Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 35 (1918)
- Issue
- 22 (7.6.1918)
- Date
- 1918-06-07
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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StÖ» 348 Dr. vlM's Wochenschrift «r. 22- « « CG m « "C dei O) 0) « « xn Ä o M Heins. Mer möchte ich -Zurufen: Er soll seine Worte wiederholen nicht imsichereuSaale des Abgeordnetenhauses, sondern h i e r d ran ßj e n i m S ch ütz e ngrüden, im feuchten Erdloch und im feindlichen Feuer! Wird er es dünn auch sagen, wenn draußen im Westen der jüdische Posten steht mit dem Antlitz Zum Feinde und genau so ein GlieV der feldgrauen Mauer ist wie seine christlichen Kameraden? Wird er dann noch den moralischen Mut dazu HÄben? - Wir aber tun weiter, ohne uns' um solche Reden Zu kümmern, getreu unsere Pflicht im Sinne des Glaubens, in dem'wir erzogen sind, und getreu dem Kantschen kategorischen Imperativ." 5-1 a> xn LÜ M g .s 5-i Tie Notwendigkeit Er geDmtösterreichWen Organisation Mrcks Fürforige für W vorschülpslichtige jüdi- " sche Mgend. (Oesterreichische jMschse Kindergartenattion.) Von Adv. (Land. Dr. I. Kiivmel. Wi«r. In die mannigfachen Zustimmungen, die meine Anregung zur Errichtung jüdischer Kindergärten an Stelle der gülizischen Cheder— sstr vorschülpslichtige Kinder — gesunden hat, mengte sich von nicht zu Werhörender Seite der, Vorhalt, daß -es aus mehrfachen Gründen nicht-angeht, aus d e r zahlreichen einer Fürsorge' dringend^ Bedürftigen vorschulpslichtig en jüdischen -Jugend^ Oesterreichs'.jeire Galiziens und der Bukowina herauiUugreifen und ihr eine besondere Fürsorge angedeihen, zu Assen, ..Mahreüd die der, Wrigey. KrpnWnder davon ausgenommen bleiben soll. Diesem Einwandekaün Berechtigung nicht abaesprochen Werden. Zugegeben wird, Vast bei der ursprünglich geplanten Mion ün Galizien und an die 'Bukowina zunächst gedacht wurde, weil diese beiden, nach den ungeheuren Kriegsverwüstungen allmählich im Wiederaufbau begriffenen Länder vor einem Rückfall in die alte, den Körper und Geist des Kindes beeinträchtigende Chederwirtschaft bewahrt werden sollte, und dort diesem Gebiete der Kleinkindersürsorge bisher überhaupt keüre Aufnrerksanrkeit zugewendet wurdd. Trotzdem dieser triftige Grund nach wie vor zu Recht besteht, must dem Verlangen nach Einbeziehung aller KronNtder mit erhMicher jüdischer Bevölkerung in die inaugurierte FÄrsvrgeüktion gerechterweise entsprochen werden, denn existiert auch außerhalb Galiziens und. der Bukowina kein Cheder, so Aars man nicht außer acht lassen, daß die meisten Anstalten in den westlichen' Ländern, welche für die Vorschulpflichtige' Jugend in Form' von Kindergärten, Horten usw. in Betracht kommen, entweder konfessionelle,, von Klöstern oder Orden unterhaltene, Institute oder nationaldeutsche, tschechische und polnische Einrichtungen sind, was' zur Folge hat, baß die Wischen Kinder außerhalb dieser Institute entweder daheim oh n e g e W r i g e Aufs ich t U n d E r z'i e h tf n g fitzen bleiben oder gar auf die der körperlichen und -geistigen Verfassung gleich schädlichen Straße angewiesen sind. < Dies' gilt iü gleicher 'Weise für Niederösterreich, wo nach den gepftogenen Erhebungen im Vergleiche zum Bedürfe nur eine ganz geringe Anzahl von Wischen Kindergärten besteht, wie von Böhmen, Mähren und Schlesien) wo jeder ' VokksstamM durch besondere Institutionen die vorschulpflichtigen -Kinder in den - Bereich seiner FÄrsorgetätigkeit gGogen hat. Bekannt ist, daß der Mutsche Schulverein eine namhafte Anzahl von Kindergärten unterhält, ebenso die tschechischen und polnischen Schulvereine, nicht zu reden von den diversen ' christlich-konfessionellen, katholischen und' evangelischen, Instituten.