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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-06-21 · 24 (21.6.1918) · page 1

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
24 (21.6.1918)
Date
1918-06-21
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Ar. 24 « t_ 9*#vmt S LentrÄopWn kür die gesamten Interessen des gudentums o - - ... ■ — O 0 O > Q ... K. k. Voflsparkasfk««Mt - Ltearlug-Vertehr: 810.9W . oo ■ , : ' ■ : ' - .. fUbcftton an* Kt>mintftratt*n i •. v :: ' ■ W i< » ■■■ , . ,! II/1, Pr»terstrirße S . Tclcphbat 4^09 lb. ä ien, 21. -s- E tsch eint j eden Freitag <• Bricf*8bt«fle: Rio. ll/i, W;attrstr«che » Lele-«W»-UL«sie: Bloch'O Aochrnschrift, Wir» O TwT' ” ~rk.'-.T>J|^—-^.o Q c D«MgSpreir: Halbjährig lö- Krön« .GvqAWzM Krone» Ubrzelexemplare 50 Hrllir . 9ir- »ft« ■ - »- -Sre) Inhalt: Leitartikel: Der Deutsche Volkstäg m Wien. — Die ^brblksch-talmudische Gesetzgebung gegen den Lebensmiltelwncher. — Der - Feldrabbiner und die Heilige Schrift. — KriegAdekorationen jüdischer Offiziere und Soldaten. — Das Eiserne Kreuz 1. Klasse.— . Jühische Krjegsdolumente — KörresUondenzen: Der Anspruch auf die staatliche Flüchtlingsfürsorge« r— Verbarsd der isr- Religionslehrer an den österreichischen Mittelschulen. — Ein böhmischer Gemeindetag. — Die Friedensfeier im Bukarester Tempel. — Das Ärab in der Fremde. — Moses Mendelssohn über Palästina als jüdisches Zentrum. — Berrnischtes. — Feuilleton: '-> -Der^Fall-Rafael Schermann..—^Bogumil Dawison. — LitMtnr.Brieftasten. — Inseratepalkrtiif tn Wrrn. Die Wiener Antisemiten mißgönnen offenbar Galizien und Russisch-Polen den traurigen Ruhm, daß ihre SWdte mitten itt . denschwersteit Kriegssorgen zu SchäupHtzen wüster Ausschreitungen gegen Juden geworden sind. - Die- Wiener Antisemitenund ihre deutschnationalen Waffenbrüder im Judenhaß können und wollen sich nicht beruhigen, bis ihre Verhetzungen die.Früchte getragen haben werden, die aus solch giftiger Saat unbedingt entstehen müssen, wenn nicht rechtzeititg Vernunft und patriotisches" Pflichtgefühl diesem Treiben Einhalt gebieten und die Saat im Keime ersticken. In einem Momente, da. die Kriegsereignisse ihrem KulnffnationWuMe Hustrebenda die Anspannung der '-äußersten Kräfte' aller.staatserhaltenden Elemente zu gemeinsamem Tun geradezu eine Lebensfrage unseres Vaterlandes ist, in einer- Zeit, da Ruhe und Ordnung, Beruhigung und Ausgleichung die erste und oberste Pflicht eines jeden Bürgersdem die Zukunft des Staates <m Herzen liegt, ist, da tritt unter dem' falschen Namen, eines Deutschen Voikstages eine Gesellschaft von Hassern, denen der Judenhaß zur politischen Existenzgrundlage gewordenist/Hufammen, um das. Volkgegen die Juden austzühetzen. .Wir wollen heute, gar nicht darüber sprechen, daß alledie Anwürfe, die. Buraermeister^W^üL k i r ck - ner. K.itm>LckiM. Ma tal a und wie iw sonst mögen gegen W^lDen^VrWek^EmIWWT'Mrd'' erfunden, sind, daß all das, was Jte dem Judentum vorwerfen/' entweder völlig -erdichtet oder bewußt entstellt,, ist; »wir wollen es bresmaUnuchsmrrörLcisM,oarauf hinznweisen, daß diese Herrschaften vor ihrer eigenen Tür Mist genug haben/ . an dem sie-ihr ReinliWeitsgefühl mit mehr Recht betätigen könnten. Wir wollen heute. bloß betonen, daß das, was die Führer und.Veranstalter des 'Deutschen Volkstäg e s am letzten Sonntag in Wien - vollbracht haben,. ein politischss' Verbrechen, mehr noch, einky staatspolitische Dummheit war. . - Der Deutsche VoWtag ist zusammengetreten, um sich feierlich als Stütze. des Staates Zu präsentieren und -als Retter in der Not gefeiert zu werden. Als hochpolitischer Akt war diese ganze ^Veranstaltung .gedacht, die den Beweis hätte erbringen sollen,, daß die Deutschen in diesem Staate die Grundpfeiler des Reiches bilden^ -auf welchen sich ein künftiges, gefestigtes und glückliches ^Oesterreich erheben soll. Aber die Herren,' die namens des gesamten deutschen Volkes dem Staate ihre Retterdienste anboten, haben Regierung und Stack nach innen und außen einen bösen Dienst geleistet,. als sie neben anderen Postulaten, deren Kritik nicht unsere Aufgabe ist, die Forderung aufstellten, daß die Ordnung im Staate durch dauernde. Unordnung hergestellt, daß das Recht im künftigen Oesterreich auf Unrecht und Verleumdung aufgebaUt werde, daß Wien sichdie Mittel zur Lösung der Judenfrage aus der - Rüstkammer von Krakau und Wieliczka verschreibe. . „Die jüdische Hydra", „das Judentum als Aüssaugex .. und Fremdkörper" — sind das nicht Töne, die wie eine Introduktion zu einer „Krakowianka" klingen? Erinnern die nur durch Geisteskrankheit entschüldbaren Ausbrüche des K. H. Wolf, ^Knnschak, die zuckersüßen Entstellungen des um die Zukunft der. arischen Studenten so sehr besorgten Dr. W e iskirHn^ers nicht an die längst verklungenen Vorspiele jüdischer Tragödien in d«n uns -angrenzenden Staaten im Norden und SiÄosten, /die wir doch so gern. als die abschreckenden Beispiele der Bolksverdummung hinzustellen pflegten?! Und'.das soll nun Oesterreich von der vereinigten Deutschnationalen und Christlichsözialen Gnade in den Frieden hinüberretten?! ' ... Das ist nnmöglich! Es muß und wird doch endlich in diese Machenschaften aufklärendes Licht gMücht werden müssen! Man wird an der Hand wahren und nicht entstellten Materials das verführte Volk darüber aufklären müssen, daß der größere Teil' der HinterlandheMn nicht mit den Juden, .sondern mit ^diesen

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