft stellt, sind weite und große. Eine MütterAlonie soll geschaffen werden, an d er Peripherie der Stadt, wo Mütter mit ihren Kindern wohnen können, eine Krippe, uttst ein Kind erhört sollt e sich daranschließen. Ke. Koloni-e sollte nicht nur die Kinder hetveuen, sonderst, auch eine Lehrstätte vernünftiger und gesunder Mndererziehstug, tvexden.. Auch die Keime für, Wnft^ftiWge Mnder sollten nHt meh!r ^in der...Stadt einArichtet werdA, sondern auf dem kehr nnt der Mtur. geMg, ünb körperlichi .. zu ^tüchtigen Menschen HerangMdet iverdech.^ÄüU MW durM von 7 WmeA' fSü£.. Wstke und,gefmWWich?!M fWrtzetst Kinper einer Auskunftsstelle für Wstsuchende aüsgestaltet wer-