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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-06-07 · 22 (7.6.1918) · page 9

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
22 (7.6.1918)
Date
1918-06-07
Page
– (sequence 9)
Language
German
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fit 22 Dr. Mach - Wochen jchrist Sett. 3ö1 Mangels eine Anzahl Zöglinge .bei ihren Mejstern in ganze .Verpflegung gegeben Werden. Dir unter der- Leitung des Vizepräsidenten .Heinrich Beer stehende Gärtnerschule leistete. Vorzügliches sowohldank der Erweiterung der Anlage- und Steigerung der Produktion, als auch durch die Ausbildung zuverlässiger Gärtner. Mit den Bodenerzeugnissen des im ganzen 55 Joch großen Anbaugebietes wurden die hauptstädtischen Krankenhäuser und Institute für-Volksernährung beliefert, .Blumen und Luruspflanzen aus neuangelegten Treibhäusern dieizten zur Deckung des lokalen' Bedarfes und zum Ersatz der ausländischen Ware. Im ganzen beträgt dir. Produktionseinnahme der Eärinerschulr .in Jahre 1917 mehr als das Doppelte des vorhergehenden Jahres. Für die geistige Erziehung der Schützlinge -wiurde ausreichend Sorge . getragen. In - beiden Instituten arbeiteten -Sr lbsibildungsoereine die sowohl Fachals such schöne Literatur pflegen. Festlichsten, Theateraufführungen veranstalten usw.? Herr Regimentsarzt Dr. Ernst Deutsch hielt einen Vortrag über Gesundheitspflege, das Damenkomitee trug durch Veranstaltung von Chanukka- und Sederfeiern zur religiösen Erziehung der Knaben bei. Trotz der großen Einnahme von insgesamt K. 289.434 78 wurde das Jahr infolge her Gehaltserhöhung des- Lehrpersonals Steigerung, der Preise für Lebensmittel und ^VekleidungSgegenstände >usw. mit cinrm Defizit von K. 1664 19 geschlossen. Das Reinvermögsn des Vereines stieg, dank der vielen großen Stiftungen, von K. 892.980°51 \lt 1916 auf .ft.-942.414*33 in 1917. Jur Feier des 75jähnzen ' Bestandes des Vereines wurde am 6. Mai 1917 ein Konzert veranstaltet. ' dessen materieller, sowie moralischer Erfolg alle Ert-- wartnugen übertraf. Sobald der Friede geschlossen ist. soll eine großzügige, auf das ganze Land sich erstrtzckende Propaganda eingeleitet werden zur Schaffung einer Kulturzentrale für die nun- -niehr nach Tausenden zählenden gewesenen Zöglinge zu deren Fortbildung, religiöser Festigung und zur Darbietung .edler Zerstreuungen. Ferner sollen große, mit -allen Erfordernissen der Hygiene ausgestattete. Gewerbe- und Gärtnerlehrlingsheime errichtet und auch. Mädchen für den Gärtnerberuf herangebidet werden. Zum Schlüsse appelliert der Bericht an die Opfersreudigkeit der ganzen jüdischen Gesellschaft. MMuüg sstr die Her-aMMung von Musterlandwirten. Der Großgrundbesitzer Benjamin Fried m a n n in Großwardein hat 'zur Errichtung einer landwirtschaftjzchejr^Axbeiterschnle nretzr wM.Me.MUiy,fl' Kronen ,letzp- Mlkig-rve-rnracht.'- ' -der IZchnle sollen jährlich zehn christliche ' und zehn jüdische Schüler zu Musterlandlvirten ausgebitdet wscden. Außer diesem Legat hat der Verstorbene zur Förderung. der Schute -durch zwanzig Jahre, hin durch zehn Prozent der Einkünfte seiner ganzen Hinterlassenschaft vermacht. Mine ostjüdische Kunstkolonie in Franken. Es dürste kaum bekannt sein, daß in' Deutschland, und. zwar. im bayerischen Franken, eilte ziemlich ausgedehnte, aus Polen herübergekommene Kunstkolonie der Ostjnden besteht. Als im 18'. Jahrhundert die bis 'dahin glänzenden Verhältnisse der Östjuden wesentlich eingeschränkt wurden, wunderten, wie in den „Monatsheften für Kunstwissenschaft" mitgeteilt lvird, einzelne Gemeinden aus und wandten sich nach Franken, der Heimat .so vieler ihrer Vorfahren. (Man braucht nur an die. Namen „Frank", „Frankel", „Frankel" zu erinnern.) Mit diesen Rückwanderern ging aber, auch ihre Kunst nach der früheren Heimat. In kleinen Städten und Dörfern des oberen Ma.nitales, so in Horb, Redwitz, in der Umgebung von Würzburg (zum Beispiel in Mersheim und Kirchheim), ferner in der Umgebung -von Ansbach (Bechhoven) erbauten die aus Polen Vertrieben en schmucklose, nüchterne