Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 35 (1918)
- Issue
- 12 (22.3.1918)
- Date
- 1918-03-22
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/3020846-3022300-3022313--26747-3052124- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Ke«» 178 rm Kristze zusammengebrochene Rumänien wird, aüfdas Wohlwollen nicht der „Reichspost"-Leute-. sondern- W zävllisierten Welt angewiesen sein- und aus deM -Staatswesen, in dem . eine B.ojarencliqne geherrscht. Här,. .nmßj. eür, modernes Staatswesen hervorgehen. . Im ergenstett .Interesse Rmnäniens liegt es, alle Kräfte, die am Aufbau des Landes Mitarbeiten können, nach, den schweren Schicksalsschlägen der hetzten Zeit zu entfesseln, und so wird esfür eine unabweisbare Pflicht für jeden , weitblickenden rumänischen Staatsmann zu erachten sein, den geknechteten rumänischen Juden und den geknechteten rumänischen Bauern ein menschenwürdiges Dafein zuverschaffen. - Das Organ der ausbeuterischen Reaktionäre hat allerdings seit je in der Bojarenclique ihre teuren und irrtinrsteir Bundesgenossen geschätzt, allein diese Politik hat, wie die Geschichte lehrte, nur zum Schaden Rumäniens und her Zerrtralmächte geführt, und für die Zukunft könnte den Verbündeten nichts willkontmener sein, als eine FortfDung dieser von reaktionären Neigungen inspirierten HÄitik seitens der Zentralmächte, denn sie dient ausschließlich zum Vorteil Englands, welchem die nicht FMK. Äworteilhafte Rolle einer Schutzmacht und Befteier der ' Auch. für die Zeit nach, dem Kriege. " Deutschlands Waffensieg ist zweifellos, allein wie .steht es mit dem Wirtschaftskrieg? Staatsminister von Helfferich hat in den letzten Tagen darauf hingewiesen, wie planmäßig und erfolgreich, England das Programm seines Wirt s ch aftskrieges durchgeführt hat. Es hat durch den Bruch aller Konterbande- und Blockaderechte die Zentralmächte vom Seeverkehr mit der'Außenwelt abgeschnitten, es> hat durchj schwarze Listen, durch-Kvntrollen, durch, Einschüchterung und Vergewalligmrg und durch die Daumenschrauben des Hungers auch Neutralen Nachbarn den Wirtschaftsverkehr mit uns beschränkt. Es hat durch, Sequestrationen, Zwangsliquidationen, durch, Aushebung von Verträgen, durch, Paterrtraich, durch Zerstörung deutscher Niederlassungen Maßnahmen getroffen, deutschen Handel a u s zu rotte n. Gelingt dieses^ Unternehmen, „dann äst," sagt Minister H! e l sferäch,-„das deutsche Volk für absehbare Zeit zum 'In der Züricher „Internationalen Rundschau" beleuchtet der bedeutendste srmizösische Nationalökoiww Professor Charles' Gide die zukünftige Gestaltung dieses — von , chm übrigens nicht gutgeheißenen— Wirtschaftskrieges und erwähnt die eventuellen Aussichten eines Friedensvertrages, der den Ententestaaten eventuell „die Pflicht auferlege, daß, sie jeden Boykott deutscher Ware -zu -verhindern hätten, durch strenges Vorgehen nicht nur gegen diejenigen, welche ihn ausführen, sondern selbst gegen diejenigen, welche dafür agitieren"! " : Er fügt hinzu: „Eine unsinnige Forderung, weil es! nicht einmal in der Macht irgendeiner Regierung liegt, den Streik der Käufer auch nur im eigenen Lande zu verhindern. Von. allen Menschenrechten gibt es keines^ das so jeden Zwanges spotten würde wie das Recht, zu kaufen. Die Freiheit des Wortes kann geknebelt, die Freiheit der Person unter Kerkerntauern begraben werden, aber wer will mich zwingen, zu kaufen, was ich nicht mag?" '"; „So gut wie der Streik der gekreuzten Arme die letzte Waffe des im 'Eigen ganz wehrlosen Arbeiters ist, so könnte der Streik der Käufer, der Streik der 'gHchlossenen Börsmr die letzte Wehr der Besiegten be- }pmbat.