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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-06-28 · 25 (28.6.1918) · page 8

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
25 (28.6.1918)
Date
1918-06-28
Page
– (sequence 8)
Language
German
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&Ü* 400 Dir. MoW's Wochenschrift Nr. 25 Ber stl, Skr ein, Fische r, -4 L sM «NI -■!»«' as. V*\ mer^mtrat Ed. R. v. Doctor, Bernhard Goldstein, kais. Rat Dr. S. Krüger, für Mittwoch den 19. Juni eine Versammlung im Kaiserin Elisabethi-Heim, die von. ungefähr 200 Persönlichkeiten, Damen und Herren,- besuchte war. Es erschienen die Kultusvvrsteher Dr. Deutsch, Univ.-Prvf. Dr. Ehr mann, Architekt G ar.tner, Hofrat Dr. Löwner, Dr. Schreiber, die Bethausvorsteher Beck,'Blum, Freund, Dr. Münz, Kommerzialrat R o s e n z w e i g, Simon, die Damen WrLsiLentinnen F r a n k l. G e r b er, G r ü n f e l d, Halbe r st am, Hech t, Frau .kais. Rat Dr. Krüger, die .Herren Vorsteher der Tempelvereine F r e u n d, G l ü ck, kais. Rat Dir. Dr. Kren berger, Müller, die Obmänner, der Bezirlslommissionen S t r a% ber g, Hof- und Gerichtsädvokat Dr. W i n t e r n i tz, - Obmann der TeM- - pelbaukommission Dr. G n t m a n n, Hofrat Univ.-Pvof. Dr. Roth, die Hof- und Uten Dr7 Ja?. 'Kohn, Dr. S e l ld o r f, Dr. Dr. Thal er, kais. Rat Dir. Heller, Dir. Schulrat Dr. Weist, die kais. Räte Dr. Ascher und Karbach, Hauptmann Lederer, Magistratssekretär i. R. Dr. 2 ö w y, Chefredakteur Dr. Löwy, Apotheker Dr.' Friedjung u. v. a.. Den Vorsitz! führten die Herren Bernhard Goldstein und kais. Rat Dr. Krüger. Kais. Rat Dr. Krüger begrüßte die Erschienenen, verlas eine Reihe von ZustimMung'Ikundgebün.g en, begründete, den Zweck der Versammlung und erteilte dem Referenten, Herrn Schulrat Dr. T s ch i a st n Y, das Wort. Dieser besprach die dringliche Notwendigkeit der äuße- Mr und inneren Erziehung, der ethischen Regeneration .des jüdischen Volkes Er schilderte die in vieljäh'riger Beobachtung wahrgenommenen Uebelstände, d'e sich allmählich im' allgemeinen wie im Jugendgottesdienste eingebürgert haben, die Unaufschiebbarkeit dringender 'Reformen auf.diesem Gebiete, die Wichtigkeit der avologeti" Wen Belehrung für 'die Erwachsenen und die Jugend. Namentlich . müßten beim Jugendunterrichte die ethischen,, humanen, von jeder nationalen Exklusivität freien, Von höher, universalistischer ' Idee durchtränkten, die Menschheit beglückenden Grundsätze des' Judentums. das Alpha und Omega apologetischer Erziehung b'lden und den Unterricht u n a u.f hör l i ch durchdringen. Der Redner macht ferner auf die Gefahren des immer weiter um sich greifenden Jndifferentismus und der in seinem Gefolge einherschreitenden AbkalWieweaung aufmerksam, und zeigt,,, daß..die .in seiner Denkschrift vorgeschlagenen Reformen-das-einzige Mittel seien, diesen Gefahren zu steuern. Daß er sich auf dem richtigen Wege befinde, .Mvlesen ihm die überauszahlreichen Kundgebunaen -der Wympathie und der begeisterten Zustimmung, die . ihm von den erlesensten Kreisen der Wiener Judenschaft zugekommen seien. An dieses. Erpose knüvfte sich eine lebhafte Debatte. Herr Kultusvorsteher Dr: Schreiber erklärte, nicht zuaeben zu Wunen, dast die vom Referenten erwähnten, Uebelstände tatfiachbch.in diesem Umfange existieren r - f ekänren vielmehr nur,-sporadisch. vor und-, der. Kultus- Vorstand befasse: sich sehr .eingehend -mit diesen Fragen. .Zum -Schluffe -erMrteer feine 'Bereitwilligkeit, bei den BestrEnaen der Mreger der Versammlung mitznwirken. - Der Obmaunstelkvertreter des Bethausvorstandes Herr Anton B e ck bpstjätiate die Notwendigkeit: gründlich er Reformen und wies - darauf hin, dast solche - im--Sinneder Denkschrift den Gegenstand eingehender Beratung im Schoße des Bethausporstand es bilden. Herr - Kultus- Vorsteher Univ.