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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-06-21 · 24 (21.6.1918) · page 2

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
24 (21.6.1918)
Date
1918-06-21
Page
– (sequence 2)
Language
German
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€«it» 3?6 SDir: Bloch 'S Wochen ich rtsi «r. '24' Qi Vi Ä «r xn iE rs* Sf*' ir- £2. i -1 ■gKTU. rr; « r- ■M U;lsäf. « «r-Ä SKL ^S; (J) «sssssctf VZK f^, S fe iQj >- SÄ gj ■ -jCD’’ sM/M. IFT^ r.'nS; - -kS i. M '/-.tMtschrichtipnÄten'' und/ chrMichsozialen PseuÄstgLrdte-n 'HstaylWks-r urE geMnÄngssterwandr sind, nran wird d em ' giMMtigÄr, Der verhetzten Volke doch vor ÄügDn führen müssen, LaAdie Quelle der Preistreiberei und des Schleichhandels nicht, in den dunklen Kaffeehäusern der - /LeopolWadt,sondern in. jenen lWeuHefWen M suchen . '/ ist, . aus denen - die Kurückgehaltenen Lebensmittel und ' die größten Schreier auf den antisemitischen Volkstagen stammein. ' ' E Die.Regierung wird mit diesen Tatsachen zu rechnen htchien 'und - sie wird sicherlich nicht Mg eb en, d^ß /Wien und,-der Wessen des Reiches zu- Schauplätzen solcher Handlungen herabgewürdigt werden, zu denen die änti- - . semitischen Ue'berpatrioten sie erniedrigen möchten. Alber ' wichtiger noch aM , dM tßh daß die Juden sich! endlich -ermannen' und' ihrer Pflicht, ihrer eigenen Würde mrds ^jrer. Wüche /Hres. Volkes b'ewußt werden. Niemalsnoch . . Mt eis sich in so niederschmetternder Weise gezeigt, wie . .öerlassen wir sind-.. nie^nals nochwie groß die Lüge . von der Existenz einer sogenannten Judenpresse ist, wie in' .den letzten Tagen! Wir haben keine Presse! Und ...unsere gehäffigsten' Keintze'. ^Wdigien. ausdiesen Mangel - einer solchen Waffe,' was sie/ allerdings' nicht hindert, im ffc Atemtzuge die -..JMmEchrch;/. wegen ihrer He-/, ^herrschung der Presse zu verleumden. . - Der Deutsche VoMtag in Wien war sicherlich! ge- . eignet, auch die zahmsten jüÄschen Gemüter. aus" ihrer GleichgUtigkeit EMrütteln. Hat er das! hlewirkt? Wir müssen es leider beKveifeln/ ..Wir spüren nichts' von dem Regen eines gesuMen, seiner Kraft bewußten neuen . 'Lebens. Sollen wirklich Unsere von den Schlachtfeldern 7: heünkehrenden HrMer-^erst-ilM'MstEsMiAen-. Müssen, . wozu wir im. Hinterhände uns! nicht aUfzur affen ver- - mögen . . .? ■' ■. . DieMbUsch-talmMWe Grsrtzgekmig gege« i»e« Lelre«»mittrl«»«chrr. ' Bon Rabbmer^Dr. A-!Neuwirth Wainz). Eine der traurigsten Erscheinungen unserer großen ' iBstgetmait ist LLr'--,weiÄLrLEeie/Wuchier','mjt/ den un- -' eMehrlichsten NahrungMniÜeln. Diebegeisterte Erhebung . aller -Volksstamme Deutschlands vermochte gewisse Kreise, die dem „heiligen Egoismüs" verschrieben sind,: '.nicht Woon astzphalten, aus der Knappheit in gewissen Nahrungsmitteln wüch^ischen Nutzen zu ziehen. Alle geletzgebenden Körperschaften sind mit aller Kraft bemüht, .dieses Verbrechen gegen -die,.allgemeine. 'Opferfrmdigkeit sowie gegen die gesunde und kräftige Erhaltung des 'Volkslebens mit den schärfsten Maßnahmen zu bekämpfen. ' Dieses Verbrechen begehen die Angehörigen. aller BekenuÄisse ohne Unterschied!. Dennoch bemüht man sich - von MäncherSeite, däsganze Verbrechen den.Juden zuschulden zu schreiben. Eine derartige Erscheinung ist nicht - neu. Sie zeigt sich immer und überall, wo gewisse Kreise ' I den Zorn des Volkes von sich ablenken wollen. Diese neueste -Beschuldigung des' Judentums dürfte jedoch als Anlaß dienenauf einen Zweig' der biblischen Gesetzgebung ' näher einzugehen. Dabei wird sich ergeben,, daß die ' biblisch-talmudischen Verordnungen - gegen den Lebensmrttelwucher, .sowie gegen jedwedekünstliche Beschränkung 7 sder "Nahrungsmittel gls ein- Ruhmesblatt des Judentums /bezeichnet werden darf. Wenn ferner die Nützlichkeit und "die Wirkung eines Gesetzes danach - beurteilt werden darf, wie tief..,dasselbe die Gemüter, ergriffe^ so darf gerade 'hier Magt werden, daß die biblisch-talmudische Gesetzgebung .gegen, den Lebensmittelwucher von