Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-03-15 · 11 (15.3.1918) · page 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
11 (15.3.1918)
Date
1918-03-15
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/3020846-3022300-3022312--26719-3052112
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Seit» 16* N '' ' ' Dr. Moch^ Wochen schrtst -7 ’ ' Wr. il 4Ähr nachmittags).bis Donnerstag den 4. April, 7 Uhr näHmittagss.sind HauptfeiertÄge. Die Mannschaft' lKgf.) ist an« Nachmittag des 27., bann am 28. und' 29. März mrd am 3. und 4. Avril' dienstfrei zu belassen. Wo dies aus dienstlichen Rücksichten unbedingt unzulässig erscheint, ist der Mannschaft- und den ausgangssähigcn Kranken mrd landsturnchflichtigen Zivilarbeitern Mittwoch den 27. und DottnerMag den 28. März zur Begehung der Sederabende (häusliche Andachten) die Bewilligung zuM Ausbleiben über die Retraite zu gewähren. An den Hauptfeiertagen, in der Zeit von 5 bis 8 Uhr nachmittags und von 8 bis' 12 Uhr vormittags, werden Gottesdienste in allen Bethauftrn jener Stationen, wo sich: solche befinden, abgehalten werden. Allen Gläubigen rst> soweit es die dienstlichen Verhältnisse gestatten, Gelegenheit zu bieten, diesen Gottesdiensten beiwohnen M-WNÜM. In jenen Stationen, wo sich keine Gottesähäuser ^befinden, sowie in den Kriegsgefangenenlagern und Arbeitsstellen außerhalb her Lager ist den Soldaten, Mo.. Kriegsgefangenen zu gestatten, sich in einem geeigneten Raume zu gemeinsamen Andachterr zu versammeln. Im Sinne des Erlasses des T u. k. KriegsministLriums, Wt. I. F. Nr. 282 vom 1. März 1918, verlautbart im Militärkomnrandobefehl Nr. 54 vom 5. März 1918, ist den jüdischen Invaliden mrd Rekonvaleszentenwenn ihr Gesundheitszustand es gestattet,-sowie der gesunden jüdischen Mannschaft nach Diensteszulässigkeit über die. Zeit des isr. Osterfestes Urlaube — für besonders rücksichtswüMge Fälle unter Zubilligung der Kreditierung der Reiseauslagen. -— zu gewähren, damit sie in der Lage sei, 'den strengen Osterspeisevorschriften nachzukommen. Zur Orientierung wird bekanntgegeben, daß . an, den Hauptfeiertagen. sowie am Sabbat das Reisen religionsgesetzlich verboten ist. - Dieser Befehl ist . den isr. Glaubcnsarrgehörigeu rechtzeitig und zuverlässigbekanntzugeben. 's Wien. Das ku. k. Kriegstuinisterium hat mit Erlast, Abt. .9, Nr. 2885/18, angeordnet, daß in §er Zeit vom 1. Februar 1918 bis' 31. Januar 1819 folgende. Feiertage der jüdischen Mannschaft nach Dien steszulässigkeft freizugeben sind: Ostern: 27. März, nachm., 28. und. 29. März, 3: und 4. April. Offenbarungsfest: 17. und 18. Mai. Neujahrsfest: 7. und 8. September. Versöhnungsfest: 15. September, nachm-, 16. September. Laubhüttenfest (Schlustfest): 28. September. Die Generalversammlung des Dempelvereines Wietzen- -7 Margareten fand am 17. Februar d. I. unter zahlreicher Beteiligung statt. Die Kultusgemeinde entsandte Herrn KommttJüftrat M. Ku ck er, Obmann der Bezirkskommrssion, als Delegierten, s Die Tempel- und Bethausvereine des 5., _8., 9.,13. und 19. Bezirkes waren durch ihre Vorsteher vertreten. Herr kais. Rat Ka'ud.e rs vom 11. Bezirk entschuMgte seine Abwesenheit. Dem vom Schriftführer Franz Frankl vorgetragenen Rechenschiaftsbericht entnehmen wir,- daß: die, bm derzeitigen Verhältnissen entsprechenden, bedeutend erhöhten Kosten der Erhaltung des regelmäßigen Gottesdienstes nur durch die gesteigerte Opferwilligkeit der Mftglied'er und. die erhöhte Subvention der Kultus'ge-' meüch'e aufgebracht werden konnten. Den verstorbenen BereinsMitgliedern und dem verschiedenen 1. Sekretär Dr. Theodor L t eb e n wird ein ehrender Nachruf gewibniet.und außerdem, mitgeteilt, daß für die. gefallenen Heldensöhne' der Vereinsmitglieder eine Gedenktafel im ' Veremstemvel errichtet wird: . Für die FBchtlinge Wurde zu den.