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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-03-01 · 9 (1.3.1918) · page 4

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
9 (1.3.1918)
Date
1918-03-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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132 Mr. BloH's Wochenschrift Sk. ggeDaffen. > Zmn. Miuisterfür Wische Angelegenheiren wurde bekanntlich Dr. MosesSilbersarb ernannt. Wie-der sozialdemokratische „Vorwärts" meldet, hat S ilberfärb seinerzeit in Berlin studiert und war unter dem. Pseudonym Bazin Mitarbeiter revolutionärer Blätter. lieber Betreten der russischen Zaristischen Regierung wurde er 1904 aus' Deutschland. ausgewiesen und der Abgeordnete Bebel nahm damals (int Februar 1904) Anlaßim deutschen Reichstag Legen diese Ausweisung schärsstens zu protestieren. Reichskanzler, Fürst Bülow antwortete darauf sehr entschieden und schloß mit den Worten: „Wir sind bei uns in Deutschs land noch nicht so weit, daß wir uns von solcher: B e re sch w ö r e r n und S ch n o r r e r lt aus der Nase herumjtanzen lassen sollten." Der „Vorwärts" bemerkt dazu: „Dre LVelt ist rund und dreht sich fortwährend. Fürst Bülo w .ist län g st i n P e n s i o n und der aus Deutschland ausgewiesene ehemalige r u s s i s chj ü d i sch e S t udent ist aktiv er Minister des verbündeten Staates geworden, und wenn ihn heute im Wiener oder Berliner Parlamente' femand einen Verschwörer oder Schnorrer nennen würde, so würden chn Dr. v. Sei dl er, bezw. der - deutsche Kanzler, sicherlich; in Schutz nehmen luxD der Redner würde eine Rüge erhalten." Zusammenschluß mit guten Aussichten auf einem Erfolg:, im Gange. Die Beratungen, in welcher Weise die neue.; Vereinigung mit dem eben gebiMen ',,Vollzugsausschuß der Misch-orthodoxeu Organisationen der Mittelmächte" Zusammenarbeiten kann, .sind noch nicht abgeschlossen. Die Richtlinien für die Behandlung der Judenfrage im Osten und im Ottonianischen Reiche,, auf Grund , deren der Zusammenschluß erfolgt ist, läuten folgendermaßen: Vereinigung jüdischer Organisalionm TeutschlanLs. - Nach langen, eingehenden Verhandlungen kam auf Grund gemeinsam sestgelegter Richtlinien, die für die Behandlung jüdischer' Angelegeirheiten maßgebend sein sollen, eine Vereinbarung zustande, nach der die großen jüdischen Organisationen Deutschlands aller Richtungen sich zus.anvmenschließeir zu einer Vereinigung. unter dem Namen „Vereini g ung jüd ische r.O r g a n i s atio - neu Deutschlands zur Wahrung der.Jnteressen der Inden des Oftens". ' *. In dieser Vereinigung sind bisher vertreten: I. Zentralvereir: deutscher ° Staatsbürger jüdischen Glaubens, 2. Deutsche Vereinigung für. die Interessen der osteuropäischen Juden, 3. Deutsch-Israelitischer Gemeiudebund, 4. Großloge für Deutschland U. O. B. B., 5. Hilfskomitee für die rrotleidenden osteuropäischen Juden in Fmuksurt a. M., 5. Hilssverein der Deutschen .Juden, 1. Komitee für den Osten, 8. Verband der Deutschem Juden, 9. Vereinigmrg für das liberale Judentum , in Deutschland, 10. Zionistische Vereinigung für Deutschland. ' Zum Vorsitzendenüvurde gewählt: Dr. James Simon, zu stellverstretenden Vorsitzenden Geh. Justizrat Oskar Cassel, M. d. A., und Prof. Franz Oppenheimer, zum Schatzmeister Direktor Paul.Maukiewitz, zu ehrenamtlichen Geschäftsführern Dr. Artur Ha ulke und Dr. Paul Nathan, zu ehrenämtlicheu Sekretären Dir. Bernhard Kahn und' Richard. Licht- Heim. Das Bureau befindet sich Potsdamerstraße.41 a, 2: "■ # . \ : Die Vereinigung hat sich vor allem' die Ausgabe gestellt,, den Standpunkt der deutscher: Juden gegenüber den jüdischen Problemen im Osten und iM Orient gemeinsam vor den in. Betracht kommenden Instanzen schon während der Dauer des Krieges , und dann bei den Friedensverhandlungen zu vertreten. Es ist in Aussnhit genomm en> auf die. Gründung v erwandter O rganisakionen in Oesterreich-Ungarn, der Türkei, Bulgarien hinzuwirken, so. daß . durch eine Verständigung dieser Organisationen untereinander alsdann die jüdischen Fragen,. d;e. ldurch. 