Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 35 (1918)
- Issue
- 21 (31.5.1918)
- Date
- 1918-05-31
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Jeder tresus& Jude ieiclweft däe 8» ttriegssanSeihe Sett« 328 Dr. Vloch'S Wochenschrift tu. H erschien anWlich der hundertsten Wiederkehr von dessen Geburtslage dieses in erweiterter und vertieft er Ausgabe. Fernerveröffentlichte Ludwig Geiger: „Renaissance uud Humalnsürüs in Italien",„Vorträge und Versuche", „Geschichte des' geistigen Lebens der preußischen Hauptstadt", „Berlins geistiges Leben",. „Augustin, Petrarca, G Rousseau", „Geschichte der Juden in Deutschland". Von 1880 bis. 1903 war Ludwig Geiger Herausgeber des GvLthe-Jahrbuch.es. In der Folge erschienen: „Karoline von Gündervde und ihre Freunde", „Dichterfand Frauen", „Aus Mt-Weinmr"/ „Michael Sachs und..Moritz' Veit". Dazwischen hat Ludwig Geiger eine große Anzahl von Briefsammluugen herausgegeben, die Briefe Reuchlins, den Briefwechsel Goethesmit Zedier, mit den Brüdern Huinboldt, Jfflands^ mit.seiner Schwester, Börnes mit Henriette Herz: außerdem erschienen: „Charlotte von Schiller", ch,Therese Huber", „Bettina von Arnim und Friedrich Wilhelm IV.", „Ans.Chamissos Frühzeit", „Chamissos Leben", „Das Judentum und feine Geschichte", „Rousseau", „Das junge Deutschland" „Goethe und die Seinen", „Goethes Leben und Schaffen, dem deutschen Volke erzählt". Ludwig Gei g e r ist auch ein tatkräftiger und geschätzter Mitarbeiter verschiedener wissenschaftlicher Zeitschriften, u. a. der „Vierteljahresschrift für Kultur und Renaissance in Deutschland", der „Zeitschrift für Theatergeschichte", und eine Reche von Jahren hat er mit Max Koch, die „Zeitschrift für vergleich ende Literaturgeschichte und RenaissanceliLeratur" herausgegeben; an der „Zeitschrift, für die Geschichte der Juden in Deutschland" harte er sich ebenfalls als eifriger Mitarbeiter betätigt. Eine neue hohe Aufgabe erwr^hs ihm, als ihm der Baseler Gelehrte Jakob Burckh ardt Las ehrende Vertrauen schenkte, sein Werk „Kultur der Renaissance in Italien" neu zu bearbeiten (3. bis 11. Auflage, 1878—1912). Seit länger als vierzig Jahren bildet diese. Tätigkeit. .eftr.... gut Teil der, Lebensärbeit tun- < sercs Jubiftrrch d er jetzt di e 12. Wflage yvrbereiteb Hiemit war jedoch die umfassende literarische Wirksamkeit keülLswegs erschöpft, in der Folge erschienen: „Friedrich der G^oße"^ „Sophie Charlotte", der Briefwechsel Schillers mit Kerner. Neben seiner akademischen Lehrtätigkeit häts Ludwig Geiger auch eine reiche Vortragstätigkeit zu ve 'zew'nen. Wiederholt hat er Vorlesungen in der Humbolot-Älademie wie in der Leffing-Hochschule gehalten, die sich eines großen Hörerkreises erfreuen, und eine Reihe von Jahren durfte man ihn als gefeierten Redner in den Vereinen für jüdische Geschichte und Literatur in den verschiedensten Städten Deutschlands bewundern. Nach dem Heimgange des unvergeßlichen Gustav K arpeles als Leiter der „Allgemeinen Zeirung des Judentums" berufen, hat er es, die Tradition treulich wahrend, in einzig-eigenartiger Weise verstanx den, dieses Organ der lib-eralen Judenheit Deutschlands zu einer vornehmen, sühnenden Revue zu. gestalten. Cr ist die treibende und. ftelefenbe Kraft, er wußte ab er auch sich, mit einer Schar bewährter Mitarbeiter zu umgeben, die ihm freudig und gern Gefolgschaft leistet, und es ist nicht sein geringstes Verdienst, daß er nicht nur jedes ,redliche Streben gern Zu fördern bestrebt ist, wie s er auch ffede Ueberzeugung ehrt und die Leistungen seiner Fachgenoffen neidlos anerkennt und würdigt. 