Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 35 (1918)
- Issue
- 17 (3.5.1918)
- Date
- 1918-05-03
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3020846-3022300-3022318--26845-3052227- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
m, 17 Dr. vlW'S von der Siadt erworben haben, ist nicht bekannt. Die zu ihm gehörende Scheune war noch 1432 städtisches Eigenruin. Der Hof dürste nach der AuswanOerung der Patrizier lvieder an die Stadt gekommen sein. Fünfzehn Jahre nach der Niederwerfung der Stadt hat ihn Erzbischof Di et her 1477 nach Gründung der Universität der Juristen-Fakultät eingeräuml. Später entstand dorr das 1894 abgebrannte Kasino zum Gntenberg. Noch ist es bis heule nicht bekannt, wann und tvo Juden die Erfindung der Buchdruckerkunst kennen lernten, da ja zu jener Zeit die Stadt Mainz ihnen nicht zugänglich war. Daß dies aber schon sehr früh geschah, ist daraus zu ersehen, daß bereits aus dem Jahre 1475 der erste hebräische Druck stammt. D. L. Berlin. D i e G e s e t l s ch a f r z u r Ford e r u n g d e r W i s s e n s ch a f t de s I u 0 e n r n m s versendet ihren 13. Jahresbericht. Aus diesem ist besonders eine Tatsache hervorzuheben: sie har, mitten in den -KriegAvirren, im letzten Jahre die beiden ersten Bände ihrer großen wissenschaftlichen Unternehmungen heransgegeben, nämlich den Sifre, eines derjenigen Schriftwerke, welche der ältesten nachbiblischen Periode angehöreu, sowie den ersten Halbband der „Germania Judaica“. Die „Germania Judaica“ hat die Aufgabe, alle Landschafteu und Orte des. Deutschen Reiches, in ivelchen von den ältesten Zeiten bis zu den Wiener - Vertragen jüdische Ansiedlungen bestanden oder hervorragende Juden gelebr haben, zu verzeichnen und deren Geschichte und Leistungen auf Grund der Quellen in gemeinverstäitdlicher Sprache lind einer auch den Nichtfachmann fesselnden Form darzustellen. Der Plan zu diesem- Werke, zu dessen Bearbeitung die Gesellschaft die hervorragendsten Forscher auf dem Gebiete der Geschichte der deutschen Juden heranunmittelbar nach der Begründung der Gesellschaft gefaßt. Die erfteit Probeartikel erschienen 1909 in der „Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums" uujd sandelt den ungeteilten Beifall sowohl der Fachgelehrlen als auch des wissenschaftlich iniereffierteu Publikums. Gelegentlich der glauzvollett Ta^ gung der Gesellschaft zu Frankfurt a. M., die denk Ausbruche des Weltkrieges fast unmittelbar voranging, konnten die Heransgeber bereits eine größere Anzahl Volt Druckbogen vorlegen. Dann brach der Krieg aus und der Druck des Werkes geriet ins Stocken. Um so größer ist die Genugtuung des Vorstandes der Gesellschaft, daß er im Jahre 1917 dennoch den ersten Halbband der „Germania Judaicader Öffentlichkeit übergeben konnte. Er ist dem Andenken Martin Philip ps o ns gewidmet, des verdienten Ersten,Vorsitzenden der Gesellschaft, der sie seit ihrer Begründung bis zu seinem Tode geleitet und insbesondere sich um das Werk, Ms nun sein Andenken ehrt, verdient gemacht hat. Auch in anderer Weise noch! ist sein Name mit der Gesellschaft dauernd verknüpft worden. Die Gesellschaft selbst hat ihn in ihrer Mitgliederversammlung am 27. Dezentber 1916 zum immerwährenden Ehrenmitglied ernannt, und feine Gattin hat zu seinen Ehren der Gesellschaft einen Betrag überwiesen, mit der sie eine Martin Philippson-Stiftung begründet hat. Eine weitere Stiftung begründete bei der Gesellschaft Herr & B loch, Breslau, zu. Ehren seines verstorbenen