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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-03-29 · 13 (29.3.1918) · page 3

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
13 (29.3.1918)
Date
1918-03-29
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Seit« 195 fit. 13 Nr. vlochi'S Wochenschrift nach brutaler, brachialer Polizeigewalt erschallt. Wenn nreine Herren! Wenn Sie mir mir nicht auf Grund .auch die Wohnungsüot in Wien groß-ist, so darf die von amtlich festgelegten Ziffern reden motten und immer Frage doch; nicht Von diesem Standpunkte aus behannur Behauptungen aufstetleu, dann läßt sich nicht dedelt werden. battieren. Dann sagen Sie einfach, alles was ich sage. Mit dem Ruf nach Aufhebung des Staatsgrundist erlogen, und dann muß ich natürlich die - Waffen , gesetzes, nach der brachialen Staatsgewalt, nach der Esstrecken. So kann man doch nicht verhandeln. Meine ■ körte, nach der Gewalt gegenüber österreichischen Staats- Herren, ich lade Sie, und lade insbesondere die Herren U l lb>ürgern, auf der einen Seite Indien, Polen und Ukrainern, reich und S p a l o w s k y ein — ich werde Sie mit auf der anderen Seite Italienern und Slowenen, wer-' Vergnügen empfangen —, meinen Kataster durchzugehen, den Sie 'die .Jrredenta in Oesterreich niemals ivegschafsen. der von städtischen Beamten, von Beamten, die vom So macht man Staatsfeinde, aber nicht Staatsfreunde. Bürgermeister der^ Zentralstelle zugewiesen wurden, ge- So werden wir uns Vor der Welt höchstens blamieren, führt wird, und 'Lne werden bei jedem einzelnen Flüchrwenn wir behaupten, daß wir für die Kultur» für die ling feftstellen können, aus welchem Orte er ist. Am Freiheit und weiß Gott was alles kämpfen, während 25. jeden Monates geht unsere Statistik an das Miwir unsere eigenen Landeskiüder in der Zeit der Kriegsnisterjum, und das Ministerium hat wiederholt erklärt, not übschieben wollen . .. Verzeihen Sie, ich werde gleich daß keine Statistik von keiner einzigen Landesbehörde so auf das Ertragen zu sprechen kommen. Wir sprechen glänzend und so genau geführt wird, wie die unsere. Sie jetzt über die Wohnungjsnot und ich habe in erster Linie können dieser Statistik gewiß, glauben. Ich kann Ihnen mit Ziffern nachznweisen versucht, daß das aus die Wohnur noch einmal sagen: dreitausend, Wohnungen und nungsnot gar keinen Einfluß hat. (Ruf: Wieso?) Nein, die weiteren zweitausend, die bis zum Juli noch, leer 060 Prozent spielen in einer Millionenstadt keine Rolle, werden, werden bei einem Bedarfe von vlerundzwanzig- Das Gegenteil kann ja niemand behaupten. Ich mache Lausend Wohnungen — und das ist ja bloß, der Notalso aufmerksam, daß es eine Eskorte gegenwärtig nicht bedarf — gar keine Rolle spielen. (Zwischenrufe.) gibt und daß daher die Leute gar keine Veranlassung Ich bitte schön, ich stelle nur fest, daß ich derjenige haben, in Wien einznsteigen und in Floridsdorf auswar, der bezüglich der Gruppe C den Flüchtlingen die zusteigen, sie können nach Hause fahren, wenn sie wollen, Freiheit erwirkt hat, nach, Hause znrüctzukehreu, und sie sind aber nicht gezwungen dazu. Infolgedessen ist die Sie werden aus einer Reihe von weiteren Dingen hören, 'Ratio, der Grund für dieses Aussteigen in Floridsdorf, daß ich mir meiner Doppelpflicht als Gemeinderat von in keiner Weise gegeben. Und wenn der Herr .Kollege Wien und als Leiter der Flüchtlingsfürsorge vollkommen Spalowsky sagt, es sei ihm das berichtet worden, bewußt war. Ich bin aber nicht nur Gemeinderat 'von ich bitte, ich lade Sie ein, nehmen ^ie an meinem Wien, ich bin auch österreichischer Staatsbürger und Bahnhofdienste teil, und ich sage Ihnen, für jeden Fluchthabe so wie Sie alle auch .Interesse an dem Ganzen, ling, der in Wien einsteigt und in Floridsdorf aussteigt, Die Gemeinde Wien ist eben Reichshaupt- und Residenzkriegen Sie tausend Kronen, Herr Kollege. (Zwischenstadt