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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-03-29 · 13 (29.3.1918) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
13 (29.3.1918)
Date
1918-03-29
Page
– (sequence 10)
Language
German
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^€ett*^02 Dr. BloW'S Wochenschrift Skr. 13 -richtet, Rabbiner Van Staveren ümtiert über 50 Jahre. Die jüdische. Schule wird von 75 Kindern besucht. In Christchurch eri- Mert gleichfaHs' eine kleine. Gemeinde mit einer Synagoge. Äuckland und Wellington leben etw/r je 500, in Dunedrn 20ÖJ in CHristchurch 150 Juden der Rest der jüdischen BevölL- Äng -4ebt in den kleineren Plätzen des Landes. Synagogen eri^ -Deren, noch in Nelson, Thnaru und Hokitika, kleinere Gemeinden in Palmerston North und Masterion. , . Neuseeland ist nicht dtz einzige Insel in Pazifischen Ozean, äuf der sich Juden niedergelassen haben. Selbst auf Inseln, die nur' eine sehr spärliche weiße Bevölkerung haben, finden wir jüdische Siedler, Kaufleute, Handwerker und Pflanzer. So auf den Mi-Jnseln, wo etwa zwanzig jüdische Familien leben. Hier war P. S. Solomon <1830 bis 1695) Staatsanwalt und Mitglied des gesetzgebenden Ausschusses, in dem außer ihm noch' zwei angesehene jüdische Siedler, S. L. Lazarus und H. Marts saßen, bezichungsweise sitzen. In den Truppenteilen der Insel finden wir Major H. Marks und Leutnant D. I. Solomon. In geringerer Zahl leben Juden auf Tonga, auf den Cookinseln) in größerer Zahl (etwa 25) in Neukaledonien (französisch), wo Einige hohe jüdische Regierungsbeamte stationirrt sind, ferner auf Tahiti (französisch), auf Samoa (deutsch), auf Honolulu (amerikanisch), wo etwa 100 Juden leben; in Sango-Sango, der amerikanischen Flottenstation Samoas, ist Zolldirektor Bloch stationiert. . .lleherall haben die jüdischen Siedler zur Blüte und Entwicklung : der' Inseln beigetragen und nehmen eine geachtete Stellung ein. Die feindliche Okkupation von Jerusalem und Süd- . Palästina hat Nordpalästina mit einem Strom mittelloser Flüchtlinge überschwemmt. Hiedurchwurde das Elend! unserer ohnehin schwer leidenden Glaubensbrüder in Sa-! fed, Tiberias und Umgebung noch erhöht. Not und 'Krankheit Mehren sich in unbeschreiblicher Weise, ein Massensterben ist an der Tagesordnung. Hunder te vvn hilslosen hungernden Waisen irren in - den'Stzraßienumher.' v diesem 'Grunde - wenden wir uns von neuem an alle Menschenfreunde, in erster Reihe an alle ehrwürdigen Rabbinate, diversen Gemeinden und TempalvDrstünde mit der inständigen Bitte, auch in diesem Jahre wahrend des NVDN JP! durch Thoraspenden und Sammlungen unsere so dringenden Aktionen „HilsWomMssion 1915 für Palästina". „Kriegsspitalshilfe für Palästina" und . .Die geehrten Herren-Tempelvorsteher bitten wir, eingegangene Spenden nur Mittels' unseres Erlagscheines' direkt an das Bankhaus S. M. von Rothschild Zu leiten. ' Sämtliche Spenden, auch die Tempelspenden, werden in der „Oesterreichischen Wochenschrift", bezw. iM „Frankfurter Jsr. Familienblatt" veröffentlicht. - . . Wien, 24. März 1918. Verehrtiche Redaktion der „Oestexr. Wochenschrift" Wiens In einer der letzten Sitzungen der Wiener Kultnsgemeinde — deren Bericht in Ihrem geschätzten Blatte wiedergegeben war — sprach sich einer der Vorsteher für die Abschaffung des bisherigen Usus aus, .wonach die nächsten Leidtragenden veranlaßt werden, aus der Estrade der Zeremonienhalle des Zentralsriedhofes Ausstellung. M nehmen während der Zeit, als die rituellen Zeremonien vollführt - werden. Wer das Unglück hat, als