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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-08-09 · 31 (9.8.1918) · page 5

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
31 (9.8.1918)
Date
1918-08-09
Page
– (sequence 5)
Language
German
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S»v» 493 Kr, 31 Dir. Bloch's Wochenschrift Kinder von diesen irn ganzen nur als' Sachobjekte betrachtet, die gleich den Sklaven dazu dienten, den Hausstand' zu vergrößern, und besaß der Hausherr über sie^ das Recht freier Verfügung, so wurde das israelitische Kind als' ein Gottesgeschenk betrachtet, das Ansprüche auf Rechtsschutz hatte, und .als ein Segen des/Haus- und Familienlebens. In vielen Aussprüchen wird die Erziehung der Kinder den Eltern ans Herz gelegt. Sie hatten die Aufgabe, sie zur Gottebenblldlichkeit und zu sittlich freien P ersönlichkeiten heranzubilden, sie mit den Lehren der Religion und den wunderbaren Gottesführungen des Volkes bekannt zu machten. (S. 41.) Auch die Schöpfung ist das Werk Gottes, für die Menschen ein würdiger Gegenstand! der Freude. Die Propheten, das Buch Hiob und die Psalmen sind reich an herrlichen Naturschilderungen. Sie verfallen niemals in die Naturvergötterung dA Heidentums, wo der. Mensch-sich völlig ab das Materielle und Sinnliche hingibt. Sie verfallen aber auch . ebensowenig in die Naturverachtung, wie dies' bereits in einzelnen apokryphischen Büchern geschieht, wonach die Welt als etwas von Gott Abgesallenes und Verunreinigendes betrachtet wird. Diese freudige Auffassung der Natur führte von selbst zu einer freudigen Lebensauffassung. War die Natur als Gotteswerk schön, so wüst auch düs Leben in der Natur, jals von Gottes Geist und Odem getragen, schön sein, auch die Genüsse des Lebens dürfen dem' Menschen ein Gegenstand der Freude werden. Nur muß der Lebensgenuß sich innerhalb' der vom' heiligen Sittengesetz! gezogenen Schranken halten und das einstige Gottesgericht nicht außer acht lassen. Froh er Lebensgenuß und wahre Frömmigkeit stehen nicht im Verhältnis des Wsschlusses -zueinander. Falsch sind wiederum' die 'Gegensätze: der ivitev d er! in d en Hedonismus und Eudämoniswus des ÄristiPPos und in die epikrrreisch e Ethik— die die Luft als das höchste erstrebenswerte Gut des Lebens aufstellt —, mündet; der andere, der in törichter Askese und.Selbstabtötung seinen Schwerpunkt findet. (S. 44.) Schließlich wird noch die Arbeit und der dadurch gewonnene Erwerb als eine Quellewahrer Freude betrachtet. Während die Griechen und Römer in der Ajrbeit für den freien Mann etwas Entwürdigendes und Erniedrigendes sahen, das nur dem Sklaven, der keine Rechte auf ein wahres Menschentum Hatte, zukaMj, erscheint sie nach der alttestamentlichen Auffassung in ihrckn> hohen, sittlichen Werte. Sie ist ein Segen und eine Quelle der Befriedigung für den Menschen. Lautet doch eine Festvorschrist: „Ihr sollt vor Eurem Gotte samt Euren Familien fröhlich! sein über alles, was Ihr erworben habt, womit Dein Gott gesegnet hat." (5. Mos. 12, 7.) A«« der Woche. August Wünsche hat in dieser Monographie die Freude nach ihrem Subjekt und Objekt, wie sie "uns im Wien Testament entgegentritt, dargestellt. Da ich, hauptsächlich jene Stellen hervorheben wollte, wo sich.Gegensätze zum Griechentum ergaben, müßte ich viele Einzelheiten übergehen. ZnM Beispiel auch die Friedfertigkeit, in der der .Mensch Gott na.chahMt, verbreitet Freude.. (S. 40.) Die Freude Gottes! ist das Vorbild für des Menschen Freude: „Habe ich etwa Wohlgefallen am Tode des Gottlosen und nicht vielmehr daran, daß er sich von seinem bösen Wandel bekehrt und am