- - . In Anbetracht dieses Sachverhaltes-sowie unterBedächtnahme auf den Umstand, daß das öffentlich eLeben Oesterreichs! sich früher oder später gewiß nach rein n a t i o n a l e n G e s ich' t slp um k t e n orientieren wird, erachte ich die kommende Zeit, in der jedes Volk 'aus seiner genes'G>edeihen bed ach t fein wird/für ge- : geben und die Wische Bevölkerung Empfänglich für die Idee einer ganz Oesterreich umfassenden Organisation -zwecks Fürsorge für die vorschulpflichtige Wische"' .Jugend, welche nach einem einheitlichen, wenn auch sticht starr gehaltenen Lehr- und Erziehüngsvlan, in Landesstellen sich gliedernd, in allen Gemeinden .mit erheblicher Wischer Bevölkerung Fürsorgezweigstellen zu 'tx* richten hatte, ..derart, daß allwiählich jede 'jüdische Sredlungs'gemeinschast über ihren eigenen jüdischen 'Kindergarten verfügen könnte. Wenn auch unter einheitlicher Leitung stehend, müßte er mit Rücksicht auf die MondereMösterreichischen Verhältnisse sein den jeweiligen Lau- M und Lokalbedürfnissen angepaMes Eigenleben führen Wunen. Hinsichtlich der. Pro grammatischen Gestaltung Wnnte sich die Fürsorgeorganisation unter besonderer Hervorhebung der Errichtung von Kindergärten, dem' in Deutsch- ^länd' in sehr ersprießlicher Weise wirkenden Ausschuß sAr KlemWderDrforge. welcher Are Förderung der gesundheitlichen und erzieherischen Fürsorge für Kleinkinder bezweckt" und eine planmäßige Ausgestaltung der össentlichen und .freiwilligen Fürsorge anstrebt und' auch die wissenschaftlich fundierte Pr/o'vagmrda. dieser Bestrebün-- iuMNch-HWnistAtrven " Struktur wird' sich' Ne'Or'qänisätiön an öieiemge der allgemein bekannten Gesellschaft vom Roten Kreuze - (Bundesleitung, .Landesvereine, Zweigvereine) halten können. Diese Fürsorgeaktion wird auf die Unterstützung aller auf das 'Gedeihen der Jugend bedachten Volkszüaehörigen nicht minder rechnen können, wie auf die von Staat. Land und Gemeinde, denen bei entsvrechen- - der Wirksamkeit der Tätigkeit ein großes Stück der. eigentlich in ihren Funktionsbereich fallenden Arbeit abgenommen werden würdo Hiefür darr Man die weitestgehende Förderung der die Interessen des Staatsganzen berührenden Zwecke unserer Organisation Mit Fug und Recht en Ausbruch nehmen. Unsere Erwartungen werden gewiß nicht enttäuscht werden. . Der einzelne aber wird bei der obigen Struktur der Organisation reichlich Gelegenheit haben, sich! sozial - auf einem Wichtigen'Gebiete der Jugendfürsorge zu betätigen. Dem Kindergarten eines Sprengels' wird,jeder Mann besondere Pflege Und' Fürsorge zuwenden, da er an dessen Gedeihen ebenso interessiert sein wird,Wie an der guten Beschaffenheit des sonstigen Schulwesens. Nebst ' der Einfachheit und Uebersichtlichkeit der Verwaltuzrg hat diese Gestaltung der Organisation den Vorteil, daß im Rahmen des programmatisch zulässigen Ausmaßes den Landes- und Ortsbedürfnissen, jenseits von Mesinnungsstauheit und Prinzipienreiter ei, aus Grund des zu schassenden Lehr- und 'ErHiehungsplan.es, entsprochen werden Wnnte. v'-/ /; Weiterhin würde aus diese Weise der nicht zu überhörende Vorwurf vermieden werden, daß der e i n'e Bevölkerungsteil auf Kosten des an Vieren zusozialen , Fürsorgeeinrich tung en heranaWogen wird, indem bei der bevorstehenden Ausbringung der- Mittel für die! Orgarnfätionszwecke. die freieste VwwendungsbestiMmung in Aussicht genommen ist — Widmung ftir ein bestimmtes