\4r: - v’- Sobald Deutschland die Wiederherstellung feines' Welthandels nach dem Kriege unternehmen wird, dürfte es zunächst versuchen, mit den jüdischen Kaucherren in den überseeischen Ländern die alten Beziehungen wieder. anzuknüpfen. Jenseits des Ozeans! waren vor dem Kriege die Vermittler deutschen.Handelszumeist Juden. Die. offenen und geheimen Agitatoren des Wirtschafts- Boykotts werden die.Waffe wohl zu nützen wissenwenn die Zentralmächtedie im. Frieden von Brest-Litmvsk ihren Willen restlos durchgesetzt haben, im Frieden mär Rumänien die Erfüllung der völkerrechtlichen Verpflichtungen , des Berliner Vertrages, zu sichern wohl die Gelegenheit und die Macht, aber nicht den guten Willen -hatten. Den Verbündeten würde ein solcher Ansgang des Buka-rester Friedens eine neue brauchbare Waffe liefern. ' ,: Nun wird allerdings durch die „Neue Zürcher Zeitung" die Mitteilung verbreitet, als sei die Regierung in Jassy fest entschlossen, ihre Pflicht gegenüber der jüdischen Bevölkerung in Rumänien zu erfüllen und-ihr die Gleichberechtigung zu gewähren. „Es ist zweifellos, daß die rumänische Regierung möglicherweise noch 'in diesen Tagen oder unmittelbar nach dem MWuß. des Friedens mit den MittelmäMen ^i-e.'G.cke.Wbe'r-echtigung der I n de n tz.r o k l a M i e-r e n w-i r-w Die hiezu notwendige gesetzliche Gurheißjung. durch die. Kammer -kann allerdings erst nach-den- Neuwahlen geschehen, da die.gegenwärtige Kammer für die einzige- Aufgabe, die Agrar- und WaWrechtsfraae zu Wen, gewählt worden war, und sich gleich nach Friedensfchluß auflösen wird.". ' Wassolche Versprechungen und Zusicherungen rumänischer Regierungsmänner für 'Wert besitzen, hat die traurige Vergangenheit vor aller Well, offenbärt. Deutschland und Oesterreich-Ungarn sind Signatarmächte des Berliner Vertragessie haben den. Vertrag gefertigt und garantiert, ihre Aufgabe ist es, für die endliche ehrliche Ausführung und ErMlung dieser Verpflichtungen nunmehr hinreichende- Garantien'zuschaffem Die PersöulichAit des Grafen CHernin läßt hoffendaßerauch: nach dieser Richtungfeine hohe Staatskunst bewähren wird. ° Aber auch aus Deutschland kommt die Meldung: „Der.deutsche Reichskastzler emipfing-kürzlich die VvrstandsMtglieder der neugegründeten Vereinigung! jüdischer Organisationen Deutschlandszur Wahrung der Rechte der Juden des- Ostens', .-Dir:- James Simon und Geheimen Justizrat Dr: K a s s eh welche die Wünsche der deutschen Juden wegen einer- Regelung der rumänischen Judenfrage im ZusamM-enhbnge mit den- Fr-iedensberhaMungen in Bukarest vortrugen. .Nach Anhörung der eingehenden Darlegungen der Herren^ erklärte der Reichskanzler, daß die ka iserli ch e R egier un g an einer befriedigemden Regelung d erru-- mänisch'en Judenfrage Jnäereftse neh me und sie bereiis' zum Gegenstand von Besprechungen im Rahmen der in Bukarest stattstndenden Verhandlungen ge- Die Wiener „ReiWpost"sLeute haben sich! somit vergeblich ereifert. ' . - Bon Sigprimd Mayer. ° „Edel sei. der Mensch, . Hilfreich und gut! Denn das allein Unterscheidet ihn Bonallen Wesens Die wir kennen." . (G oetihe:,, D as.. G ö ttlich e. ")t In einer Erregung,, die mich das richffge Wort- Mr schwer, mcc stockend in die FMr MKmllWä erfülle: M die letzte Pflicht gegebnen soeben verstorbenen, uM nahe-