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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-05-31 · 21 (31.5.1918) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
21 (31.5.1918)
Date
1918-05-31
Page
– (sequence 7)
Language
German
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S«it« 331 fit, 21 -' Dr. «loH'S WochenWrlst Neförderung zum Höerst-ILegimenLs-! Kommandanten. , Der Kaiser hat den Oberstleutnant Moritz Ma u sch - Edl. v. L e v n e y eines' Feldartillerieregiments zum Oberst! bei gleichzeitiger Ueb'ertragung des! RegimentskomMandos ernannt. ^_. Waiavancement. : Der Kaiser hat u. a. ernannt: zu Militärrechnungsräten die Hanptmannrechnuncssführer Wilhelm Schell, Hermann Mieniewski, die Rochnungsoberofsiziale Moritz Barb, Azaron Rubin; zu Oberrechnungsräten die Rechlnungspäte David Go ldstauv, Heinrich Abr amvwicz. ' Wie eine Jüdin ihre Micht erfüllte. Fräulein Marie O ehlenbe r cs, Tochter des Kustos der jüdischen Gemeindebibliothek in Lemberg, ist am 13. Mai d. I, an der Wiener Universität zum Doktor der gesamten Heilkunde promoviert worden, nachdem sie alle Prüfungen glänzend - bestanden hatte. Seit Kriegsbeginn in verschiedenen Militärsvitälern, zuletzt in dem von Erzherzog Leopold Salvator und dessen Gemahlin betreuten Spital in der Alleegasse. aufopferungsvoll tätig, erwarb sie sich bald.die Wertschätzung, ihrer Patienten und Mitarbeiter. Anläßlich! der Promotion erhielt nun die junge Dame folgendes, von sämtlichen Patienten wie auch von der. Oberin unterzeichnetes Schreiben: „Hochverehrtes! Fräulein Doktor! ''Nehmen Sie anläßlich Ihrer . Promotion unsere herzinnigsten Glückwünsche entgegen und. seien Sie gleichzeitig der vollsten Aufrichtigkeit derselben versichert. In richtiger Würdigung '.Ihrer Verdienste als gehorsame Schülerin Aeskulaps sowie in der vollsten Ueberzeuguich Ihrer edlen Hochherzigkeit und Ihres eigenen Mitfühlend an den Leiden der Ihnen anvertrauten Patienten sehen wir den deutlichsten Beweis, daß Fräulein Doktor Ihren Beruf von der Seite , auffassen, von der ihm das Pflichtgefühl des! gewissenhaften Arztes, das heißt die Hintansetzung des eigenen „Jchls", erfordert. Wir wollen in dies er bescheidenen Art unserem Danke Ausdruck geben und wünschen dem Fräulein Doktor eine recht ausgedehnte Praxis im Frieden, zuM Wöhle der leidenden Menschheit. Mit dem Ausdrucke vorzüglichster Hochachtung Die Patienten der ''Zimmer Nr. 1—3 und Schwester Magdalene." Denr feierlichen Promotionsakte wohnten zahlreiche Offiziere und die Oberin bei. Bemerkt sei noch, daß Fräulein . O e hl enberg eine treue Zionistin ist. und daß deren drei Brüder als Offiziere, bezw. . Einjährig-Freiwillige Heeresdienst leisten. Der Wiedemufbau dös Leopoldstädter Tempels. Dem Komitee (2. Bezirk, Tempelgasse 3) sind in der abgelaufeneir Woche nachstehende Spenderr zugekomMen: XXII. Spendenliste: Anonym ' K. 10.000.— Herr Samuel Reitmann, Wien, 1. Bez. „ 200.— Herr Samuel Blüh, Wien, 1. Bez. „ 500.— Herr Ignaz Schreiber, Wien, 1.' Bez. ,, 500.— Herr Live Türkl, Wien, 2. Bez. K. 200 — Herr Hermann Reif, Wien, 2. Bez. 500.— Herr Moritz Oesterreicher, Wien, 2. Bez. // 500.