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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-06-14 · 23 (14.6.1918) · page 2

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
23 (14.6.1918)
Date
1918-06-14
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 360 Dr) BLoch's Wochenschrift Nr. 23 « Z D LS in « **-1: s*r M SS 4- SS Ä o “S NI 4) 'S 4) « 55 4- 5- 1 « m Ä sJSS gierung angrisssweise den Schluß ziehtdptz die ästerreichisch-ungarische RegrDrüng in der Frage eine .NichWsagende/ geroifternmHen DschüMlnde Wallung ejnnimML. Wir bedauern solche Presseerschemungen, wie. esdie Broschüre des Dr. P in Ens: ist, um so mehr, als! sie nicht nur eine historische OberMchlichkell verrK, sondern auch eine Ungerechtigkeit ''darstellt, welche der Sache, die sie zu vertreten beabsichtigt, mehr schadet, gM .sie, zu nutzen vermag. Wenn jemand, wie Dir. Pinkusl, sich als Anwalt des gesamten Mischen Volkes zu einem Urteil nird demzufolge auch zu Verurteilungen entschleich so darf er für seine Ajröeit nicht, nur von der Oöerstäche Lesesrüchie sammeln, sondern mutz in der Lage sein. tns völlig ab'. DeshaM wird sein Euch iw Oesterreich- Ungärn Deinen AjNMng finden. . Die, österreichischen- .Juden werden sich mit ihrer Regierungund mit den politischen Parteien schon aus'/ einandersetzen. Man beginnt sich' bereits! zu verstehen, und es ist gar lew Zweifel, patz -die österreichischen Jndmr ihre Sache mit Mut urch Entschlossenheit vertreten werden. Sie werden auch! den Mischen Idealen nicht untreu werden nutz HD-'en bis heute auch Grund, anzunehmen, daß mjan ihren Forderungen an maßgebender SÄle volles Verständnis entgegenbringen werde. Aber ebenso halten wir es! für unsere Pflicht, uns von auswärts unsere Kreise nicht stören zu lassen und Nicht znzugeben, daß die Regierung! dort, wo sie ihre gute Absicht bekundet, vor unseren..VoW-, und' Glaubensgenossen im Auslände in einem falschen Lichte dargestetlt werde. : '/ .... , Der Fetdrabbimr u«i» dir Heilige Schrift. Vou Rabb. Dr. Leo Bertisch, Deutschbrod, dz. k. tt. -f. Feldrabb. beim Militärkommando Leirmeritz. Wir haben zwar schon einmal Mer diesen aktuellen Gegenstand geschrieben — siehe „Dr. Blocht Wochenschrift", Nr. '17 und 20 vom Jahrgange 1917 —, jedoch aber aus Mangel an Zeit so kurz Und oberflächlich/ so leicht nur sllzziert und von oben , gestreift, daß sich der Leser damals! kauM ein Bild: sowohl vom ältest „Gesstlbten des Kriegest, als auch vom modernen Feldr.abbiner' zu machen vermochte. Wir kommen deshalb noch einmal auf dieses zeitgemiäßje Thema zurück, nicht nur der Aktualität wegen, sondern im 'Interesse uD im Ansehen des Feldrabbinerstandech im Interesse und int Ansehen des ganzen Judentums. Darum wollen wir diesen Gegenstand noch einmal ganz genau untersuchen und besprechen; wir wollen ihn guäsi ganz analysieren, sowohl vom wissenschaftlichen als auch vom praktischen Standpunkte aus^ Um aber im vorhinein einer Kritik vorzubeugen, warum wir eben uns mit diesem Gegenstände bis aufs kleinste beschäftigen wollen, so schicken wir voraus und argumentieren damit, daß:.schon vor Jahrtausenden, d. i. zur Zeit unserer nationalen Selbständigkeit, nämlich zur Zell der jüdischen Kampfe, der alte Feldrabbiner im Judentum — wie wir bald erfahren werden — eine sehr hohe Stellung emnahnr und auch einen sehr großen Ginstutz hatte. - " ' v. '; ":'v Wer auch! der 'Talmud selbst, resp. unsere., alten Men sich schon vor Jährtausenden mit der' Stel-- luna, Asttvrlljät, Würde und dem Ansehen des Feldrabbi/ ners in mehreren^ Traktaten ' eifrig beschäftigt.