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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-05-17 · 19 (17.5.1918) · page 9

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
19 (17.5.1918)
Date
1918-05-17
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr, 19 Dr. Bloch'S Wochenschrift Sette 301 den Referaten des' Herrn Dir. Baron Mer die HebnaischeGpMchLew-egurlg und des Herrn Kestenbaum über Mechiode nnd Kritik unserer Arbeit, und in den WLHchrn Wer HeWrische JWendarbeit in Oesterreich AunäHst einen Ueberdlick über die hebräische Sprach- Myegnng. Die Referate des Herrn Dr. Abraham GÄmin e: „Die -Jugend und die Hebräische Sprache" und des HeMn Dr. Heinrich Glanz: „Wege'zur hebräischen Sprache in Schule und Jugendbewegung" gaben einen sturen und eindringlichen HnMck in die Probleme der hebräischen Spracherlernung, insbesondere der Steb lung' der jüdischen Jugend von heute zur hebräischen Sprache.. Die interessierte und lebhafte Diskussion beschäftigte sich Msschließlichl mit den vorgelegten Resolutionen zur Generaldebatte. Eine konkrete Beratung Über die zukünftige- Arbeit wichdemnächst in kleinerem Kreise ersosgen. Die Richjtlinien für diese Arbeit '. JrMefMdere Wichtig ist, dgß -hier.mit Ruhe und Emst von tzer Jugend der Versuch, gewagt wurde, gegMÜber der jMschen Oeffentlichkeit> vor all'em>der Wltusgemcknde, Mr We Gorderungen zum Ausdruck zÜ-Wingen, Wir hossen, dM dieser Ruf nicht mngehört perhasten Wird. - . - Die Tagung faßte folgende Resolution: V Die jüdische Jugend ist gewillt, der Verlebendigung der hebräischen Spruche ihre Kraft tzu widmen. Die innerhalb des W hegMdenden VerhWdes der jüdischen Jugendgruppen Oeskrreichs vereinigten Organisationen werden sich zu ei rem Arbeitskreise für hebräische Spracherlernung Und Sprachverbreitung zusammenschließen. Sie beauftragen in diesem Sinne die auf deM kommenden Jugendlage zu wählende »Leitung des Verbandes, ein hebräisches Arbeitsamt mit einem Referate in der Derbandsleitung zu begründen^ Pie einzelnen Gruppen werden zu ihrer Aufgabe machen: - - > . Pflege der hebräischen Sprache in Eigenen Mcy-,. -Srtz»ch^-Wlh>LesWrk!rH. , ß. Die Ausbildung HÄbräisch beherrschender Jugendführer.? , 3, Dey Beitritt zu hchräischen Slgendorgauisationen. y. ü. Mrderungen an die Schule. Die jüdische Jugend fordert Me! PfltzMi -dW iMbkÄschNr ' 'Sprücheals» Grundlageder ^.jüdischen MWÄlM lehift den hebräischen Scheinunterricht - in seinen erM:rtenWorMen im Rahmen deA gegenwärtigen Religionsunterrichtes,7 'dm nur noch einen kärglichen Rest des einstigen eigenen jüdischen Schulwesens bildet, ab. Sie fühlt sich durch die Vernachlässigung der hebräischen. Sprache zutiefst beschämt. . Die Jugend forderteinen hebräischen Mimimallehrplan der Schule, durch den-die Möglichkeit der Vertiefung in die jüdische Kültür, der Pflege echten Nationalbewußtseins und wahrer Religiösest vorgezeichnet erscheint. Sie MUß mindestens hebräischen Sprach-: und Literaturunterricht schon in den bestehenden Schuleinrichtüngen m WtÄN. Ausmaße, fo^ern,- der dem Hebräischen als der Sprache -ihrer Kultur zukommt. In. der Erkenntnis jedoch, daß eine jüdische Erziehung nur i.n her eigenen iüdif^n Schule restlos verwirklicht werden kann, erstrebt Md fordert sie diese nationale jüdische Schule, die allem die Möglichkeit Mer künftigen