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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-03-08 · 10 (8.3.1918) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
10 (8.3.1918)
Date
1918-03-08
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 10 Dr. Btoch'S Wochenschrift Seite 151 und nik D!iplonlgtenko.rps.fungieren fünfzehn jüdische Gesandte, Könsuln und Vizekonfüln als Vertreter der Türkei. Im türkischen Reiche selbst wurdenmn die Spitze mehrerer Gouvernements jüdische Gouverneure gestellt und verchältnisMßjig groß ist die Zahl d^r Juden, welche zu dem Titel und der Würde eines Pascha gelangten/ was für die Juden früher unerreichbar war. Abdul Hamid hat sein Wohlwollen für die Juden auch damit bekundet, daß er den verfolgten. rumänischen Juden in K.leinasien Siedlungskonzessionen erteilte und ihnen auch materielle Unterstützungen in Form' von Boden und Geldmitteln bewilligte. Ier Jod für das Jatertand. Emil Kulik, Ingenieur aus Lembergs Oberleutnant eines .Eisenbahnregiments, Besitzer des goldenen Verdienstkreuzes am Bande der Tapferkeitsmedaille mit der Krone, starb im Alter von 29 Jahren am 2. März an einer tückischen KraNkheit, die er sich, im. Felde, wo er seit Kri'egsbeainn stand, zugezogen hatte, im Garnisonsspital Nr. 2 und wurde in einem Heldengrabe des Zentralfriedhofes in Wien beerdigt. Oberleutnant Emil Kulik ist der Sohn des Herrn David Kulik, der dadurch schon den zweiten Sohn dem Kriege geopfert. Aus der öfsentl. Plenarsitzung des isr. Kultusvorstandes vom Sonntag den 3. März 1918. unter dem Vorsitz des Präsidenten Dr.. Alfred Stern. Der Präsident eröffnet die Sitzung und konstatiert die Beschlußfähigkeit. ' Nach Verlesung des Einlaufes' durch den Sekretär Dr. Emil Adler erstattet Vizepräsident Dr. Leopold Kohn als Finanzreferent den Bericht und führt an: „Zum viertenmal ist es, daß wir Ihnen das Budget unter dem Einflüsse des Krieges, welcher, weit über Europa hinaus alle Staaten und Völker bedrückt, zur Beratung und Beschlußfassung vorlegen, und diesen Verhältnissen ist ps auch znzuschreiben, daß wir Ihnen das Budget für das laufende Jahr erst heute zur Beratung und Beschlußfassung vorlegen können, wobei auch der Umstand viel zu dieser Verspätung beigetragen hat, daß wir, während die Arbeiten infolge der Kriegsverhältnisse sich bedeutend vermehrt haben,.mit reduzierten Kräften diese höhere Älrbeitsleistung zu bewältigen haben. ' Die Einn ahnten des Jahres 1918 sind mit K. 4,966.106.28, die Ausgaben mit K. 5,869.175.20 angesetzt, daher ein Defizit iM Betrage von K. 903.068.92 resultiert. Gegenüber dem Budget des Vorjahres, in welchem die Einnahmen mit K. 4,158.969.88, die Ausgaben mir K. 4,471.095.97 angesetzt erscheinen, stellt sich das heurige Budget üM K. 590.942.83 ungünstiger, als das des Jahres 19177" Redner erläutert die Gründe des Defizites, bespricht die einzelnen Budgetposten und bemerkt: „Mit. dem Gefühle tiefer Wehmut wende ich mich zur Besprechung des Kapitels II, welches sich auf den Tempel im 2. Bezirke bezieht. Wen von uns irberkommt . nicht tiefe Wehmut, wenn wir uns an das katastrophale Ereignis des.Tempelbrändes erinnern, wen von uns erfüllt nicht aufrichtiges Leid über die nahezu gänzliche Zerstörung dieses monumentalen,. gottesdienstlichen Zwecken dienenden Gebäudes? Eine große Anzahl von Gemeindemitgliedern des 2. Bezirkes . und. .insbesondere solcher Gemeindemitglieder,' die ständige Betsitzinhaber dieses' Dentpels waren, haben sofort nach dem Brande sich zu einem Komitee vereinigt, .zu dem Zwecke, Um die nötigen