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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-07-05 · 26 (5.7.1918) · page 3

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
26 (5.7.1918)
Date
1918-07-05
Page
– (sequence 3)
Language
German
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ASU.M Dr. MaGS ßVqcheyjHrM i 411 gewinner .hinzustellen. Es gibt -Kreise, .die am Kriege nicht teilgenommen Haben und deren Interesse -es setzt ist, von den Juden aüstzuposaunen, baß -sie Ach verstecken. Die N a tio n selbst kann, obwohl diese Agitation tagtäglich.wächst, mit diesen.Machinationen nicht identiffiziert/werd en.' Wir haben die feste Ueberzeugung, daß unsere Feinde auch Feinde des Staates und der Nation sind, daß die ungarischen Antisemiten nicht nur uns, sondern auch, dasVaterland, zugrunde.richten Vollen. Deshalb stehen .wir. ruhig und entschlossen 'inmitten dieser Hexentänze und! erwarten, die bessere Zu- . tun ft, , die aus den Mähern unserer G esäll enen erwirb. Müchschvift -der Redaktion: 'v Vorstehende Informationen -unseres ten Budapefter Kollegen, welchem unsere geehrten Leser gewiß Dank -wissen werdech mögest Anlaß sein zu einigen Ausführungen an die--Adresse-unserer BrWer jenseits der Leitha. - In der ersten Generalversammlung des ^Vereines ungarischer Juden" hielt Dr. Paul Farckas einen Vortrgg, der weit Wer die Grenzen Transleithaniens'Beachtung gefunden. Der Vortragende behandelte die gegenwärtig hereingebrochene ungarische Tausbewegun'g und betonte, daß die ungarische nationale Gesinnung ein Vertauschen der Religion und eine Verleugnung des Judentums keineswegs erfordere. Dagegen gab Doktor F a r kas der 'Auffassung Ausdruck, „daß es Pflicht des ungarischen Judentums-ist, gegen Einwanderungen der aus Galizien stammenden Juden, die.weder in moralischer Beziehung/ noch was ihre „Rasse" anbelangt, zu uns gehören, mit den strengsten Maßnahmen Stellung zu nehmen".. Der Vortrag, wurde nicht mit . Widerspruch,. vielmehr. „mit lebhaftem Beifall" ausgenommen. '.. - - '' Als im amerikanischen Kongreß ein Gesetz zur Beschränkung der Einwanderung zur Verhandlung gelangte, hat das ^gesamte amerikanische Judentum, an .seiner StutzeJäkob- Schis f, Oskar S t r a u ß, Natan S traust, Mo r gen th.auund wie sie alle die führenden Politiker des amerikanischen Judentums.heißen, gegen ein -solches Attentat einen. Sturmlanf unternommen und der Gesetzesversuch scheiterte. Als später Analphabeten die Einwanderung untersagt wurde, mußten infolge der Agi . tation amerikanischer Juden die Einwanderer mit Kennt ni's bloß des hebräischen Alphabetes-durch das Gesetz -,aS' vollwertig anerkannt werden. Auf Ellis-Jsland. sitzt beständig ein amerikanischer Wvokat, honoriert von ame rikanischen Juden, mit dem Auftrag, - jüdische Einwanderer gegen Vexationen und Bedrohung mit Rücktransport zu schützen. Solche Maßnahmen entsprechen „der Mo ral und der Weltanschauung" jüdischer' Solidarität. Dagegen -verlangt ein ^Verein, ungarischer Juden" - Grenzschutz gegen galizische Einwanderer : konform den Forderungen der Alldeutschen -nach einem -Verbot. der Einwanderung polnischer .Juden -nach Deutsche land. . Dr. Farkas begründet.- fein 'Verlangen mit Schlagworten aus dem. antisemitischen DpvachsMtz, mit -Argumenten aus ider RWkammer jener, idie - sich nicht scheuen, sie auch gegen die ungarischen -Juden und selbst gegendie 'Täuflinge mit.' demgleichen <Pathos und'derselben flammenden ..Beredsamkeit - zur Geltung zu.bringen. Ueber „die Moral und Weltanschauung" der Leute, die aus Feigheit.oder anderen -ordinären Motiven FamMe/-Volk und Gott verschachern,-ist schwer ohne Satire zu schreiben. Ihr. echtes/Mflgyarentum wird jedenfalls darumdoch nicht angezweifelt:Wie sieht oder sah es aus - mit der . ,-Weltanschauung"' und -der „Moral" - der -Nachkommen des großen Moriz Wa,hr maun:und .anderer jüdischer