— Herr I. Z. Schütz- Wien, 1. Bez. Herr Alfred Pollak Ritter von Rudrm, pp 1000.— Wien, 1. Bez. ' 1000 - Herr Adolf Reininger, Wien, 21. Bez. ,, 100.- Herr k. k. Regierungsrat Wilhelm Nl umann Wien, 2. Bez. tp 300.— Herr Richard Schwarz, Wien, 1. Bez. n 100 — Herr M. Pordes', Wien, 3. Bez. Herr Rabbiner Dr. Max Grunwald, tf 200 — Wien, 2. Bez. Pf 290.— Herr Richard Pick,-- Wien, 3. Bez. 100.— Herr Samuel Metzger, Wien, 3. Bez. u 100.— Herr Hermann Pollatschek, Wien, 1. Bez. // 50 — Herr M. Lustig, Wien, 3. Bez. ft 50 — Herr Siegmund Bosch an, Wien, 1. Bez. PP 50.— Herr Heinrich Kcnp, Wien, 1. Bez. „ 2000 — K. 17.740.— .- bisher ausgewiesen „ 832.918,30 Gesamtsumme * K. 850.658.30 Helfet unseren Brüdern in ddordpalästi^.r! Aus einem Briese eines Augenzeugen an die „Hilfskommission 1915 für Palästina": „Wir können nicht glauben, daß selbst die berüchtigten Hungerevidemien in Indien an das heran reichen, was wir.jetzt.hier in Safed Tag für Tag erleben. Was an Mahlvrodukten vorhanden war, wurde für das Heer requiriert. Die einheimische Bevölkerung kann sich nur auf Schleichwegen zu schwindelerregenden Preisen Nahrung verschaffen. Sie haben ja wohl in den Zeitungen darüber gelesen, die ganz unbehindert die Zustände an den Pranger stellen. Bor Hunger Sterbende wälzen sich! auf verfaultem Stroh!, Sie würden staunen, welche Familien an den Bettelstab geraten find. Die Aerzte sind ratlos, das einzige, was helfen könnte, ist Brot, und daran fehlt es eben überall. Alle Geschäfte sind gesperrt wie an den hohen Feiertagen,, auf der Straße Totenstille, nur unterbrochen von dem grausigen „Zedoko Lazzil mimowes", mit dem eine Leiche nach der anderen vorübergesührr wird. Biele brechen auf der Straße zusammen und werden sofort auf den Friedhof gebracht, man möchte das Wort zitieren: „Die Toten haben die Lebenden besiegt." Auf den Friedhöfen herrscht ein regeres Leben, als früher auf dem Markt. Entsetzlich ist der Anblick, wie jung und alt von dem Grase, das auf den Gräbern wächst, seinen Hunger zu stillen sucht, viele.sind dadurch an Vergiftung gestorben. Hunderte von Waisenkindern sieht man nackend, mit (geschwollenen Gliedern in grauenerregendem Zustande bettelnd um einen Bissen Brot auf den 'Gräbern hocken. Manche kräftigere Burschen verdienen sich hie und da bei den Arabern eine Kleinigkeit durch Handlangerdienste, von denen aber die Mädchen vollständig ausgeschlossen sind. Nur ein Beispiel: Sie kennen die Familie S. Großeltern und Eltern wurden hintereinander dahingerafft. Zurückgeblieben war die kleine Beile, ein Kind von dreizehn Jahren. Sie hatte die sechs jüngeren Geschwister zu bemuttern. Das jüngste wenige Monate alt. Bald war auch sie, von Entbehrungen entkräftet, zusammengebrochen. Und nun.stellen sie sich das Bild vor, wie tzas arme KirH, die brechenden Angen auf ihre SchMinge gerichtet, von diesen jammernd und schreiend umlagert wurde. Kann man denn in Europa diesem Elend gegenüber gleichgültig bleiben? Für die von den Engländern besetzten Gebiete geschieht viel. In den Bereinigtes Würdig unseren Vätern und Brüdern im Felde zeichnen wir die 8. Kriegsanleihe.

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