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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-08-09 · 31 (9.8.1918) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
31 (9.8.1918)
Date
1918-08-09
Page
– (sequence 14)
Language
German
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j5eö»,502 Dir. BWHiV WochenWrist Nr. 31 nie nacl Sem! 25. April falten! Ist es da zu verwundern, daß das Blutmär eben. nie aussterben will, wenn man es dem! Volke in einem Bilde, wie das erwähnte von 21f2 Meter Höhe und l1/2 Meter Breite, in der Vorhalte einer Kirche darstellt, welche jährlich von mindestens' einer halben Million Menschen besucht und die für so selig gehalten %ird, daß die Wallfahrer die steinernen Stufen küs'sen und; nur) auf den Knien rutschend in das1 Innere derselben sich begeben. Hier ist die stärkste und unversiegbarste Quelle, aus welcher der Ritualmordwahn immer neu seine Lebenskraft schöpft und es gewissenlosen Politikern und Machthabern möglich macht, eine wahnbetörteBevölkerung ihren unheimlichen Zwecken dienstbar zu machen. Im Jahre 1705 war an der Rialtobrücke in Venedig ein Bild aufgestellt, auf dem m^i Juden erblickte, wie sie einen- Knaben töten. Und bald darauf, bereits im April 1705, erließ die Republik das Dekret: Man befahl, daß dieses' Bild ganz ausgelöscht und vernichtet werde. So erzählt Ganganelli. \ }. Der Fortschritt der Zeit brachte es mit sich1, daß nunmehr der Teufel ungestört, um die Dämonen aller grauenhafter intellektfeindlicher Leidenschaften auf die Menschen loszulassen, sich eine ganze Gemäldegalerie antegfen durfte. Und er ist so stark, daß wijr alte gegen ihn ohnmächtig sind. Diese Bilder üben leider eine eigene suggestive Gewalt auf hysterische Frauenzimmer aus. Im Jahre 1844 sah sich die Tarnower Judengemeinde veranlaßt, in einem Majestätsgesuch Beschwerden gegen die falschen Blutbeschuldigungen vor dem Kaiser zu erheben. Darin heißt es: „Den ersten Versuch dieser Art machte der Fanatismus im Jahrel829 im Merkreisigen Dorfe Boleslaw am Weichselfiusse* Es kam nämlich eine Dirne und zeigte dort wohnende Juden an, daß sie drei Wochen vor den jüdischen Ostei feiertagen ihr Kind um einen akkordierten ausgezahlten Preis zu dem Ende abgekauft haben, um es zu töten und dessen Blut zum Osterfeste zu verwenden. Auf Grundlage dieser von der Ortsbehörde zu Protokoll genommenen Anklage hat die Behörde - vier Juden ohne weitere Untersuchung in Verhaft genommen und mit Eisen am Halse, an den Füßen und anderen Teilen ihres Körpers an die Wände des Kerkers geschmiedet, wo sie mehrere Wochen schmachteten, bis endlich auf eingebrachte schriftliche Anzeige hierüber von selten der Verwandten der Unglücklichen beim löbl. k. k. Rzeszower Strafgerichte der damalige rechtliche und helldenkende Präsident die im Kerker Schmachtenden befreit hatte. Um aber auf die Spur der Sache zu kommen, ließ er die Anklägerin vor dem Richterstühle erscheinen, wo sie e i n g e s t a n d, mit eigenen Händen, ans Mangel an Unterhaltsmitteln, ihr Kind ermordet und in einen Sumpf gesteckt, und auf Zureden des dortigen Propstes, ihre früher bezeichnte Anklage gemacht zu haben. Hierauf begab sich die Kommission mit dieser Mörderin nach Boleslaw zu der von derselben bezeichneten Stelle, wo in Gegenwart der Ortsobrigkeit das Kind ans der Tiefe des Sumpfes, ohne äußere Verletzung, mit einem an den Hals gebundenen Stein herausgezogen wurde. Die Mörderin ist demnach zur verdienten Strafe verurteilt worden.“ „Den zweiten Versuch unternahm im Jahre . 1889 im Dorfe Riezdow, Bochnier Kreis, ebenfalls eine Dirne, welche ihr Kind im März ejusdem ersäufte, die dortigen Juden des Ankaufes und Ermordens ihres Kindes zum jüdischen Osterfeste hei der Ortsbehörde anklagte, welche die Juden sogleich einziehen und fesseln ließ. Der Gubemialrat zu Bochnia veranlaßte aber eine Krimmalkommission, worauf die unschuldig leidenden Juden auf freien Fuß gesetzt worden sind. Die Verleumderin wurde des am eigenen Kinde verübten Mordes überwiesen,, worüber die Akte beim löblichen Bochnier Kreisamte, als auch im Wisznier k. k. Kriminalgerichte den Beleg liefern können“ usw. ." (Fortsetzung folgt.) giforator. JMscher,Nationalkalender. Demnächst erscheint im- Verlage der „Jüdischen Zeitung" in Wien der vierte Jahrgang des Jüdischen Nation alkalenders, redigiert von Otto Abel es und Ludwig Dato..