grotzen-Erfolgen begleitet war. -. . :! '' .; Bevor wir jbie Grundsätze und Ansichten >v ön Bchel ' und Talmud über das Verhalten gegen den LebensMittelwucher, besprechen- Möchten wir noch eine Frage beantworten.. In Vibel/Md TalNrud stehengewisstz! Ges eh e, die,of.t /schön Mißverstanden wurden; sie Wenden sich! .nmnlich, gegen Nichtiudenb Den Ursprung dieser Bestimmungen dürften wir heute besser als sonst begreifen. Wir bemerken, heutedaß iN'ällen kriegführend'en/Ländern Gesetze gegen die feindlichen Ausländer erlassen werden. In der Zeih, wo die biblisch-takmudischen Gesetze entstand emwaren. die Heiden, gegen, hie sich diese Bestimm mungen wenden, > aus gesprochene Feinde des Judentums. Dieser heidnische .Haßl' wurzelte, uM ser religiöser und nationaler. Natur wach viel tiefer, als der heute von der Leidenschaft; des iNationalchätenkaMpses erzeugte. Wir begreifen somit '.den historisch-pstichologischen Grund für ' die EntstHung. dieser Gesetze.: Auch!ergibch sich' hieraus, daß die betreffenden Gesetze für die heutigen Juden von ' keiner Verbindlichkeit sind. Dagegen ist wohl die Frage , berechtigt: ob die biblisch-talmudlschen Verordnungen gegen den Lebensmittelwucher auch Mchtjuden gegenüber -Arrwendung finden. (Stehen doch 'die - Schutzgesetze -in derselben Bibel, ,iM selben Talmudin dem, , aus erwähntem Grunde, gegen Nichtjuden gewisse Ausnahmegesetze -enthalten find. .Danz besonders Möchten wir untersuchen, ob die strengen biblisch-talnrudischen V.erordnüngen gegen den Lebensmitt.elwücher /auch heute stoch für die Bekenner des iJüdentuMÄ bindend sind. Wird' doch gegen Juden und LüdentuM immer wieder der Vorwurf erhoben, daß 'ihre Gesetze nur auf sie Rücksicht nehmen^ Der biblisch-talmudische Standpunkt zum Lebensmittelwucher läßt sich, kurz in folgende- Worte, ausdrücken: Die zivile Mds religiöse Behörde wende jegliches Mittel an, um best Lebensmittelwucher zu bekämpfen. Die Stellung hes' praktischen Judentums zur Ver- ' forgung. Mer ^WM.jäiAlicherr'B'ekenirlstifse, Mit Le- .. bensmitteln er'sehm Mir-aus.,henüägjichM sowie den'.Festgebeten. - .! . -! Der Jude betet tagtäglich dreimal: „Segne' uns, Gott, unser G.ottdieses Jahr/und . alle Arten feines Ertrages züM Guten, und gib Tau, Regen und. Segen :über die .Fläche der Erde, sättige uns von deinem; Gute und segne unser Jahr wie die. guten Jahre." Die Fassung dieser Benediktion gibt schon dem (Talmud und vielen späteren Kommentatoren zu der Erklärung Anlaß, ein Jahr kann gesegnet sein und', doch uns keinen ^Sögenbringen und demnach auch, für uns kein gesegnetes, sein. Es mag alles im Felde Md Acker gedeihen und doch dem Menschen kein^ Heil daraus erblühen.' Es kann alles in Hülle Md FMe sein und - doch durch außergewöhn-' liche Ereignisse /Teuerung und Mangel herrschenmnd das Leben der . Menschen verkümmern. Darum / betest wir. um Segen der. Fluren, zugleich aber auch um segengestaltenden Gang der Verhältnisse, damit der Jahressegen auch für den M en scheu gesegnet , sei und die Ernten auch/Glück und Heil/den Häusern und -PMenchM/' Mtznsch en bringe. (Vgl!^ b. Me§. 17 b ) / / Eine Gemeinschaft, dre tagtäglich dreimal derartige Bitten an ihren Gott richtet, wird unbewußt dazu gedrängt, jedwedG, .Lebensmittelwucher zu meiden und zu bekämpfen.- - Wie sehrdas. Judentum darauf bedacht war,- daß. der ^emWste-. -diesH'.^eWssprüch, im-Ernst und - aus der .Tiefe des Herzens sprechen folle, ersieht mau ausden pielen rabbinifchen Bestimmungen, die'besonders '/ bei' dieser- Benedkktioü zn.'beachtensind!.- Einen ähnlrchen- . Zweck-wie däs erwähnte Gebet erstreben' auch verschiedene Benediktionen her Festtage. Selbst am Versöhnuygsfeste^ dem höchsten Feiertage des -Jahres, wird ein Gebet, derartigen Inhaltes gesprochen. Diese Gebete dürfen aber auch als Beweis dafür gellen, . wie sehr das Wesen des. jüdischen Volkscharakters der Arbeit .des Bode ns zUjgewändt ist. 'und 'demnach auch der'Kandel und-Schacher, der von gegnerischer Seite

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