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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-07-05 · 26 (5.7.1918) · page 2

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
26 (5.7.1918)
Date
1918-07-05
Page
– (sequence 2)
Language
German
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MM i iii ifc'i -r i?vs £33 &ttt» 410 Lir. MoH s WÄHenjchrtst Ar, 26 ersten Gelehrten und Publizisten des Judentums/wetteiferten: miteinander im die) er edlen Alrbieit. M^ Hürde üÄviesen, Last der- Herr, Professor - falsch eDtut istik gemacht, Last er auf talMudische „Kapazitäten", wie Ecker und GildeMelfter, sich gestützt hat, Daß er keine Ahnung von der jüdischen Literatur, jüdischen, Wissenschaft, jüdischen Ethik uitö; Mischen Seele hat, und daß. der Titel seines berüchtigten Buches „Der Weg und^) es- _ r^.:. -cm, . a:rr\._ cvr_ _^ , -S»M; ij],- TÄ« j|l; «Er Xi\‘- •«/. . -- ^3fr' ji*WK der Juden" vielmehr als „Der Weg des Dr. Agoston" gedeutet werden müsse, da es nicht -„der Weg der Juden" war, den er beschreiben wollte, eher wollte er sich seinen eigenen- Weg Don den unfreundlichen Höhen des /Radikalismus in das gemächliche Tal des'Klerikalismus — welches eventuell auch.Unioer)irätsprofessuren: usw. .bietet -— ebnen.. Ich will noch eines bemerken: Herr Professor Agoston führt als einzige Rettung des ungarischen Judentums d ie, Mass entaufe an.;. nach i:!. |l! i ♦I -W 9*$*-- ijif S;'- f ] »//■ mz&r&r?: « jg& nt 1 » I i;/ ' 15 t seiner. Meinung könnten wir nur Dann gute Ungarn sein, wenn wir unsere Religion im Stiche lassen.. 'Es vergingen kaum einige- Wochen, als die sogenannte „ungarische Judensrage", die von dem Herrn .Prost Agoston aufgeworfen wurde, eine meisterhafte Erweiterung erfuhr. Der . Leiter der ersten radikalen Zeitichrift in Ungarn: „XX. Jahrhundert" — der berühmte radikale Publizist Oskar Jaszi, selbst ein getaufter Jude — veranstaltete eine Rundfrage Mer Di,e ungarischen Juden i,n seinem Blatte. Es wurde ein Separatheft Mer diese Frage herausgegeben, in welchem. mehr ats fünfzig Antworten publiziert wären. .Unglaubliche Schmähungen, Entstellungen, Verleumdungen hüllten in Schatten die . wenigen liberalen AeuMrungen, die eingetroffen waren. Die Redaktion reassumierte das Ergebnes.der Enquete in einem Nstlichen. Nachwort, und mag koyM:,feststellen,,d.M.wir, .die..wir..einst Existenz der . Zudensfräge in Ungarn o e r'n e'stn k e'n und MhMpteten, daß eine solche Frage nur küuWch MÜ unseren Feinden gemacht werden kann, daß wir Mit der MMrheit von dreizehn Stimmen in diej er Enquete überstimm t .wurden, so dast eine Judenfrage eine Landessrage, die man lösen musst, eine Frage,, die man jefrüher erledigen must — jetzt'schon tatsächlich besteht. Und nun fing es! an. . . , . . . ' Gestützt auf diese „w i s s e n sch a f t l i ch en" Werke, begann sich eine regelrechte Pogrdmliteratur in Ungarn zu enDvickeln. Buch nach Buch, Pamphlet auf Pamphlet rsst gegen uM erschienen. Wir w erden stets! von einer ganzen- Reihe kleinerer und. größerer Blätter verpönt u,ud verhöhnt. -Und« wenn Man heute Die in den letzten Jahren jüder uns' und gegen uns geschriebenen Artikel und Aufsjätze sammeln wollteso könnte man heute- Material für eine ganze Bibliothek haben. : Ich will nur noch, eures, bemerken. Die antisemitische Agitation in. Ungarn halt heute, schon dort, daß der ber-Mmte katholische Bischof von Stuhlweißenburg Dr. Ottokar Prohaska vor einigen Wochen sich einen Pfingsta.rtikel erlauben tonnte, in dem Von den ungarischen IutLn im allgemeinen behauptet wurde, daß sie au der Front nicht zu finden ftin,d. Das' konnte d.er Bischof ruhig veröffentlichen, er konnte dasnit die Ehre des' ganzen/ ungarischen Judentums anrasten, ohne ' daß ihm ein Haar gekrümmt wurde. - . > Sie fragensehr geehrter Herr Redakteur, warum a.ll dies'? . Aus dieses Waru m ist schwer zu antworten. Man ka.nn mit der vollsten Objektivität behauptendüst die ungarischen Juden nie für ihr, Vaterland - und für ihre Nation so viel getan haben, wie während des .Weltkriegcs. Während die Juden nur fünf Prozent Der gesamten Bevölkerung Darstellen, so kann "man Doch schon heute, obwohl die offizielle .Statistik Doch.'nicht vorliegt, nach den jüdisch.erseits gesammelten einwandfreien Daten seststellen, daß fie mehr als Kwölf Pr ozent Der eingler.