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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-03-15 · 11 (15.3.1918) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
11 (15.3.1918)
Date
1918-03-15
Page
– (sequence 12)
Language
German
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■PSÜHfJi Sette 172 Dr. Bloch's. Wochenschrift Nr. 11 NMchte. Der Werdegang dieses Machies war von sehr. bescheidenem Anfang. Ms 'Volksschullehrer, welcher Beruf in seiner Familie tradttionell war. Hat er seinen Lebensweg begonnen. Volksschullehrer in -er schönsten Bedeutung dieses Wortes, das hMt Lehrer des jüdischen Volkes, welches er mit allen Fibern feiner edlen Seele geliebt hat. Als das einzig und allein dastehende SkiftungsweÄ des Barons Hirsch ins Leben gerufen wurde, folgte Wilhelm GrKves nicht nur bereitwilligst dem Rufe des Kuratoriums dieser ^Stiftung, sondern er stellte sich freiwillig dort, wo es galt, im stärksten Damm geistiger Finsternis undl Aberglaubens Bresche zu schlagen. Durch voUstänvige Hingabe, ja durch Aufgehen in seinem Beruf, durch größte Umsicht nach jeder Richinng hin, insbesondere aber durch seine mustergültige WbenSweise, gelang es Wilhelm Grünes in sehr kurzer. Zeit, absolutes - Vertrauen auch der extrem-ortdodoxen Juden im Orte /seiner Tätigkeit zu gewinnen und scharenweise strömten die Kinder -aus diesen Häusern in die Schule, aus der Gesittung, AuMärung und Moral durch die Kinder selbst in der Eltern Häuser getragen wurde. Das von Griines geschaffene System Wurde zum Vorbild der nacheinander rasch folgenden Gründungen von Stätten der Aufklärung und Gesittung, deren geistiger Führer und faktischer Leiter Wilhelm Grünes war. In gleichem Maße, Wie fein Wirkungskreis sich erweiterte, wuchs auch fein Fleiß und setzt Eifer und so ergab es sich fast von selbst,, daß er zum Inspektor der in den Ortschaften um Kolomea herum Leierten Schulen vom Kuratorium der Baron Hirsch- Stiftung erkoren wurde. Die ihM unterstandenen Lehrer haben in Hm stets einen warmen Förderer, einen wohlwollenden und freundlichen Vorgesetzten, ja einen Beschützer gesunden. Nicht nur als Kreisschulinspektor der Baron Hirsch-Stiftung, sondern auch als Religionslehrer an den Mittelschulen, als Leiter der jüdischen Bursa, als Direktor der Kreditgenossenschaft für den Kleinhandel und das Kleingewerbe, als Gründer von Lesehallen und Aufklärungsverejnew Hat Wilhelm Grünes Hervorragendes geleistet. Die verdiente Anerkennung blieb auch nicht aus. In Anerkennung dieser Verdienste wurde ihm im Jahre 1908 das goldene Verdienstkreuz nrit der Krone verliehen. Auch andere Auszeichnungen wurden Hm zuteil. Die Geschichte des jüdischen Volksschulwesens und der jüdischen Kulruiarbeit der letzten 30 Jahre in Galtzien bleibt an, dem Namen Wilhelm Grünes für immer geheftet.' - Kaiserlicher Rat Ludwig Basch. '-'-"Der' dieser Tage mit dem' RitterkreW' des' " Franz Josef-Ordens Austzezeichnebe gehört zu . jenen Publizisten, die neben der ernsten Erfüllung des' journalistischen Berufes — kais. Rat Basch ist Redakteur des Illustrierten Wiener ^trablatt" — auch noch aktiv am öffentlichen Leben durch emsige Förderung philanthropischer Fürsorgeaktionen teilnimimt. Ms einer der Gründer der Heilanstalt „Mland" und eifriger Mitarbeiter bei Schaffung von Kinberasylen hat er sich besonders hervorgetan, und meint nun seine ersprießliche WirkfMnkeit Anerkennung findet, so wird diese verdiente Auszeichnung in der Wiener Gesellschaft, die denk seit einem .Menschenalter tätigen Journalisten große Wertschätzung entgegendringt, heimlichst begrüßt. - Wien-Mariahrls. Die vom Vorstande des Mariahilfer Tenipelvereines' am -vergangenen Sonntag im Tempel üi der SchMahzgasse veranstaltete Trauerandacht für Meiländ Simon Dünmann gestaltete sich zu einer überaus' wecheoollen und.erhebenden Pietätskundgebung für den Heimgegangenen SangMeister in Israel. Die WvM drapierte ANdachtsstatte war von einer vornehmen Trauergemeinde buchstäblich überfüllt; als Vertreter M KullUsgenreinde war Herr Knltusvorstand Max Z i rrrer erschienen, als Vertreter des Tempelvereines die Herren Präsident HofM.ann, Straßburg, Weiß ü.a., die ehrwürdigenRabbiner Dr. Bach, .Reich Dr. Täglichi mit Gemahlin, Herr Präsident Dr. Lowy für den HuManitätsverein, Frau Jenny Weiß für den Mariahilfer Tempelverein, kais. Rat Direktor Simon Hell er, Direktor H e cht, der Gesamtvorstand des