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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-06-07 · 22 (7.6.1918) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
22 (7.6.1918)
Date
1918-06-07
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Das Sinnen der Feinde vernichtet, wer die 8. Kriegsanleihe zeichnet ^CT=i= £*H»~352 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 22 Spenden gebeßt iuevben. Von all diesen Unterstützungen Wunen ) sich jedoch die Armen schwerlich eine^ warme Mahlzeit im Reschuränt leisten. : / 11m auch diesein Ueöel abzüh elfen, wurde — dank den Vorarbeiten der Herren Chemie H ollä nd e r und S. Klein hä-Us — eine Volksküche begründet, wo Detzem Me Gelegenheit geboten wird, eine gute, kräftige /Mahlzeit für spottbilligen Preis! zu erhalten; ganz Un- .-bemittelte' bekommen dieselbe gratis!. Es wurde ein " ^Budget von 15.000 M für das Jahr 1918 'ausgearbeitet, . Welcher; Betrag durch die Antwerpener jüdische Kolonie und durch einmalige Spenden holländischer Wohlt-LLer vollständig gedeckt ist. Herr M. Metzlar in Rotterdam "-hat sich Wr dieses Unternehmen mit 20M Fl. und die Firma Aich'er in 'Amsterdam! mit 1000 Fl. beteiligt. "Hie Küche suMioniert seit 1. Januar ausgezeichnet, es Werden täglich 150 Mahlzeiten verabreicht. Was! Lebensüritstl Mbelangt, bekommt die Küche .Misch, Zische, Kartoffeln, Erbsen, Bohnen, Graupen, Haferflocken, Fett, Oel und Gemüse, sowie Kohlen von der Distribution, d. h. von der behördlichen NahrungsNnttelzentrale, so- Weit es die gegenwärtigen Verhältnisse gestatten, in reichlichem Maße. Die Küche. wird von den Vorstandsmitgliedern Adolf Ullmann, Herm. Kleinberg, E. Buch n e r, Chemie H o l liä n d e t; Max und Willy Gretzer, H. Fischer, R. Cohn, Ch. S. Lipschütz, S. Klein h,aus, Marcus Lamm, K. Spira, Heinrich Schulsinger und D. Wellner geleitet. Ferner besteht ein Frauenverein für arme Kranke, Wöchnerinnen und Kinder, präsidiert von Frau Mols ' Ul lm,a n n; auch dieser Verein leistet Hervorragendest Es. Bestand in Antwerpen eine VolksschuleITVDfi NIL' diese Schule wurde nunmehr in Scheveningen wieder M neuem Leben erweL, sie FMt^gegMpürtig.Mjer! .der Leitung der. Herren U Ht Gdierscheim, .L»evi- . sohn und K. Spira. .7 V . ... Ferner hat die Stadt Haag für die arme Bevölkerung eine Volksküche eröffnet, um auch den armen hol- / ländischen Juden die Gelegenheit zu bieten, von dieser .Küche Gebrauch zu machen, wurde eineAbteilung unter' Aufficht Sr. Ehrwürden Rabbiner van Lo £ n eingerichtet. Sämtlich e Spesen — auch für die trägt die Stadtkassa Haag^ _ DiL Bevölkerung bekommt Käse zu sehr niedrigem - Preise und wird auch Käse unter . Räbbinats!- gufficht zum bllligsten Preis von 1.10 Fl. per Kilogr. für die Juden verabfolgt. Seit Anfang Avril ist das Fleisch sehr knapp und' hat die Küche beim Abattoir . ..(Städtisches' Schlachthaus) ängesucht, um für Pessach Fleisch zu bekommen: es wurde diesem Gesuche stattgegeben und für Pessach 140 Kisogr. Fleisch bewilligt. Ferrrer bekommt die Küche von dem' für das Militär ^geschlachteten Vieh die Leber, Lungen, Milze, Füße und Köpfe wöchentlich. __ Im jüdischen in der Ukraina. Die ),Kiewskaja MWlj" vom' 17. Mai meldet: Die Versammlung des Mischen provisorischen Nationalrates in Kiew hat folgende Beschlüsse gefaßt: 1. Das Präsidium des provisorischen jüdischen Nationalrat^ wird bevoWnächtigt, einen Aufruf an die Mische Bevölkerung zu unterschreiben und) zu veröffentlichen, in welch em aus die Gefahr hingewiesen wird, ur fe sich jetzt die jüdische Autonomie in der Ukraina befindet.. ' '" ■ ' 2. Der provisorische jüdische Nationalrat wird ans folgende Weise reorganisiert: Er besteht aus 60 Mitgliedern, und.Mar 24 Zionisten, 6 Angehörigen der , ,Mgudas JisrvÄ", 5 von der Vokkspartei, 10 vom „Bund", 9 von den vereinigten jüdischen - sozialistischen Arbeiterparteien und 6' von den >>Poale Zion" ' ' ' 7) 3: Der Kation alrat protestiert gegen die Verhaftung seiner 'Mitglieder Bo r en stein, Zölo tariew und Chefez. . / ' ... 