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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-05-10 · 18 (10.5.1918) · page 2

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
18 (10.5.1918)
Date
1918-05-10
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seit» 278 Dir. Bloch'S Wochen sch rist Skr. 18; werden, es in den Juden, die sie nunmehr auch gesetzt lich als ihre Bürger anerkennt, eine unendliche Summe von loyaLr, hingebungsdoller, dem Staate ergebener Arbeitskräfte.gewinnt, 'diewesentlich dazu beitragen wer-. den,' die Heilung der- - Wunden, bie^ -gewissenlose...Rumänen .—. Feinde des' Judentums — dem Lande geschlagen, Zum Segen 'des Lgndes zu beschleunigen. Wir wissen es genau, 'daß dieser Triumph des Rechtes unserer Brüder in Rumäüien öon einem siegreichen Rumänien niemals hätte erwartet werden können. Wir wissen es aber ebenso genau, daßj, wenn an dem Beratungstische im Schlosse Cotroceni die Mittelmächte, und ganz besonders die österreichisch-ungarische Monarchie nicht durch Männer wie Gras Czernin und seine Berater vertreten gewesen waren, wenn dem Grafen C z e r n i n nicht. Baron B u r i an gefolgt wäre, mit einem Worte, wenn an diesem Friedenswerke nicht Männer gearbeitet hätten, die selbst Herz and Sinn für Rqcht und Gerechtigkeit haben, so unterliegt es keinem Zweifel, daß das' besiegte Rumänien, wenigstens im Judenpunkte, leicht hätte einen Sieg davontragen können. Wir haben aber ebenso , die .Ueberzeugung, daß unsere' Staatsmänner in ihrem Bestreben, den Bukarester Friedensvertrag auch in bezug auf die rumänischen Juden zu einem Dokumente des! siegreichen Rechtes zu gestalten, durchdas Bewußtsein gestärkt wurden, daß sie im Geiste, und! im Sinne ihres Herrn und Kaisers Handeln. Würden wir. einem anderen Partner als,Rumänien gegenüb erstÄhen, so könnten wir uns darüber beruhigen, daß der Friedensbertrag in allen seinen Punkten — also auch; ür bezug auf die Gleichberechtigung der Juden '—dem Geiste nach in Erfüllung! gehen werde. Wir wären dann sicher, daß es' fortan in Rumänien keine rechtlosen Menschen, also auch keine rechtlosen Juden geben wird. Denn nur das! und nichts. anderes kann wohl der Sinn und! die Absicht der in den Punkten 27 und 28 des' Friedens'vertrages niedergelegten . Bestimmungen sein. Wir haben esl aber mit Rumänien zu tun, das, wie ja die Geschichte der letzten drei Jahre lehrt, nicht nur den Juden, sondern auch seinen Bundesgeiwssen gegenüber sich! als! nnverläßlich erwies und stets große Geneigcheit zeigte, durch Wortklaubereien sich den Bertragsberpflichtungen zu entzichen. Einem solchen Partner gegerrüber ist die Fassung der die Gleichberechktigung behandelnden zwei Punkte geradezu gefahrvoll. Sie zeigt den Rumänen den Weg, wie,sie die klare Forderung nach! Gleichberechtigung! aller seiner Bürger durch Schikane umgähen und von den AweiMalhundertsünfzigtausend Juden zumindest die.Hälfte, d. h. diejenigen, die, sei es infolge einer rückständigen Verwaltung, sei infolge der Verheerungen des Krieges oder aus anderen nicht von den Juden selbst abhängigen Gründen, nicht in . der Lage sein werde, den Nachweis zu erbring gen,' daß sie oder ihre Eltern in Rumänien geboren oder. mit ihrem Gut und Blut. das! sie so stiesmütterlichi behandelnde rumänische Vaterland verteidigt haben. Das Mißtrauen,, das wir Rumänien gegenüber hegen, gibt sich ja auch, berechtigterweise in den Vertragsbestimmungen MilMrischer Natur kund. Unsere Besetzungsheere bleiben bis auf weiteres im Lande, sie. lhÄben die Aufgabe die getreue Erfüllung be§r ganzen Vertrages in allen seinen Einzelheiten zu überwachen. Dieser Umstand bietet den- Juden-mehr .Beruht-! gung und sicherere Garantien als Treue