Schritte einzuleiten, die Mittel zum Wiederaufbau, reso. zur Wiedecherftellüng des zerstört eu Tempels zu beschaffen. Ihrem Eifer^rnd ihrer mühevolle:! Tätigkeit ist es gelungen, durch Sammlungen einen ansehnlichen, derzeit bereits 800.000 Kübersteigenden Betrag für den angestrebten Zweck'zu erlangen, und ich glaube, in Ihrem Sinne zu sprechen, wenn ich beantrage, diesem Komitee und. seinen Mitgliedern, die sich derart in höchst anerkennenswerter Weise im Inter- - esse unserer Gemeinde und der guten Sache um die Sammlung bemüht haben, für ihre Tätigkeit und die bis- - her erreichten Erfolge den besten Dank des Vorstandes auszusp rechen. (Lebhafte Zustimmung.) Ich halte es weiters für Meine Pflicht, anerkennend des. Verhallens der Sevhardim zu gedenken, welche un- . mittelbar nach dem Brande, ganz spontan, die Benützung ihres TeMvelgebäudes für die Freitagabende und den - Sabbat kostenfrei dem Vorstande zur Verfügung gestellt haben. Wir haben von diesem Entgegenkommen auch Gebrauch gemacht Und wenngleich uns dasselbe nur für - die Zeit bis zürn Pessachfeste in Aussicht gestellt wurde, so war damit dem Vorstande doch in außerordentlichem Maße gedient. Es ist übrigens nicht ausgeschlossen, daß die Sevhardim uns auch nach den Osterfeiertagen, selbstverständlich mit Ausnahme der Feiertage, an welchen die Sevhardim das Gotteshaus für ihre Mitglieder benützen, unter gewissen Modalitäten wieder überlassen dürften. Unter allen Umständen ist es aber anzuerkennen, daß dieses Entgegenkommen für uns eine große Erleichterung bedeutet, und erlaube ich mir auch in diesem Falle den Antrag, denselben unseren besten Dank auszusprechen. (Lebhafte Zustimmung.) ' Mit Rücksicht darauf, daß der Brandnur wenige Wochen vor den Feiertagen stattgefunden hcch mußte der Vorstand dafür folgen, Ersatzbethäuser für die hohen Feiertage zu sichern. - ■ Und noch eine weitere, gewissermaßen durch den. Brand herbeigesührte, für die Wiederherstellung. des Leorotdstädter Tempels höchst bedeutende. Aktion möge hier Erwähnung finden. Die verschiedentlichen . Lokäluntersuchnngen an der Brandstätte Haben klar erwiesen, daß bei dem Wiederaufbau dem Tempels, eine Reihe von. Aenderungen im. Interesse der Sicherheit und in Ergänzung fehlender Räume hergeftellt werden müssen, daß insbesondere alle jene Mängel, welche dem bestehenden Bau angehastet habenzu beseitigen sein werden^ mit einem Worte, daß, die Herstellung des Tempels in einer Weise wird erfolgen müssen, welche in bezug auf. -LÜherheit sowohl als auch in Ergänzung fehlender Objekte nach jeder Richtung hin allen Anforderungen entsprechen wird. Nuir wurde fchpn vor Jahren der Ankauf des. au den Tempel anstoßenden „Kellerhauses"" geplant. Es. haben damals Verhandlungen stattgefunden, welche jedoch , resultatlos verliefen. Nach dem TempeArande nun, welcher, wie bereits erwähnt, durchgreifende Aeuherfle'.lüvgen.zur Folge haben wird, wurden neue.Mrhandluggen eingeleitet, das Objekt wurde gekauft. 'Der Kaufpreis betrug 750.000 K. und dürfte ■ inkl. der Gebühren und sonstiger Auslagen etwa 800.000 K. insgesamt betragen. Sa ist die Möglichkeit gegeben, sich mit der Frage , des Wiederaufbaues zu befassen, wobei wir schon hier bemerken, daß leider eine baldige Inangriffnahme desselben mit Rücksicht ans die bestehe irden allgemein bekannten Verhältnisse nicht zu denken ist. Auch die Mazzochsrage hat in diesem Jahre den Vorstand in hohem Mäße beschäftigt. Nach mon Melangen Verhandlungen haben wir die Lieferungszusage seitens

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