Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 35 (1918)
- Issue
- 25 (28.6.1918)
- Date
- 1918-06-28
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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- Kielce 1× ep/1001109
- Radom 1× ep/1000823
- Siedlce 1× ep/1000982
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*t. ‘25 Dr. Blöch'S Wochenschrift Sek 401 geht viel weiter. Auch Mo ab, das an Edom so handelte, wie Edom an Israel, muß deshalb fallen, weil cs an dem griminen Feinde Israelsschändlich gehandelt hat. . - | : . i; ' 1 i . I 1 i I! Damit haben wir in der Tat die erste Spur völkerrechtlichen Denkens Nor uns. Von der die Geschichte Kunde gibt. ’ . .V: . ' : i I! Man bedenke, was es heißt, daß das' Gewissen eines Mannes des achten Jahrhunderts vor Christus sich dagegen ausbäumt, daß andere Völker nicht etwa dew eigenen Volke, nein, seinen verhaßtesten und mit allem Grund gehaßten Feinden Uebles im Kriege zugefügt haben. Und das in einer Zeit, deren Kriegssitten wild und vielfach roh waren, und in einem Volke, das sich freilich von den äußersten Auswüchsen jener Sitten allem Anscheine nach sernhielt, das aber doch auch seinerseits grundsätzlich der grausamen Behandlung gefangener Feinde nicht sernstand. Welches. Maß hochaemuter Einsicht in die Würde des Menschen und in die Hoheit des allgemeinen, über die Schranken der Völker hinausgreifenden Sittenaesetz.es muß solchen Männern beschieden gewesen sein, die es wagten, den Gedanken zu fassen, daß die Wohltat der sittlichen Weltordnung auch der 'Feind genießt, und denen das in der Menschenbrust lebende Sittengesetz mit solcher Deutlichkeit die Gewißheit gab, daß das Brechen eines Völkerbundes' oder unmenschliche Krieassitten die Menschenwürde auch" frn Feinde mit Füßen treten und das Gewissen der Völker kränken! Man müßte angesichts dessen, was wir seit Jahren.täglich erleben, hätten wir nicht auch noch andere .Erkahrunaen, allen Ernstes versucht sein, an dem sittl'chen Fortschritt in der Menschheit ftu Meißeln. Denn das Geboß den Menschen auch im Feinde %u achten, scheint unsere Zeit um wenig besser gelernt Zn haben als jenes graue Altertum. JiMfche PreMräger der unaarifchen Wademie der Wissenschaften. Die ungarische Akademie der Wissenschaften hat den diesiäbrigen großen Preis für Mathematik und Naturwissenschaften dem iüdischen Mathematiker Ladislaus Fester, den RoEavreis dem Juden Dr. Ladislaus B erczeller Zugeteilt und die iüdischen Fachgelehrten Alired Haar und MärZell Rieß Zu korrespondierenden Mitgliedern vorgeschlagen. BeMrdungAkti'M für die imgarifchen RaWincr. Die Ungarische Israelitische LandeskanZtei hat sich auf Initiative ihres für die Förderung des unaarischen Judentums mit Hingebung tätigen geschättsfübrenden Vizepräsidenten Dr. Franz Mezey mit einer Eingabe an den VolGbekleidungsaüsschußi gewendet, in der sie mit Putveifitna Von WVnm Kleidunasstofken, An.^üaen, Schüben und sonstigen Bekleiduu^sstücken für die Rabbinen, Rabbinatsverweser, deren Witwen und Waisen und Ar die Zöglinge der RaMnerieminarien ansuchte. Dieses Ansuchen wurde im aünstiaen Sinne erledigt. Der Voller" äbrnnosänsschuß hat iür die Räbbinen und ihre Angehörigen entsprechende Mengen von Schuhwerk, Storken, KleidunaMücken, Futterstoffen und Zwirn angewiesen, deren. Verteilung bereits im Zuge ist. Da auch die ortbodore L.aichdskanzlei eine ähnliche Anweisung erhalten hat, können nunmehr einiae hundert Räbbinen