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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-09-06 · 35 (6.9.1918) · page 1

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
35 (6.9.1918)
Date
1918-09-06
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Dr. 35 IsHrKMA XXLV Dr. Bloch s ♦ 4-♦ Zentralorgan kür die gesamten.Interessen des Judentums VL^ Q Do ft. t »oflfpcrtaffoiomt Licariug^Verkehr: 810J7S oo vtr»«rrto« «nd »dmintstratte«: «i», H/i, Pratrrstraße 9 Tftlftphoftj 45*359 OGr =£> O Wien, 6. September 1918 -:» Erscheint jeden Freitag <• Brief-ALreffO: Wie», II/i, Pratrrstraße 9 HÄ»»««»Mdrrsier Blsch'S Wschesschrift. SSL»» BezugSPreir: Halbjährig 1ü Krone» Ganzjährig LU Krone» Einrelexem-lare bü Heller t Me tul gTflrnTtmr =ÖO Q Inhalt: Leitartikel: Für die Zukunft unseres Volkes. — Drei Arbeitsjahre im Kr ege. — Wiener jüdisches Organifativnskomitee. — Kriegsdekorationen jüdischer Offiziere und Soldaten. — Zum fünftenmal ausgezeichnet. — Zum zweitenmal Militärverdienstkreuz. — Auszeichnung eines F ldrabbiners. — Sonstige Auszeichnungen. - Leutnant Sigmund Kohn. — Opfer des Krieges. — Korrespondenzen: Trauerfeier für Dr. Moritz Güdemann im Stadttempel. —Aufruf! -- Die Ethraugimfrage. —Ein Echo aus der tschechischen Presse. — Ein antisemitischer Redakteur verurteilt. — Talaat Pascha über die Verhandlungen mit ber jüdischen Abordnung. — Zur Vorgeschichte der jüdischen Universität in Jerusalem.— Vermischtes. — Feuilleton: — Romain Rolland im Jean Christo über' Juden und Judentum. — Literatur. — Briefkasten. — Inserate. 3 uc QÄ£ ~)M r w lÄi iH c dKc J!Lc iäc - . Den geehrten Leiern, Gönnern und Freunden wünfcben wir aus Hnlaß des Jabreswecbfets rr^nm nrrns DIE REDAKTION der »Öfterreicbifcben Wocbenfcbrift« Dr. JOS. S. BLOCH 4 . Für die Zukunft nvserea Volkes. < Von Dr. Edm»nd Kohn. Mit dem Eintritt des. Herbstes.beginnen wir. ein neues -Jahr und mit'der weihevollen Stimmung zieht die Hoffnung in unser Herz ein, daß die Jahreswende uns''auch eine neue Zeit,, die Zeit des!'Friedens' und der -Erlösung von all dem Ungemach .dieses - langjährigen Krieges, die. Zejt des Wiederaufbaues, die Zech des Zusammenlebens'aller Kulturmenschen in Ruhe und Eintracht bringen wird. - Wie jeder Bürger unseres Vaterlandes, haben wir- Juden in dieser schweren Zeit der Not''unsere patriotische. Pflicht erfüllt und unsere Tätigkeit in den Dienst der 'Verteidigung unserer Ehre, und des heimatlichen Bodens-gestellt. Aber erst eine vorurteilsfreie Geschichtsschreibung wird uns das Zeugnis aüsstellen, daß in diesem großen Völkerringen die Juden keiner anderen Nation, was Tapferkeit, Treue und Opferwilligkeit änbelangt, nach gestanden sind. Auch was die Leiden dieses Krieges anbetrifst, haben die Juden, besonders im Osten unserer Monarchie, in außerordentlichem Verhältnis zu ihrer Anzahl Opfer gebracht, ebenso wie sie zur Linderung der,.Kriegsschüden hervorragend,beigetragen haben. Unter den Hilfsaktionen auf diesem Gebiete nimmt unsere Kriegswäisenfürsorge eine ganz besondere Stellung ein. Denn-unsere Brüder und Schwestern, deren verlassenen Waisen wir unsere Fürsorge angedeihen lassen, sind, nicht nur als Opfer des Krieges gefallen, sondern sie haben als Märtyrer des jüdischen Volkes den Heldentod erlitten. .Darum ist es Pflicht der .gesamten Judenheit, diesen Verlassenen ein Heim zu schaffen, für ihre Erziehung zu sorgen und ihnen die Möglichkeit zu bieten, die Leiden der Vergangenheit zu vergessen und im späteren Leben ihr Fortkommen zu finden. In der zweijährigen Tätigkeit unseres Vereines zur Rettung verlassener jüdischer Kinder Galiziens und der Bukowina haben wir mehr als 7000 Kriegswaisen unsere Fürsorge angedeihen lassen und ihnen die staatlichen Unterhaltsbeiträge, -bzw. Unterstützungen beschafft. Die Unterbringung dieser verlassenen Kinder in 22 neuerrichteten Kriegswaisenheimen oder in geeignete Familienpflege sowie die Sichmstellung der Ernährung, Erziehung nnd Bekleidung HMen ein weites Tätigkeitsgebiet eröffnet und große Geldmittel erfordert. Unter den gegenwärtigen Ernährun'gsschwierigkeiten und der Teuerung aller notwendigsten Bedarfsartikel leidet unsere - Aktion naturgemäß in ganz besonderem Maße, ebenso unter dem furchtbaren Elend, das nach neueren verläßlichen Berichten in den vom Kriege unmittelbar 'heimgesuchten Orten Ostgaliziens und der Bukowina herrscht. Wohl sind uns aus dem In- und Auslande viele und große Spenden und Sammlungen zugekdmmen und zahlreiche Glaubensgenossen find "unserem Vereine als Mitglieder mit Jahresbeiträgen beigetreten; aber selbst der ansehnliche Betrag von mehr als zwei Millionen Kronen, den wir bisher aufgebracht haben, sowie die

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