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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-04-26 · 16 (26.4.1918) · page 6

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
16 (26.4.1918)
Date
1918-04-26
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Serie 25.0 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 16 der blutigen Ereignisse in Krakau im Tenrpel, 2. Bezirk, PaManitengasse 6, statt. Die Trauerrede hielt Herr Rabbiner Dr. Grünwald. AV Kantor fungierte Herr Oberkantor Morgenstern. Der „Gemeinsame, jüdische Hochschulausschuß" in Wien hat an die drei jüdischen. Studentenvereine Krakaus das folgende Telegramm» gerichtet: . „Die traurigen Vorfälle -der letzten Tage haben unsere tiefste Entrüstung hervorgerusen. Eüre wackere Haltung erfüllt uns' mit Stolz. Wir stehen Euch treu zur Seite. Hochschulausschuß der jüdischen Studentenschaft Wiens." _ TiM-EsM— Ticha-Dada. Aus Budapest wird un^' geschiriebrn: Vor 36 Jahren wurde bekanntlich! in Tisza-Eszlar. das Märchen vom Ritualmord ausgetischt, - und im Jahre 1918 des' Heils wollte man in Tistza-Dada damit sein Glück probieren. Eine dortige Bäuerin, Frau Johanna Mizsig, kam einige Tage vor dem'' Pessachfeste händeringend in das Haus der Frau Salamvn B r i s k, der Witwe eines Rabbiners, gelaufen und bat sie flehentlich ihr ihr Kind zurückzugeben, da die Nachharinuen ihr sagten, daß ihr in Verlust geratener kleiner Sohn von' den Juden in das Haus der RabLinerswitwe 'getragen worden sei. Frau Brisk ist infolge dieser unerwarteten Szene ohnmächtig zusammengestürzt. Inzwischen hatten sich auch die Nachbarn bereits' vor dem' Hause angefammelt und die Situation war äußerst kritisch! geworden. Zum Glück für die bedrohte Frau nahm sie der Gemeindenotär Niko- . laus L a ka to s' in seinen Schntzj, und es gelang ihm auch, durch kluge, energische Worte die Meüge zu berühr- ~ gen und zum Aüseinand ergehen zu vLranlassew 'JirKwifchen kam auch der kleine Mizsig, der am Ende des Dorfes sich« herumgetrieben hatte, zum Vorschein. Gegen dieV/rbrer er desRi ucffmvbgerültes wurde wegen Aufreizung gegen eine Gesellschaftsklasse das Strafverfahren eingeleitet. Bericht aus der Ukraina. Wie die „Kijewskaia Misly" vom 21. März 1918 berichtet, hat der neue Odesfaer. Justizkommissär der Ukraina folgerrden Erlaß herausgegeben: 1. Me vom früheren Justizkommissär Chmelnicki erlassenen Dekrete und Verordnungen werden außer Kraft gesetzt. . 2. Sämtliche Beschlüsse des revolutionjären Tribunals werden hiemit annulliert. 3. Sämtlichen Gerichten wird aufgetragen, mit h eutigem Tage ihre Tätigkeit wieder ausznnehmen. Ich ersiehe alle Bürger, sich in allen Angelegenheiten, welche einen gerichtlichen Charakter tragen, an die Gerichte zu wenden. - ' . 4; Es ist mir bekannt geworden, da ß d u n k l e E l e> mente eine Pogromagitation bet r e iben Ich mache, nachdrücklichst daraus auftnerk'aM, daß> diejenigen, die sich -der Aufreizung' einer Nationalität gegen, die andere schuldig erweisen, verfolgt und mit der ganzen St reu ge des Gesetzes' bestraft werden. Daß der letzte Punkt Ws Erlasses d es ukrainischen Justizkommissärs seine guten Gründe hatte und daß die jüdische Bevölkerung; von Kiew sich auch ... jetzt noch nicht ganz sicher fühlt, geht aus. einer anWren Meldung derselben Nummer Ws genannten Blattes hervor, welche die Ueberschrift „Pogrvme werben nicht zugelasfen werden" trägt und folgendes besagt: D'e Delegation der städtischen Selbstv erw altung, die