und Seminaristen. der Wohltat billigerer Kleidungen teilhast werden- Sabbatrnhe im' östlichen Okkupationsgebiet. Der Ob erbefehlshäber Ost hat folgendes angeordnet: „Bei der Beschäftigung von. Landeseinwohnern ist aus die religiösen Bedürfnisse Rücksicht zu nehmen, soweit die militärischen Interessen es irgendwie gestatten. Dies gilt auch hinsichtlich des Sabbats bei den jüdischen Arbeitern, besonders da, wo sie in geschlossenen jüdischen Truppsarbeiten." Statistisches Material Mer die polnischen Juden. Die Gesellschaft der Freunde sozialer Arbeit unter den Juden in Polen hat begonnen, statistische Materialien über die polnischen Juden zu sammeln. Sie .will dieses Material den künftigen Organen-der jüdischen Verwaltung (Obersten Rat) als Grundlage für ihre Arbeiten zur Verfügung stellen- Vor der eben begonnenen Reorganisation der jüdischen Gemeinden fehlte derartiges Material, da es keine Zentralstelle für die Juden gab, sondern jede, auch die kleinste Gemeinde, völlig. unabhängig und selbständig bestand. Die ^statistische Kommission der Gesellschaft hat sich zunächst mit dem Gemeindewesen beschäftigt und folgende interessante. Zahlen festgestellt: Nach dem amtlichen Material gibt es in Polen 474 Städte, darunter 358 Kleinstädtchen. Jüdische Kul msgemeindeverw-altungen sind nur für 423 Orte angegeben, fehlen für 51 Städtchen. Tatsächlich aber besitzt jedes polnische Städtchen ein jüdisches Gemeindeorgan, nur sind in diesen 51 Ortschaften die Juden äußerst gering, mit 6 bis 15 Seelen, vertreten. Nach der alten Gouvernementseinteilung verteilen sich die jüdischen Gemeinden in folgender Art: Gouvernement Warschau 55 Gemeinden, Gouvernement Lomza 30, Gouvernement Suwalki 30, Gouvernement Siedlce 41, Plock 21, Kalisch 42, Lublin 62, Kielce 44, Radom 54, Petrikaw 44, insgesamt 423 Gemeinden- Obgleich das Gouvernement Warschau doppelt so groß ist wie das Gouvernement Lublin, zeigt dieses mehr jüdische Gemeinden, da es' eine größere Zahl kleiner Städtchen und jüdischer Niederlassungen auftveist. Die Gesellschaft für soziale Arbeit schickt jetzt du alle diese Gemeinden ausführliche Fragebogen, die statistisches Material über , die materielle, wirtschaftliche und kulturelle Lage der Gemeinde erbringen sollen. Fortgeführte Mische Kapitalien. Die Warschauer jüdische Gemeindeverwaltung hat Zugleich mit dem' Magistrat Schritte eingeleitet, um die von den Russen fortgesührten Kapitalien, die bei der russischen Reichsbank lagen, aus Rußland zurückzu er hakten. Für die Gemeindeverwaltung handelt es sich um Mehr als eine halbe Million Rubel. Millionen strftrmg zur Verbreitung! der hebräischen Sprache Fünf Millionen Rubel für die Verbreitung der hehräischen Literatur, Herausgabe hebräischer Zeitungen und Uebersetzurrg von Meisterwerken der hebräischen Sprache wurden von einem Juden in Warschau gestiftet. Der Stifter, Stzybel mit Namen und vor dem Kriege bereits in Warschau wohnend-, wohin er jetzt zurückaekehrt ist, war seinerzeit auf administrativem Wege nach Rußland verschickt worden, dort erwarb er sich ein -großes Vermögen, das er nun in den Dienst jüdischer Kulturzwecke stellt. - Eine Farm für jüdische Heimikehrer. Wie wir russischen Blättern entnehmen, hat der „Verein zur Unterstützung heimkehrender jüdischer Soldaten" in der Nähe von Petersburg eine jüdische Farm gegründet, in welcher jüdische Krieger sich der Ländnnd Gartenwirtschaft widmen werden. (ft c (ft er a (ft 3 (ft