Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-05-17 · 19 (17.5.1918) · page 11

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
19 (17.5.1918)
Date
1918-05-17
Page
– (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/3020846-3022300-3022320--26879-3052263
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Ri. 19 Tr Bloch s Wochcnfchrtft Se4. 303 und national-jWischen Bewegung he Oesterreich mit dem Ministerpräsidenien Dr.S-eibh e r und mit dem Minister hes Innern Grasen T o g g e nhurg und über die Denkschrift, die diese Delegation der Regierung überreichte, die die national-jüdischen Forderungen in bezug auf die Umgestaltung der österreichischen Verfassung enthielt. Die Wiener „ReichSpost", die unsere Meldung reproduzierte, knüpfte daran die Bemerkung, „daß^ man vom christlichen Standpunkte aus, der „jedem das Leine" zubilligt,, mit diesen Forderungen im >allgemeinen nur einverstanden sein könne". „Es geschah," schreibt die „ReichApoft", „sowohl den Christen als auch den Juden dadurch ein Unrecht, daß die Gesetzgebung den letztereio bloß, den Charakter einer religiösen Bekenntnisgememschäft,, nicht aber den eines eigenen Volkes zuerkannte, wodurch' sie zu Parasiten jedes ihrer christlichen Wirtsvölker gestempelt wurden, die ihrerseits alsbald mit Abwehrbewegungen reagierten. . . Wenn der Ministerpräsident und der Minister des Innern tatsächlich der bei ihnen erschienenen Judenabordnung die Förderung der angeführten Wünsche zugesagt haben, so haben sie sehr löblich gehandelt." - Zu diesen Auslassungen möchten wir bemerken, daß die national-jüdische Bewegung das nicht - zum erstenmal bekundete Wohlwolleu der Presse vom Schlage der „Reichspost" unangenehm empfindet, sich aber dadurch in ihren Ueberzeuguugen nicht irremacheu läßt. Der Antisemitismus hat seine Hauptquetlen in ganz anderen Umständen als in der Tatsache, daß es eine Gruppe von Juden gibt, die sich der Umgebung aubiedert und, unter fremder Verkleidung auftreiend, die nationalen Grenzen zu verwischen .sucht. Aber soweit die Antisemiten die'es Maskenspiel ablehnen, kann es dem jüdischen. Volke nur recht sein, denn die Assimilation dieser Art kommt doch nur einer Handvoll von Juden zugute, schädigt hingegen ungemein die Interessen des Gesamtjudentums. Ein. Opsrrtag der jüdischen Arbeiterschaft NewyorkS. Das Jüdische Preßbureau in Stockholm meldet: Die jüdischen Gewerkschaftsverbäude Amerikas, deren Zentralen sich in Newyork befinden, haben den Beschlnß gefaßt, beu Lohn eines ganzem Arbeitstages aller New- Yorker Mitglieder dem Fonds für die jüdischen Kriegsopfer vermittels des Volkshilsskomitees zuzuführen. Zu diesem Zwecke wurde die übliche Arbeitsruhe am 28. Februar, d. h. an Washingtons Geburtstag, dieses Jahr aufgehoben und sämtliche jüdischen Arbeiter ausgefordert, in den Werkstätten zu erscheinen, um den.Ertrag der Arbeit dieses Tages den jüdischen Opfern des Krieges in Osteuropa und Palästina zu widmen. Die Arbeitgeber bekundeten ihre Sympathie für die Aktion damit, daß sie die Arbeit des Opsertages als Ueberarbeit zu behandeln und mit dem üblichen Zuschlag von 50, teilweise auch 100 Prozent zu entlohnen versprachen. Die erwartete Einnahme des Opfertages wird ans 1,250.000 Pfd. St. geschätzt. Die Tat der jüdischen Gewerkschaften Newyorks, die auch in vielen Prooinzstädten Nachahmung findet, hat allgemeine Bewunderung in der amerikanischen Oeffentlichkeit hervorgerusen. Gmsenberg Uer die Lage der Juden in Rußland. Der bekannte Journalist Herrnann B e r n st e i n, der gegenwärtig in Petrograd weilt, publizierte in der Pariser Ausgabe des „Newyorker Herold" ein