und Glauben seitens' Rumäniens'. Die rumänischen Juden sind vom aufrichtigem Dank erfüllt für den guten Willen, den die Mittelmächte ihnen gegenüber bekundeten; ihre Hoffnung ist jetzt darauf gesetzt, daß., dieser Wille auch'in die Tat umgesetzt werbe, denn nur dann wird die Mission der für' Recht ■ kämpfenden Heere der Mittelmächte in Rumänien erfüllt und der Berliner Vertrag endlich zu Ehren) gelangt sein.) > .. . Gm ernstes Mahnwort! ) . Wiel zu länge, fchoch ohne den schüchternsten.Mrsuch .einer kräftigen Abwehr tobt durch Wien und ganz Oesterreich eine wohlvorbereitete JudenhetzL .vom. einex- Intensität, wie nie zuvor. Politische Pläitenbrüder - aller Nationen und Preßstrolche, eigens hiezu gedungen,' fallen über die Juden her, lassen ihren Verbrecherinstinkten ungehindert freiesten Lauf, schür en und' .Hetzen nach Herznenslust und haben nur den einen Schwerz: daß sie es bisher bloß zu einem einzigen . lumpigen „ Pogssömchen — in Krakau — gebracht haben. Doch, lassen sie darum die schonen Hoffnungen noch.- fange;..nichb-.-fahren)■ die Schlachtpläne, bis! ins Detail ausgearbeitet von/Hervor^. die Soldaten mit der nötigen KriLgWegeisterungzu er Dazu ist diesen wackeren lich. kein Mittel zu schlecht. Es'ereignet sich überhaupt nichts!, an dem die Juden nicht schuld wären. Erfreuliches^ natürlich wird den Juden nicht in .die Schuhe geschoben. Was noch einigermaßen für ^Laat und- Volk zum Guten ausgeht, ist unweigerlich Verdienst der Antisemiten. Aber alle Leiden und'Plagen, die der Krieg über die Menschheit' gebrächt, Hunger- Mängel, Krankheit, Sterben, kurz alles nur erdenkliche Böse in dieser Welt '-7das kommt ebenso unfehlbar von diesen verfluchten. Juden her.- .Me.-.Juden.- .Haben den Weltkrieg arrangiert, sie sind.die ärgsten Kriegshetzer, heulen.s!e, wenn sie ffich sriedenssreundlich gebärden wollenrmd die' Inden sind staats- Und nationsfeindliche Fried ens-. Winsler, zetern dieselben, wenn stets gerade mit dem Annexionismns halten. Die Juden sind — alle samt und sonders — typische Großkapitalisten, habgierige Ausbeuter, die dem Volke das. -Mark a,us den Knochen saugen und zugleich —, welche Hexenmeister! —' revolutionäre Umstürzler, denen das Althergebrachte nicht heilig ist, Kommunistendie das!.Eigentum abschaffen v'nd'- alle Menschen gleich machen wollen. / ) '; Wer ^könnte all die tausenderlei sinnlosen Wider-' sprüche in einem Atem aujzählen? Das erforderte ein dickleibiges Buch! Nur einiges' von den antisemitischen Kampfmethodeü der KriegMit: Alle Juden, .sind Wnchierer, Preistreiber, Kriegsverdiener, Schleichmnd Kettenhändler, alle Not, alles. Entbehren kommt daher vyn den Juden, und wenn ein Blitz Mer'Nacht alle Inden vernichten würde, lebte anderen Tages die Welt im schönsten Ueberslnsse. Der Bauer — der brave Bauer, der nur gM, nie nimmt — würde seine Kartoffeln, sein Mehl und sein Fleisch seikbieten zu Preisen, von'anno 1914, die bürgerlichen Fragner- Fleischer und Solcher würden nur demjenigen Lebensmittel verabreichen, der Mangel leidet, und beileibe - nicht dem, der mdj'v zahlt usw. So herrlich' war's trotz Krieg - ohne. Juden! J ,Kn Ernste: Es gibt nichts.Gemeineres als diesen verlogenen Kamps gegen den jüdischen Wucher und den jüdischen Schleichhandel. Mögen sie den Wucher und den SchleichhandelMlechtweg bekriegen, nnd 95 Prozent^ aller Indenstellten bei diesem notwendigen. Feldzuge - chren Mann. Aber die nichtjüdische Preistreiberei und den nichtjüdischeü Schleichhandel tolerieren, ja geradezu verteidigen, aus! dem Kampfe gegen Wucher und Kettenhandel eine Hetze gegen alle JrÄ'en ohne - irgendwelche Ausnahmen zu machen, daD'dürfen wir -uns-nichteinen

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