Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 35 (1918)
- Issue
- 29 (26.7.1918)
- Date
- 1918-07-26
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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«ett» 468 Dr. VloW's Wochenschrift Rr. 29 Theaters gibt hier auch Fernstehenden 'Gelegenheit, diese jüdische Produktion nach Wert und Eindruck unbefangen puf sich wirken zu lassen. Kartenvorverkauf: Tageskassa der „Neuen Wiener Bühne", Buchhandlung Löwit, 1. Bezirk, Rotenturmstraße 22, Zionistisches Bureau, 2. Bezirk, Zirkusgasse 33. Austritte aus dem Judentum. - Vom 14. bis! 20, Juli 1918. , Danrask / Joast, geb. 11. November 1880 Wien, Agram. Deutsch Bertas, geb'. 1, August 1897 Wien, 3. Bezirk, Hohlweggasse 28. 1 Guck Hetmine, geb'. Lütz, geb. 8. Februar 1884 Wien, 3. Bezirk. Hauptstraße 24. Hchlphen Ludwig, k. u. k. Hauptmann. geb. 25. April 1863 ,Kölin (Böhmen), 1. Bezirk, Augustinerstraße 8. Hosfmimn Olga, Beamtin, geb. 28. Dezember 1897 Wiey, 13. Bezirk, Linzerstraße 71. Hupka Pastll^ Manipulantin^ geb. 2. Januar 1892 Wien, 14. Bezirk, Arnsteingasse 7. Kornfeld Anton, Bankbeamter, geb. 16. Oktober 1888 Podebrad, 1. Bezirk, Adlergasse 4. > . Lenz Hugo, Ingenieur, geb. 3. Juli 1874 Wien, 3. Bezirk, D.'poutcgasse 7. Lenz Margarethe, geb. geb, 28. August 1887 Trebitschi (Mähren), 3, Bezirk, Dapontegasse 7, Mayer Reginas Kürschnerin, geb. 19. Januar 1894 Hlinitza (Bukowina), 7. Bezirk, Schrankgasse 4, Poilkak MärgstrethL Olga. Tanzelevin, geb. 2. Oktober 1903 Wien, 8. Bezirk, Esterhazygasse 20, Posllak Marianne, Tanzelevin.' geb. 8, Juli 1901 Wien, 6. Bezirk. Esterhazygasse 20. Ritscher Lstky, geb. 2. Mai 1896, Wien,. 1. Bezirk, Passsauergasse 6. i < . RoVitschÄ Gustav!, Beamter, geb. 18. August 1883 Prag, 7. 'Bezirk, Burggasse 88. .! Schorfch Zdenka, geb. 9, Juni 1897 Pozegi (Kroatien). 3. Bezirk, Schrottgasse 11. * * Herr Dir. Hugo Scklll^ Frauenarzt in Prag, ist aus dem Judentum ausgetreten. i Jüdischer AutEnÄbend in Thad Hali!, Von dort wird der „Linzer Tagespost" geschrieben':'' Zugunsten' der Zionistischen 'Aktion' wurde am 14. Juli inr Kurfaale unter sehr starker Beteiligung ein jüdischer Autorenabend abgehalten. Nach einem Vortrage desi Dr l-;F e l d (Wien) über die Entwicklung der jüdischen Poesie und ihrer namhaftesten Vertreter brachte Herr Emil Reißmann vom hiesigen Kurtheater mit viel Empfindung und plastischer Gestaltungskraft zwei Gedichte von Morris Rosenfeld („Der Sturm" Und „Die Landstreicher") zum Vortlage. Hierauf, sang der Oberkantor von Linz, Löwen so hn, von Kurt Rapper am Klavier begleitet, mit klangvoller Stimme einige Lieder, die gleichfalls lebhaften Beifall fanden. Herr Reiß Mann beschloß den Abend mit einer Reihe jüdischer Dichtungen, worauf Flugschriften über Zweck Und Zielen der zionistischen Bewegung zur Verteilung gelangten. Das namhafte Erträgnis des Abends fließt der zionistischen Aktion zu.? , Lemberg. Die angesehensten Kreise der hiesigen KultusgeMeinde versammelten sich am 5. Juli in der Zeremonienhalle des Wischen Friedhofes', um die irdische Hülle des im Jahre 1915 in Wien verstorbenen langjährigen GeMeinderabbiners' Dr. Jeheskiel Caro nach erfolgter Ueberführung Zur ewigen Ruhe zu geleiten. Die Repräsentanz der Gemeinde war mit den Regierungskonmriffären korporativ erschienen, ebenso die Zöglinge des Wischen Waisenhauses Mit ihren Leitern. Nachdem Oberkantor Saitz mit dem TeMPelchor die Gesänge des Trauerrituales ergreifend' zuM Vorträge gebracht, würdigten die Rabbiner Brande und D'r. G u t t ntn n n in warmen Nachrufen die verdienstvolle seelsorgerische