Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 35 (1918)
- Issue
- 15 (19.4.1918)
- Date
- 1918-04-19
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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f!r. 15 Dr. Pmm «oUenschrift Sett« ä li 3lufruf der Kriegermütterkasse der. ..Weiblichen Fürsorge" (Dr. Feuchtwang-Fonds.) In rührender Weise hat sich öffentliche und private^ Fürsorge, der Kriegerwitwen und -Waisen angenommen. Mehr noch ist aber sicher die Mutier eines Kriegsgefallenen oder Kki'gsinvalidei» zu bedauern, der keine Hoffnung, keine Erwerbsmöglichkeih keine Zukunft ihrer Kinder mehr winkt, die den Gegenstand jahrzehntelaner, . niütigerlicher Liebe, Pflege und Sorgfalt radier.' die in echt jüdischem Geiste statt eilen Sparpsenniz füf das Alter zurückzulcgen, ihr kärgliches Einkommen der Erziehung und höheren Ausbiloung des Sohnes geopfert hat: Mit der Länge des Krieges wächst die 'Zahl solcher Mütter, auch derer, die zwei und drei Söhne dein Vaterland opfern muhten. - Unsere Bitte richtet sich an alle, die ihr Liebstes auf dem Schlachtfelds verloren haben, an alle, die ihr Liebstes gesund wiederzusehen hoffen, an alle Helden, Frauen und Mädchen, die an-der Front oder im Hinterlande so tapfer gegen den Feind, gegen Krankheit und Rot ankümpfen: Wir bitten um eine, wenn auch noch so kleine Gabe, Monatsspende oder Subvention in\ Interesse der bedauernswertesten Opfer des Weltkrieges. Wir haben bis jetzt solchen 'Müttern und erwerbsunfähigen Vätern Monatspenfionen von 15 Kronen gegeben, unsere Mittel werden aber nicht reichen, diese Pensionen aufrechtzuerhaiten und lebenslänglich zu gewähren. Gütige Spendeih welche die Administration dieses Blattes gern ausweist, sind an Herrn Rabbiner Dr. Feuchtwang. 18.. Bezirk, Edelhofgasse ,36, oder Frau Berta Donreich. 20. Bezirk, Dresdnerstraße 77, zu richten. Jeanette Feuchtwang, Vorsitzende; Regine May, Stellvertrete rin; Berta Donreich, Kassierin; Jsda Berliner, Schriftführerin; Anna Hirsch, Henriette .Grünwald, Beirütinuen; Bella Deutsch, Fanny Dreitürs, Rosa Schur, Sofie LBalltnch, Vorsteherinnen. ' ' Neuerlich sind bei uns eingelangt: D. A. B. anläßlich juberner Hochzeit, Feuchtwang 100 K., Frau Klara Gutherz 20 K., Oberlehrer Jellinek 3 K., Berta Donreich 8 K., Zahnärzt-e Dr. Werner und Dr. Goldstein, 15 K., Gabriele Parncß 10 K., Gisela Siebenstein 5!K., Frau Bodansky 3 K., Herr Josef Rindskopf 10 K.; i,n Ganze» K. 12.677 04. _ '• Meldung tou Pstegeparleicn ,üe jüdische mlrttfettc Kinder.; Von Tag zu Tag-werden die Lebensmittelverhältnisse schwerer und-. Unerträglicher. Draußen wütet der Krieg, im Hinterlande ist Sorge unb Hunger'an der Tagesordnung. In diesen, traurigen Zeiten haben sich für alle Zweige der Armenfürsorge gutherzige und beherzte Damen und Herren gefunden, um den Schrecknisse» des Krieges entgegenzutreten. Bewundernswertes wurde und wird für die Armen aller 'Art geleistet, sechs- und siebenstelliges Ziffern bezeichnen die Spenden, welche in Sammlungen