Hehräisrerrmg von Schule und Lehen gewährleistet. EEL Die jüdische Jugend weist auf die Wichtigkeit der hebräischen Lehrerausbildung auf fprachpädagogischer und jüdischkultureller Grundlage hin, die nur von eineM jüdischen Pädagogium geleistet werden Sann. Ebenso bedarf es zur Erreichung unseres Zieles der Schaffung jugendgemäßer, geeigneter Lehrmittel und Lehrmethoden. IV. An die jüdische Oeffentlichkeit spricht die jüdische Jugend dieErwartung aus. daß sie durch tatkräftige Förderung der Hebräischen SprachpfleM die Bestrebungen der jüdischen Jugend erMögWe. Die jüdische' Jugend hofft von den -Führern der jüdischen OeffentliiWrt? daß sie Aur Erreichung unseres Zieles beispielgebend die lebendige Pflege der Hebräischen Sprache durchfuhren: werden. Sie erwartet von den Erwachsenen die DereiniupM, und Reform bereits bestehender Institutionen für hebräische Spracherlernung, sowie die Schaffung neuer, zweckdienlicher Einrichtungen. für hebräische Sprachpflege. Insbesondere erwartet sie daK WMMudev Gewachsenen für die jüdische Schule mit weitest- Me>ÄM Wegedes- ZchMclM. Hilfsvewin für die notleidjende Milchst Bevölkerung m MMz-mn WMziMr HLWoerem). (Gegründet 1901 . vom Verbände der israelitischen Humanitäts-' . - vereine BMar B'rith für Oesterreich.) Dem soeben erschienenen Berichte dieses Vereines entnehmen M'r: ^" . . Bei Kriegsbeginn hatten wir in Galtztm 25 Arbeitsstätten, und zwar 7 für Klöppelei, 3. für -Filetarbeiten und 13 für Weiß? stickerei. Durch den Russeneinbruch mußten sie sämtlich aufgezlassen werden. f Unter. dem Eindrücke der ersten Kriegsereignisse wurde beschlossen, 50.000 Kronen Nominale österreichischer Kronenrente aus unserem StaMMverMögen zur Linderung der Not der vom Kriege heim-gesuchten jüdischen Bevölkerung Galtziens zu verwendend Diesen Betrag führten wir der vom Verbände der B'nai B^cith-Vereinigungen angeregten und von diesem mit -der Israelitischen Allianz und uns gemeinsam verwirklichten Hilfsaktion zu. Im Rahmen unserer bisherigen Tätigkeit eröffneten wir im Oktober 1914 in Men eine Mhstube für Flüchtlinge, in. der zunächst aus uns gespendeten Stoffen 3369 Wäschestücke verfertigt wurden, die wir gemeinnützigen Anstalten für Flüchtlinge: schenkten. Die Arbeitslöhne bestritten wir aus unseren Mitteln.. Ueberdies wurden in dieser Nähstube für das k. k. Gewerbeförderungsamt in Wien 86.000 Stück Militärwäsche (Hemden und Hosen) hergestellt, Zu, den hieraus erwachsenen Auslagen leistete uns das k. k. Ministerium für öffentliche Arbeiten einen Ersatz von 2500 Kronen. Den Flüchtlings-Frauen u"d -Mädchen. . dieZ°eniweder nicht maschinnähen konnten oder an ihr Heim gebunden waren,, boten wir zur selben Zeit Heimarbeit in der Häckeker und .Weizstickerei. Es fanden in der Häckelei 106 Und .in der Weißstickerei- 242 Personen Beschäftigung. Im Jahre 1915 trat das k. k. Ministerium des Innern an uns heran, in Wien eine mit einer Nähschule verbundene Nähstube zur Erzeugung von Zioilwäschr für Flüchtlinge auf Staatskosten zu errichten. Diese kam in den ersten Tagen des März 1915 in Betrieb, und wurde am 30. Juni 1916 ^schlossen. Es waren darin im ganzen 318 FküchtlingÄ-Frauen und -Mädchen, darunter' 165 Schülerinnen,, beschäftigt. Fertiggestellt wurden 115.377 Wäschestücke. Sämtliche Kosten im Betrage von Kronen . 