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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-03-15 · 11 (15.3.1918) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
11 (15.3.1918)
Date
1918-03-15
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 11 Me 173 Dr. Bloch's Wochenschrift Austritte aus dem Judentum. vom 3. /bis 9. Mach 1918. Friedmann . Moritz, Kaufmann, geb. 9. März 1866, Mitzkolcz, 9. Bez., Servilengasse 10. Kohn Siegmund, Kaufmann, geb. 3. Dezember 1891, - Wien, 4. Bez., Wohllebengasse 8. Kubies Hans, Kaufmann, geb. 29. Oktober 1878/ Wien,. 2. Bez^ Pralerstraße 40. Leiter Paula, Studentin, geb. 27. März 1894, Wien, 9. Bez., Liechtensteinstraße 35. Mandl Emilie, geb. Bober, Oberstenswitwe, geb. 10. Jänner 1869, Krakau, 4. Bez., Schleifmühlgasse 3. Rosner Emil,. Bankbeamter, geb. 11. November 1880, EsztergoM, 2. Bez., Kleine Pfarrgasse 31. Wassing Olga, geb. 13. Oktobern 1878, Wien 17. Bez., Dornbacherstraße 107. Wollisch Jfa», Kaufmann, geb. 18. August 1869, Lemberg,' 18. Bez.. Sternwartestraße 61, Baden. Aus Hilaß des glücklichen Ereignisses, der Geburt eines Prinlzen des jugendlichen Kaiservaares, fand sofort nach Bekanntwerden desselben ein Dankgottesdienst mit Festpredigt des Herrn Oberrabbiners W. Reich iw Tempel statt. Anschließend fand eine Festsitzung des Kultusborstandes statt, bei welcher der Herr Präsident Moriz Lei tu er. den Antrag stellte, sich an dem W'iegengeschenke für Ihre Majestäten pnt Besten armer Kinder mit einer ansehnlichen Summe zu beteiligen, welcher Antrag begeistert mit Stimmeneinhelligkeit angenommen wurde. Gleichzeitig wurde ein Huldigüngs- und Gratulationstelegramm an das Kaiserpaär abgesendet. Tags' darauf erhielt Herr Moriz Lettner folgende Depesche: „Herrn Moriz Leitner, Präsident der isr. Kultusgemeinde, . . Baden. Hofstelle Baden-Wien. Seine k. u. k. Apostolische Majestät danken dem Vorstände der israelitischen Kultusgemeinde Baden ,huldvollst Mchie treuen Münsche." Auf!'Allerhöchstem Befehl: Kabinettskanzlei." - Neü-Raußnitz. (Amtsjubiläum.) Der hiesige Oberkantor.' Eemeindesekretär rc.. Herr Leopold Stößler, vollendet am 28. März d. I., am ersten Pessachsesttage, das 50. Jahr seiner mehrfach durch Ah. Auszeichnungen belobten amtlichen Wirksamkeit. Der greise Jubilar, ein Mährer von Geburt, der Schule. des verewigten Altm eisters Sn her entstammend, erfreut sich, v öllig körperlicher und geistiger Frische und versieht sein durch die Kriegszeit gewachsenes Anrt in bewährter Kraft fort. Rachod. Am 5. Mäiz I. ,..erte unser Lehrer, Herr Ludwig Hirsch. seinen 70. Ge' stag. Dieser Tag gestaltete sich fürihn zu einer imposanten .er. an der die ganze Gemeinde, die Schuljugend und viele C teilnahmen. Bon allen Richtungen der Windrose kaMen Depeschen und Glückwünsche, denn der geschätzte Jubilar wirkt hier schon 42 Jahre und Generationen sind aus seiner Schule hervorgegangen, Männer, die auf allen Gebieten menschlicher Tätigkeit Hervorragendes leisteten. Herr Rabbiner, k. k. Feldprediger Dr. Gustav Sicher, zeichnete in schöner Rede die Verdienste hes Jubilars, die Mühen- und Plagen des Lehrstandes. Ergreifend und voll des Dankes sprach unser geehrter Vorsteher Herr Gustav Schur, der Sohn einer alten, gelehrten Patrizierfamilie, die schon seit uralten Zeiten eDe führende Rolle in Rachod spielt. Hierauf hielt der Oberlehrer. Herr A. Bäumek, eine Anrede und schließlich Herr Mar Pollak, der in heiterer, origineller Weise .alle Anwesenden unterhielt.. Herr Jonas Lewith jprach als Senior der Gemeinde. Eine sehr ehrende Kundgebung folgte auch vom Herrn Direktor .des Realgymnasiums und dem Professorenkollegium, da her greise Jubilar schon, viele Jahre an dieser Anstalt wirkt. Gerührt dankte der Jubilar den Rednern für die Anerkennung und die herzlichen Beweise