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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-04-19 · 15 (19.4.1918) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
15 (19.4.1918)
Date
1918-04-19
Page
– (sequence 14)
Language
German
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, Fischet nicht .beteiligt hätte. Als unermüdlicher Anreger, Berater uni» Arbeiter wirkte er-mit der ganzen Ingeniosität seiner kommerzieHen Kenntnisse in zahlreichen deutschen Vereinen der Stadt, als Laienrichter beim« Kreisgerichte, als Gemeinderat der Kgl. Hauptstadt Olmütz, als Präsident.der Olmützer Kuktusgemeinde. An seiner Bahre stand trauernd die ganze Gemeinde, welcher der Hingeschiedene stets ein treuer Berater und eifriger Förderer ihrer Interessen gewesen ist. Tr stand stets in vorderster Reihe, und sein warmer Eifer, seine treue 'Hingebung, sein beredtes Wort ent-' zündeten im Schatze unserer Gemeinde immer gleich warme Gefühle für . die Allgemeinheit, der wir dienen. Sein-Bild wird in unseren Herzen weiterleben, sein Andenken treu von unserer Gemeinde bewahrt. werden, als das, eines um. unsere Gemeinde hochverdienten- Mannes. Die . Aufbarung des Dah'ingeschiedenen fand im Tempel statt,, woselbst nach einem von Herrn Oberkantor Karl Schlesinger exekutierten Trauerpsalm unter Orgelunb- Ehorbegleitung, .Herr Rabbiner Dr. B. Oppenheim und Vizepräsident Herr Dr. M. Hochwald tiefempfundene Rächrüfe hielten. Zum Zeichen der Trauer fand am 15. April d. I. im Sitzungssaale der Gemeinde eine Trauersitzung statt, bei welcher der Vizepräsident "die Verdienste 'des Verstorbenen um die hiesige Gemeinderühmend .hervorhob. Es wurden mehrere Beschlüsse gefaßt upi das Andenken des allzu früh' unserer Gemeinde entrissenen "Präsidenten dauernd in Ehren zu halten.- Innsbruck. Zum vierten Male im? Kriege, trotzder schwierigen Lebens'mittelbeschaffung, hat der 'Landesrabbiner für Tirol und Ä.Vorarlbergs Dr. Link, die rituelle Küche für die Pessych-- feiertage zustande gebracht und so der jüdischen Mannschaft, den lrankeu und vei wunderen Soldaten hie-, und u der ilmgebung kränken und verwundeten Soldaten hier und in der Umgebung ermöglicht, koscher zu leben. Die Beteiligung war eine derartig starke,.-daß die in der Klosterkaserne voM k. u. k. Militärkommando gur 'Verftgung gestellten RäuMe sich zu eng erwiesen und in letzter Stunde noch ein weiterer' Saal zu. diesem! Zweckes adaptiert werden mutzte. Den Seder gab der Herr Landesrabbiner selbst und hielt eine eindrucksvolle Ansprache. Rednerbegrüßte auch die erschienenen Gaste der KultusgeMeinde, insbesondere deren Vorsteher. Wilhelm Dannhauser, sowie die Vorstandsdamen des jüdischen Fräuenoereines, Dannhauser Und D.ubsky, .die alle mit seltener Hingabe an der 'Verwirklichung der Pessächküche gefarbeitet haben. Erst in später. Mitternachtstunde lichteten sich allmählich die Räüme, die für die auswärtigen Soldaten bexeitgeftcUtcn Schlafsäle wurden ausgesucht und der MasHgiach.'schloß die Küche, um wieder am nächsten Morgen unnb Uhr 'seines Amtes zuwalten.' - .Berta B auM> KraMü Die .jüdische kranke und verwundeteManyschäst dM hieß k. u. k. Garnisonsspi'-altzMtr. 15 erlaubt sich hiemit, dem. Oberstabsärzr Dr. D a b r ö w s ki, ihrem Spiralskontmandanren, für die sehr bequeme Ermöglichung. ihäer. rituellen Verpflegung zu den.Osterfeierragen sowie der israelitischen Kultnsgemeinde und dem auf dem Gebiete der jüdischen Betätigung verdienstreichen Dr.. Juda Peiper für die in aufopserungsvoller Weise und sehr reichlichem Maße gelieferten Nahrungsmittel wie auch dem Fräulein Eva Beck samt ihren verehrten Helferinnen für die aufopfernde und vorwurfsfreie" Betätigung in der Küche den innigsten Dank aus- ° zusprechen. / .Die jüdische Mannschaft des k. n. k. Garnisonsspitales . in Krakau. Eine Esches Chafil. . Das Lebensbild einer edlen Frau. Von Dr. Adolf Heinrich Landau, Wiener-Neustadt. - ' Der jüdische Vater liebt sein Kind mit derselben Herzlichkeir und Innigkeit, wie die .jüdische Mutter, aber er zeigt es nicht dem Kirrde.. Er will sein Kind' zum tüchtigen Menschen heranbilden und weiß, daß ein Nachgeben der kindlichen Launen dem späteren Fortkommen nachteilig ist; deshalb' dämmt' er -Dir . UndischW- 'Trieöe. frühzeitig ein. ' - . . Mer . unter der scheinbarem Strenge, verbirgt sich eben die wahre Liebe zuM Kinde. Denn weit der "jüdi- Wochcnschrtft Ri. 15 sche Vater, 'nur das.'