Jntervierv mit dem bekannten jüdischen Politiker Advokat M- Gr Ilsen borg über die allgemeine und die jüdische Lage in Rußland. Gruscnberg wies die Behauptung zurück," daß die Juden an der Bolschewikiwirtschaft Muld seien, und erklärte, daß das Judentum auch mit den bolschewistischen Führern jüdischer Abkunft nichts zu tun habe. Die Maßnahmen der Bolschewik , sagte er, treffen die Juden sehr hart. Handel und Industrie seien durch die gegenwärtige Regierung lahmgetegk,- worunter die Inden unsäglich leiden' wenn eine Reaktion eimritt, werde sie grausam und stumpf sein, und es sei sicher, daß die Inden ihre ersten Opfer-sein werden. „Pogrome ereigneten sich in der Ukraina im Monat Oktober," setzte Grnsenberg fort, ,nnd wir erhielten Telegramme aus etwa zweihundert Städten, die^ von judenfeindlichen Exzessen mel/e en. Das russische Judentum macht die schrecklichste Tragödie durch> es ist zersplittert und zerstreut über die Ukraina, Litauen und Polen, wo seine Aussichten für die Zukunft sehr entmutigend süld. Das russische Judentum ist von sechs Millionen auf eineinhalb' Millionen reduziert worden." Zum Schluß bemerkte G r u s e n b e r g, daß während die russischen Juden so entsetzlich durch den Krieg gelitten haben, sie die einzige Nation in Rußland sind, die die Teilung Rußlands nicht gewollt haben. VermLsebtes. Wien. (Gottesdienst.) Vom Vorstande der isr. Kultus genrein de Wien werden ailäß'ich des di.'Sjähiizeu Schewuo.h (Wocheu-)Festes im mit eren Konz r l'ans'ael feierliche Gottesdien st e veranstaltet, und zwar: Donnerstag den 16. Mai 1918, HJ9 Uhr abends, Freitag den 17. Mai 1918, l/-,9 Uhr früh. Freitag den 17. Mai 1918, l/49 Uhr abends) und Samstag den 18. Mai 1918, l/Jd Uhr früh. Spendenliste für die Plenarsitz ung des Kultnsvorstandcs vom 2. Mai 1918. Frau Emma Binder, XIII.. Maxingstraße 76, Kr. 50.— für den Waisenverein, Kr. 50.— für das Jeiteles- Armenhaus.. . . . .Kr. 100.-- Herr Hngo Träger.. I., Rotentnrmstraße 13 für die Aktion Leopold Hilsner... Kr. 43.70 Herr k. ü. k. Oberleutnant Dr. Karl Trinefcr, IX., Pramergasse 3, für Arme.. . Kr. 3V.- Herr ^Alexander Schönberger, ll., Obere Tonanstraße 109, für Ansspeisung von vier Kindern ..Kr. 24. Herr Bruno Berger. II., Pcaterstraßc 66, Kr. lt>- für das r'eitcles-.Armcilhans, Kr. 10.— für den Waisenverein . X.. . ... . Kr. 20.— Frau Rosa Frank, lX. Jngenhonsgasse -I Spende für wohltätige Zwecke anläßlich der Erfüllung eines Gelübdes ..Kr. IÖ — Alexander Golde. I., Hohenstaufengasse 3, für die Armeuanstalt.Kr. 10.— UL UL für Blinde.. . . . . . . . . Kr. 10.— A. Berg, IX., Alserstraße 17, zur delkebigen Berteilung an Arme.Kr. 10. - A. Dorfmann, Belgrad, durch «Tie Zeit" für die Leopold Hilsner-Aktion.Kr. 5.— Ltnonymus ,G", 2 Oest. Rote Krenz-Lvfe 1822/42,1322/43 Spenden im Bethaure l pro April 1918.. . Kr. 6350.— Spendenim Bethause II pro April^l918.Kr. 4420.— Kranzablösnngsspenden zugunsten der Chewrn Kadischu in Wien I.. Seiteustcltengaffe 4 für arme kranke K'and,s e essen Anläßlich des Ablebens des fel. Josef Wecthcim: .Karl Freund 20 K., kais. Rat Moritz Reif und Frau 20. Julius und Ernst Schlesinger 50, Fanny und Hugo Reif 20, zusammen 110 K. Anläßlich des Ablebens des fel. Samuel Rechuch.'r: Eduard Rechnitzer 100 K., Adolf Mandl 20. zusammen 120 S\. Anläßlich des Ad leb: ns der sel. Marie Seiduec: Ernst Scidn-'r 10 St " Anläßlich des Ablebens der sei. Auguste Weiß: Adolf Huppert 20 K.. Fanni Bloch 20. Adolf Knecht 10,' Karl Huppert 3. zusammen 53 ü. ' Anläßlich des Ablebens des fel. Oskar ttuznitzky r Eugen Kuznitzky 15 K. ' t . -

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.