Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 35 (1918)
- Issue
- 18 (10.5.1918)
- Date
- 1918-05-10
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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w* . Dr. Bloch's Wochenschrift kt. 18 Neigung des Lehrlings oder Lehrmädchens für ein bestimm'tes Fach xnrd Kenntnis der jeweiligen Lage des Arbeirstnarktes. ... ' ’ D>a Ansichten und. Wünsche der Eltern allein nicht die Bürgschaft.für den. Erfolg bei der Berufswahl bieten- ^widmen seit Langer Zeit schon seriöse Vermitttungs- 'DHü-Meseb' für Ae- .Zukunft- und Erwerbsfähigkeit so- . wig für die EdHüng der Lehrlinge und Lehrmädchen so ^-wich tigen Frage chre v olle Aufmerksamkeit und sind. glle aus diesem Gebiete' gesammelten ErfahrungM für diesen Zweck in Anwendung zu bringen. - seinem/'nahezu zwanzigjährigen Bestände hat daH Buregu des.Vereines -für un entgelilicheb Arbeitsnachweis diesem Zweige-der VernriLtlungstätigkeit besondere Sorgfalt gngedeihen lassen. Die" Zuweisung von Bewerbern für^Lehrlmgsstellew hat nur bei- Erscheinen der Eltern oder des' Vormundes nach eingehender ^Besprechung der Gesuche' und angeborenen - Stellen stattgefunden. Wie,wix in diesem ' fürchterlichen Kriege aus so manchem Gebiete kultureller und wirtschaftlicher Angelegenheiten gelernt und. umgelernt haben, so dürfte auch lier das Verlassen des, starren Festhallens an dem' Her-, kömmlicheri' tzintreten und von Vorteil sein. - Mach denr von der Lehrtingsfürso rgekommission des ^wMMdnNMfchulr'ates' Wrausaegcbenen Hilfsbnche für BMfWeräürngwaren' stach dem Stande vom .1. ßa* nUar I91ä 'IZ.49'4 MWchen in Wien bei verschiedenen Mverblichen - Genossenschaften als Lehrlinge aufgednngen. Das KleidernrachergMerbe stellte das HauvtkontinaW mit der Zahl von.9851. .Wahrscheinlich werden sM wMche LKlmge..in:her MehrzM auch künftig-' W...diesem..Kwe,rbe zuwenden. Wir finden aber' auch' istfthieftjn '/lehrreichen,.. Büchlein.. andere Gewerbe 'aufgewnL Zeifteingedrmi gen war. Mb waren bei der Genoisenschaft' 'dlKr.-SchtÜMacher.-. 99 . Lel-Mk^ädchen,, -als ZückerbÄßerleh'v-- linge 9,/glstJuweliere, Gold- und SMerichmiede 5, als Glaser 2, als. Buchbinder 5, als .Bäcker 2. Tausende Frauen' sind' wäbrend des Krieges zu Arbeiten herangeA-ogen worden, die ihnen früher aanz fremd«.Mxentzmd Haben da zufriedenstellende Leistungen geboten. Die Voraussetzung, daß nunmanche Eltern iM 'Töchter Gewerben oder Handwerken mzulübren be-. muhf sein werden, die bisher von weiblichen Lehrlingen nichsi'aewÄlt ^würden, dürfte in den folgenden -Jahren. ibir' BeWllqung finden. Es werden unzweifethast auch hier'neue Bahnen beschritten werden. / In Würdigun g der Wichtigkeit der angeführten Umstände und" -der - M t erwartenden Veränderung in den wirtschaftÜchen. Ve^Ätsisisien. Rechnnna tragend, hat der Vorstand des Per eines für unentgeltlichen Arbsttsnachweis in feinem Bureau , die Einrichtung getroffen, dyßr-ivesinal wöchentlich. je eine Stunde, und zwar am Dienstag und Freitag glwischw 1l und 12 Uhr Vormittags/ Beratung für Jugmrdliche stattmrden soll --''.Gleichwie der - Verein KWer. lduvch-/ünentäeWche Vei'Mirtlutta von mehr als 60.000-Arbeitnstd Stelleniuchenden>. die. zum großen Telle dauernd vlacieist winden-. bemUht war,' die wriale Aufgabe, dieer sich bei seinmEründurrg aesielll Haft zu erMlen,' wird die Pflege der .Berussb'eratuna ü"dweitere Fürsorge. für ' Jugend- .