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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-07-12 · 27 (12.7.1918) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
27 (12.7.1918)
Date
1918-07-12
Page
– (sequence 15)
Language
German
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*‘ .2? T f Dr. ßWWd «WMtlst I T fsm m a nen innerhalb' der christlich gewordenen Völker einen eigenartjigeh Rang gefunden,. so hat auch' der Bl.utz aube r seine Existenz "fortgefristet. : - . Wie jm' Altertum, wurde auch' im Mittelalter Menschenblut von den Aerzten angewandt, und heute noch gebraucht; es die; Volks Medizin. Berichte; wie die Menge um das Blut Hingerichteter sich schlägt, weil es gegen die Epilepsie-helfen soll, zählen nicht zu den Sel tenheiten . Die Anschaffung solcher Medikamente führt,' wie andere Ausgeburten des ' VolkMläÜbeUD, zu Verbrechen, von denen die Annalen der Kriminaljustiz wimmeln. So hat eine ungarische . Gräfin nach' und nach gegen 650 in ihr Schloß gelockten jungen Mädchen das Blht äbzäpfeh lassen, um sich darin, wie die grausaine Person meinte, zur Verschönerung ihrer Haut zu baden.- Von König Ludwig. XI. von Frankreich wird ererzälilt: „Auch' trank — er das Blut kleiner Rinder, um sich zu verjüngen, ein Heilmittel, welches dem Temperamente des1 Kranken sehr angemessen schien. Man machte für ihn, sagen die Chronikenschreiber, fürchterliche und wunderbare Arzeneien.“*) Am 21. Mai 1897 fand in Weimar'die Gerichtsverhandlung gegen die Auguste K u m s t wegen eines Verbrechens, begangen an ihrer elfjährigen Tochter Olga-,, statt. AMe hat in der -Mittemaehtsrimde dem Kinde ein Betäubungsmittel eingegeben, brachte ihm dann mit einem spitzen Instrument eine Wunde am Unterleibe hei und begann das aus' der Wunde strörnende.Kl.ut,.zp .trinken. Das Kind ist infolge dieser BluteiRziehung gestorben^ Die. MntPr,wurde mit neun.; Monaten Gefängnis bestraft. \; Wenn man, aber die zahlreichen Rezepte aus der j ü d i's c h e n H aivs a p o th e k e des M Ittelä 11 e rs durchforscht, findet sich in diesen Rezepten, in auffallendem Gegensatz zu dem deutschen Volksglauben, nicht e i n einziger F a l l, wo mit Rink geheilt Weiden soll. Das ist das Resultat der wiederholten strengen Strafandrohung der Bibel: „Denn, welcher Mensch,“ sagt Gott, „er sei vom Hause Israel oder ‘Sin Fremdling unter euch, irgend Blut iSset, wider den will ich mein Antlitz setzen und will ihn ausrotten mitten aus seinem Volke . . . Wer es isset, der so 11 a u s gerottet -werden.“ (3. Buch Moses, 17.) 1753 hat Alois v. Sonnenfel sw der berühmte Wiener Uniyersitätspröfessor, eine Schrift drucken lassen unter dem bezeichnenden Titel: „Jüdischer Blutekel“. In dieser sehr gelehrten Abhandlung werden alle Vorschriften der Bibel, des Talmud und aus der rabbinischen Literatur gegen den Blütgennß im Urtext mit, Uebersetzung vorgeführt. Um den Nachweis zu führen: „Aus welchen allen gründlich erwiesen wird, daß kein-Volk unter dem Himmel zü finden, welches einen solchen Grausen und Ekel, auch .sogar für den bloßen Schatten des Blutes habe, als die Juden.“ " \ _ Das-geht;"sö Weit, daß der Schulchan Aruch'den Juden sogar verbietet, ein Ei zu essen, in dessen Dotter ein Tröpfen Blut geflossen. Daher das Woft, welches ein russischer Professor als Experte im Prbzeß Beilisi vor den Geschworenen in KieW gesprochen und welches in der Erinnerung festgehalten zu werden verdient. . *) T h i b ff-e, >6icrScWehtf*der"Ritt'>rburgf'p mid Schlösser usw., deu sch. vun .Hain, 11 (Merseburg 1846), S. 191. Kökö w z ö W schloß nämlich sein Gutachten mit der Ei’kJärttBg: »•Wean ein vollkommen eattkoieter Körger olaes E ndes, gefnaöan und ein. Jude als Tätorle*tges>:«llt werde, so müßt» ick eker-annekmen, dsr jnd» wottts die Loicke veizekren nad käbe sie dn z n-enWnlot, alsda&or B La tgeoießaa wollte. V.n zwei Torkeiteii wSre diea die geringere-.