Sla-berordneten G a n z, Rauchw e r g e r und S o l o - weitschik hatten eine Beratung mit dem Kommandierenden des österreichischen OkkupationÄnititärs. Die Abordnung verwies u. . a. aus die Gefahren, welche der jüdischen Bevölkerung von der Pogromagitation drohen,, die von dunklen Elementen intensiv betrieben werde./ Kommandant von Braun beruhigte die Erschienenen, indem ermit Entschiedenheft erklärte, daß PogroMe völlig ausgeschlossen * seien. Der geringste Versuch einen Pogrom gegen die. Juden in Szene zu setzen, werde mit aller Strenge im Keime erstickt, die jüdische Bevölkerung nröge hierüber völlig ruhig jettt. Es gab aber Zeften, da nicht nur/die Juden, sondern die ganze Odesfaer Bevölkerung sich in Gefahr befand. Das war damaU als' es' klar wurde,- daß . die Bolschewiken Anstalten tragen, die Stadt, zu verlassen. Und gerade in jener Zeit höchsten Gefahr, der Abzug der Bolschewiken und die damit verbundenen. Brandschatzungen und> Plünderungen für die ganze Stadt bedeutete, trat das „j ü d i sche Ba t ail l o n"- in Aktion, welches die Ausgabe übernommen hatte, gemeinsam Mit der jüdischen SeWstschntzgruppe die Vorstädte zu beschützen. - ' ' i : '• . In Ausführung, des Willens des Kongresses der jüdischen Soldaten an der 'rumänischen Frönt ^md im 'Odesfaer Militärbezirk, die jüdischen Arb eiternlassen vor Pogromen.' zu beschützenhatdas erste jüdische Bataillon alle jüdischenSo'ldaten von -O d essa mobilis i e r t, welche zehn Tage hindürch Tag und, Nacht .die •" Stadt und die öffentlichen staatlichen Anstalten bewach- . ten.' In finsteren Nächten fuhren sie ans Frachtautomobilen mit leuchtenden Fackeln durch die Stadt, , hielten'an . den wichtigsten Punkten, insbesondere bei den Telephonzentralen, ans welche es! die Banden hauptsächlich' abgesehen hätten, verstärkte Wache. i ’ * l j J i . J * j i J . . •> »-i 5 * ' . j. jjj’ }•■ fl l j J | j( j I . ) i . j? j j | . * - /' Kiewer Blättern zufolge hat die „Mala Räd!a" den Vorschlag des' MinisterpriafidenLen HolubowyLsch, betreffend die Heranziehung' von. Vertretern der Polen und Juden in den ukrainischen Ministerrar, genehmigt. Zum Minister für polnische Angelegenh eiten wurde Rechtsanwalt M. Mickiewicz, zum Vertreter der jüdischen Interessen Lazkij - Berto ld i ernannt. Beim polnischen Ministerium wurde ein Beirat von Vertretern sämtlicher polnischen. Parteien organisiert. Zum polnischen. Vizeminister wurde der Rechtsanwalt W. Ru d- . nicki ernannt. Der Vertreter der jüdischen Interessen in der Ukraina L ä z k i j - B e r i ob d i ist ein auch in Wiener jüdischen . Kreisen bekannter Führer der Sl S:-Gruppe (Zionisten- Sozialisten). Lazkij war vor dem Kriege einige Jahre hindurch in Wien und nahm regen Asnteil an der damals versuchten Aktion zur'Regelung der Mischen' Emigration. Lazkij galt als vorzüglicher Publizist und stand als Territorialist Israel Z a n g w i ll sehr nahe. Wo bleiben die SÄLkMirndKesetze?' - / Die „Neue Lemberg er Zeitung" v eröffentlicht nachstehende Verlaukbarung: - „Beim Landw'chr-ErgänzungMzirMommandö Lemberg, Ochronek 4, wird eine- / - männliche. Hilfskraft ausgenommen unter folgenWn- Bedingungen: . . 1. Bei den Musterungen zu jedem./Landsturmdienste, ungeeignet befunWne oder invalide Personen, 2. vollkomnrene Kenntnis' der deutschen Sprache, in Wort und Schrift,. - 3. vollkommene . Leistungsfähigkeit - für Kanzleiarbeiren und nur bis max. 50 Jahren, 4. chrMiche Religion. . - .

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