256.621*42 (darunter für den Ankauf von Material Kronen 215.731-92 und für Arbeitslöhne Kronen 22.678'10) wurden uns aus Staatsmitteln ersetzt. Auf unser Ansuchen hat das k. k. Ackerbaummisterium uns seinen Konsulenten für Geflügehucht und Geflügelhaltung Wr Flüchtlinge zur Verfügung gestellt. Dadurch soll den Flüchtlingen nach Rückkehr in ihre Heimat ein: neue Erwerbsquell: erschlossen werden. Der Kurs fand in den Monaten Juni und Juli 1916 statt und wurde von 30 Personen besucht. Mit unserer Tätigkeit für die außerhalb Wiens weilenden Flüchtlinge konnten wir erst im Jahre einie^eri, da, solange sie. in Barackenlagern untergebracht waren, die Staatsverwaltung für deren Beschäftigung^ zu sorgen hatte und auch sorgte. ' Wir griffen erst ein, nachdem die Flüchtlinge aus.den Barackenlagern in verschiedene Bezirke Westösterreichs verteilt worden waren. Wir faßten für sie die Haarnetzerei und die Filettechnik als Erwerbszweige ins Auge, da für diese Arbeiten noch Material vorhanden war. Zur Heranbildung von Lehrerinnen für letztere Technik aus den Kreisen der jüdischen Flüchtlinge ließen wir durch »die k. k. Anstalt für Frauenhausindustrie in Men einen besonderen Kurs veranstalten. Der größte Teil der.Kursbesucherinnen fand bei uns Anstellung. Ende Dezember 1916 halten wir bereits in 12 Flüchtlings-Aufenthaltsbezirken teife Filet-, teils Haarnetzarbeiten eingeMhrt. Im Jahre 1917 kamen 30 Bezirke in Böhmen, Mähren, Schlesien und SteierMark dazu, dagegen 11 aus verschiedenen Gründen in Abfall. Wir hatten somit Ende 1917 in diesen Ländern 31 Arbeitsstätten im Betrieb.? Was Galizien, unser eigentliches Tätigkeitsgebiet, betrifft, haben wir, bald nachdem infolge des Durchbruches bei Gorlico» eine Anzahl gallischer Bezirke aus dem engen Kriegsgebiete aus? geschieden worden war, in die befreiten Gegenden Arbeit gebracht. Ende 1916 hatten wir in Galizien wieder 19 Arbeitsstätten,. Im Jahre 1917 kamen 5 dazu, dagegen fielen 3 ab» so daß Ende 1917 ihr Stand 21 betrug. Innerhalb und außerhalb Galtzieus hatten wir somit Ende 1917 52 Arbeitsstätten. Hievon entfielen auf Filetarbeiten 20, auf Haarnetzerei 19, Weißstickerei 6, Klöppelei 4 und Perlenarbeiten 3. Än Arbeitslöhnen würden in diesen Industrien im Jahre 1916 Kronen 41.418-46, dagegen iM Jahre 1917 Kronen 96.364 53 ausbezahlt. IM Jahre 1918 sind bisher 2 Arbeitsstätten für Filet- und 3 für Haararbeiten neu errichtet worden, während für Perlen», arbeiten 2 in Vorbereitung stehen. Erwähnen Müssen wir noch, daß wir schon im Dezsmber 1915 der Vorschu^asse der I. C. A. -in Przemysl 5000 Kronen als Einlage mit der Bestimmung überwiesen haben, sie, zu .Darlehen ani 'Gewerbetreibende behufs Ankaufes von Wertzeugen und Maschinen zu verweuden. Die ständigen Einnahmen des Vereines haben sich während der Kriegstzeit verringert, indem ganze Ortsgruppen mit Rücksicht auf eine anderweitige Jncmfpiuchnphme thirer Mitglieder, und innerhalb anderer Ortsgruppen einzelne Mitglieder, zumeist, weil sie Kriegsdienste leisten, ihre Beiträge nicht abstatten. Dagegen steigen die Auslagen (die Bezüge des Bureaupersoqals und der Lehrkräfte, dann die sachlichen Auslagen) infolgeder Teuerung. Wir wollen derzeit eine Echöhung des Mitgliedsbeitrages nicht beantragen, bitten jedoch unsere P. T. Mitglieder und Gönner,

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