-hohen Feiextagen der Litzungssaal zur Abhalung des GosWdiensWÄerlassen-, Mc die zahlreich erschienenen Mi isärs eine große Anzahl Aushilfssitzeim Tempel aufgestellt.- Infolge des Brandes des Leopoldstätüer Tempels wurden seitens der -Behörde erneuerte, verschärfte Sicherheitsvor kehrun gen vorgeschrieben, welche mit erhebli^en Kosten verbunden sind. In hmnanirärer Beziehung wurderr an verwundete, erkrankte und insbesondere erblindete Soldaten Spenden verteilt und der isr. Frauen-Wohltätigkei-tsverein Wieden-Margare en in seiner, während der Kriegszeit außergewöhnlich in Anspruch genommenen segensreichen: Tätigkeit auf' das kräftigste gesördert. In der hieraus abge uhrten Debatte führt der Vorsitzende, Präsident Adolf Hofmann, aus, daß, der Vorstand sich vervftnchtec fühlt, die Depositen- und Stiftnngsrenten des Vereines unbelastet zu erhalten und die Kosten der Tempelerhaltung und Führung mit Zuhilfenahme der Subvention der Kultusgemeinde glatt aufzubringen. > Kais. Rat Dr. Krenberger, Obmann des Tempere reines Hietzing, empfiehlt den' engeren Zusammenschluß ä.ler Temrelvereine behufs gemeinschaftlicher 'Beratungen,- um chnen einen größeren Wiriüngskreis zu schaffen.: es soll dies keine Aktion .gegen dieKultusgemeinde,'. sondern gemeinschaftlich undmit ihrem Einveriiehmen. sein. Er weist auf die Mängel des Jugendunterrichtes Hin, , der den Anforderungen in keiner Weise entspricht. Bei den Kooptiecungen des Kultnsvorstandes sollten auch die Tenchelvereine zu Räte gezogen werden. Die Erneuerung des v eralte'en Gemeinde sta : utes wäre dringend anzustreben, ebenso die Herabsetzung des Steuerzensus behufs Heranziehung der kleinen Steuerträger zur Mit-' arbeit auf zeitgemäßer, demokratischer Grundlage. ' \ Vereinsmitglied Rudolf Kraus wünscht lebhaftere Beteiligung derlMitglieder andenGeueralversammlungen und schlägt Abänderungen in der Abhaltung des'Gottesdienstes vor. . - V - ObMann Müller des' Tempelvereines Döbling begrüßt den Bruderverein und weist darauf hin, daß, jüdische Weltkongresse geplant sind, um als Folge des Weltkrieges auch.die in gewissen Staaten.herrschenden rückschrittlichen StröMüngen gegen die Staatsbürger un- . serer Konfession zu beseitigen. . Vorsteher Gluck vom Tempelverein im 9. Bezirk erklärt, erschienen zu sein, uM aus dem Berichte des Vereines Wissenswertes, auch für die anderen TeMvelvereine Erstrebenswertes zu erfahren. Schon aus diesen Gründen begrüße er einen Zusammenschlust der Tempelvereine auf das wärmste. Im übrigen schließe er sich den Ausführungendes kais. Rates Dir. Kren berge r, wenn auch nicht in allen Punkten, an. - VorstandsMitglied Dr. Friedjung erklärt es als bedauerlichen Mangel an Interesse, d aß d ie Kultusge- Meinde kein Mitglied ihres Vorstandes als Delegierten entsandte, da. die Vereinsmitglieder die Generalversammlungen zum Anlaß, nehmen, ihre Anregungen, Wunsches Bitten und Beschwerden vorzubringen und dabei in erster Reihe von den Vertretern der Kultusgemeinde gehört sein wollen. ' > - . ' Präses Hofmann weist darauf hindaß die TempelvereinsMitglieder und überhaupt die Juden in den entfernter liegenden Bezirken als Juden zweiter Güte angesehen und behandelt' werden, dem endlich entgegengetre'.en werden müsse. . -' ' Die um Schlusse der Gen er alv er sanrmlun g v or genommenen Wahlen ergaben die Wie' erwähl der ausgelosten fünf Mitglieder.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.