Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-05-17 · 19 (17.5.1918) · page 10

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
19 (17.5.1918)
Date
1918-05-17
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
86% known words query
IRI
…/3020846-3022300-3022320--26878-3052262
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

e«tt* 302 Dr. VloH'S WoMrnWrtft 19 die dazu in der Lage sind, uns Me Jahresbeiträge in eineirt den Nephältnissen entsprechenden größeren Ausmaße gütigst zukonnnen. lassen zu wollen. P-. '. ' In der am 6. Mai d. I. stattgefundenen VVereinsleitungs, sitzung wurde die statutengemäß aus 42 Mitgliedern bestehende, jedoch, durch verschiedene Abgänge nicht mehr vollzählige Vereinsleitung durch nachbenannte Herren ergänzt: ‘ Dr. Enäl Adler, 1. Sekretär der israelitischen Kultusgemeinde, Wien, kais. Rat Moriz Ballet. Fabrikant, Wien Leopold Blumtz Fabrikant, Wien, Leo Brill, Fabrikant, Wien;. Sam. Goldmann; Kaufmann, Wien, Dr. Emil Kräßny, Hof- und Eerichtsadvokat Wien, Dr. Lnnl Parnaß, Advokat. Lemberg, und Robert Stricker, Staätsbahnrat, Wien. ' > ' - Bei der darauffolgeMen Konstituierung, der Bereinsleitung unirden gewählt die Herren: Leopold Lourie zum Präsidenten, Moriz. Sonnenschein zum .1. Präsidenl-Stellpertreter, Josef Mandl zum 2. Präsident-SteN- Vertreter, Hugo Tügendhat zum Schriftführer, Dr. Edmund Kornfeld zUnr Schriftführer-Stellvertreter, Direktor Wilhelm Kur zum Zahlmeister, Karl Klempner zum Zahlmeister-Stellvertreter. ' Der. engere Ausschuß -wurde durch die Neuwahl der Herren kais. Rat Moriz Ballet, Leopold Blum und Dr. Emil Kratzny ergänzt. '; - Ter Polrnklub gegen vre Lemterger StatHalterei. ' -Bevor mir die Akten über die traurigen Vorgänge in Krakau schließen, müssen wir, um zu zeigen, wie wenig verläßlich die aus Ealizien in dieser Angelegenheit .^ stammenden''galizisch-Mirtlichen.'.Berichte sind, ohne viele Kommentare im nachfolgenden zwei Kundgebungen einander gegenüb erstellen. - Das. SratHaltereipräsidium in Lemberg versandte' -am.W. Avril an die Wiener Tagesblätter die folgende Darstellung der Krakauer Exzesse: .. Wir find ermächtigt, den Tatsachen entsprechend, folgendes festzüsteMn:- .; •r Die Ausschreitungen hatten ihren Grund in den mißlichen Approvisionierungsverhältnissen, welche nicht behoben werden konnten» . " - Die unmittelbare Ursache der Aufregung war das Gerücht, daß von den vom Lande mit Rahrüugslnitletn in die Stadt; kommenden Landleulen diese Artikel von Händlern für - Wucherzwecke ausgekaust werdech Tine Menge zumeist' unreifer. -^Burschen.«zog "szchMdM-Mtztzpfätz,'./Fenstersthechrn" aüf dem Wge ÄiWagend und einzelne Skchrungsmrttelgeschäfte plündernd: Diese Plünderungen wiederholten sich -auch am Abend des 19. und am nächsten Tage. Hiebei verbreitete sich das Gerücht, daß ein aus lStrhj angekonunener Jude namens Meller von Erzedenten zu Tode geprügelt wurde.; Diese Nachricht erwies sich als unrichtig. Es wurde von Dr. med. Bernacinski und sodann durch die in der Anstalt für Gerichtsmedizin durchgeführte Obduktion der Leiche festgestellt, daß LMeiler einem Herzschlage erlegen ist und seine Leiche keine Spuren irgendwelcher Mißhandlung trug. Zur Eindämmung der Erzesse wurde 'Militärassistenz requiriert, welche.' von der Menge mit- Steinen beworfen, anfangs nur mit . blanker Waffe vorging, dann aber, als dies fruchtlos blieb, von der Feuerwaffe Gebrauch machen mußte, wobei einige "Personen verwundet .und auch zwei Menschenleben zu beklagen waren. . "'! Die Ausschreitungen halten keinen ausgesprochen antisemiti-- schen Charakter. < gestellt und wurden seitens der Behörden alle Anordnungen zur Laut letzter amtlicher Berichte ist die Ruhe in Krakau her- Nerhindetung solcher Ausschreitungen getroffen." .. "DemgegenWer wurde in einer derjüngsten Sitzungea des Polenklubs der folgende Antrag des Abgeordnewa desPoletll'lnbs der folgende Anrrag des Abgeordneten Dr, Groß zum Beschluß erhoben: p V , ' . ,,Der Polenklub verurteilt die Krakauer Erzesse und drückt -.