und Aktionen zur Steuer der Armen gegeben werden, und dennoch wird- .eine Kategorie der Armen ob der .heutigen Lebensverhältnisse nicht genügend gewürdigt. Es sind dies die der elterlichen Fürsorge entratenen. Kinder, dieals verlassene Kinder bezeichnet werden und., die in Pflegestellen sich befinden. Bei diesen -handelt es sich heute nicht um diejenigen, die bereits in Heimen- oder bei Familien untergebracht sind, sondern um solche, die erst in Pflegestellen gebracht werden sollen. Man braucht ja nicht viel Worte, um hiefür an das mitfühlende Herz derjenigen Familien zu appellieren, welche Pflegekinder hallen Können. . Bis Kriegsbeginn waren, brave arme Leute in der Lage, gegen einen geringen Betrag solchen verlassenen Kindern in ihrem Hause, ein Heim bieten zu können. Die geänderten Lebens- und. Lebensmitteloerhältnisse spielen dabei mit, wenn heute di: armen Familien auch gegen eine höhere Quote solche Pflegekinder kaum erhalten können,- aber es ist notwendig, es ist unbedingt erforderlich, daß sich mitfühlende gutherzige Frauen und Männer finden, die gegen ein Pflegegeld solche Kinder in ihre Obsorge übernehmen, Es betrifft verlassene Kinder im schulpflichtigen Alter, deren Vater aus irgendeinem triftigen Grunde für das Kind nicht sorgen tann, weil er durch Krankheit erwerbsunfähig ist, oder sich im Kriegebefindet, weil er "eiie Strafe verbüßt, oder etwa, gar moralisch verkommen ist. Die Mutter kann oder darf aus den verschiedensten Gründen, die hier aufzuzählen ein übriges wäre, ihre- Kinder nicht betreuen, sie ist gezwungen, ihre Kinder der .Behörde zu überstellen, damit sie nicht zusehe, wie dieselben elend zugrunde gehen vor Hunger und Leid.' Die Behörde gibt solche Kinder in eine llebernahmsstelle und trachtet nach Möglichkeit, .'dieselben von dort aus in Pflegestellen unterzubringen. Jedoch diese Pflegestellen finden sich nur im kleinsten Ausmaße, denn alle Heime, die vor dem Krieg gegründet oder während des Krieges errichtet wurden, sind überfüllt. Familien der ärmeren Stände können nur schwer solche Kinder in Fürsorge übernehmen, und es wäre eine der lobenswertesten Tugenden, wen n der heutige Mittelstand hier der Kültusgemeinde behilflich wäre, damit die Kinder aus der behördlichen llebernahmsstelle entlassen werden, können. , - Der Vorstand der Kultusgemeinde leistet qenvrinsam mit der Behörde für jxdes Kind einen Verpflegsbeitrag und gibt außerdem Bekleidungsbeiträge. Es wäre eine große Wohltat, diesen Appell an die jüdische Bevölkerung zu beherzigen, esi gilt diesen Appell an die jüdische Bevölkerung zu beherzigen, es g ilt> jüdische ^Kinder vor Krankheit und Hunger ZU. bewahren und s.ie dem Judentume zu erhaltet». Das Wohltätigkeilsamt der Kultusgemeinde' ist bereit» Meldungen entgegenzunehmen und ersucht Familien, welche Pflegekinderübernehmen wollen, ein kurzes, schriftliches Ansuchen mit Angabe des geforderten Derpflegsbeitrages baldmöglichst ernzubringen. Amtsleiter Rudolf Kraus. Anerkennung für einen Publizisten. Ter Kaiser ließ dem PublHisten, kaiserlichen; Rm Emannel Edlen v. Singer die besondere Allerhöchste Anerkennung bekanntgeben. Austritte ans dem Judentrrm vvm 7. bis 13. April ISIS.' "1 Breitenfeld Erust> Fabriksbeamter, geb. 9. Oktober 1892 Wieu- 2- Bez., Kronprinz Rudolfstr. 