Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 35 (1918)
- Issue
- 21 (31.5.1918)
- Date
- 1918-05-31
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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G«rr» 332 Dr. Bloch'S Wochenschrift Or, 21 M eso -C39 •sf^J 03 CO CO jees 03 US CO Staaten haben sämtliche Arbeiter einen Tageslohn _für die Notleidenden in Palästina bestirrrmt, mehr als' eine Million Dollar war das Resultat. Was sind dagegen die Brosamen,, die von der Tafel unserer Brüder in Oesterreich für unsere Armen absalleu?!" Diesen Brief, dem wir zahlreiche ähnliche Berichte hirrzufügen könnten, bitten wir alle unsere Glaubensbrüder zu beherzigen. Unsere Hilss'konnnission hat jungst wieder durch! Vermittlung unseres Auslvärtigen Amtes und unseres- Konsulates in Damaskus einen Weg gefunden, ohne allzusehr durch die ungünstigen Vakutaverhültnisse in Mitleidenschaft gezogen zu werden, sowohl unseren Schülingen in Nordpaläftr'ua, als auch dem Evakuierten-Komitee, das in Damaskus unter der. Leitung Dr. Tichos u. a. arbeitet, größere Beträge zukommen zu lassen. Sie ist aber außerstande, auch nur das notwendigste zu leisten, wenn nicht unsere Gönner — die bisher uns so hochherzig unterstützt haben nunmehr ein übriges tun. und uns ausgiebige Spenden zufließen lassen. Lassen wir uns nicht von den Glaubensgenossen in dem feindlichen und neutralen Ausland beschämen. Brüder, zeigenwir, daßdas jüdische Herz seine altbewährte. Hilsssreudigkeit und Leistungsfähigkeit noch nicht eingebüßt hat. Helfen wir eine aussterben d e füd i sch e ,B e v ölkerung vor re st losem Untergang b'ewähren! Und rade auf dem geweihten Boden, sich doch eine jüdische Heimstätte soll! Was nicht nur die Regierungen der Entente, sondern! auch tonangMende Stellen der Mittelmächte, vor allem Gras Czernin, befürworten, soll das gerade bei uns Juden kein Verständnis finden? Sind denn unsere. Brüder im Heiligen Lande unserer tatkräftigen Tellnahme weniger würdig, .uls' hie auf. anderen Schauplätzen dieses mördärischen Kriegest Wir mach en uns zum - D olmetsch ihrer Hilferufe, indern ' wir Euch .alle bitten:. Helfet unseren Brüdern in RordPalästina! Die „Hilfskommission 1915 für Palästina". dies He - auf dem erhalten geblieben waren, gedächte und ausführte^ daß wir in . dieser Zeit nicht zu einem Fest der Freude zusarnnrengekommen sind,' sondern daß es gilt, das lebendige..Gefühl . von Einheit, das die jüdische Jugend durchströmt, zu einem organisarorischen Ausdruck zu bringen. Hierauf nahm das Wort unter jubelndem Beifall der ganzen Jugend Herr Dr. Martin Bub er, der in' seiner Ansprache „Zion und die Jugend" die reinst'n -Saiten aller. Teilnehmer aus Ost und West, - ans allen Gesellschaftsklässen und ans allen politischen und kulturellen Richtungen zurrt Mitschwingen brachte und' alle, auch seine theoretischen Gegner, in ihrem Tiefsten erfaßte. (Herrn Dr. Bubers Rede erscheint irn Juniheft des „Juden".) Sonntag den 19. Mai um halb "10 Uhr vormittags -wurde die zweite Sitzung eröffnet. Der Präsident des zionistischen Exekutivkomitees für Oesterreich Herr Adolf Stand drückte seine Freude darüber aus, daß die Jugend zwar spät komme, aber sie kommt endlich, und gab' der Hoffnung Ausdruck, daß diese Tagung der Anfang für eine Ueberbrückrmg aller Gegensätzezwischen Oft und West werden wird. In -ähnlichein Sinne sprach Herr Reichsratsrevisor Rudolf Tausf kg, der Präsident des zionistischen Zentralkomitees.für Westösterreich. Freudiger Beifall der. Jugend dankte den Rednern. In.