Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 35 (1918)
- Issue
- 10 (8.3.1918)
- Date
- 1918-03-08
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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iwt» io Dr dloM «lüchenfihrift ®ett her Durchführung von Heranbildung jüdischer . Volks¬ und Bürgerschnll.eh rer hervor, und plädiert in eindringlicher KyrM für. die Errichtung einer ReligionslehrerbilhungMnstalt im Sinne^ feiner . bekannten Vorschläge. Er Werde, daher für diese . Post nicht stiminen. . Külmsvorstehtzr Prof. Dr. Ehr mann bedauert, daß der.seinerzeit bestandene BildunWk::rs für Religionslehrer nicht.. M ein er ständigen Religionslehrerbildungsanstalt ausgebildeL wurde, Jur allgemeinen fei er dagegen, daß nicht, -praktische Lehrer znm Religionsunterricht herangezogen werden. Er gebe dem Vorredner darin recht, daß/die.Kostet: der mit 10.000 K. in Aussicht genommenen Aktion diese Summe weit übersteigen würden, den Schwierigkeiten könnte eben nur die Schaffung einer Gesämtorganisation völlig begegnen. Er werde für die Bewilligung der Post 49 stinrnren. . Kultnsvorsteher Staatsbähnrat Robert Stricke r wird aus prinzipiellen Gründen gegen das Budget stimmen, da die Bedenken, die er gegen die Steuerpraxis seit Beginn des Krieges alljährlich vorgebracht hat, auch Heuer keine Berücksichtigung fanden. Er wendet sich auch dagegen, daß für das budgetmäßig vorausgesehene Defizit die Teuelmugszulagekk der Beamten als Begründung her-/ angezoaen werden, und weist auf die materielle' Lage der 'Kultusbeamten hin, die eine dringende Verbesserung erheische. Redner gibt seiner besonderen Freude darüber 'Ausdnlck, daß die heutige Budgetdebatte fast ausschließlich mit der Frage des Religionsunterrichtes ausgesüllt sei, die alles zu wünschen übrig, lasse. Schuld daran seien nicht die Reiigionslehrer, sondern der-Geist, in den: sie zu -unterrichten gezwungen seien. Man merke inr Kultrisvorstande gar nicht, welche Verbreitung die -hebräische Sprache täglich finde. Es seimehr als tief bedauerlich, daß in Wien Zwei Institutionen — eine hMäische^Sd-rachschüse/ nw welcher heute schon 4OO Schn-? leb ^nodersten Sprächün-terricht genießen, und die Fortbildungskurse für Lehrer — ohne Initiative der Kültusgemeinde zustande gekommen seien. Wenn man für den Wiederaufbäu eines abgebrannten Tempels eine Million Kronen an Spenden aufgebracht hat, so sei er überzeugt, daß/ sttän für Zwecke der Jngendbildnng. im -jüdischen Geiste noch weitgrößere Summen aufbringer: würde. Kultnsvorsteher. Hosrat Dr. Löwner erklärt zunächst,' daß, er Herrn Stricker in seinen Forderungen für den In genbunterricht nicht zu folgen vermöge, da er selbst sich zum Asfimilantentnm bekenne. Mit den budgetierten 10.000 K. könne man nicht viel anfangen, die Religionslehrer seien materiell schlecht gestellt und eine Regelung dieser Frage sei vonnöten, wenn man ein entsprechendes Lehrermaterial haben wolle. -Kultnsvorsteher Brod vertritt abermals seinen Standpunkt, der übrigens auch ohne Hinzutnn der Kultusgemeinde in die Tat umgesetzt werden würde, weil er in den breitesten Schichten der Bevölkerung als der richtige erkannt wurde. Kulmsvorsteher Dr. Schreiber erklärt sich nicht ganz einverstanden mit der pessimistischen Auffassung in bezug auf den Wiener israelitischen Religionsunterricht. Wir besitzen ein gut qualifiziertes, tüchtiges Lehrerpersonak, dessen Erziehungsresultate Redner auch nicht so ungünstig beurteilt und äbgeurteilt sehen möchte. In bezug ans die Teuerungszulagen empfiehlt er ein weitherziges Vorgehen. Die Genwinde hat gegenüber Männern hervorragender tatrnudischer Gelehrsamkeit, wie z. B. Rabbiner.Winter, wenn auch keine juristische, gewiß aber lnoralische Verpflichtungen, ihnen mit ihrer zahlreichen