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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-05-03 · 17 (3.5.1918) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
17 (3.5.1918)
Date
1918-05-03
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Dr. Bloch'S Wochenschrift «r, 17 Vielleühi nähme sich auch der in den nächsten Tagen in Wien ragende Aemeindebund dieser hochwichtigen Frage an. ' - Ihr ergebener - Dr. M. 3 reif/ Rabbiner in Raußnix. AuÄ einem Gemeindeausschüß. Der Gemeürdeansschuß der Stadt Hartberg beschäsligte sich, wie die „Selbstwehr" berichtet, gemäß dem ihr vorliegenden Prorokoll, in einer unter Vorsitz des Bürger-. Meisters Fritz S rächet startgesundenen Sitzung mit dem „Ansässigwerden des Juden Reiniger, Obst- und Mosthändlers". Herr Negro stellre an den Bürgermeister die Anfrage, „was seitens der Gemeindeverrrerung unternommen wurde, um die Seßhaftwerdung des Juden in der deutschen Liadt Hartberg zu verhindern". Der Bürgermeister berichrere hierauf über die unglaublichen Persekurionen, die er sich gegen Den erwähnten jüdischen Staarsbürger erlaubt hat, und ersucht,- jedes einzelne Mitglied des Gemeindeausschusses möge dazu beitragen, die Ansiedlung von Juden in Harrberg zu verhindern. Der Vermieter war nämlich auch Gemeinderar, ihn ersuchre der Bürgermeister, die Entfernung des Juden schleunigst zu veranlassen. — Dies ist ein Bericht aus Oesterreich anno Domini 1918. Hoffen wir, daß Die Gleichberechrigung der Juden"— in Rumänien — durchgeserr werden wird! Poiitischc Brunnenvergiftung. Die Bremer „Weserzeiruug", die vor ihrem Verlagswechsel Las führende forrschrirtliche Organ Nordtvest- Leutschlands war, hat, worauf.. wir. erst xetzD aufmersiam KMchr Äerdech m Mer" Nr'. '158' vorn' Marz 'solgeude Nachrichr gebracht: Bern, 1. März. Die „Neue Zürcher Zeitung"' schilderi in einem Bericht aus Newyork eine Versammlung der Amerikaner deutschen Ursvrungs. Es wurde eine Entschließung angenommen, die den d e u rs ch e n K a i s e r a n greift und das d eutsche Volk aufsordert, ihn und die Autokratie zu stürzen. Dr. Coh n forderte in einstündiger Rede die Versammlung auf, in einer großen Kundgebung, sich dahin zu erklären, daß die Deursch-Amerikaner fest entschlossen sind, ihr möglichstes zu run, um zum' Siege der Entente beizutragen. (Anmerkung der Redaktion der „Weserzeitung": „Diesen Dr. Cohn.wollen wir uns auch nach de)N Kriege merken!") Der Zensralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens reilt nun folgendes mit: „Die von uns hieraus gerroffenen näheren Feststellungen haben ergeben, Laß die von der „Weserzeirnng" gebrachte 'Notiz völlig frei erfunden ist, und die „Neue Zürcher Leitung", wie sie uns mirgeteilt hat, einen solchen Bericht niem a ls gebra dy r hat. Die „Weserzeitung" hat demnach.-Liesen ^unrichtigen- Bericht nur zu dem Zweck .verbreilet, um Stimmung gegen die jüdische Bevölkerung zu machen und dümir in einer Zeit des Burgfriedens die christliche Bevölkerung gegen die Juden aufzuhetzen." EinLeutsches Komitee „Pro Palästina". In Berlin ist vor kurzem unter dem Namen „Pro Palästina, deutsches Komitee zur Förderung der jüdischest PaWinasiedlung", eine Gesellschaft gegründet worden, die als ihre Aufgabe betrachtet, den Zionismus im Rahmen der deutschen Orienrvolltik zu fördern. Das Kymiree will durch Ausk.