Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 35 (1918)
- Issue
- 23 (14.6.1918)
- Date
- 1918-06-14
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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«i, 23 Dr. Mo^'s WochenWrift Seite 367 obenzitierter Zeitschrift, wo. in nichtweniger aW sechs Notizen direkte Aufforderungen an das deutsch-christliche Volk in Wiener-Neustadt g'enchtet/.fmd, sich M nicht weiter gefallen zu lassen, daß Gälizianer^ und Jnlden in der Munitionsfabrik Wollersdorf die katholischen Jünglinge verdrängen und letztere für die Juden sich an der Front verblnten müssen, wogegen die 'Juden uns dem Kriege nur Profit schlagen usw. W Ware-wohl höchste -Zeit, sich für diese Sache zu interessieren, da durch unwahre Berichte das Leben der hierorts ansässigen und 'vorüjbergehend Kommandierten Israeliten geradezu gefährdet erscheint. Ich seMt habe mit einem hiesigen jüdischen Rechtsanwalt, welcher in "obengenannter Zeitschrift periodisch angefeindet wird, Rücksprache gepftogm und ihm die Frage vorgelegt, warum von keiner kompetenten Stelle gegen diese Hetzpresse ausgetreten swird, und die bedauerliche ErkArung/erhalten, daß der Vorstand der 4ft. Kultusgemeinde in Wiener-Neustadt mit obiger Zeitschrift sympathisierenden Persönlichkeiten aus freundschaftlichem Fuße steht. Ich hoffe, daß diese Zeilen genügen werden, um von seiten der isr. KUltUsgemeinderepväsentanz in Wien die nötigen Schritte zur Abstellung dieser Anfeindungen zu unternehmen. Hochachtungsvoll . Oskar Gold s ch nr i d. GMje Stiftung. - . Aus Budapest wird uns geschrieben : Der Genre indedistrikrspräsiident Josef.Freund und feine Gemahlin! Irene, geb. Bö hm, die in Obecse bereits'eine ganze Reihe philanthropischer Taten in aller Stille vollbracht habenübergaben dem Präsidenten des.leitenden Ausschusses des Franz Josef-iLandesrabbinerseminars und des' D'irektionsrates der Israelitischen Landes-Lehrerpräparandie kön. Rat Dr. Franz Mezey eine Stiftung von 600.000 K., um mit 'diesem Betrage das an die Anstalt grenzende Haus, Josefring 27, zu Zwecken eines Internats im Dienste beider Institutionen zu erwerben und dementsprechend umzugestalten. Beide Anstalten werden solcherart zweckdienlich ergänzt. Ihre Leitung nahm die Stiftung mit Freude' und. Dan? entgegen. Brief aus Rumänien. In politischer Beziehung sind die Inden in Rumänien voller Hoffnung und voller Befürchtung. Sie hoffen, daß die Stunde der Lösung der' Judenfrage für sie geschlagen hat, sie sind besorgt wegen der gehässigen StimmUng, die gegen sie zum Ausdrucke gebracht wird. Sie sind glücklich,, daß die jüdische Solidarität und das europäische Gewissen sich in den Reihen der Zentralmächte äußern, siefühlen sich unglücklich, daß sie wenig eingreisen -können und daß die Rumänen selber nicht mehr für die. gerechte Sache-der rumänischen Juden eintreren- ..Nach den Aeußerungen rumänischer Führer gegenüber den Vertretern der „Unionder einheimischen. Juden" ist jedoch zu hoffen, daß die einsichtsvollen hier im Lande es ernst Mit der Lösung der Judenfrage nehmen werden. - Im übrigen trifft die rumänische Judenschast bereits organisatorische Vorkehrungen fitt die von ihnen erwartete gesetzliche Gleichberechtigung der rumänischen Inden, zu deren Einführung die rumänische Regierung sich im Bukarester Friedensvertrag verpflichtet' hat. Wie erinnerlich, hat sich die rumänische Regierung in diesem Vertrage insbesondere verpflichtet, die Bildung öffentlich-rechtlich