Betstuben, die außen scheünenartig, innen aber nach dem Vorbilde der ostjüdischen Gotteshäuser reich bemalt wurden. Diese sarhensprachtigert Jnnenräume sind nun von dem Direktor des Düsseldorfer Kunstgewerbemuseums F rauber g e r iltt Aufträge der „Gesellschaft zur Erforschung jüdischer Kunstdenkmäler" aufgenommen worden. Bechhoven, das vollkorninenste Beispiel, ist im 'Gegensatz zu den übrigennoch als Gotteshails benützt; die anderen Bauwerke sind dem Untergang geweiht. In Würdigung des kunsthistorischen Wertes dieser Innen räume wurde, jedoch Kirchheiuk im bayerisch eil Staat ecworbew und dem Luch- MtÄdrsemn zu Würzburg eingere'h . Bon Bechhoopn und Horb ist auch der Name de: Baumeisters mkd Malers erhalten. Es war Elieser, der Soh l des Salomo Sußmann, der sich die Bauwerke streng nach Mn Muster -polnischer Vorbilder errichtete. Bezeichnenderweise sind aber beim Außenbau bereits starke AnKänge an die deutsche Umgebung festzustellen. Mi FlüchtlingBfürforge in Hoümd. . Anfang August 1914, als die belgischen Flüchrsinge in Holland eintrafen, waren darunter einige hünMrt Familien, die ganz mittellos ankamen. Damals haben sich die holländischen Juden zusammengetan, um ein Hilfskomitee für die armen Flüchtlinge zu gründen und wurde tatsächlich für. Haag-Scheveningen ein jüdisches Flüchtlingsnnterstütznngskomitee unter Leitung der Herren E. Kann, A. H. Edersh eim, Dr. D. C osten, E. v. de Hör st, Fräulein Gon ds.m i r,. Professor Oppenheim, Adrahams und Levinsohn ins Leben gernfen. Die ersten Hilssmittel haben die jüdische Gemeinde Haag und die jüdischen Wohltäter zur Verfügung gestellt. Es wurdett Häuser gemietet, eingerichtet und die armen Flüchtlinge wurden ausgenommen. Fabrikanten und Großfirmen haben große Mengen verschiedener Waren gespendet, so daß dem Komitee die Möglichkeit geboten war, den Armen Wäsche und Kleider, .zu geben. Nach Ablauf von sechs 'Monaten sah sich das Komitee genötigt, die Regierung um weitere Hilfe zu br"ren, um die. Armen fernerhin reichlich unterstützen zu können: mit Hilfe der Regierung konnte dgs Komitee für Erwachsene. 2.40 Fl. und für Kinder , unter zehn Jahren 1.10 Fl., rer Kopf und Woche an Unterstützung gewähren. Ferner-wurden viele Familien mit Schiffskarten und Reisegeld versehen, um die Reise von England nach Amerika unternehmen zu können. Ende 1914 und Anfang 1915 sind . auch, aus den van den Russen besetzten Gebieten in Galizien und der Bukowina Hunderte Familien nach Holland geflüchtet. Die Regierung weigerte sich anfangs, auch diese zu unterstützen. Dem Komitee gelang es jedoch, auch, für' diese Flüchtlinge die Unterstützung zu. erwirken. Unter den armen Flüchtlingen sind viele Kranke, von denen manche für Milch und Eier 5 Fl. bis 5-Ut. per Woche -bekamen, andere wurden auf Kosten der Regierung in Sanotorien und Krankenhäuser umergebrachl- Durch die gegenwärtige kolossale Teuerung sah sich das Komitee veranlaßt, bei der Regierung, um Erhöhung der wöchentlichen Unterstützungen für die B'düpt'gen - -- 1800. an der Zahl — anzusuchen, und wurden für Erwachsene 3.10 Ft., für Kinder 2 Fl. per Kops und> Woche bewilligt. Die Regierung hat auch dem Komitee auf Ansuchen große Mengen von neuen Kleidern und Wäsche zur Verfügung gestellt und bekamen die Armen für je sechs -Monate einen Anzua, zwei Oberhemden, zwe* Unterhemden, zwei ^aar Beinkleider, neue Schuhe, zwei. Paar Strümpfe, sechs Taschentücher, zwei Bettücher und zwei Handtücher, für den Winter auch einen Ueberpeher. Nachdem viele Familien, für die in den Komitee- Häusern kein Platz war, Miete zahlen müssen, wurde, um ihnen dies zu ermöglichen, Anfang 1916 von der Her angesiedelten Antwervener jüdischen Kolonie, welchepyenfalls bei Ausbruch des Krieges ausgewiesen wurde, , ein Unterßützainasderein '2V1N» gegründet. 7 Auch dieser Verein leistet, dank der außerordentlichen und unermüdlichen Tätigkeit seiges Präsidenten Herrn Chemie H o l l ä n d e r, sehr diel. Es. werden wöchentlich 350 Fl. verteilt, . die ausschließlich durch

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