Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 35 (1918)
- Issue
- 24 (21.6.1918)
- Date
- 1918-06-21
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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Seit» 384 Dr BlM'S Wochenschrift «r 24 seine-in Wien lebenden verMrateten Kinder geführt hat. Dagegen hat die Bezirkshwuptumunschast in Ried ihm und seinen- Familienangehörigen die Flüchttingsünterstützung (BargeKtzuschuß) mit' der ^Begründung entzogen, weil er düs: Lei ihm Vorgefundene Bargeld als sein Eigentum bMichnete und dieses ihn und seine Familie in die Lage versetzt, sichselbst erhalten zu können. In dem bei der Statthalterei in Linz etngebrachten -Rekurs behauptete er, daß von den 10.529 Keinen Teil ihm sein Mim Militär dienender Sohn, einen Teil seine Tochter zum Aufbewahren übergeben habe und daß '4500 K. einen Erlös für das Mi ihm.-requirierte Getreide bilde. Die Statthalterei in Linz wies! den Rekurs zurück. Bei der über die .-Beschw'üxde des T. durchgeführten Verhandlung vertrat den Beschwerdeführer Dr. Josef Zipser, das Ministerium des'Innern k. k. Bezirkshauptmann Dr. Neugebauer. Dr. Zipser führte u.?a. aus, daß Anspruchauf Flüchtlingsünter- WGung nach Mm Gesetz vom . 31. Dezember 1917 jeder Flüchtling hat, dessen Einkommen ni<ht ausreicht, um seinen Unterhalt und den mit ihm im ^gemeinsamen Haus!-, halte lebenden Familienangehörigen zu bestreiten. Verluftigdes Anspruches auf diese staatliche Unterstützung wird der Flüchtling nach § 6 des genannten Gesetzes erst . Mrnn, wenn sein und seiner' mit ih m im^ gemeinsamen! Haushalt Menden Familienangehörigen Einkommen das! Doppelte des mit 2 K. bestimmten staatlichen Zuschusses- ^also 4 K. pro Person, Mtm-gt. Im gegebenen Falle betragt die staatliche - Unterstütziung suü vier Personen., täglich 8 K., somit jährlich 2920 K. Nach dem.Gesetz könnte, also erst Mi einem Jahreseinkommen von 5840 K. die Unterstützung entzogen werden. Daß der Betrag von 4500 K. oder sogar 1O.5OO K. deM Beschwerdeführer Mi girier sechsprozentigen Verzinsung eine für seine und ' seiner Familie Erhültüng binteichendes Einkommen' nicht abwerfen kann, ist Aar. -Es kann auch ' der einmalige Erlös von 4500 K. für das verkaufte Getreide nicht aB Einkommen angesehen werden. Nachlängerer Beratung wUrM die anaesöchtene Entscheidung als gesetzwidrig aufgehoMn. Inden Eutscheidungsgründeu führte der VorsitzenM. aus, daß nach § 6 des Gesetzes bei Zuerkennung Mr Flüchtlingslünterstützung nicht das Vermö-. gen, sonMrn das Einkommen des.Flüchtlings in Betracht RrmMt. Die Mim. Beschwerdeführer Vorgefundenen 10.500 K. sind nicht als sein Einkommen anzusehen. Nur ein solches NÄeneinkomMen kann im Sinne des Gesetzes den Anspruch auf gesetzlichen Baraeldzuschuß Meürtvachtigen, wenn dieses ein dauerndes^ Einkommen ist. Im gegenwärtigen Falle haben Werdies die unteren Instanzen es unterlassen,.. fesAustMen, wem der Be wag gehört, ob dieser Betrag ''ein' Einkommen im Sinne des tesetzes' bildet oder ob das Einkommen - geeignet ist-- n im § 0 vorgesehenen Ertrag zu erzielen.- MrWnd der isr. Rekigion-Äehrer an den österreichischen sein über Einladung der Verbandsleitung der-' saßtes. Memorandum bezüglich der Syst e m if t c r u n g der Meligionslehrerstellen an den Mittelschulen' und Pen-, sionszusicherung der gegen Remuneration unterrichtenden Religionslehrer zur -Verlesung.' - Der Vorsitzende dankte unter allgemeiner Zustimmung dem Verfasser für fein.vortreffliches' Elaborat, und es wurde beschlossen, zur Weiterleitung desselben das Nötige zu veranlassen. Ueber Antrag des; Herrn Prof. M. .Sanife wurde dem Obmann Rabbiner Dr. M. Rosen Mann für seine Mühewaltung. im Interesse des Standes' einstimmig Dank Ein WhMischer Gemeindetag. AM 30./ Mai d. I. hat IM