organisierter und vom Gesetze anerkannter Kultusgemeinden zu gestatten. Aus Grund dieser Zusicherung bildete sich ein Aktionskomitee, dem bekannte jüdische Persönlichkeiten aus dem ganzen Lande angehören, welches die Aufgabe übernommen hat, ein Mustergemeindestatut auszuarbeiten, in welchem die besonderen rumänischen Verhältnisse Berücksichtigung finden sollen. Das Aktionskomitee steht mit der rumänischen Regierung in Fühlung, um schon bei dem! Stwtutenentwürfe die -Wünsche der Regierung kennen zu lernen. Inzwischen -suchen die hiesigen Juden ihren philanthropischen und kulturellen Ausgaben gerecht zu werden. - Düs Zentralhilfskomitee unter dem Präsidium der Herren Dr. Beck, Dr. Niemirower, Adolf Solomon und Elch Ber kowitz setzt seine Tätigkeit fort. Das Komitee für die Jnterniertgewesenen hat in letzter Zeit besonders für Rabbiner, Kantoren und Lehrer, die sich in Bukarest aushalten —. infolge einer Intervention des österreichischen Generalkonsuls Baron Bornemissa bei Rabbiner Dr. Niemirower — Sorge getragen. Das Komitee für Gefangengewesene steht jetzt infolge der Demobilisierung vor großen Ausgaben. Daß die rumänischen Juden auchaus eigener Kraft einander zu helfen suchen, beweisen die glänzenden Erfolge von zwei Veranstaltungen. Das Kinderheim, geleitet von Frau Dr. Jaslovici, erreichte bei einem Wohltätigkeitsfeste eine Einnahme von 18.000 Lei, die Loge „Nona Fraternitate" (Präsident Dr. I. Niemirower) hatte bei einem Feste das Erträgnis von .70.000 Lei. Die Chewra-Kadischa unter dem Präsidium Ades. Herrn Hermann G. Br eher und das Zenträl- AschnlkoMitee unter dem Präsidium des Herrn Dr. MM. Beck haben vom Mazzothverkauf die Summe von H 170.000 Lei erzielt, welche für Erhaltung der Schulen Ä und Aufbesserung der Lage der Lehrerschaft verwendet werden soll. In kultureller Hinsicht ist zu melden, daß der von den Herren Dr. I. Niemirower und M. S ch w e i g geleitete Kulturverein „Saron" viel Erfolg mit der Errichtung der Lehrkurse für Hebräisch hat. Vier Kurse werden abgehalten: zwei für Gymnasiasten, einer für Erwachsene und einer für Hochschüter. Die Gesamtzahl derjenigen, die diese Kurse frequentieren, übersteigt zweihundert. Der „Saron" edierte jetzt auch, nachdem er . letztens Herzls „Mtneuland" in neuer rumänischer Uebersetzüng herausgeaeben, ein rumänisches Novesienbuch aus dem Leben der. rumänischen Juden von Horia Carp, genannt „Snflete Obosite" („Müde Seelen"). Der Klub „Lib'ertatea", geleitet von den Herren Adolphe Roller und Ad. A. Goldstein, »legt eine .allgemeine -und jüdische Bibliothek in großem Stile an. Die Zionisten hielten mehrere Beratunaen ab und ernannten eine Kommission, bestehend aus den Herren Dr. I. Niemirower, M. Schwarzfeld, M. Schweig, Ing. Jac. Kanner, A. L. Zissu, Josef Herscovici und Leon Lazarovici, welche das Programm für die Tätigkeit in der gegenwärtigen Phase der Entwicklung des rumänischen Zionismus feststellen soll. Die Bwai B'rith-Loge „Nona Fraternitate" hat auf die Initiative ihres Präsidenten Dr. Niemirower eine Kommission gebildet, welche die Frage der Gestaltung der jüdischen Küttusgemeinden studieren soll. Die Kommission besteht aus den Herren Dr. Beck, Dr. Niemirower, Dr. Alpe rin, H. Schaffer, Adolf Schwarz, H. Kempner und Aböls Salomon. © C C © © M y 3 © m » x m m 3 © y Zum! WmauifchM Frredensvtertrag. Der in der letzten Nummer der „Oesterr. Wochenschrift" reproduzierte Artikel der „Norddeutschen AKge- . meinen Zeitung" zum rumänischen Friedensvertrag ver-