Vaters, die David Blo chj-S t'iftun g zur Förderung der wissenschaftlicken Talmüdforschnng, sodaß die Gesellschaft Mt Ende des Berichtsjahres vier besondere Stiftungen ihr eigen nannte. Zn diesen tritt, die Ludw ig Phi liv pson- Gedachinis-.S tiftuit g, die unter der Verivällnng der Gesellschaft steht, welche alljährlich ihre Zinsen jüdischen Lehrern und Jugendvereinen zur Anschaffung au:er, gediegener Werke über Juden und »oWmMrist ' , Judenrum zur Verfügung stellt. Die Mitgliederzahl der Gesellschaft har zwar einen geringen Verlust auszuweiseu, doch steht diesem ein Gewinn an immerwährenden Mitgliedern gegenüber, der im neuen Geschäftsjahre irrfolge der Wiederaufnahme der Werbetätigkeit noch wach sen wird. Für alles weitere fei auf den Bericht selbst verwiesen, der von Herrn Syndikus Dr. N a r h a n, Ham bürg, Werderstraße 30, kostenlos zu beziehen ist. Vermischtes. Neuregelung der Fleischabgäte an MmÄestbemittette. An den Vorstand der Wiener isr. Äulrusgemeinde ist dieser Tage die folgende Zuschrift gelangt: K. k. Amt für Bolksernährung. / Zl. 52250 ^Dep. 10). Hilfsaktion für Mindestbemittelte. Abgabe von Pferdefleisch. An den Vorstand der israel. Kuliusgemeinde in Wien. In Erledigung der Eingabe vom 10. April k. I.. Zl. 1329/18, wird eröffnet, daß zufolge der bereits in den Wiener Tagesblärtern vom 21. d. M. oerlautbarten und am 27. Äpril l. I. in Kraft tretenden Neuregelung der Fleischabgäbe an Mindestbemirtelte auch den Inhabern der färbigen amtlichen Einkaufsscheine nach vorheriger Abstempelung dieser Scheine bei der Broikommisfion der Bezug von Rindfleisch möglich sein wird. Für den k. k. Präsidenten: Dr. Gstertner m. p. Neue Professoren an der Wiener medizinischen Fakmtät. Der Kaiser hat dem außerordentlichen Professor für Dermatologie und Syphilidotvgie an der Universität in Wien Primararzt Dr. Salomon Ehrmann den Titel und Charakter 'eines ordentlichen Universitätsprofessvrs und dem mit dem Tuet eines außerordentlichen Universitärsprofeffors bekleideten Privatdozenten für innere Medizin Generaloberstabsarzt Dr. Alois Pick den Titel eines ordentlichen. Universitätsprofesfors verliehen, ferner den Privatdozenlen Dr. Jak. E r dhe i m zum außerordentlichen Professor für pathologische Anatomie ernannt. Der Privatdozent für Kinderheilkunde Dr. Bela Schick erhielt den Titel eines außerordentlichen Universitätsprofessors. Wien. (T o d e s f a l l.) Bor kurzer Zeit verschied hier im 70. Lebensjahre nach schwerem Leiden Herr Abraham S ilber g, langjähriger Kultuspräsident und Gemeinderat der Stadt Podkamien bei Brody. Mit ihm verschwindet aus den Reihen des strenggläubigen Judentums eine jener immer seltener werdenden Gestalten, welche ein gediegenes jüdisches Wissen mit umfassender allgemeiner Bildung vereinen, welch beide Welten bei ihm in eine harmonische Einheit zusammenflossen. Er war im vollsten Sinne des Wortes zugleich ein Repräsentant der alten und neuen Zeit, deren Elemente bei ihm zum prägnantesten Ausdruck gelangten. Trotz! seiner hohen Bildung blieb er ein wahrhaft frommer Jude, innerlich und äußerlich ein wahrer Jude und Mensch. In femein Herzen glühre heiße Liebe zu unserer alren Sprache, die er nach Art der besten unter den Maskilim meisterhaft beherrschte. In den. achtziger Jahren als eifriger Mitarbeiter hebräischer Zeitschriften tätig, stand er mit den hervorragendsten Vertretern der seinerzeitigen hebräischen Literatur in ständiger Verbindung, oornehm- 4ich mir dem bekannten Meier Haleoi Letteris. Die jü