1880 wurde - Ludwig Geiger zum. Professor, 1908 . zum Geheimen Regierüngsrai ernannt: Ehren und Auszeichnungen sind ihm mehrfach zuteil geworden, anläßlich seines fünszig- Wrigerr Doktorjubiläums wurde chm in diesem Frühling der königliche Kronen-Orden 3. Klaffe verliehen' und das Kuratorium der Lehranstalt für die Wissensch-aft des Judentunts ernannte ihn kurz darauf zunr Ehrenmitglied. Das mächtige Emporblühen der'- Reichs- Hauptstadt hat Ludwig Geiger seit Fast einem halben Jahrhundert mit hoher Freude begleitet. Für die Rechte seiner Glaubensgenossen zu alten Zeiten unerschrocken mannhaft eintretend und kämpfend, deren Kränkung, nstd Zurücksetzung,, riefschmerzlich. empffndend und beklagend, steht Ludwig. Geig er, .Verehrung heischend und genießend, als. aufrechter liberaler Deutscher und Jude vor uns. Die schweren Jahre des Völkerringens zeitigten „Der Krieg und die Juden", „Los von Italien", „Krieg und Kunst" und viele andere Beiträge zur Zeitgeschichte. Nicht zuletzt." sei noch erwähnt, daß unser.Jubilar der hochgeschätzte Mitarbeiter der bedeutendsten Tages- und Wochenschriften ist; zahlreiche Aufsätze nberLiteratur und Kunst erscheinen aus seiner gewandten Feder und auf dem Gebiete der literarischen Kritik genießt' er hohes. Ansehen. Ludwig Geig er ist das Glück zuteil geworden, seit vier Jahrzehnten in wahrhaft idealer Ehe, in innigster Seelengemeinschast mit der ihm an Geist und Gemirt. ebenbürtigen' Lebensgefährtin verbünden zu sein'. Fünf Kinder, ein Sohn und vier Töchter, find'diesem Bunde' entsprossen, zwei Töchter schmücken noch das Elternhaus, zwei holde Enkel blühen heran. Ludwig. Geige r genießt die Freundschaft und Wertschätzung der' Besten seiner Zeitgenossen, aber von ihm gilt das Dichterwort./ „Und einen- Freund 'kann Zeder haben. Der selbst versteht, ein Freund zu sein!" ' . , Seit einer Reihe von Jahren, bin...ich stolz und glücklich, mich seines warmen Interesses, seiner Herz-, lichen Freundschaft erfreuen zu dürfen, eine der schönsten Leben'sblnten, der ich teilhaftig geworden bin, und. es sei mir gestattet, an dieser.Stelle ihm meinen, .Dank. für alle. mir je erwiesene Güte darzubringen. Meine reichsten und schönsten literarischen Cindrückehabe ich in diesem letzten Jahrzehnt durch ihn empfangen:: un-: vergessen lebt namentlich in meiner Erinnerung jenerwundervolle Vortrag, den er am 100. Geburtstage, seines. großenVaters.im Mai.1910. hier, änftdpr Ortsgruppe. des Vereines „Liberales' Judentum" hielt... Ludwig Geiger hat dasLpsallerderer erfahren, die ein Hohes Mer erreichen. Viele, die ihm. in Liebe/ und Freundschaft nahe gestanden haben,' sah er dahin/ gehen, von wannen noch, niemand wiederkehrte. ihnen, qllen bewahrt er.ein...liebe-'-.Md.MhWoll^.'Gedenken,'- - viele von. ihnen hat er in Mort und Schrift, nach./ ihrem Heimgaüge geehrt, so wiederholt den chäterlichen' Freund Bertold H u e rbach, seinen Schwager Hermanft Veit Simöü ü. g. m. . ' . I Der jugendfrische Jubilar legt die fleißige Meß noch nicht ans der Hand. Möchte 'ihm... eistJMtzetrM"' freundlicher Lebensabend beschieden' sein, möchte ein gü< tiges MsHick ihm noch lange unvermindert die Fähigkeitfrohen Schaffens, . sein schönes Familienglücker-' halten. Das walte Gott I Breslau. ' , Regina. Reiße r.. . .. Httther Werdie hedräifche Sprache. Bon Prof: D. Wilh. Walther, Geh. Konsistorialrat. Die folgende Zusammenstellung..von Aeutzerungen Luthers über die hebräische Sprache entnehme^ wir der von Prof. Dr. Mich. Walther im Auf- - trage des Deutschen Evangelischen Kicchenausschusses verfaßten Festschrift zur Jahrhundertfeier der Re-, formation „Luthers Deutsche Bibel": Das schöne Werk ist im Verlag von (H. S. Mittler (Berlin - - 1917) erschienen-*)" ' ‘ Wie wenig sich Luther mir der Erwerbung rein formaler SpriHDenntnD bdgilügte, wie/ sehrer-,durch?)■ Voni gleichen Verfasser erscheint soeben, eine' rnteressanre Schrift:/.„Dir ersten .Konkurrenten des Bibelribersetzers Luth-rr." Leipzig 1917. A. Deich.'rtschs Verlagsbuchhandlung Werner Scholl. M. im '