Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 35 (1918)
- Issue
- 25 (28.6.1918)
- Date
- 1918-06-28
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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fti. 25 Dr. WoW'S KMenWrist smt 399 Kaut zuverNssiger Quelle wurde -der aktive Leutnant Klemens Sagher' an det italienischen Front am 16. d. M. von einer Mine in idie Luft geschleudert und erlitt einen schweren Nervenchock mit Sprachbenommenheit. Leutnant Sagher, ein Sohn des tapferen Feldräbbiners Sagher, der sich ebenfalls unvergängliche Verdienste im Felde erworben, ist ein Zögling der Innsbrucker Kadettenschule und war ein prächtiger Offizierder seit Oktober 1917 an der Italienischen Front tapfer kämpfte. Kekdentod an der Kiave. Herr Johann K o hin, Vorstandsmitglied derChewra- Kadischa Währing, hat sein einziges Kind am 15. d. M. an der Piave verloren. Der betreffende Batteriekommandant schreibt u. a. den schwer heimgesuchten Eltern: „Er arbeitete unerschrocken als Beispiel vorbildlicher Tapferkeit. Wir verlieren unendlich viel an ihm, einen lieben, treuen Kameraden, einen mutigen, tapferen Soldaten, einen braven, seelensguten Menschen. Wir trauern mit Ihnen und Ihrem Hause usw." Kauplmann Ar. Gmanuet Kyenes. Am 14. Mai 1918 wurde in Budapest' der-Hauptmann Dr. Emanuel Gyenes zu Grabe getragen. Herr Hauptmann Gyenes, welcher wegen einer heimtückischen Krankheit, die schließlich seinem Leben ein Ende bereitete, war einem königl. Ungar. Wachbataitlon in einem Kriegsgefangenenlager zugeteilt. Im Lagerkonimandobefehl sagt der Lagerkommandant Oberst von Szeparo wicz in seinem Nachruf bezüglich des Dahingeschiedenen: „Einen allgemein beliebten Kameraden und einen -äußerst Pflichteifrigen guten Offizier haben wir'-'verloren- ''Wir werden unserem' guten Kameraden, der im Lager als "Kommandant der Mil.-Pol.-Abt. und der 1. Kompagnie des Wachbataillons vorzügliche Dienste geleistet hat, stets' ein unvergeßliches Andenken bewahren." Beim Leichenbegängnis war das Lpgerkommando vertreten und es wurde im Namen des Ofsizierkorps ein Kranz auf den Sarg des Verblich enen niedergelegt. Herr Hauptmann Gyenes, der im Zivil Advokat in Budapest war, war ein guter Jude, hatte auch jüdisches Wissen. Auch seine Untergebenen werden ihm ein treues' Andenken bewahren. Aie Hausbewegung in Ungarn. Vor' einigen Tagen hat die erste Generalversammlung des Vereines ungarischer Juden stattgefunden. In der Generalversammlung hielt der ReichAtagsäbgeordnete Dr. Paul Farkas einen bemerkenswerten Vortrag über hie Frage des Glaub ensw echsels. Der Vortragende ging davon aus, daß die Mauern des Ghetto wohl gefallen sind, daß aber das Ghetto der Seelen noch weiter besteht, namentlich bei jenen, die von dem einzigen Wunsch beseelt sind, ihre ehemalige Zugehörigkeit zum Ghetto zu verleugnen. Die ungarische nationale Entwicklung erfordert es keineswegs, daß die Inden zu"einem anderen Glaube n üb e r t r e t e n. Jene Staatsbürger, die von heute auf morgen aus Bequemlichkeitsgründen ihre.Religion ändern, können unmöglich sichere Stützen der nationalen Entwicklung sein. .Diese können am anderen Tage mit derselben Leichtigkeit die Nation verleugnen,.der sie angehören? In Ungarn hat die Religion noch keinen M e n s ch e n d a r a n v e r h i n d e r t; Karriere zu machen. Dagegen sehen wir aber Menschen, die deshalb in die Höhle gestiegen sind,, weil der liberale ungarische Staat ein Beispiel dafür bieten wollte, daß auch Inden hohe Stellen bekleiden können. Diese verlassen erst später ihren Glauben, jenen Glauben, der sie in die Höhe gehoben hat. Die wahre