ückhen,. nahezu -fünfzehr! Prozent der a,üstzez-Dich neten und g es.allenen Ungarn b il d en. Drei hohe ungarische ^Mische Offiziere haben Hen LApÄd-Oroen 'erhalten/ . ntehrere Hundert große' goldene Dnd silberne Tä.pserteitsmedaillen und^hie Unendliche Reihe der jüdischen Kriegswitwen und Kriegswa.isen beweist, Daß Bischof O t r o k a r sich, gelinde'gesagt, in seiner Ausgabe sturk geirrt hat. Die jüdische Wohrtätigieit ha.t bis heute über Hund e rt M i l l io neu K rou en für Wo hts ah r ts' in stiiutio a e n im Kriege, hergegeben. Wie kommt es nun unter diesen Umständen, dast man das ungarische Judentum so angreisen kann?/ Unsere Konfession hat in Den oerläusenen fünfzig Jahren Der Emanzipation die ungarische Nation mit allen ihren Kräften gedient und g e stärkt. Wenn man die heutige geistige Elite Der ungarischen Kultur ansieht, so findet man als ersten-ungarischen Nationaldichter, den Juden Joses K ist, als ersten ungarischen Nationalhistoriter den Juden Heinrich Mn r c a l i, als ersten Philosophen den.Juden Bernharo Alexander, als ersten Pädagogen den Juden Moriz Karman, von den vielen anderen hervorragenden Gelehrten, Dinstlern, Philologen, Meistern der ungarischen Sprachwissenschaft und Schriftstellern gar nicht zu sprechen. Wieviel Ruhm und Ehre hat-der ungarischen . Nation der Jude Ignaz . Gold ziehe r, der größte lebende Orientalist der Welt, zugeführt! Undalle diese Herren mußten sich absolut nicht taufen lassen nach dem Rezept des Professors Agoston, um als -gute Ungarn leben, und arbeiten zu können. In weiten jüdischen Kreisen und auch in vielen liberalen Kreisen in Ungarn gilt-Äs ll r s ach e der heutigen antisemitischen Richtung das Treiben-'.''MNb--Verhalteii der Hä l i zisch e n j Ad r s ch e n. Fl ü'cht l i, n ge in Ungarn. Jn-r ungarischen Parlament 'hört Mau das s beinahe ' in' jeder Sitzung.. -Das große 'jüdische Publikum glaubt es auch. Ich meinerseits teile diese Auffassüng Nicht.- Tatsache ist/ daß viele.galizische Flüchtlinge, aus einem anderen Moralischen .Milieu heräuskommend, sich der. von'ganz anderen Prinzipien und anderer Ethik ' erfüllten ungärifchien AtmoWäre nicht 'anpassen konnten. Die österreichische Regjerün'g/hat zur HebAng des moralischen und materiellen Niveaus der Juden in Galizien seit Jahrhnnd^er'ten nichts beigeträgen. Die .kulturell hochstehenden. Schichten des ungarischen Judentums täten zwar alles, um ' den geflüchteten. Btüdern behilflich zu fein, ä'h er sie /konnten können sich nicht mit f Auffassungen und Ansichten identisizieren, die. ihnen fremd erschienen. Ich habe nneinecfeits/'wo ich es/ nur konnte, die FlüchtliMe ve rteidi gt/nNid beschützt. Unzähligefspenden bezeigen, daß die Angarischen Juden auch' dasselbe getan" habest 'Heute steht aber die Sache fo, daß man für" Die Bergeh-ev 'And ' SMden '-.-eittKeln-er Flüchtlinge nicht nur die' gafizischen, sondern auch sämtliche ungarischen Juden 'verantwortlich Macht. . , ' / Ich glaube aber, Herr Redakteur, die wahwe Ursache Des jetzigen AntisemitisArUs liegt viel' tiefer. D!ie jetzige klerikale. Richtung kann nach meiner Meinung absolut nicht als. allgemeine. Ansicht "Der gänzen' unga- . rischen 'Nation aüsgefaßt /werden. ' Sie ist -das Werk einzeln e r Kr/eise,.'de r en Interesse es! ist, die. Ans me r k s Am' k eit des! Vo lkes. noch vor Beendignnst dDs Krieges van sich stbz,nl e n k e n. Der SündeAbock, der hingeworfen wrrch Ast wieder einmal der Jude. In Ungarn / gibt es! die vom'"Kriege .'hbrrenden Nntzien gezogen - haben und Deren Intet esse es - jetzt ist, 'alle: Jud e tt als RriW!- SW»SWSWö8

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