-Prof. Dr. E h r m a n n betonte eingehend, dast die äußere Erziehung 'drinaend geboten sei, auch Wondarum/ - damit sich der Jude nicht in: auftälUger Weis" vo'r anderen Mitbürgern unterscheide und dadurch. Anlaß zu übler Kritik am Judentum' gebe. Host und Ge-' richtsadvokat Dr. Thal er. schloß sich gleichfalls den Ausführungen des Referenten an. Kais. Rat. Direktor Heller besprach, in längerer Rede die Notwendigkeit, düst der Religionsunterricht umgestaltet und für ein den hohen Aufgaben gewachsenes Lehrermaterial Vorsorge getroffen werde, dem eine sorgenfreie Stellung gewährleistet werden müsse. Hof- und ^Gerichtsadvokat Dr. Jakob Kohn befürwortete wärmstens die Anträge des vorbereitenden Komitees aus -Massenverbreitung der Denkschrift. und Einsetzung eines Aktionskomitees, was von der Versammlung einstimmig angenommen wurde. Zum Schlüsse dankte der Referent allen Rednern für die gev gebenen Anregungen, worauf der Vorsitzende mit Dankes!- ' Worten an die Erschienenen die Versammlung schloß. Anfänge des! Völkerrechts. In - einemzeitgemäßen Büchlein. „Kriege in bibli- - schen Landen", das soeben -im Vertage von F. A. Per-. . t h es in Gotha; erschienen. ist, : behandelt Prof. Rudolf 'Kittel auch die ersten Ansätze zu einem Völkerrecht im.alten Israel. Es wird allezeit — schreibt er — einer der besonderen Ehrentitel bleiben, dessen das Volk Israel sich rühmen darf, daß hier .allein weit und breit unter den Völkern und für lange Jahrhunderte sichein Widerspruche ja ein Protest des verletzten sittlichen Empfindens da regte, wo man Dinge wahrzünehmeu glaubte, die das Mast des in der .Zeit lieblichen oder dessen, was nach deinsittlichen Urteil der Redenden -zulässig schien, überschritten. So-hat der Prophet Jesaja in einer seiner größten Reden das' G erich t d er Weltgeschichte über - - d as Assyrerreicf) herabgerufen, weil seine. Herrscher den ihnen, wie er glaubt/ von Gott gewordenen Auftrag! eigenmächtig und zum Schaden der-Völker überschritten. Assurs Auf- - trag war, -Israel um seiner Vergehen willen zu-züchtigen: Dasist fein göttliches-Rechte ' Er aber denkt nicht also, und sein Herz sinnet ganz anders: Nein, zu vertilgen liegt ihm iM Sinn,, zu vernichten Völker, ohne Zahl. Int.blinden -Ueb'erMut d es ländergierigen: Eroberers haben die AisyrerWnige die Schranken - ihrer Vollmacht vergessen und sind- - erbarmungslosdie- Völker niedertretend, Mer die Erde hingeschritten, sie sich untertan machend. Es besteht die höchste Wahrscheinlichkeit, dast Jesaja gerade durch die rücksichtslose Art, wie' die Bewohner von Samarien nach-der Einnahme der Hauptstadt ans ihrem heimatlichen Bodenweggerisfen.wurden,. sM, in feinem Innersten so erschüttert fühlte, daß er die Sache der Gottheit als.der Hüterin der ungeschriebenen sittlichen Weltordnung über einen .solchen Erobererstaat komMen sieht.. Wird hier die immanente sittliche Weltordnung-und damit eine Art ungeschriebenen Völkerrechts zur Ahndung eines an - den Völkern, besonders aber an Israel, dem eigenen Brudervolke, begangenen Unrechts von dem' Ju- - däer Jesaja ausaerusen, so. ging schon einige Jahrzehnte früher sein LandsMann AmvsMoch einen Schritt weiter. Er. Waat es, den-'für- .dieses--.frühe Altertum geradezu unerhörten und: darum auchbeispiellosen Gedanken ans- - znsprechen, daß Jahwes Rache; soaar den treffen werde, der sich an. Israels Feniden -im Kriege wider die gute Sitte verging. - . Daß- Amos den-- EdvMitern,- weil sie im 'Kriege,' .. mit Israel ,.das'-ErbärMenerüickten", das Gericht Gottes anWndigt, könnt«, uns' schließlich nicht wundern,: obgleich- M gerade diese Begründung in so frühem' AUerkuM.immer ^schon unserer höchsten Beachtung wert wäre. Wer Amos'

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