Festsaal des jüdischen in Prag der isra eliti.säy e Ge m e rndet a g unter dem Vorsitze des! .Präsidenten der Prager ^Kultusgemeinde, Herrn Dr. Ko s.er ak, stattgesundep, aus dem fast alle bedeutenden Kultusgemeinden vertreten waren. Nachdem der/Präsident den Zweck der Tagung dargelegt hatte, erstattete Dr. Scha n zer (Pilsen) das Referat, in welchem er die bisherigen Bestrebungen zur Schaffung einer Organisation der' Kultusgemeinden .schilderte, um dann die, Nottvendigkeit einer. solchen zu be-' gründen. Nach .einer längeren Debatte wurde sodann mit allen gegen eine Stimme beschlossen,- den Landesverband der Kultusgemeinden Böh.Mens zu begründen; der vorgelegite Statutenentwurf, 'gelangte gleichfalls zur Annahme. In den Vorstand traten drei Mitglieder der Pmaer, drei 'Mitglieder der Vörstadtdemeinden und zwölf Mitglieder der Provinzgemeinden ein. ~ Die FrieWnsfeier im Vukarestrr Tempel!. AM:>BMlrest-wiM-UM-MfchMeMi^-AM-Sonntagden 19.' Mai fandin unserem Tempel, ein feierlicher Gottesdienst anläßlich des -Friedensschlnses und der Vereinigung Bessarabiens mit Rumänien statt. Es. wohnte MmseWen ein sehr zahlreiches' Publikum bei, darunter drei, rumänische Minister und' viele der. höchsten Staatsbeamten,. wie die Präsidenten aller. Gerichtshöfe, der; VolizeWäfekt, der Bürgermeister von Bukarest u. v. a.. Die in rumänischer Sprache gehaltene Predigt des Herrn Rabbiners- Dr. M.. B e ck, die jetzt -gedrückt wird/fand bei Juden und-Christen ungeteilten Beifall Die.Minister Mar ah i l o m a n und. C. C. A s i o n drückten Herrn Dr. Beck ihren Dank an Ort und Stelle aus, die , Glaubensgenossen' beglückwünschten ihn, daß er es verstanden h abe, den . Maßgebenden .Herren in Höflich er Weise zu sagen, daß unsere bessarabifchen Glaubensgenossen nachträglich nur dann die 'Per eini guug gutheißen werden, wenn die. durch d em Friede nsver trag in Aussicht qesteTTte Einanzipation der rumänischen Juden in loyaler Weise verwirklicht wird.., Montag den 10. Juni fand' eine Äusschußsitzüng unter Mm Vorsitze des Herrn ObMannes Rabbiners Dr. M. Ro stznmQn nstatt. Derselbe widmete ' zunächst Worte ehrenvollen Gedenkens dem dahingeschie- Mnen Aussöbußmitaliede Rabbiner Pros. Dr. Adolf Bi ach in Brür, in' dein die Lehrerschaft eine Zierde ihres Standes verloren'hat. Sodann berichtete der Ob-: mann Wer die von der Berbandsleituug unternommenen Schritte -bezüglich ErwirMn^ einer Teuerunnszulane' für die im Ne b'e n aM t e l e.'chiäftialen nicht definitiven isr. ReligionNehrer an Mittelschulen sowie Wer.die' Audienz, die er zu diesem Zwecke am DonneMaa den 6. d.-M. bei Seiner Exzellenz - dem Herrn' Ministerfür Kiiltus und Unterricht gehabl hat. Herr'SchnEat Dr.A.W.eiß - " Dias Grab! in der Fremde. '!! ' ' ' ' Äern, 6.' Juni.1918. Der- Friedhof bei der .Papierm-ühle, diese f feine Ruhestätte 'mitten trrr leuchtenden FrühlmflSgrün, sah heute eine Tr-auergemeinde. seltener Art. Theodor' S t e i n h e r g würde begruben, ein österreichischer -.'Journälist-,', der andie 30 >Iahre . in Paris, feinem1. Bernte gelebt hkitte. bis der Krieg ihn ,auf die -Straße warf und zur Wanderschaft nötigte. Sternherz stand in der Hauptstadt Frankreichs an der Svihe .des »Lvnäiaat äe ta. Nro.sss ötrangoro«, er besäst die Freundschüft seiner Kollegen und das Vertrauen regierender Kreise von Paris, das er 'stets benützte, unt Gutes zu stiften : denn er war -ununterbrochen benrühtz, d'en <Kollegen zu nützen und die Völker tm allgenteknen einander zu -nähern, besonders über feiner Heimat zuzufuhren, für die er eine an Fanatismus grenzende Liebe shatte. Gr war. Mit einer Französin! verheiratet, die nun mach 30jährigerglücklicher Ehe Mit einer unversorgten Tochter aN seinem1 Grabe trauert. All seine guten Beziehungen aber schützten- ' ihn-