Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 35 (1918)
- Issue
- 20 (24.5.1918)
- Date
- 1918-05-24
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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S.Ü, 312 Dr. Bloch'S Wolf als' Temesvarer Rabbiner und führt auch! den Namen seiner Frau Maria an.23) Lipmans Sohn Jisai starb den 21. Oktober 1800 in Pest, er wurde dort im ältesten jüdischen Frickchof zur Ruhe bestattet, der sich neben dem jetzigen Westbahnhvf befand. Seine Gebeine und seinen Grabstein, auf dem auch! der Name seines Sohnäs Ignatz Ritter von Llebenberg verewigt ist, ließ die Pester CHewra-K-adischja inr Jahre 1839, als! der erste Friedhof geräumt wurde, in den Friedhof auf der Waiznerstraße Werführen, der seitdem ebenfalls aufgelöst wurde. Die Söhne Ignatz Liebenbergs!, Emanuel, Karl und Leopold', erhielten das Jndigenat und den ungarischen Adel mit dem Prädikat zettini, -Johann Liebenberg magyarisierte seinen Namen auf Lunkanyi mit dem Prädikat lunkastzprie.* 2^) Unter Heinrich! Heines Ahnen und Anverwandten fanden sich! in auffallend' großer Anzahl Männer, die als AeHte wirkten, welche wissenschaftliche Laufbahn damals die einzige war, die den -Juden offen stand. Zu diesen zählte D-r. Markus Menzer, der Anverwandte. Hanna Menzeles', die die Schwiegermutter der' schönen Jüdin war. Wo er seine Studien absolvierte und wo er praktizierte, konnte bis nun nicht ermittelt werden. Bloß soviel wissen wir von ilM daß er die Studien seines Urenkels Dr. Mich!. H i r s ch e l s kräftig unterstützte, daß er Experimente mit Chinarinden bei der Heilung des Wechselfiebers machte und daß er vor dem Jahre 1733 starbt) ' Im ungarischen Landesarchiv in.den Briefen an die PreßbUrger Kammer23) kommt unter den Söhnen des' Lazarus Hirschel-Pösing! der, Name „Nathan Michel Hierschiel" vor. Dir. Michael Hirsch el, .dessen Vater Nathan hieß!,.war vermutlich! der Sohn Nathan Michel Hirschels:' Wenn diese Voraussetzung^'sich! bestätigt, dann war die Frau des Lazarus Hirschel-Pösing, die im Jahre 1709 im 48. 'Lebensjahre verstorbene Sara, die T^chiter Dr. Markus Menzers) der ein sehr hoh es' Atter erreichte. Der Grabstein dieser BiMrfvau bezeichnet in der Tat mhrr MordechaiMenzäts als ihren Water) neben diessen Namen dort die Eulogie für Tote fehlt.2^) Dr. Menzels Urenkel Dr. Michael Hirschel hielt .sich auch in Temesvar auf, vielleicht aus dem Grunde, weil ex dort Anverwandte hatte. Wolf Mänzer und Samson Bacharach waren Oberfaktoren der sämtlichen Fabriken 23) Ung. Landesärchrv, Eurniulare, Nr. 14/3. Lipman Wölf ist identisch mit Elieser' Lipntan ben harav hagadol, Benjamin Seeb Wolfbei JmManuel Löw — Salanwn Klein, A s/.**“pd Chevra 23. Als TeMesvarer Rabbiner wird im 18. Jahrhundert erwähnt Mardochai Leipnik, dessen Sohn Abrahairt der Verfasser des Megillath Sedarim war (ed. Emänuel Baumgarten, Berlin 1895). 2i) Ung. Landesarchiv, Liber regins LX1V 434, 478 . 611; LXV, 671, 811, Wien 1820, MärI 10, November 20, .1821, September 21, 1830, Januar 14, 1831. Dezember 30. Laut .diesen sind die auf die Familie Liebenberg bezüglichen Daten bei Wachstem II., 521—522 gü korrigieren. Ein Zweig der >,Familie Reitlinger, bei welcher der aus Moor stammende Dichter Salomon Lowisohn (seine Grabschrift bei P. Büchler, A moöri Chevra-Kadisa törtdnete 19) als Lehrer wirkte, wohnte in Moor. 25) In der Dissertation Dr. Michael Hirschels, 27—28: Lübens confiteor, me ipsum, sub amica sinceraque manuductione dilectissimi nunc pie defuncti Domini Avi mei Marci Menzer Med. Doct. studiorum meorum Fundatoris et Parentis instar pia memoria devenerandi expertum pluries fuisse quidnam haec remedia praecipue Cort. Chin. in intermittentibus possit et quantas sanitäres largiatur vires, nihilominus tarnen mindern et reliquas heroicorum speeies ab aliis imperitis empirico et imprudenter usitatas summo fuisse damno, insimul ccgnovi. " 26) 1710—19, Fasc. C. 2.7) Wachstem II., Nr. 710; Mordechar Leu ^nchrr, Jacob Menzels in Eisenstadt, Wachstein II., 42; Marcus Menzers Geldforderung vom Grafen Simvn Forgach, Ung. Landesarchiv, Priese an die Pretzbürger Kammer 1720—29, Fasc. A. i Wochenschrift «r, 20 im Temesvar er Banat in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts; die am 13. Februar 1742 vorgenommene Konskription zählt den .aus Nikoksbiurg stammenden Nathan Menzer auf, damals etliche 30 Jahre alt, der seit 1716 in 'Temösdar lebte, Lederhändler und Seifensieder war, undl Abrahlam Menzer in Karansebes, gebürtig ans Ungarisch!