28, - - " Fritz Aaldar» Mechaniker, geb. 10. April 1894 Raab, 17. Bez> Hauptstraße 54. :: Gcwktsch Julius, geb. 27. dkovember 18V1 Wien. 2. Bez., Fischerg. 1. Glaser Alfred, Schneidergehilfe, geb, 29. Januar. 1898 Wien, 13. Bez.'» Mnthsamgasse 1. . Goldschmied Richard, geb. 20. Juni 1880 Wien, 9. Bez., Wasag. 12, Goldschmied Else, geb. Bollfräß, geb. l8. April 1889- Hamburg, 9. Bez., Wasagasse 12. . Goldberg Julie, geb. 18, Derember 189t; .Holleschau (Mähren), 2. Bez., Arnetzhoferstr. 5. . v- Hirschberg Rosa, Pflegerin, geh. 16. April 1897 Odessa (Rußland), 19, Bez., Kriegsspital. , - . Kaffo Ernst, Bankbeamter, geb. 30. März 189-2 Orsova (llugarn), 2. Bez., Praterstraße 84. Kohn Olga, geb. 20. September 1899 Wien, 17. Bez., Laknerg, TO.- Knlka Rudolf. Buchhalter, geb. 27. März 1894 Buenes-Aixes (Sndam.), 15». Bez.. .Hackengasse 5. ' ' Lölol) Marie, geb. 8. September 1896 Karlsbad, 9. Bez., Cliisinsgcksse 10. Marens Pauliue, geb. 1. Dezembec 1865 Wien, 9. Bez.. Alserstr. 16. Mittler Otto Btax. Ingenieur, .geb, 1. April 1688 Wien» 6^ Bez. Theobaldgage 12. Modern Irma» geb. 15. November 1690 Wien, 7.Bez., Hofstallstr. ha- Peringer Ritvka, KWtoristin. geb. 29. Dezember 1892 Przeniysl, 2. .Bez., LeopoldsMse 3. Schleifer Frieda, geb. 26. April 1888 Wie», 5. Bez., Hamburgerstre 15. Stern Anna, Buchhalterin, geb. 27. Februar 1892 Wen, 4. Bez.,, Schleifmühlgasse 1l. ' Strömet Rndols. Reisender, geb. 5. Oktober 1875» Wien, 4. Bez , Rechte Wienzeile 13; - Urbach Jases Dr., k. u. k. Stabsarzt, geb. 7. September 1872 Wien, 13 Bez., Hotel „Weißer Engel-. Weist Alcxaudrine, geb. Schnabl, geb. 10. Dezember 1882 Wien, 9. Bez.,' Elisabethpromenade 45. Wollt sch Egon, Kaufmann, geb. 20. August 1896 Wien,- ^IchMeg.z Sternwartestraße 61. . Wotitzky Jdenka, Schauspielerin, geb. l 9. Oktober 189l' Präg» 9. Bez., Wasagasse 8. . u - ' * j- ' i ’ - v ■ - Wien, 14. Aprll 1918. Sehr geehrte Redaktion! Ich ersuche freundlich st, in der nächsten Nummer' Ihres geschätzten Blattes konstatieren zu wollen, jba% ich mir dem m der Rubrik „Austritte aus dem Judentum" angeführten Hager. Gustav, Betriebsleiter, geboren 22. Juli 1888, Wien, 2. Bezirk, Fischergasse 4, 'weder identisch noch verwandt bin. * Mit dem Ausdrucke vorzüglicher Hochachtung Gustav Hager, 1 ' Wien, XVI., Neulerchenfelderstr. W. . Kais. Rat Friedrich Fischet. Oimütz. - Unter großer Beteiligung ans allen Bevölkerung^ kreisen fand am Mittwoch den. 17. I. M., unE 3--Uhr nachmittags die Beerdigung des im Sanatorium der Kaufmannschaft in Wk:n verstorbenen Präsidenten unserer Geineinde, des Herrn kaiserl. Rates Friedrich Fischet, statt! Es gibt kamn ein Gebiet des Olmützer öffentlichen Lebens, auf dem sich Herr kaiserl. Rat Frieör.