der Sympathie. Dieser Tag hätte wohl zu ° den schönsten seines Lebens gezählt, wenn nicht eine vorangehende Krankheit und schwerer Kummer um feine Söhne, von -denen einer m Italien kämpft, der andere nach unsäglichen Leiden in Sibiriens Eiswüsten schmachtet, seine Gesundheit untergraben hätte. Ein großes Verdienst um das- Zustandekommen dieser Feier erwarb sich. Herr Hans Goldfchmid> der Sohn einer angesehenen Familie, die wie die Familien Schur und Mautner zu den erbgesesfenen dieser Stadt gehören und der sich alle Mühe gab. um.seinen alten Lehrer eine Freude zu bereiten. Die .Feier schloß mit der Volkshymne und einem dreimaligen Hoch auf den Kaiser und die Kaiserin, in welches das Publikum begeistert einstimmte. Malakka. Am 7. d. M. haben wir unter zahlreicher Beteiligung aller Kreise der hiesigen Gesellschaft den Gründer unserer Gemeinde, Herrn Leöpyld Weinwurm, zur letzten Ruhe gebettet. Der. Heimgegangene war durch 35 Jahre Vorsteher unserer Gemeinde und sein segensreiches Wirken hat ihm zahlreiche Freunde, erworben. Zum Andenken, an den Verblichenen stiftete der Kultusvorstand über Befürwortung des Obmannes Herrn Spitzer eine „Leopold WeinwurM-Stistung", an welcher sich Angehörige und Verehrer des Verstorbenen beteiligten, mit der Bestimmung, daß am Jahrzeitstage die Stiftungszinsen an Arme verteilt werden sollen. Am Leichenbegängnisse beteiligten sich außer dem Gesamtvorstand auch die christliche Gemeinde durch zahlreiche Vertreter, die Feuerwehr usw. Herr Rabbiner, kaif. Rat Dr. Lewin aus Nikolsbürg, der früher jahrelang hier amtiert hat, kam eigens hieher, um seinem Freunde die letzte Ehre zu erweisen, und er sprach im Trauerhause der Familie in beredten Worten Trost zu. Am Friedhöfe hielt Herr Rabbiner e i ß dem Verstorbenen eine Gedächtnisrede, schilderte sein segensreiches Wirken, seine Friedfertigkeit und seine Humanität. Am Grabe nahm sodann zum Schlüsse Herr Vereinsvorsteher Leopold Wein wurm aus Wien im Namen der Verwandten^ und ^.Verehrer. Abschied von dem Verstorbenen. An der Bahre trauern eine Witwe, mit welcher er 40 Jahre in glücklichster Gemeinschaft gelebt, dann vier Söhne und drei Töchter, welche in angesehenen Stellungen leben. Die Witwe nach Max Szabolcsi gestorben. Am 2. März ist in Budapest nach kurzem Leiden die Witwe des Herausgebers des „Egyenlöseg" Max S zabolcsi, Nina, geborene Ty roler, gestorben. Eine weitverbreitete, angesehene jüdische Familie ist durch den Tod dieser vornehmen, edlen Frau in tiefe Trauer versetzt worden^die von einer unendlichen Schar von Bewunderern ihrer ausgezeichneten Charaktereigenschaften geteilt wird. Seit dem Ableben ihres von ihr angebeteten und mit Hingebung betreuten Gatten, Max Szabolcsi, hat diese an Herzensgüte und Edelmut so überreiche Frau nur noch laus dem Bewußtsein Lebenskraft geschöpft, daß sie dem Andenken des! ihr im Tode Vorangegangenen am schönsten , opfert, wenn sie seinen Söhnen als aufopferungsvolle Mutter, als treue Stütze zur Seite steht. Diese ihre Aufgabe hat sie bis an ihr Lebensende treuherzig erfüllt. Geistreich und klug, wohltätig und gastfreundlich, wurde sie von allen, die sie kannten, verehrt und groß ist der Kreis derjenigen, die durch ihren Heimgang die verläßliche Ratgeberin, > die Helferin in der Not verlieren. Sie stammte aus rabbinischer Familie und ist den Traditionen ihrer Vaterhauses stets treu geblieben. Ein unabsehbarer Zug von Leidtragenden, die Nachrufe, die die Vorzüge der Verstorbenen würdigten, und die zahllosen Beileidskundgebungen,, die der schwerbetroffenen Familie von den verschiedensten Körperschaften und Freunden aus allen Teilen des Landes 'zukamen, waren beredte Beweise der hohen Wertschätzung der sich, die Verblichene, mit Recht erfreute.

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