« In seinem Werke „Der Aberglaube des Mittelalters“, Basel 1884, S. 194, schreibt Professor Karl Meyer von den Vorstellungen, welche man sich ln alter Zeit von den Juden gemacht hatte: „Man übertrug aber den Haß und die Verachtung, Welche man selber den Juden-gegenüber empfand, auch auf sie und nahm an, sie seien von denselben Gefühlen wie die Christen beherrscht.“ „Tranken Juden und Christen gemeinschaftlich, so glaubte man, jene pflegten in die Kanne zu speien, damit diese ihren Speichel mit in den Mund bekämen.“' Markus L o mb a r du s, „Gründlicher Bericht und Erklärungen von der Juden Handlungen und Zeremonien“, Basel 1574, Fol. XX. (Fortsetzung folgt ) gUttabt*. „Tie fünf Fu-dLN der Salome". Anläßlich der Aufführung der Wilde-Straußschen „Salome" widmet Mar Nordclu der Episode der „fünf «Juden" folgende Bemerkungen: . v Er sagt: ( . Das einzige, worüber man. lachte, war die -Gruppe der fünf Juden. W Diese Episode ist aber auch eine Glanzleistung, hauptsächlich! Der Regie, aber nicht der Regie allein, «sondern auch, des Tondichters. Ehe die Juden austreten, kündigt ein Gepolter und Geschnattey sie an, jener besondere, hachtörige, schreiende Lärm, .den man sprichwörtlich einer Judenschule znschreibt) und den man in dör Stunde des'" regsten Geschäftes an der Börse Ihört. Dann stürzen die fünf Gestalten gleichzeitig w-i: losgesch'offen heraus «und singen, eine näselnde, meckernde -.Weise, die-'etwas von Singsang. eines.' polnischen Synagogenvorbeters und vom alten Straßenruf eines Allkleiderhändlers an sich hat. Das hat Richard /Strauß gujt gemacht» so gut, daß Gras Pückler-Klein-Tschirne ihn an sein Herz drücken würde, wenn er ihm in den IWucf käme. Gr hat das Judentum kn der- Musik tönmalend darstellen woWen./(und. es ist ihm trefflich gelungen, wie altes, was ein begabter 'Mann mit ganzem Herzen unternimmt. Die Regie hat dann das (weitere im Sinn«, der Stvaußschen Musik besorgt. Die fünf Juden «haben krumme Mlsen und . dünne Zweispitz bärte. sie gehen 'krummbeinig fund plattfüßig. Sie wackeln und wiegen, den Kopf. (Md ziehen die Schu-tem hoch, und fuchteln mit den Armen «und gabekr mit-den Fingern und klumpen sich zusammen und runzeln «die Stirn, und wölben die Lippen und m«uscheln mit^jeder. lFaser -ihres Lei^s, ihres Gesichtes, ihrer Kleidung. Denn sie tragen, «damit die. Wahrheit vollständig sei, die lächerliche höhe .Mütze (der Eunuchen-der „Entführung aus dem Serail" und den schlumpenden, «flatternden Kaftan der .ehemaligen .SalMieslungerer. Mit einem Wort: Herrnfeld-Theater mt Tragödie nrtrhmen. „Heymann Levy^ auf' der Alm" zwischen Herodes und dem Täufer. Habe ich erwähnt, daß die feinen Jüdinnen^ wie in Bertm. so (in- Pär^, wm\ bet „Salome" bis zur Bewußtlosigkeit - begeistert waren? Wie ,'auch nicht, nach der Fünf Juden-Episode? . : So schön .sie ist,, habe ich doch (einige Bedenken gegen sie. Wenn ich Jos^rhus Ftavius glauben darf, waren die, Juden des Herodischen Zeitalters keme karÄaturalen, Possenfmm!en. sondern furchtbare Krieger, die den ersten Soldaten der Welt schwüle Stunden bereiteten. Titus lachte nicht über sie. Ernannte eben St. Houston Chamberlein noch nicht. Wkodern gebildete Männer wußten .es - besser. Und Richard Strauß, sein Regisseur, seine vJudenguintettdarsteller, sind moderne, gebildete Männer. Rabbiner M. S. Herzog, Stbmfa bei Pozsony. ' „Koroszt- Botenu" (Die Tragbalken unserer hSnsWchen Sicherheit). Beiträge zur Geschichte - -der jüdischen -Gemeinde zu Stomfa (Stampfen^ Ungarn) zuförderst Me LebensböfchreKung, deren' Rabbiner,' Gelehrten üftd hervorragender Männer, deren WMsamkert. Lehrtätigkeit;GÄstesprodukte und Grabsteininschriften usw. Stomfa 5678. Zu -beziehen beim Verfasser. ■ .. __ ( Sabbatgedanken für jüdische Soldaten. Herausgegeben von. den Feldrabbmern des Westheeres. Leipzig 1918. Verlag von M. W. Kaufmann. -

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