und nicht nur Hauptstadt von Niederösterreich,, und rufe.) In Versammlungen ist das. leicht zu behaupten, infolgedessen hat sie zweifellos im Kriege — und das und mit ' einem! guten " Witze chat man die. Lacher auf - wird ihr ja sters zur Ehre gereichen — größere Lasten seiner Seite. Wer in einer so ernsten Sache soll man getragen als andere Gemeinden. Und aus diesem 11mdas nicht tun. Ich bitte, Herr Kollege, bringen Sie stände werden Mir auch berechtigt sein, an den Staat mir einen konkreten Fall — heute ist bk Zeit, wo die größere Forderungen zu stellen, wie sie anderen Ge- Worte hinausgeschleudert worden, um damit Stimmung meinden zukommen. Aber ich würde Sie bitten, meine zu machen —, bringen Sie mir aber einen einzigen Herren, ziehen Sie nicht derartige Momente, die nicht konkreten Fall, dann werde ich zugeben, daß ich mich gemenschenfreundlich sind, in die Debatte,' wir wollen geirrt Habe und daß Sie im Rechte sind. Nun, meine meinsaM der Wohnungsnot abhelfen, und ich bitte Sie Herren, ich kann Ihnen weiters sagen, daß die Renur, lassen Sie die Zeit vorübergehen und lassen Sie patriierung in einem solchen Zuge ist, daß^ in den Moruhig die Leute nach Hause zurückkehren. (Gemeinderat naten April, Mai und Juni, mindestens drei Viertel Lei in er: Sie haben sogar in Wien Häuser gekauft der Ortsfremden, die jetzt noch da sind, zurückkehren und Geschäfte gegründet!) Ich bin dem Herrn Kollegen werden. Ein Viertel wird noch über den Sommer in dankbar für diesen Zwischenruf und ich werde sofort Wien bleiben, Vielleicht bis in den Winter hinein oder auf ihn znrückkommen. Die Leute sind im Jahre 1914 noch länger. (Zwischenrufe.) Ja, meine Herren, dernach Wien gekommen. Damals har die Regierung diesen zeihen Sie mir, ich weiß nicht, ob Sie so informiert Leuten per Kopf und Tag siebzig Heller gegeben und von sind, in Galizien gibt es jetzt Ortschaften, die darin diesen siebzig Hellern mußten sich die Leute Wohnung, bestehen, daß auf einem freien Felde ein Pflock mit das Essen und alles andere bezahlen, einer Tafel steht, worauf der Name der Ortschaft an- Sagen Sie mir, meine Herren — und da darf man gebracht ist. Und im Süden ist es oft auch nicht besser, nicht vom Standpunkte des Satten reden —, wie stellen Ich glaube ja Von Ihnen gar nicht — ich Jage Ihnen Sie sich das -vor, daß jemand im Herbste des Jahres das ganz offen —, daß Sie ernstlich wollen — Sie 1914, der damals siebzig Heller täglich, also einundsind selbst Leute mit Familie —, daß man Leute in zwanzig Kronen im Monat, bekommen hat, davon das solche Ortschaften zurückschicken soll. Es gibt dort Quartier, Essen und sonstiges hätte zahlen sollen? Ich Hungerbezidke, und es ist keine Phrase, wenn erzählt weiß das nicht. Ich weiß nur, daß von uns keiner wird, daß im Bezirke Podhajce Leute an Hungerödem imstande gewesen wäre, das zu tun. Und wenn dann sterben. Wenn aber gesagt wird, daß die Polen Galizien der eine oder der andere Flüchtling sich um irgendeinen aus irgendwelchen politischen Gründen von der Nahleicht Erreichbaren Erwerb umgesehen hat, um mit feiner rungsmittelaüssnhr nach Jnnerösterreich absperren Familie leben zu können, dann sage ich, muß man das wollen, so können wir doch nicht die armen Leute für Dichterwort zitieren, da darf man nicht den. Menschen politische Maßnahmen büßen lassen. Das wollen Sie erst schuldig werden lassen, sondern man muß rechtja doch selbst nicht-, so böse sind Sie ja gar nicht. Ich zeitig die richtigen Vorkehrungen treffen, und dann werglaübd daher, paß die Flüchtlingsfra^q mit der Wiener Woh!- den auch Ausschreitungen nicht Vorkommen. Schuld an nungsnot — und das wollte ich in erster Linie festdiesen Zuständen ist unsere Verwaltung gewesen. Aber stellen — gar nichts zu tun hat. (Ruf: Oho!) Nein, man darf die Schuld nicht den Menschen beilegen, die i I

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