Mariahilfer TeMvelvereines und> der größte' Teil der Mitglieder. Nahezu vollzählig war die Kantorenschast Unserer Gemeinde unter Fühlung der Herren Oberkantoren Präsidenten Jakobi Bauer und Don Fuchs erschienen und bekundeten auch! auf diese Weise die besonderen Sympathien, - die' sie dem Verblichenen, bewahrt haben. Nach^VorLrag eines Psälmes'durch den.Tempelchor mit Orgelbegleitung, der . durch seine hohe künstlerische Leistung gleichsam den Zoll tiefster Dankbarkeit seinem verehrungswürdigen, v< Heimgegangenen Führer darbrachte, wurde durch Herrn.Oberkantor M o r ge n st e r n. in ergreisendel Weise d'asDeeten-- licht entzündet. Die nun folgende Gedenkrede des ehrwürdigen Rabbiners Dr. Dir o b in s ky war durchweht von tiefer Empfindung; andachtsvoll lauschte die erlesene TrauerversamMlung den Worten des Redners. Noch ein Wort Wer die vollendete künstlerischje Leistung des vortrefflichen Herrn Oberkantors Morgen st e nt! Kein Würdigerer konnte d!em. verklärten -Freunde diese wohlverdiente letzte Ehrung erweisen, und man erircherte sich bei seinem weihevollen Vorträge lebhaft an'die glanzvollen Darbietüngen, die seit ungezählten Jahren diese 'gottgeweihten Räume durchklpngen. Jüdische Matinee in den „Kammerspielen". Wir haben schon in unserer Zeitung über die Veranstaltungen des Herrn Scherer Erwähnung getan. Nun bot abei die letzte Matinee vom 3. März! in den „Wiener Kammerspielen" etwas ganz Hervorragendes und überragte alles bisher Veranstaltete. Die ausg^eichneten Schauspieler und Schauspielerinnen der „Jüdischen Bühne" dekamien wir zum erstenmal auf einer europäischen Bühne zu hören. Vier Einakter, und zwar „Schwestern" von P e r e z. „Glüäsvergessene"" von Pinski, „IM Winter" von Asch und „A Ejze" von Schalem Alejchem gäben den Mitwirkenden Gelegenheit, ihr künstlerisches Können zu zeigen. — Allen voran Herr . Deut sch, der auch die Regie führte und in leinen beiden Rollen („Glüäsvergessene" und „Ejze") Typen schuf, die lange in unserem Gedächtnisse verbleiben werden. Ihm folgten auf dem gleichen künstlerischen NiMay.die Damen Frau Urich, Siegler und Graf-Weint.raub, welche aus ihren kleinen Rollen ganz Gewaltiges schufen. — Auch die anderen Rollen, welche durch. Frau . Deut sch . und die Herren Wei n g I o;I b und Bell gegeben wurden, paßten zum ganzen Rahmen apsge; zeichnet. Man konnte aus dieser Mättziee deutlich ersehen, wie not es tut, ein gutes .^Jüdisches Theater" zu haben. > . —d —r. \ Toynbeehalle (Io sefine Mendl-W oh l sah rtshaus), Das Konzert vom 9. März war hervorragend durch die' klassische Schönheit des Pro grammes, sowie durch die vollendete Durchführung desselben. Die von Frau Pick-Fürth gesungenen Lieder von MendelsohN, Reichard und' Brahms gäben Zeugnis von' der selten schönen, gut geschultest Altstimme der Künstlerin. Mit der Pagenarie aus dem „Maskenball" und dem „Vöglein iM Walde" von Taub ert konnte die Konzertsängerin Frl. Trude Modern eine /glockenreine. Stimme und glänzende Koloratur dokumentieren. Die Rezitationen von Fräulein Esti-Druck er bewiesen neuerdings die selten wirkungsvolle AusdruSsfähigkeit ihres Vortrages, die ihre Machtvolle Wirkung auf den .Zuhörer ausübte. Alle .Mitwirkenden-wurden durch reichen Beifall belohnt und von der begeisterten Hörerschaft zu reichen' Zugaben veranlaßt. SaMstag, 16. März, findet das von der-. Gesangsmeisterin Frl. Ali.ce G o ld b e r g veranstaltete Konzert statt. „Harchijcch", hebr.-akad. Vereinigung. Sonntag, den 17. Mach, hält Herr Josef Kühn im Saale, 2. Bez., Praterstraße 9, pünktlich um 7 Uhr abends, -einen ' Dortrag über „Haschirah wehasimrah beolam haagädäh.- Hebräisch sprechende Gäste willkommen! Samstag, den 16. März, findet üm halb 8 Uhr abends im Vereinslokale. Franz Josefskai 43/7, eine Asefa pnimith statt, zu der sämtliche Chawerim und Hospitanten eingeladen werden. Al-gemeiner Wischer Arbeiterverein „Poale Zion", Samstag den 16. d. Ms findet im Hotel „Arco", 2. Bez^, Rotensterngasse 7 a, ein Vortrag über „Ein jüdischer Kongreß in Oesterreich" statt. Referent: Redakteur Gen. M. Singer. Beginn halb 8 Uhr abends. — Sonntag äM 17. d. M. große Märzfeier im Festsaale des Hotel „Continental", 2, Bezirk, Taborstraße 4. Mitwirken-e: Gen. Juris, Fr, ,H artmayer, Frl.' Melzer, Herr Lud i n und der Jüdische Arbeiterchor. Beginn 7 Wr abends, KartenK. 2.—, K. 1.50 und 1.—.

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