'den Krieg aufgeworfen worden sind, in eftiheitlicher Weise. seilLns aller JudeH der Mitternächte bHMdeki werden könnend - ' Mit den Organisationen, die bisher noch nicht formelb^Mgegliedert sind, sind Verhandlungen über einen ligionsübung. Recht und Pflege selbständiger jüdischer Kultur/ Recht auf freie Einwanderung und wirtschaftliche Betätigung in allen Teilen, des OsManischen Reiches,' Recht auf freie Niederlassung und Pflege selbständiger Kultur in Palästina. . . Zusammenschluß der jüdischen Parteien auch in England. Reuter meldet aus London: Führende Persönlichskeireu der englischen Judenheit außerhalbder zionistif scheu Bewegung, darunter Sir Stuart S a mu e l, Sir Adolf T u ck, Sir Lionel A b r a h a M s ü. a.,' hatten : eine Reihe Konferenzen Mit'NahuM So ko low, Lord Rothschild, Dr. W eizMan::, Mr. Hy an:son und - anderen hervorragenden Zionisten, in denen beschlosftu lvurde, zur Förderung des Planes.der englischen Regierung auf Errichtung einer jüdischi-uationalen Heimstätte in Palästina zusaMmeiHuarbeiten. Die-'Konferenz' ergab eine vollständige Einigkeit, und beide Parteien haben be;chb,sen, das Zustandekommen des Uebereinkommeus, dessen Cutzelheiten später publiziert werden sollen, ösfent^ lich bekauntzugeben.. KrMkrerch ftk'MZMjche-s-PaUstMÄ. Die französische Regierung veröffentlicht eine o ssi-- zielle Note betreffs des' Empfanges von Sokolow durch den Minister Pichou^ w'Lrchzer'^rMkke^Wß ziv:-' schem Frankreich und England' betreffs eines' jüdischen Palästina vollständiges Einvlerständnis herrsche. . Aus diesem Anlaß -drahtete das -- - Kopenj- . Hagener Bureau der Föderation der srä-nzösischen Zionisten: „Wir beglückwünschen Sie und Nahmn. S o ko l o w herzlichst zur Deklaration der französischer: Regierung, die vom. jüdischen Volke mit Dankbarkeit 'ausgenommen werden wird. Es gereicht uns zur besonderen Genugtuung, daß auch das französische' Volk mit seinen großen Traditionen für. Recht und Freiheit die Berechtigung der zionistischen ^Bestrebungen feierlich! anerkennt, die, wie wir hoffen, im Einverstärwnis mit allen Kulturnationen in naher Zukunft, volle Verwirklichung finden werden. Kopenhagener Bureau. Jacobson." ' ' Anläßlich der Erklärung Balfours veranstaltete die. zionistische Föderation. Frankreichs eine DemonsträLidns!- versammlung, die von Mehr als' 2000 Personen besucht, war. Der Minister des Äeußern Pichon, der englische Botschafter in Paris Lord B e rti e o f Th ame/ die' Liga der Menschenrechte, Albert T h o mms!, M o nt et, der srmrzösische Schriftsteller Spire u. a. ri-chteten Begrüßungsschreiben und Telegramme an die Versammlung. ' Der „Temps" schreM: „Wenn die Engländer die Eroberung Palästinas beendei:, nM^^ dort.^^WerMe ganze Welt zerstreute und verfolgte Wische Nation wiedeu anfzurichten, dann wird es ein wichtiges Datunr nicht bloß für die jüdische Geschichte, sondern auch für die ganze Menschheit. Welcher Beweis könnte drastischen.sein,, baß die Rechte der unterdrückten RationäliMen unversährbär sind? Welch eine . Lehre für ein Volk, niemaG zu verzweifeln! Da der Weltkrieg, die Freiheiten^WHi' Me geraubten Territorien - wieher -Herstellen mMfgeM^'Wlk

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