-Brod) bei 32 Jahre alt, der sich 1728 im Banat angesiedelt hatte.23) ' Im Fälle, daß Dir. Menzer in Preßburg wirkte, so war ihm dort bei der Bekämpfung der wütenden Pest auch.Dir. Joses Stella (Stern) behilflich, dessen erfolgreiche Dienste, die er in Preßbürg während der Anwesenheit des Hofes' leistete, das am 20. Januar . 1714 herausgegebene Privilegium Karls III. hervorhäbt.23) Dr. Menzels! Urenkel Dr. Michael Hirschel stammte von dem Preßburg er Zweig der Hirschel-Pösing ab. An' der Universität zu Halle machte er seine ärztlichen Studien, wo Albertr, .Junker, Schulzius, Friedrich Hoffmann seine Professoren waren. Als Universitätshörer besuchte er Temesvar und Belgrad; auf Grund der Erfahrungen, die er hier gemacht, konnte er es erklären, warum die 7 Bewohner dieser zwei StWte. und ihrer Umgebung alljährlich dem Fieber ausgesetzt waren.33) Zu Beginn des Jahres' 1734 erlangte er in Halte das Doktorat. Seine gedruckte Dissertation führt den Titel: „Theses patliologico-tlierapeuticae inaugurales de causis intermittentium febrium carumque pertinaciae ratione, quas in inclyta Academia Fridericiana iudulgentissima anctoritate regia et consensu gratiosae facultatis medicae pro gradu doctoris summisque in arte medica honoribus et prinlegiis legitime impetrandis exhibuit D. Decemb. Anno MDCCXXXIII auctor Michael Nathani Hirschel Posonio Hungarus * gente Judaeus. Halae Magdeburgicae.“ Seine Dissertation, die auch die interessante Am spräche enthält, welche Alb'erti an den Kandidaten richtete, widmete er dem Grasen Johann Palssh in PreW bürg. Der tapfere! General verfolgte aufmerksam den Studiengang Michael-Hirschelsj, der. nach seiner Promotion als Arzt von den unter Palfsyschem Schutz wohnenden PreßhUrger Juden erwählt wurde. Dir. Hirschel drückte dem Grasen in seiner Widmung .'s einen warmen Dank für die vielen Zeichen des Wohlwolleus answelches er der Preßhürger . Gemeinde und besonders der Hirschelfchen Familie gegenüber bewiesen hatte. In den fünfziger Jahren des 18. Jahrhunderts wirkte Dr. Hirschel noch in PreWnrg.3^) Nach ihm war Israel Balmerin Doktor der.Preßhurger jüdischen Gemeinde; dieser kam 1756 nach Ungarn und die Konskription aus dem Jcchre 1770 nennt ihn ,.Doctor -unser", was darauf schließen läßt, daß seine Praxis nicht einträglich war.32) Nach Balmerin wirkte Dr. Samuel Bernhard Oppenheimer, der mitdeM Geschlechte der Gomperz und so indirekt mit Heines Familie verwandt war, als Arzt in Preßhürg, wo neben wissenschaftlich gebildeten Aerzten.auch! ein jüdischer Barbier kurierte.33) Laut einer Urkunde Vom Jahre 1772 erlangte Oppenheimer, der sich 28) Ung. Landesarchiv-, Cümülare, Nr. 14/3. . 29) Wachstem II., 99—107, 546; Taglicht 177. 30) Seine Dissertation, 18. . . 30 Ung. Landesarchiv-, Ada. Jud eorum, Lad. A. Die ResponsensaMmIung -tpj?1' 2^ 'H, 33, ermähnt einen Arzt Mordechar Nata, der . seine Frau verlieh und in die Wallachei übersiedelte. In dessen Angelegenheit, richtete, der Prehburger Rabbiner Moses Lemberger eine Anstage an Jakob Backofen. Ein gewisser Aron Hirschel, der gurrt christlichen Glauben' übertrat, erhielt den Namen Thomas Hiezinger (Ung. Landesarchiv!, Beniffn ie rpso ut.iones. 1744, August, 60). Ob dieser -zu (Dr. Hirschels Familie gehörte, - kann nicht festgeseht!werden. 32) Ung.' Landesarchio, Oonscrjptio ^udueorurn 1770. 33) Uhkk, 1772, Nr. 1031: quod Judaeo Jacobo Bettelheim Tohsoriae et Chirurgiae exercitium ibidem admissum sit. v