4.- Der Meite Punkt des Statutes-der provisorischen'' Raiionalversammlnng wird dahinWgeändert, daß alle, ihre 125 Mitglieder in Zukunft durch, die Gemeinde- , röte gewählt werden. ^•*.■■■■. .'V Wch einmal dir LWienttHmge. Aus Warschau wird berichtet: - Bekanntlich ist die berüchtigte Lazienki-Frage noch immer nicht in zufriedenstellender Weise.geregelt.. Die . Aufschrift, die. am Eingang des großen Lazienki-Parkes - in Warschau hängt und die neben Zigeunern und Betrunkenen auch Juden in langen Kaftanen den Eintritt, in den Park 'verbietet, ist! noch nicht 'beseitigt. Von jüdischer Seite sind, .schon sehr häufig energische Versuche unternomwen worden, um diese empörende Aufschrift zu beseitigen. Vor einem Jahre ungefähr hat sogar - der Warschauer Stadtrat einen solchen Beschluß aHeptiert, doch hat der Magistrat ihm keine Folge geleistet, indem er wohl eine Aufschrift befestigte, worin nur Betrunkenen und Zigeunern der Eintritt) verboten wurde, aber die alte Aufschrift gleichfalls hängen lieft Die „Bereinigung zur Verbreitung! der. gesellschaftlichen Arbeit unter den Juden" hat sich nun vor firrzem an den polnischen Ministerrat mir dev gewandt) die alte. Aufschrift zu beseitigen. Das Ministerium hat die Angelegenheit an den Regentschästsrat weitergeleitet, weil der Lazienki-Park der polnischen Krone gehört, die der Regentschaftsrat! gegenwärtig!' vertritt. Dieser! Tage hat nun dD WinüstMmst pvm..ZivilkabMett.-des. Regentschäftsrates den Bescheid'' erhalten, daß! Leute' in nichteuropäischer Kleidung den Park 'nicht betretest dürsten. Diese Antwort hat das! MinisterAlm der. „Vereinigung zur Verbreitung der gesellschaftlichen Arbeit unter den Inden" Übersandt. Damit hat die höchste polnische Behörde, der Regen tschastsrat selbst, diese unerhörte Aufschrift bestätigt. und sanktioniert. Es ist dies für die gegenwärtige Haltung' der' Polen zu -den Juden außerordentlich .bezeichnend. Mährend bisher die polnische Intelligenz .selbst sich den Anschein gabaM ob sie die beleidigende und antisemitische Stimmung nicht gutheiße, diese vielmehr j|em Produll des russischen Zarismus' sei, hat nunmehr die höchste polnische Instanz ihr die Sanktion erteilt.- .Man wird in Znllrnft, wenn von polnischer Seite wie- . der jeglicher AntisemitiÄnns.in ihrer.Politik den Juden gegenüber bestritten werden wird, aus den Bescheid des Regentschaftsrates verweisen dürfen als ans ein unzweideutiges Bekenntnis' der wirklichen Gesinnung der polnischen Machthaber. Großpr Bchstd ijm> JMwMrtel von TomaWow. Die Lnbliner Blätter berichten über einen großen Br and in der Kreisstadt To m aszo W irn Lnbliner Lande. Mas Feuer brach nachts' in einer Spiritusbrennerei nächst 'der Synagoge aus und verbreitete sich rasch über das' ganze Viertel. Cs griff auf die innere Stadt Wer und vernichtete gn 200 Wo h n hau s er)' meist Holzbauten. Mehrere tausend fast ausschließlich jüdische Einwohner sind obdachlos. Ein jüdisches! JüfvnstatianMneau in Bukarest.' - Mit Erlaubnis! der deutschen Militärverwaltung für Rumänien har - sich in Bukarest ein I n f o r m ä t.i'o n s'.-- bu r ea u gebildet, das sich zur Aufgabe gemacht hat,

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