^Ent leitenden' Gruudfab in der Tängkeit seines AL-irwachweises bilden. . - ' . Josef Weisz, . . Bureau Vorstand des .Vere'stes für. unenrgeltl.Arbe.its'-. , ' . h . . . Nachweis. . Zu Len Exzessen in. KmAur r . Wir erhalten folgende Zuschrift: " ' ' ft/.M r'ft! Krakau, den 3. Mai, 1918. Sr. Hochwohlgeboren HerrnDr. Josef Bloch, ft Herausgeber und Redakteur 'der „Oesterr. Wochenschrift." . Wien, Ü/1,. Praterstraße 9. Sehr geehrter Herr Redakteur! Ueber die traurigen Exzesse in Krakau sind in einigen Blättern in den Berichten Mitteilungen betreffend mein Verhalten» bezw. dasdes - Kultusvorstandes gemacht worden, die vollständig. auf Unw ahrh eitberichen^ Jitsb'esondere soll ich oder der Knltusvorstand — Jöeibe Versionen konrmen vor — angeordnet haben, die Leiche des unglücklichen Opfers der Exzesse in aller Stille weg- - znftrhren. ' . , : . ' Es ist mir nicht rnöglich, in allen Zeitungen, welche derlei Mitteilungen gebracht haben, - solche in erschöpfender Weise zu berichitiaen, und da sowohl der Kuttnsvorstand, wie auch ich für meine Person, ein begreifliches Interesse haben, den wahren Sachverhalt der .jüdischen Oeffentlichkeit nntzutellen,. erlaube ich. mir, an Sie, sehr geehrter Herr "Redakteur, mit dem höflichen Ansuchen heranzutreten, in Ihrem Blatte, welches! sich! so großer Wertschätzung und eines! so bedeutenden Leserkreises erfreut, dem. im solgeirden dargestellten Sachverhalt, für dessen, worttvörtsiche Wahrheit ich persönlicheinstehe, Raum geben zu wollen.. . . - . . - >Am Dienstag den 16. April' l. J> abends wurde ich während eurer Versaminlung, welche aus!.: Anlaß, per Exzesse im Kauftniännisch^en. Vereine abgehalten - wurde, von dem Ableben des sel.. Meller verständigt. Ws ich nach Schluß der Versammlung inh. Begrisse war, das- .Lokal zu /verlasien.^^-esMär^gegM... isi^llhr MerM —, erschien - eine" Abordnung von einigen- Herren,; welchemir mittellte, es 'sei das^ Gerücht verbireitet, daß die Leiche des Verstorbenen-heimlich vom Sterbehause aus den Friedhof werde Wersührt werden, essoll. Me3 von einem Teile der Orthodoxen > beabsichtigt seindas Leichenbegängnis! sei aber für Mittwoch, 12 Uhr "mittags, angeordnet und es werde an mich das Ersuchen gestellt, ich archge . veranlassen, daß das! Leichenbegängnis" zur be-- sLimmten Stunde vom Sterbchause aus stattfinde.. -Ich . habe die Herren eingeladeu, sich! - mit mir in > meine vis-awis gelegene Wohnung zu begeben, wo. ich dann in. Anwesenheit der Abordnung dem Friedhofverwalter! Herrn K r enge l telephonisch den Auftrag erteilte, „alles anzuordnen, damit das! Leichenbegängnis vom Sterbe- Hause ausavl Mittwochum> 12 Ühr' mittags stattfinde, und nrachte ihn persönlich für die Btzfölgung ' dieses Auftrages veranttvortlich. Die Herren dankten und entfernten sich. ' ' ' - . Gegen 3 Uhr nachP wurde ich von einigen jungeir Leuten geweckt, welche nlir berichteten, daß soeben hin Po lize i kommissär mit Polizeiassistenz und einem Leichenlvagen vor dem Sterbehause angetangt sei, um die Leiche zur Obduktion zu überführen, und! ersuchten mich, zu erwirken,, daß von der / Ueberfühirung' der Leiche Abstand genommen werde. Ich! verband mich sofort telephonisch mit der Polizeidirektion.. Der diensthabende Polizeikom- . nrissär erklärte, daß er den Polizeidirektor nicht Zwecken dürfe, er habe jedüch! den Auftrag, "behufs Vornahme der aerichtlichen, von ' der Staatsanwaltschaft - angeordneten Obduktion .. die Leiche zu überführen, . und daß dieser Auftrag unter allen Umständen aüsgeführt -werden müsse. Die Anw es end en hörten. das' ganze Gespräch, sahen ein, paß ein Widerstand nuhlos lviäre, ünd. entfernten! sich. Am Mittwoch vor 9 Uhr früh .erschien bei mir - der -Hiesige' ^Mvokat - -Herr' Dr.' F/eh d'-b-l ü m-