> . Die neue Folge dieses Almanachs, der sich bereits >einen großen Leserkreis erworben hat, enthält Beiträge folgender Autoren J Otto Abeles, Viktor Arloforöff, Ludwig Dato, Z. F. Finkelstein, Ludwig August Frankl, Adolf F.riedemann, Eugen Hoeflilch, Heinrich Loewe, Hermann Kadi sch, Calomon Laßner, Heinrich Margulies, Mendele Mocher S f o - rim, Jakob Oettinger, Marek Scherlag, Adolf Stand Ofias Thon, Augusts Weldler-Steinberg, Sch.- Z e m a ch und Hugo Zuckermann. i Die Illustrationen stammen von folgenden Künstlern: Josef B u d k o, Jakob L ö u>, Abel P a n n und Hermann Struck.-— Umschlagzeichnung von Josef Budko. ' Wie in den früheren Jahrgängen behandeln auch diesmal berufene Autoren in gediegenen und dabei allgemein verständlichen Arbeiten die wichtigsten jüdischen Fragen der Diaspora mnd Palästinas. Im Tert sind sorgfältig gewählte Lernworte zur Judenfrage jüdischer Denker eingestreut. Besondere Sorgfalt wurde auch dem belletristischen Teile des Buches und seiner künstlerischen „ Ausstattung zugewendet. Vorausbestellungen zum Preise von R.5.20' nimmt der Verlag „Jüdische Zeitung"" entgegen. „Ost und West", Illustrierte Monatsschrift für das gesamte Judentum. Heft 7, 18. Jahrgang 1918. Herausgegeben und -redigiert von Leo W i n z. Juli. Redaktion: Leo W i n z.lVerlin W. 15, « Lnesebrckstraße 48/49. Verlag: „Ost und West", Leo Winz Berlin-Charlottenburg, Lnesebeckstraße 32. Inhalt: Sein oder Nichtsein? — Der andere „jüdische Geist". — Die.drei Wege.' —Derletzte Gang. — Samuel P o znanski, Warschau: Abraham Epstein r (mit Bildnis). — Siegfried Labo sch i n (mit zehn Abbildungen). — Dr. Leo Fantl: Vogumil Zepler (mtt Bildnis). — Rumänien und seine Juden, XIII. Dr.. S. Schisser, i— Wie dir rumänischen Juden 1879 um', ihr heiligstes Recht betrogen 'wurden. — Samuel Marcus und das jüdische Aktionskomitee. — Die Abmachungen mit der Regierung. — Der Treubruch des Labinetts Bratianu. — Jßrolik, komm aheim (jüdisches Volkslied), Noten. ^Jung-Judch" Illustrierte Zeitschrift für unsere Jugend!, 19: Jahrgang. Nr. 14. Prag, 12. Juli 1918. (3. Ab. 5678) Redaktion und Administration Prag, 2. Bezirk, Stefänsgasse 629. Inhalt: Emil Leoy: Zerstörung Jerusalems. — Ben Jehnda: Zum neunten Ab. — Frida Löwen thal: Sommergewitter, — Dr. Adolpf Lohnt: Lleine Geschichten aus.dem Leben großer Männer. — Die Wasserfälle der Bos^a (Illustration). — Dr. Artur Landsberge r: Wodechaj Meisel. — Guck' in ,bie Welt. — Uebersetzungsaufgabe. — Preisrätsel. ,-Jung-Juda." Illustrierte Zeitschrift für unser« Jugend. 19. Jahrgang. Nr. 13. Prag, 28. Juni 1918. (16. Tamus 5676.)i Redaktion und Administration: Prag, 2. Bezirk, Stefansgässe 629. Inhalt: Dr. S. I. L a e m p f: Der Mond. — Ben Iehuda: Jeremijah. — Leo Sternbe'rg: Gideon. — I. Fried: Das Schulklopferl. — Julius Jnfeld (Jllustratton). — Julius Jnf eld: Der neunte Ab. — Dr. Adolf Lü h ut: Lleine Ke^ schichten aus dem! Leben großer Männer. — /Guck' in die Welt. — Uebersetzungsaufgabe. — Rätsel. ytiaü neue Europa." Verlag des Schweizer Druck- und Verlagshaus, Zürich, Seefeldstraße 47. 4. Jahrgang. Juli 1918, Nr. 7. Inhalt: Berthold Molden: Das Problem des Völkerbundes. — Amelie Thilo: Die neue Weltordnung. — .L. W. Freiherr v. GrödiH: Friedensglöcken. — Diplom aticus: jugoslawische Staat und sein Preis.- — M. Sztern: Das Postulat der Meeresfreiheit (2. Teil). Mar Schloß:. Die Beschlagnahme des holländischen Schis fräumes durch die' Entente. — P. D.: Les democrattes et .la pair. ,— Dr. Herz: Ein Plebiscit zur Lösung der Elfaß-Lothringenschen Frage. — E. >Z a rdetti: Aphorismen. — Dr. Ferdinand Scherber: Die Bilanz des Krieges.— Bücherschau, V HeimaMÄe. Gesichte und Erlebnisse aus Krieg und Frieden. iDön Larl Julius Meyers (Zentralstelle zur Verbreitung' guter deutscher Literatur, Bad Nassau, Lahn.) Preis 90 Pf.

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