- sein- Bedauern - darüber aus, daß die Polizeidirektion in Krakauj der polnischen öffentlichen Meinung, die, sofort die Erzesse verurteilte, es unmöglich gemacht.hat. sich„in dieser Richtung auszusprechen, denn "es wurde die jÄeröffentlichung des in -diesxintz Sinne gehaltenen.Aufrufes des Stadtpräsidiums und des Hirtenbriefes des Fürstbischofs Sapieha und beruhigender Artikel' der Presse verboten. Der Polenkluü - stellt nrit Bedauern fest, daß - die . Krakauer .Polizei durch ihre Passivität und ^Unfähigkeit es d«zu gebrachthat, daß die antifetnitischen Unruhen, wekchü zu Beginn von einer .kleinen Schar - von halbwüchsigen Jungen gemacht wurden, in der Folge bedrohliche Formen annahmen, ffo . daß das Militär einschreiten mutzte. Der Polenklhb verurteilt -die- Persuche, die-Bevölkerung gegeneinander auszuhetzeM und wendet sich an die Bevölkerung und die Presse mit der eins . .dftnLlichen iAuffordeztzlng., .daß alles aufgeboten werde, damit in Hinkunst derartige Fälle sich nicht wiederholen." Tie Ernennüngen in den polnischen Staatsrät?" ' .; Der' „Monitor Polski" vonr, 27.-. Apeil bringt.' ein e Lifte, der durch den Beschluß des Regentschastsrates. dom 26. Avril'1918 ernarmiem 'Mitglieder des Staatsrates für Polen. .Unter den 45 ernannten Stäatsratsmitglie- . bent befinden sich vier Juden, Un§ zwar die. Herren. Boleslaw Ei g er- Jos es N a ta n so n, Moses Pfe ffe r und Joel chÄegm ei^er. - ' 1. , ' - - Das- Grab Sabbatai Zewis... - -' Der ungarisch-jüdische Historiker Jekuti-el Jehuda "G rustw a l d, der zurzeit Militärdienst;^'in - Albanien leistet, ließ .sich dort die Forschung Nach jüdischen Familien angelegen sein. Er. fand im okkupierten Gebiete Albaniens, wie die „Ungarische Korresppndenz" berichtet,- -inr ganzen drei Juden: ein en in Dnraztzo, zwei in Berat? Bei seinen Forschungen nach alten jüdischen Grabsteinelt machte , ein Pope ihn daraufaufmerksam, daß. in Berat, , das die Mochamntedaner Zlrnut-Bellgrade trennenpeilt größer jüdischer Prophet" begraben sei. G r ü n w a l d begab sich unverzüglich nach Berat, wo er das Grab des einfttgen falschen'.' Propheten Sadbatai Zewi! fand. Eilt einfacher - Grabstein mit der Inschrift Cerigi Meh-emed bezeichnet die Stätte, wo. der -Mann,' der' die halbe Welt in Belvegnng gesetzt hatte, zurewigen .Ruhe' gebettet ist. " . - ^/ . ' : ■ - r Verbot der Aufführung von Arnold ZwoiW „Nitualmord in Ungarn". Aus Berlin wird berichtet: ArNostl^ Z w e x g s ,MitualMord tu Ungarn", eine, jüdische Tragöd.ie> die deur Dichter den Kleist-Preis' gebracht hat, -ist öon der Zensur zur ösfenilicheit AufsiWrung und! Vorlesung' llicht. zugLlassen wordeit. ' Das 'Stück - wird voit der Gesellschasi Wtgö^DeüMlaiid"''IliMDseulflheit''Dheäier' Ed'ir NächstenSplelzeit einmal'atlfgefWrL jverden. Vorher schon wird die Berliner Zionistische Vereinigung eine Vorlesung des Stückes, veranstallen.? ' V . ' : Eine alltisenlitischje; Erfindung.; p / S t o ckh-o lnt. Die Pariser - ,-Libre Parole" gibt folgende Nachricht aus ,-,-Le ProNome Russe"- einem" Drgalt. derrussischen^^ Reaktionäre .in Paris,' wieder: ' . „Kopenhagen.. Die Maximalisten haben in Petrograd eine zrveite „offizielle" Tageszeitung in jüdischer Sprache geschaffen. Diese Zeitung, gedruckt iu einer- Auflage von 80.Ü00 Exemplaren, wird auf. 'Papier Veröffentlicht, das in den Lagerräumen /des pMoj'woch' Wremja^ und anderer bürgerlicher. Blätter gestohlen wird:" 7 ' ' tztz ''-p--'-" Wir stellen fest, daß diese Nachricht, die die ünti- . 'semitische „Libre Parole" mit entsprechenden giftigen Bemerkungen an die jüdische Adresse knüpft, in allen Stücken eine' freche Erfindung ist. In jüdischer Sprache Erscheint überhaupt kein bolsth elvistisches Tageblatt: Wohl . wurde vom „KomMissariät für Wische Angelegenheiten" beabsichtigt, eine' Wochenschrift in jüdischer Sprache erscheinen zu lassen, allein^ falls dieser Plan zustande gekommen sein sollte/ was sehr zu bezweifeln ist, so würde das Blatt wohl- Herausgeber, jedoch keine Leser.haben, da der Bolschewismus von den füdifchen Massen und von sjLmtlichen^.jüdischen Arbeiterparleien entschieden abgelehnt wird. , Antisemitische Sympathien für die national-jüdischen ' / - .Forderungen. Das Jüdische" Preßbüreau in -Stockholm; aneldet.: - Vor einiger -Zeit brachten wir eine Nachricht über niehrere Besprechungen einer Delegation der zionistischen

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.