Magnaten Budapest? Dr. F arkas erinnert an den .Präsidenten^ eines , „katholischen Volksverbandes", der jeden insultiert hätte, der ihn erinnern wollte, daß sein Vater Präsident der Araber israelitischen Gemeinde gewesen iß, diese „Rasse" ist „gallischen".Juden'sicher nicht verwandt. Ach,- die armen galizischenJuden handeln mit atten Kleidern, mtt Hadern und LhnlrchschöüM Dingen, nur miit einem schachern sie -nicht: -mit dem Heiligtum der Seele. Oder sollte unter dem Schlagwort aus dem anti- -■ semitischen Sprachschatz, das sich ja leider auch -in den vorstehenden Aufsatz unseres geschätzten Budapefter -Kollegen eingeschlichen hat, die „Geschäftsmoral" verstan-? den sein wollen? So weöt meine Kenntnis reicht, sind die Leute, die mit den jüdischen Händlern in Galizien seit vielen Jahrzehnten zu tun hatten und Geschäfte be- . trieben, wie z. B. die berühmten Fabrikanten'K o s-M a-rr.os. Leitend.erg er usw., immer größere Millionäre ge- . worden, während die geschmähten jüdischen Händler Schnorrer geblieben sind. Wer mag da immer der Uebervorteilte gewesen sein? Wie wehren sich: diese Fabrikanten gegenwärtig gegen die Möglichkeit galizischer Zollschranken und gegen den drohenden Verlust dieser jüdischen Kundschaft! Daß in einem jüdischen Verein nach strengen Maßnahmen gegen jüdische Einwanderer gerufen wird, ohne, energischen Widerspruch zu finden, ist tief bedauerlich. Man wäre versucht, an eine Entartungder jüdischen Natur zu-denken; indes ist es offenbar lediglich ein Ergebnis sozialer Unsicherheit. Der Farkas war gewiß'einmal ein Schlesinger; der gelbe Fleck ist nicht mehr am Gejwand sichtbar, er wird im Innern getragen. Darum-sollen die „Galizianer" als Opfer dargebracht - werden auf dem nationalen Altar, „als Lösegeld der eigenen Seele". Es ist sehr fraglich, ob dadurch das MiUrauen und die Abneigung überwunden werden. Der nationale Bazillus ist kein geeigneter Impfstoff zum Schutze gegen die antisemitische Cholera. Durch Verbreitung deR Giftstoffes, muß die Pest nur »immer stärker hereinbrechen. Bereits einmal in der Geschichte hat das uWarifche Judentum aus magyarischem ^Chauvinismius die .^Wische Solidaritat gebrochen. Das war bei Gelegeüheit, da in Rußland zum erstenmal furchtbare Pogrome.gegen , die Juden stattgefunden hatten, 1881. In Wlen.Wischen Gemeind en -auf dem weiten .Erdenrund fanden Protestversammlungen . statt, den Märtyrern einen Gruß, ein Wort .des Trostes, der Solidarität im Leide, zu .senden, man ver- Mstaltete Spendensammluugen. für die Hinter-! bliebenen. Nur das Judentum in Ungarn verhielt sich schweigend, weil es dem „Ungarn" nicht geziemte, - für. jüdische „Russen" öffentlich Sympathien kundzugeben. Bald darauf'kam das Unheil van Trsza- ' E ß l a r .herangestürmt. - Es. ist ein .Jammer, daß. die /Völker, so. wenig auK; der' Geschichte lernen. Die entsetzliche Katastrophe, die ‘ 1L14 Wer. die galWche!Judenheit hereingebrochen^kam mit ihren; furchtbaren.haarsträubenden Folgen, wird .r' auch einmal» ihren Historikep finden. Ueöer. die Mffnahme, die die Unglücklichen .auf ihrer /Flucht vor sölgung durch, die.-.Kosaken. bei.ungarischen: Gkarchev8^.§! brüdern.. gleich zu Anfang, gefunden haben, sind sin den Zeitungen des Auslandes -Berichte enthalten, die "dem Geschichtsfthreiber als Material dienen werden. ÄuchmeineSchwester. mit! ihrem Mann unfeiner brüst-" kranken Tochter, -die »infolge der Strapazen zugrunde" gegangen, ferner mit einer Schwiegertochter, .mehreren .Enkelkindern im.zartesten .Wer, flüchtete nach -Wien. Der Weg dauerte zwölf .Tage, .führte Wer . Ungarn, und was sie .von 'ihren Erlebnissen in .ungarischen -.Städten' eWählte, chabjeden''tief erschüttert. Und doch, war das-keine Mutwillige Flucht und die Not Galiziens hat Ungarn vor der russischen ■-4b» ,gO» DB» NI ES-. <|BPr - ■.iCHSJu •*3523?^ CfÄ""

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