.Gute, seiner MtchLz'j,wÄl>u>erziehL * er sie zur Pflicht und Mist 'Gehorsam'd^'stMe'Mne'r einem scheinbar -ernsten und strengen Blick/ ämtex Ermahnungen und Drohungen schlummernde Liebe, kommt erst dann ganz und voll zuM Ausdruck, wenn er sein Kind leiden oder hilflos sieht. ..Da abersickertdie Liebe des jüdischen Vaters, die sonst verborgen' scheint,?immer mehr durch und wird zu einem, heißen und glühenden Strom, wenn er sein Kind in Gefahr sieht. - . Lange saß Salmenlebs Vater, stumtn, beim Bette seines Kindes und - betrachtete . rvehmutig das gerötete Gesicht und die keuchende Brüste des.-. Leidenden. Sein Mitsühllen verdichtete sich zu einem still-innigen Geber. ' „Was dir droht, soll mir zukommen; was dir Schlechtes bestimmt ist, ich nehme es auß mich; mein ganzes Löben für deine Gesundheit. Erhöre.'-mein Flehen, einziger Gott!" ' Und nach diesen Worten zog er. Schuhe und Oberkleider aus> legte sich hart an den Kranken und sprach laut die hebräischen Sätzen t „I ch m esse m i ch a u s f ü r m e i n e n S o h n. Wenn ihm ein Nebel beschert ist, so.erlöse ich ihn davon.' Meinen Leib für seinen Leich mein Leben-fürsein 'Leben."-. Da trat 'Jütte Benies ins , Zimmer. Sie hatte bereits erkannt, daß ihr Mann das Seine getan hat,- wie sie das Ihre. Doch sie schwiegen beide, wechselten nur stumme Blicke und hatten einander verstanden. Salmenleb schlief länge, sehr" länge, einen ganzen Tag und eine ganze Nacht dauerte dieser Schlaf. .Die' vielen Heilkünstler hätten sich schon längst weggeschlichen und nur der junge Wiener Arzt, der sich in 'dieser fernen gatizischen Grenzstadt niedergelassen haß erschien zweimal täglich am Krankenlager.. -Er hätte bald erkannt, daß dieser erquickende Schlaf dem?Schwerkrankendie Genesung bringen werde, -und nach hem Medererwächen war das Fieber nahezu geschwunden. Als der Arzt erschien und den jungen Mann untersuchte, konnte er den besorgten Eltern , voll Freude im Gesichte, sagen, daß jede ernste Gefahr vorüber sei und die. kräftige-Natur des jungen Körpers die Krankheit in " Bälde" Wiegen werde..., ’ > Die Mutter aber dachte, daß der gotresfürchtige. "M-aggid '-gpWfen habe,' und' der Väter hatte das Gefühl, daß Gott lim Himmel sein Flehen erhörte und. er nun darauf -gefaßt sein Müsse,.- sein Leben bald für das. seines Kindes herHüMben. \ . ' . Säkmenlev wurde unter der sorgsamen Pflege seiner .Mutter rasch! wieder her gestellt und entwickelte sich immer Mehr zu einem großen und starken Mann. Er.beschäftigte sich nicht mehr mit den talmutzischen Wissenschaften allein, sondern hatte sich mit der Zeit auch in das große Geschäft feines Vaters einzuleben "b egonnen und' suchte Fühlung Mit den' großen Häusern seines Geschäfts-, zweiges im In- und .Auslande zu gewinnen. Brody war zu jener Zeit einer der größten Handelsplätze der Monarchie^ W herrschte freier Handelsverkehr 'mit Rußland, Brody er Kausleute waren rege Besucher der Leipziger Messe, kauften in Manchesterin Liverpool und waren auf allen anderen Welthandels- Plätzen gerne gesehen. Salmenleb hatte als kaum zwanzigjähriger Jüngling mit seinem durch die tälmudischen Disziplinen -geschärften Geist alle Handelswissenschaftenrasch erfaßt und im.Geschäfte zu verwerten verstanden, er gewannsogar langsam das ' Vertrauen ganz, großer. Kaufhäuser und wurde trotz seiner Jugend überall gern gehört und nicht selten auch zu Rate gezogen, wenn gemeinsame Interessen', zu vertreten - waren. Mit Stolz blickten die' Eltern auf den ihnen , wiedergeschenkten Sohn, und schon begann Man ihm Par'--

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