^) Noch mehr: In einem / Traktate widmet sogar der Talmud dem Feldrabb in er ein en ganzen Wschstitt, der seinen 12* b; rrvv 73, a; HEID 32, a. Namen, d. i. „Der Gesalbte des Krieges", resp. „Der Feldrabbiner",/trägt.2) ' In den zwei erwähnten -Artikelnist/ „Dr/ Blochfs Wochenschrift"' haben wir blotz-wostber Wahl,- von/der Nominierung des Feldrabbiners gesprochn, jetzt wollen wir in drei Teilest/, nämlich 1. über die Stellung, resp. Mer die Autorität und Würde des Feldrabb iners, 2. ühtv sein theologisches Wissen und 3.. Der dessenoffiziellen Vertreterd. i. Der den Subsidiarseelsorger, : sprechen. Bevor wir aber zu diesen drei Teilen gelangen, wollen wir noch zuvor aus folgende.Punkte Hinweisen, nämlich: , >.• ■ /-■'" , . : a) In den zwei oben angeführten Artikeln und eigentlich in dem dort zitierten Satze, 5. 'Buch Moses, Kap. 20, S. . 2, haben wir mit Hilfe der Kommentare und des' Talmuds den Feldrabbiner". ausfindig gemachtindem wir den dort vorkommenden und erwähntest jrp mit NLNbv mt&D bezeichnet hatten. Dies alles ab er, n>ämlich diese'ganze Ableitung, war ganz überflüssig, da ' wir ohne Hilfe' der Kommentare und des' T^almuds, im Texte selbst, diesen MpQ diesen „Gesalbten des ^Krieges", finden: Wir lesen näm- 'lich im 4. Buche Moses, Kap. 31^ S. 6: pfix .ppn prafr« p tm's m\ öm Nbabfisstf» p]V« mba „Und Moses sendete aus jedem Stamme in den Kriegsdienst und den' Pinchas>, Sohn des Priesters Eleazar, zum Heere." . ' . Auch zu diesem Satze bemerkt zwar gleich Raschi: „Er war der Gesalbte des Krieges."- NWQ si'NL^« "NVNbQ •" ' Wer ohne Raschi, im Texte allein, finden wir. diesen „Gesalbten.des Krieges^, nmnlich: Moses sendete dem PllDas — der seiner Abstammung nach ein-Priester MarM -foWw. zuM Heerealso als , „Heer oMiester", oder modern gesagt, als.„FeDrstMnep". Außer ' -dieser Stelle finden wir noch viel' mehr,' sowohl im Pentateuch als! auch in der Bibel, zu welchen wir noch bald zurückkommen werden .und aus welchen ' deutlich! zu entnehmen ist, daß das Mische Heer fast nie ohne Feldrabhiner ins!/Feld .gezogen ist. b) Melchwie heute jeder FMkstrat uMjeder Feldrabbiner die nötigsten kirchlichen Geräte, resp, die.nötigsten Ritualien, mit sich führt, die.zur .Whaltüng.eines Gottesdienstes unentbehrlich! sind, so tat es auch'der alte run'73 nwa, der alte „Gesalbte des Krieges". Der oben erwähnte Satz, 4. Buch Moses, Kap.! 31, S-...6, erzählt uns weiter: blX „Uitb die heiligen Geräte (hatte der Priester) in seiner Hand." Siehe Raschi dazu: "pam pIKH n?„ :^“lipn b>bi Siehe auch zu dieser Stelle Jbst Esra:. "piXN» 'bsi Außer dieser Stelle sllrden wir noch mehrere Stellen in der Bibel — zu welchen wir noch zurückkoMmey werden —, aus welchen wir aucherfahren, daß schon in den ganz alten Zellen der „Gesalbte-des! Krieges" mit den ,,heckigen .Gepäten", wie heute jeder andere Feldrabbiner, in den Krieg zog. - ' ' e), WA den zwei oben, erwähnten Aufsätzen haben wir die verschiedenen und mannigsaltigen Funktionen des Feldrabbinerserfahren, die nur einen rein religiösen. Charakter trugen. . Zu diesen.! erwähnten und zäHlten wir: die. Whaltüng von Gottesdiensten, das Besuchen der ^chrken, '.'tzen/Wt.' der Eidesleistung bei.Marschsormationen und viele andere. .. - Nun werden wir von einer ganz neuen Funktion, . nicht religiösen, sondern rein militärischest CharaktexI, erfahren, von wüchxr h eute in allen! kriegführenden Staaten der FÄdkürat, resp: der Felprabbiner, gänz- *) .niDiD -'ot big) /nön^ö-nit^ö-'

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