nächster Angehöriger diese furchtbaren Aufregungen durchmachen zu müssen, die. mit den letzten rituellen Zeremonien unvermeidlich verbunden sind; der empfindet es als eine ganz unentschuldbare willkürliche Hörte — seitens des Kultusvorstandes ausgeWt durch das Verlangen —,' sein großes Leid und seine gebrochene Verfassung öffentlich! zur Schau stellen sollen. I Diese unglücklichen Angehörigen haben doch nichts!dort zu tun, wo Kantor und Prediger zur Besorgung ihrer Funktionen postiert sind. Ich bin überzeugt, im NaMen und' in der Gesinnung von Tausenden.unserer jüdischen Mitbürger ^it sprechen, wenn ich! Sie, geehrter Herr. Redakteur, bitte, diesen Zeilen in Ihrem geschätzten Blatte Raum geben zu woUeiß ^damU'- her'' Wiener- ^nltusWrstanö^'-4-'^Mm^ dies Zweifellos hiedurch bekannt werden würde "— sich doch endlich ausrafft, gegenüber diesen, in solchen bitteren | Stunden willenlosen Glaubensgenossen humaner '.zu sein als bisher. Es darf den durch tiefe Trauer Betroffenen nicht gewaltsam' ein Zwang auserlegt werden, den. raschest abgestellt zu sehen altz diese Unglücklichen mit zu .fordern berechtigt sind. Ein Abonnent und treuer Leser Ihres Blattes. „Gründung eines KriegÄvmsenhpuses in Palästina" nach Kräften fördern Zu wollen, damiss wir, wie in den letzwergangenen Jahren, auch fernerhin unsere Mehl- - Verteilung, Medikamentenüberweisung und Waisenversorgung im Wege unseres Auswärtigen Amtes durchführen können.! . :. . . Das Präsidium. „Hilsskonrmission 1915 für Palästina", Wien, 4. Bez., Frankenbergg. 14. . W. Reich, Baden bei Wien, -Oberrabbiner. ... - Dr. .Max Grünwa ld, Rabbiner. Dr. Adolf Kapralik. Für die „Kriegsspitalshilfe für Palästina": , k. k. Hofrat Dr. Julius S chl a g, - '2. Bez., Obere Donaustraße. Nr. 109. Zahlstelle für Oesterreich: Bankhaus S. M. v. Rothschild. Wien, 1 Renngaffe 3. Neue Freie Presse. Wien, I., Fichtegasse 11; für Ungarn: Magyar-Wtalanos Hitelbank, Budapest; für Deutschland: Deutsche Bank, Berlin. Postscheck-Konto Nr. 1000, ans das Konto „Krieasspitalshilfe für Palästina". . UmJrrtümer zu vermeiden, bitten wir die geehrten '. /Spender, bei der Thora ausdrücklich zu bemerken für ^.Halsskommisfion 1915" oder „Kriegs- / - sprssolMilfe für Palästina", nicht nur für:„Pa- ^'.LWMß.-Vder.-^ „Ljayije Gcez Jisroel". »Ich war ein Knabe und bin auch alt geworden und habe nicht gesehen einen Gerechten verlassen und seine Nachkommen vergebens nach Brot suchen.« Dieser herrliche Sittenspruch, der.— ich? will es gerne gestehen — auch , mir in mancher traurigen. Lebenslage Zu Trost und Hoffnung geworden ist, schließt bekanntlich das Tischgebet ab. Ich sage- „bekanntlich", doch gilt dieses Wort nur für jene große Gemeinde, welche den Leserkreis Ihres geschätzten Blattes bildet: aber Ihre geschätzte Wochenschrift wird auch von einer großen, großen Anzahl von Frauen gelesen, deren Männer das Gebet, das mit diesem Sittenspruch abschließt, schon ziemlich vergessen haben, weil nicht gerade imMer der Beruf, sondern noch öfter — das Kaffeehaus winkt und lockt. - : Es sind über /die! schlechtesten Früchte nichtz au denen die Wespen nagen, und ebenso sind es nicht immer die schlimmsten Männer, die vorzeitigins Kaffeehaus eilen: denn unter diesen gibt es viele, die gerade diesen' Sinnspruch praktisch aüsüben, indem sie. leicht und viel „Zed'aka" spenden. Und diesen nicht zuviel Betenden, aber kräftig Zedaka. klebenden sei mitgeteilt, daß sie unbewußt zu den „Gerechten" zählen, weil „Zädrk" doch. mit „Gerechtes".übersetzt wird.

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