-aus-, sührlicher Rede begründete hernach Herr Dr. Berufe l d seine persönlichen Anschauungen, über das 'Programm der jüdischen. Jugendbewegung, .ausgehend vom' Bild des jüdischen jungen Menschen, wie er sein soll, verbuchte er dessen Aufgaben für die eigene Selbste-Ziehung und dessen Forderungen an die jüdische Gesamtheit abzüleiten. (Die Rede Dr. Bernfelds' erscheint .demnächst in Druck.) ' . Die. anschließende" Diskussion war von außerordentlicher. Mannigfaltigkeit. Ihren Hauptinhalt bildete die Frage, der jüdischen, Jugend, wb fi e. sich, rnehu der-geistigen Selbstbrldung -und der-'Entfaltung inr'Menschlichen widmen, sollte, unveschadlet der Erwerbung der notwendigen jüdischen Inhalte, oder ob sie in erster Linie, den augenblicklichen Forderungen her jüdischen' Gegenlvarr ge^ auf eine solche Bildung verzichten, sich ihrer kör- Ter österreichische Mische Jugendtag in Wien am 18., 19. und 20. Mai. Die vereinigten jüdischen Jugendgruppen Wiens haben vor kurzem ihre Kamerad en ganz Oesterreichs nach Wien zum ersten jüdischen Jugendtag ein geladen, dessen Zweck sein sollte, der. krästezersplitternden Isolierung unserer Jugend in unzähligen kleinen Vereinen ein Ende zu machen und einen einheitlichen großen Verband jüdischer Jugendgruppen Oesterreichs zu begründen. Damit sollen ArbLiismöalichkert und Stoßkraft vervielfacht, die Voraussetzungen für ein wahrhaftes GerneinschaftsbewußtsLin urrd so der Rahnreu für eine lebendige und starke national-jüdische Jugendbewegung geschaffen werben. Was an Kleinlichem und Unwesentlichem uns bisher trennte, ist zu beseitigen; es gilt, für Menschen, die stets die Gemeinsamkeit des Zieles betonten, auch die des Weges festzustellen. ' Diese Einladung hat irr allen Kreisen jüdischer Jugend unerwartete Teilnahme erregt. Schon einige Tage vorher war der große Mnsiko er einssaal, der. als Ort der Veranstaltung bestimmt worden , war, bis auf das letzte Plätzchen ausverkauft. Unter Anwesenheit von mehr als 2060 jugendlichen Personen, darunter an 200 Delegierte von Jugendvereinen und ' über 300 Gästen aus der Provinz, wurde Samstag den 18. Mär um 7 Uhr abends die Tagung durch.eine .Begrüßung des Vorsitzenden Dr. Siegfried Bernfekd eröffnet, der in seurer kürzen Begrüßungsänsprache der ungezählren Tauserchen Freunde und Brüder, die auf den Schlachtfeldern perlichen Ertüchtigung und der Milarbeit am volüi'chen Leben widmen solle. .Wer - außer diesen.grundsätzlichen^ , . Jugendfragen mehr. iveniger ausführlich gestreift. In der NachnntLagjsdebatre hatten/ die' größeren 'Verbände und die wichtigeren Typen den jüdischen - Jugendgruppen Gelegenheit, durch ihre Vertreter grundsätzlich zu den.vorgelegten Thesen Stellung zu nehmen. So Mach Herr Dr. Baron für die studentischen Fachvererne, Herr Dr. Krämer für die Zentralstelle der Bukominaer Jugendgruppen, Herr Kien für die jüdische.Turnerschaft, dann Rieg er und Wald und deren neuangenornmenes' Reform pro gramm, das Hebräischlernen archrirnrnt und Mensurenschlagen aufgrbt, Herr Dr. G e i g e r für. die Ferialvermndungen,'/-Herr- Hal.pern. firr den Krakauer Merkas u. va. In der AbenddebaLLe verdichtete sich die Diskussion zu zwei Generalreden. Herr Dr. W e l L sch setzte in ausführlicher Erörterung das Programm der „Kulturrichtung" auseinander, Mißverständnisse Zerstörend, die im Laufe der Disttrssipn sich! eingeschlicheu hätten,-./ entschieden darauf hinweisend, wie die" ganze Fragestellung^nachdenr Primat des/einen oder des änderen eine falsche sei. Herr: Heinz M a r g-u l i e s hingegen versuchte, die Ausführungen von Herrn?. Dr. W e l t sch zu - widerlegen und polemisierte 59^184