ärung der vollrisehen Oessentlichkeit aus die. Bedeuruug Hinweisen, die der Zionismus durch die ivirrschastliche Entwicklung. Palästinas einmal für die mit dein! Deutschen Reiche verbündete Türkei und ferner für die Ausdehnung deutscher Kultur-. und Wirtschaftsinteressen im vorderen Orient gewinnen^ ntuß. . .. . s Die Leirung des Komitees liegt in den Händen der Herren Pros. Dr. Karl Bal'lod, Prof. Dr. Hans Delbrück, EMtlenz Ra sch bau, kais. Gesandter a. D., und der Abgeordneten F e h r e n b a ch> G o r h e i n, I u n ck und Noske. Die Gründung des? Komitees hat aus den Kreisen der verschiedensten Parteien und Berufsschichten heraus Zustimmung gefunden. Eine ganze Reihe Gelehrter, Schriftsteller und Politiker sind bereits.dem erweiterten Ausschuß beigetreten. Genannt seien die Herren: Generaldirektor Hubert Auhagen, Celle, Rektor der Landw irrschafrlichen Hochschule Pros. Dr. Otto A u Hage n, Prof. Dr, Blank e u h o nt,. Marburg, Coh e it-Re u ß, M. d. R., Seminardirektor Schulrat Eberhard, Greiz, Major a. D. End res, München, Erzberger, M. d. R., Dr. Mols Grabowsky, Prof. Dr. H o e tz s dy, Redakteur * K oli % t i, R edakteur K r a n o l d, Chemnitz, Prof. Dr. Meinhof, Hamburg, Kolonialinstirur, Kammerherr Dr. Frhr. Borries v. Münch- Hause n, Sch e id em an n, M. d. R., Prof. Dr. Werner S o in b a r r. Geh. RegiÄungsrat Prof. Dr. S t u h lmann, Hamburg, Kolonialinstirut, Admiral z. D. und Gouverneur a. D. v. Truppe l, Exzellenz Prof. Dr. Max Weber, Heidelberg, Oberverwaltungsgerichtsrat Graf v. Westarp, M. d. R., Geheimrgt Prof. Du Wieden seid, Geh. Oberregierungsrat und Vortragender Rat im Reichs-Kölonialamt Pros. Dr. Zoepflt Gutenbergs GdburWaus —^ ürsprstirgsich! ein ^JudenhÄUs Wie der frühere Bibliothekar der. Großherzogllcheu HvsbMiorhek in Darmstädt, Gustav Freiherr Schenk z U Schw einsberg, in der Festschrift zum 500 jährigen Geburtstage .Johann Gutestbergs nachgewiesen hat, unterliegt es - keinenr Zweifel, daß der Erfinder der Buchdruckerkunst im Hofe zum Gutenberg, denk heutigen -Eckhause der Schuster- und Christophsstraße in Mainz, das Licht der Welt erblickte. Frhr. v. Schenk machte schon damals darauf ausmerks-cün?, daß dieses Haus früher m jüdischem Besitz sich befanch und nunmehr hat Professor Dr. Salfeld, Mainz, in einem! in der wissenschaftlichen „Mainzer Zeitschrift" (Jahrgang 12, 1917) erschienenen Aufsatze: „Die Mainzer Judenerben", in dhm alle Wohnstätten der Juden in Mainz in frühem Mittelalter übersichtlich Zusammengestellt sind, neues Material hiesur erbracht. Bor der großetr Judenverfolgung des Jahres 1349 war fast die ganze Umgebung ' wer. Sr. - ChristophsAvche' in jDische-m Besitz. So zum Beispiel auch das Haus Liebenzell, neben dem Hofe Gurenberg, und die gegenübergelegenen Häuser Zum Affen. Die Gegend hieß noch i.M Jahre 1464 „unter den Juden". Der.größte Teil der verbrannten Judenhöfe wurde, von der Sjtadt Mainz in Besitz genommen, der ihr zwar vom Erzbischof streitig gemacht wurde, aus welchem Streite sie indessen nach zehnjährigem Kampfe siegreich hervorging? Der Besitzfindet sich in den Rechnungen der Siadr lüngehin als „der Stede Juddenerbe". ^Darunter war aber der Hof .Gutenberg nicht inbegriffen: nur eine Scheuer gegenüber Gutenberg wird genannt, von der. der Stadt 3 psd. zu Zins! zusielen. Dagegen ergibt., sich aus der am 27. Oktober 1391 ausgeferrigten Urkunde, laut welcher Henne , zum Jungen Heinrich dem Jungen.den halben Hof Gutenberg Verkausr, daß „dieselben erbe vor zeitten judenerbe gewesen sind". Wann die von Jungen den Hof

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