und soziale Wirksamkeit des verewigten Ämtsgenossen, worauf RegierunDkommissär Dr. Parnas namens der Gemeinde und Dr. Wasser namensl des Tempels vom Toten Abschied nahmen. Unter Gebeten erfolgte dann die Beisetzung im Familiengrabe. Das Bukowinaer zionistische Landeslomstee hat seine Tätigkeit in Czernowih wieder ausgenommen und ersucht alle Gesinnugsgenossen, die sich im Lande und außerhalb des Landes, im «Felde, befinden, ebenso alle früheren Leiter der Ortsgruppen, Ihre Adresse unverzüglich dem Landeskoniitee mitzuteilen. Die Gesinnungsgenossen . in, Ezernowitz, die an der zionistischen Aktion Mitarbeiten, wollen,' werden gleichfalls gebeten, ihre Adressen bekanntzugeben. Das Bureau des Landeskomitees befindet sich vorläufig Dr. Reißgasse Nr. 1 a. __ I . Troppast, Dem Oberkautor der israelitischen Kultusgemeinde in Troppau, Herrn Mar Singer mann, wurde auf Grund allerhöchster Ermächtigung für hervorragende patriotische Betätigung vom Finanzminister das Anerkennüngsdekret verliehen. WuMrU-WtoM. Herrn Rabbiner Dr.D.Spi eg el- Altoua wurde in Anerkennung seiner hervorragenden Dienste auf dem Gebiete humanitärer und Kriegshilfeleistung das. königlich preußische Verdienffkreuz ver- Feuilleton. Woher stawMt der Glaube au Kitualmorde? Ein Vortrag im Verein für jüdische Geschichte und Literatur in Breslau gehalten von Dr. Joseph 8. Bloch. (Fortsetzung.) , 4. Im Mittelalter haben bekanntlich verschiedene christliche Sekten gegeneinander Ritualmord-Anklagen geschlendert. Die Häretiker und Ketzer — Montanisten, Waldenser, Wahnbrüder — wurden, von den Rechtgläubigen beschuldigt, daß sie hei ihren gottesdienstlichen Versammlungen Unzucht trieben und einen Knaben opferten. Daß.die altchristlichen .Gnostiker bei ihren Riten Blut angewendet haben, findet man in den polemischen Schriften älterer Kirchenschriftsteller. Auch innerhalb des Judentums hat es Sektenstreitigkeiten herber Art gegeben. Man erinnere sich nur an die blutigen Kämpfe zwischen Sadduzäern und Pharisäern, davon ja auch im N. T. häufig Erwähnung geschieht. Und welche schwere Fehden fanden zwischen Rabaniten lind Karäern statt, welche erbitterten, Streitigkeiten zwischen Chassidim und Misnagdim usw. Man findet aber nirgend auch nur die geringste Spur, daß sie gegeneinander die Anklage des Menschenopfers oder eines ähnlichen Verbrechens aus religiösem Wahnwitz zugeschleudert hätten. Mit solchen ' Erdichtungen sich gegenseitig zu bedrängen lag ihren Gedankengängen fern; sie hätten auch, weil innerhall) des Judentums hiefür jede Voraussetzung mangelt, keinen Glauben gefunden. Dagegen wissen wir, daß die Juden diejenigen ihrer Glaubensgenossen, welche als Opfer der Blutbeschiildigungen ihr Leben unter des Henkers Hand elend und martervoll ausgehaucht haben, immer, als heilige Märtyrer angesehen haben und noch ansehen, wie denn für ihr Seelenheil zum Teil noch jetzt an großen Feiertagen in den Synagogen gebetet wird. Martin Luther nennt es darum „Narrenwerks“, den Juden die Schuld zu geben, „sie müssen Christenblut haben“. Allein in bezug auf christliche Sekten findet sich in Lu t h e r s „Tischreden“ eine merkwürdige Stelle, die jedenfalls nicht verschwiegen werden darf. Da heißt es wörtlich: ■ > - »Es wird'bei Doktor Martin von Opfern geredet, daß man noch heutzutage Menschen opfert, welches Kaiser Karl V. bei unseren Zeiten abgetan und an ihrerstatt Grabmöncbklöster eingerichtet hat. So sagt man auch, daß an eines großen Königs Hof ein solches Pfaffenkleid noch sollte vorhanden sein, aus Vogelfedern, von allerlei Farben gewirkt, mit kleinen engen Aermeln,