Mittelklasse ist bei uns erst jetzt im Entstehen begriffen und das ungarische Judentum kann zu einem wichtigen und sehr wertvollen Faktor der Entwicklung der Bürgerklasse werden. Wenn der ungarische jüdische Kaufmann oder Gewerbetreibende sich in nationaler Beziehung unbedingt für einen Ungar, in religiöser Beziehung aber unbedingt für einen Juden hält, dann wird seine Zugehörigkeit zur Mittelklasse diese Klasse kräftigen. Wenn er aber den Versuch unternimmt, sich einer anderen Gesellschaftsklasse anzubiedern, wenn er seinen Namen mit einem Apsilon am Ende schreiben will, wenn er Güter kauft, wenn seine Söhne als Juden hoch zu Roß in den Städten zu sehen sind, behaftet mit ' allen den historischen Klassen abgeguckten schlechten. Eigen- > schäften — von dieser Art der nationalen Entwicklung will der Vortragende nichts wissen. Gerade dieser Tage ist in Arad ein Beispiel dieser Entwicklung verurteilt worden. Es ist der Reichsragsabgeordnete Ladislaus Hämo ri, Präsident des katholischen Volksverbandes, der stets betonte, daß er nrit dem Judentum nichts zu schaffen habe, und Redner glaubt, daß Hamori jeden in- ' snltiert hätte, der ihn daran erinnert hätte, daß sein verstorbener Vater noch Präsident der Araber israelitischen Gemeinde gewesen ist. Der Vortragende gab der Auffassung Ausdruck, daß es die Pflicht des ungarischen.Judenmuts ist, gegen die Einwanderung der -aus Ga-; liz-ien stammenden Juden, die weder in moralischer Beziehung, noch was ihre Weltanschauung anbelangt, zu uns gehören, mit den st r e n g st e n M a ß n a h m e it Stellung zu nehmen. Denn es ist Ausgabe des Judentums, die ungarische Nation vor solchen Dingen zu bewähren, an die zu rühren andere nicht imstande sind oder, nicht den Mut besitzen. Der Vortrag lvurde mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Sodann lvurde zur Tagesordnnng ubergegangen. Nach der Eröffnungsrede des Präsidenten Jlles P o ll a k unterbreitete Generalsekretär Wilhelm Kecskemcti den Jahresbericht, der nach den Ausführungen des Direktors Wilhelm Braun einstimmig zur Kenntnis genommen lvurde. Die Generalversammlung lvurde sodann von Dr. Alexander Lederer geschlossen. __ Korrespondenzen. Mg. Dir. von Licht über die austro--poünsche Lösung. Vorige Woche hielt Abg. Dr. v. Licht in Mähr.- ' Ostrau in einer zahlreich besuchten Versammlung seiner Wähler eine politische Rede, in welcher -er auch die .->7 auüro-polnische Lösung besprach. Wir zitieren diese Stelle, »"..weil sie mit Rücksicht auf die Persönlichkeit des'.Red- S ners besonders bezeichnend ist: Die sogenannte austro-polnische Lösung, -d.ie Verbindung Galiziens mit Kongrehpolen zu Zement nrit Oesterreich-Ungarn in Personalunion verbundenen Staatswesen ist -nicht so einfach, als sie sich auf dem Papiere darstelle. > Man lann die Rilthenen nicht den Polen überantworten, man muh )für die deutschen Minderheiten in Galizien in dem neuen i Staatsgebiete sorgen, und wenn das nicht von Oesterreich-Ungarn geschieht, so -.wird das Deutsche Reich gewitz darüber wachen, dah auch «die Rechte der Millionen von Juden in „ diesen! Königreiche nicht in »gleicher 'Weise, wie dies namentlich fetzt in Galizien im- »polnischen Machtgebiete geschieht und früher in Polen geschah, vergewaltigt iroerden. Versammlung zur Bnatung jüdischer Kultus- und ErMhuugsfragÄN. Aus Anlaß der von Herrn Schulrat Professor Dr. Moritz Tsch iaßnv heraus'gegebeuen Denkschrift „Jüdische Kultus- und Erziehungsfragen" veranstaltete - ein vorbereitendes Komitee, bestehend aus den Herren Kom- Würdig unserer Väter und Brüder im Felde zeichnet wir die 8. Kriegsaiileike