Fcmtilie in dieser Zeit horrender Teuerung eine menschenwürdige Existenz zu ermöglichen. -Die Aktion zuM Wiederaufbau des ' LeopoldjWter Temlvels Hätte Z^mer lieber ' vom Kultnsvorstand selber durchgeführt-Msehen, während. Komitee sich-"als die Herren der gesammelten BetrHe 8 k iaüfivielew Md dem Vorstand Bedingungen stellen./ZÜM^c: SMuß erinnert Redner das Präsidium, daß; es doch wohl. 2 endlich an der Zeit sei, an die Besetzung der Rabbiner-- stelle im Tempel der Seitenstettengasse zu schreiten. Rach^ -' dem der Tempel in der Leopoldstadt nicht existiert, drängtet sich das Publikum in das Gotteshaus der Seitenfteüengasse, das nun nicht länger ohne Prediger bleiben foßteu« Nachdem auch Driv.Schwa rz-Hitl ev Kch.'fürdrmN Antrag Brod ausgesprochen hatte und der VorfitzeMmn mitteilte, daß eine Revision der VerficherungsverträWi^ bereits vorgenommen wurde, schritt der Vorsitzende Wr Abstimmung. Das Budget wurde hieraus im allgemeinen und.äw' ü den- Details angenommen und die öffentliche geschlossen. " '''' Judeichetze in StklMw. Man schreibt uns: ' Wie in allen Städten WestgalizimS, fimd.anch/M^ Uns in Stryzow anläßlich der Chelmer Affäre euw^. Trauerandacht, begleitet von Demonstrationen und RMn,^ statt. Uns Juden wurde seitens des Komitees verbokÄr^p an sämtlichen Manifestationen Anteil zu nehmen, l Eine Menge von aber Tausenden zog-von der Kir^' aus bis zum polnischen Sokolsaäl. Der Pfarrer Lubcza hielt eine Rede, in der er zuerst die Deutschen:' nnd Oesterreicher bedachte: am Schlüsse aber verseHte,,, er nicht, zu bemerken: „Unsere Feinde sind nicht nur die Oesterreicher und Deutschen, sondern auch diesheiM^i tückischen und gefährlichen Juden." Er forderte von E < Anwesenden einen Eid, die Deutschen, Oesterreicher uyö ' mehr.noch die Juden mit sämtlichen WaffeM die ihMi^ zu Diensten stehen, .zu bekämpfen. Das Volk stimM^/em und begab sich tatsächlich in die Stadt, wo es zp geM^ lichen Exzessen kam. Die Juden waren zwar Hfiftep-s verschlossenen Türen und Fenstern, trotzdem würdeE-WM^ liche jüdischen Häuser mit Steinen bomhardierti -'M' war ein regelrechter Pogrom. - - v Stryzow, im Februar 1918. . Speetator.. Flugschriften gegen Juden in Lemberg 50 -1/ Der Abgeordnete ' der Stadt Lemberg - B r e i tews; hatte kürzlich -Mit dem Minister des Innern Grafend Toggenbürg eine Besprechung über dM in LevStzberg von :n:bekannter Hand verbreiteten FlugschriftMF in welche:: gegen die Juden in unerhörter Weise aus^i zuhetzen versucht wird. Abgeordneter Br e i tev kegle dem Minister nahe, wie dringend es wäre, diese sowohkdumme als auch verbrecherische Hetze, welche vomtugaM-r zen polnischen Volke verdammt , wird, im Keime zu sticken, da gewichtige Anzeichen vorliegen, ivelche darauft hindeuten, daß diese Arbeit von gedungenen vokateuren in Szene gesetzt wird. Der Ministewan^' erkannte die Wichtigkeit dieser Angelegenheit unb wtn sprach, entsprechende Verfügungen zu treffen, - Bad Königswart, 14. Februar. (F t'ü cht l i n-gs für f o r ' "Donnerstag den 31. Januar versammelten sich diehier: mtfö iy?'? Altwasser untergebrachten Kriegsslüchtlinge im Bürgr^me'.skerLM^.,^ woselbst sich bald darauf auch der Obmann des.Marienbader Hilfs-.vs komitees für .Kriegsflüchtlmge. Herr Bankier Fritz Burbrmm. Ms Begleitung des Herrn Berichterstatters der..Oesterreichischen Wluhb schrift" Nathan Rand, .beide aus Marienbad. ernfand. In Legettz-? wart des Herrn Bürgermeisters Josef-Lausmann und des Herxn. Stadtsetretärs Karl Pistrol. sowie des Vertreters der GendarmeM teilte Herr 'Burbaum mit. datz dem Marienbader HMÄomiWl-- von der k. l. Bezirkshauptmannschäft Marienbad dm Fürsorge/ auch über die in Bad Königswart, Altwasser und 2andau «Nter-: - gebrachten Kmegrflüchtlmge aus- Galizien und der Bukowina iHr'rs