Leben, bleibt?" (Ezechiel 18, 23.) Ein Wort, das Wünsche als summarischer Inhalt der Schriften des! Uten Bundes b'ezeichnen Möchte. (S. 47.) Esther. - Von der HWener Kunstausstellung. Man schreibt uns aus Baden: Der Kunstverein in Baden hat feine sehr interessante dritte Kunstausstellung von Malereien und Werken der Plastik.in den Monaten Juli und August imj Gebäude des LyceuMs in der Frauengaffe eröffnet. Dien Leserkreis dieses Mattes werden die Bilder dreier Künstler interessieren. Bom> „Oesterreichischen Künstlerbund" hat dessen Mitglied SaMuel Brunner in Brünn ein Oelgemälde, Katalog Nr. 76: „Wer Tempel in Holleschau", ausgestellt. Dieses Oelgemälde zeigt einen Teil dieses denkwürdigen 'Bethauses mit den kunstvollen Vergitterungen -am Almemor, den schönen Betstühlen und als Staffage einige iM Gebet versunkene Männer. Seit Isidor K a u fM a.n n sein. berühmtes Gemälde „SaWateingang" iM 'Künstlerhaus zu Wien ausgestellt hat, ist noch kein so stimmungsvolles Bild von gläubigen Betern wohl geMalt worden, und dieses. alte Tempels Vild verdient, in den weitesten Kreisen bekannt zu werden. Der Preis dieses Bildes ist Mit 2800 K. angegeben. Von diesem' Brunner Maker ist noch ein Oelgemälde« „Hohlweg", Katalog . Nr. 82, Preis 400 K., ausgestellt. Von Badenern ist selbstverständlich Meister David Kohn zu nennen. Katalog Nr. 206 stellt in seiner unnachahmlichen ausgezeichneten Rvtstistzeichnung düs wohlgetroffene, sprechend ähnliche „Porträt Seiner Exzellenz des Herrn Generalobersten Freiherrn von Bol fr äs" mit dessen bekannten, charakteristisch wiedergegebenen Zügen dar. Es sei hiebei an seine früheren, auchhier ausgestellten Porträts Seiner Majestät des Kaisers Franz Josef und Seiner kaiserlichen Hoheit des. Herrn Erzherzogs Rainer sowie des Herrn Präsidenten Dr.AlfredStern erinnert. Im Saale nebenan, Katalog Nr.. 254, hat Kohn gleichfalls in Rotstistzeichnungen fünf lebensvolle „Kopfstadien", Preis2060K., sowie Katalog Nr. 268 Studie zuM Bilde „Der.junge Gtübler", Preis 2000 K., ausgestellt. Dias letztere stellt einen angehenden TakMudschüler, Wer einem' ausgeschlagenen Buch grübelnd, dessen soeben gelesene Stelle ihm unklar ist, in klarer Weise dar. Bon der hochbegabten Wiener Künstlerin Frau Annie Strauß-Goldberger ist in "denselben Saale in ihrer unÜbertreWichen Pastellmalerei ein köstliches Mädchenbildnis, „Porträt des Fräuleins K. St.", aufgehängt, das in liebevoller Weise die hübschen, pikanten Züge dieses Mädchens wiedergibt. Schade, daß das von ihr Voriges Jahr vollendete lebensgroße Porträt des Ob'errabRners Dr. Güdema n n im Jom-Kippurornat auf feinem Sitze im Wiener Stadttempel,. vielleicht das beste ihrer Meisterwerke, bisher Noch nicht zur öffentlichen Ausstellung gelangte, wie es dieses Bild verdient. M. TM Judentum im Lichte objektiver chrWicher MWchWorfchung. In einem Anffatz des berühmten Rechtsl^hrers Josef Köhler über das antike Völkerrecht finden wir eine W ü r d i g u n 'g des I u d e n t u ms, die uns wert scheint, der breiteren jüdischen Oesfentlichkeit übermittelt zu werden. Professor Köhler untersucht das Kriegsrecht der einzelnen vorchristlichen Völker, namentlich der Babylonier und Affyrer, nennt M grausam .und auf die Vernichtung nicht nur dW feindlichen Staates, sondern auch seiner gesamten Bevölkerung gerichtet, und führt dann aus: „In jenen Zeiten lebte' ein Volk, das iM Staatenbetrieb eine bescheidene Rolle spielte und nur zeitweise unter SalvMo in einen ausgedehnten völkerrechtlichen Verkehr eintrat, ein Volk, das die mächtigen Eroberer, die es uMgab'ep, selbst sehr zu fühlen hatte

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