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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-03-01 · 9 (1.3.1918) · page 3

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
9 (1.3.1918)
Date
1918-03-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Ar. ~S Dr. BloH'S WoihenMrtft m Mir siird gottlob bet «eitern nicht so schlecht, wie wiv insolgecheräusunseinstürmenden Eiaf.Mse des „abnckläydlschen^Mrl.ierrffl'HLtlerr. werden - können.. Unt nur eines aüfzugreisen-lund' an der Hand der jüngsten Kriegsersahrungen zu widerlegen. Als Krone der Fehler wird die Feigheit?zur Schau gestellt. Eine willkürliche. Annahmedes Herrn von Harkmänn, vor Jahrzehnten gemacht. Die /vielen Tausende der jüdischen Kombattanten der europäischen Heere, nicht zuletzt in unserem Baterlande, deren Tapserkeir vor dem Feinde von hohen und höchst sten Stellen lobend anerkannt wurde, stellen diese Behauptung, diesen schimpflichen Vorwurf als das hin, was er ist, als ein Hirngespinst aus der Unkenntnis der Menschen, wie sie sind und leben, entstanden; als eine Verleumdung, unwürdig eines denkenden, wahrheit--- seh enden Mannes. . Äus diesen angeführten verkehrten und erlogeiien Vorwürfen auf Grund verdrehter und verkannter Tatsachen zieht der Edle von Sulzegg den Schluß, das; die. Juden eine Gefahr (sic!) bilden für die Allgemeinheit. Woran dieses edle Gemüt assoziativ denkt, zeigt die ihm selbst sich ausdrängende Zumutung, welche er abzulehnen vorgibt. „Wir wünschen'keine Judenverfolgungen, keine Pogrome, nach russischem Vorbild; wir wünschen aber ... eure gründliche Aenderung der heurigen Verhältnisse.".... „Nun ist ihnen durch den Krieg die Handhabe gegeben/ sich selbst zu helfen und Europa von einer drückenden Last zu befreien." In diesen unerhörten, unter den Gebildeten seit Geschlechtern nicht mehr gehörten Worten gipfeln die „Ausführungen". So einen Pogrom „wünscht" er nicht, wahrscheinlichdeshalb nicht, ruetf es hierin gerade jetzt kein russisches Muster und Vorbild mehr gibt,, seitdem die Haupterzeuger vor kurzem an die frische Luft gesetzt wurden. Aber so ein kleiner Zustand der Rechtlosigkeit, die Aushebung der geltenden Bestim- . mungen des allgemeinen-'bürgerlichen Gesetzbuches über Mein und S^ein und des Strafgesetzbuches für die Juden oder am liebsten die Vermehrung und Bereicherung beider um den berühmten Paragraphen ad finam Judaeus wäre als zweckdienlich dem' Edlen von Sulzegg genehm und „erwirnscht". Denn dann bestände für ihn die Aussicht, von der „Last" befreit zu werden. Wir erachten es als unsere Pflicht, diesen Artikel Herauszugreisen und an den Pranger zu stellen, weil er ein Schlaglicht auf die Mittel wirft, mit welchen die antisemitische Hetzpresse in der Provinz die Volksseele vergiftet. Hat' der' Hast noch wenig Unheil über die Menschheit gebracht? Hat die Lüge und die Verhetzung noch ' nicht genug die Völker an Leib und Seele verheert und verdorben? Sollen die Menschen, die armen, kranken, von Kummer und Mühsal geplagten Menschenkinder nicht genesen? ' - - - Endlich aber beginnen auch die Knltnsvorstände aus dem.Lande sich, ihrer Pflicht zu erinnern und zur Abwehr' zugreifen. . . ' ' . Der Vorstand der israel. Kultusgemeinde Ko m v t aü har gegenüber den Angriffen eines dortigen Blattes aus die Juden ein. Flugblatt herausgegeben, üt welchem es.heißt: ' ' ' / „Wir, ebenso wie jeder andere rechtschaffen fühlende Mensch verachten die Wucherer und Ausbeuter, ryelche die durch den Kriegszustand? heroorgcrufenen Verhältnisse dazu benutzen, auf Kosten ihrer Mitbürger sich 'Wucherische Gewinne anzueignen; wir. wie jede? andere patriotisch fühlende Mensch, verabscheuen die Ver- . röter an Unserem! Vaterlands. Unter diesen Schädlingen des Staates befinden sich jedoch Angehörige aller Konfessionen und Nationen. Gewissenhafte -Zusammenstellungen haben das Resultat ergeben, dätz Mnter^iesen Schädlingen dm Juden mit einem bedeutend geringeren^- Prozentsatz vertreten find. , als Ihrem Verhältnis zur Be-', nölkerüng entspricht. -Wir.Protestieren auf das energischeste gegen jeden. AeksrrU. 'die Eergehen - irgendeines einzelnen Juden der Ge- - samGest' zur/Last--zu. legen, "wir müssen, .insbesondere . den Torwurf 'des. Verrates an unserem Vaterlande mit der ge- . ' - .. yi'i buhlenden Verachtung zurnchweisen. Die Mausende unH Abertausende-- der gefallenen jüdischen Helden, die groß?. Zahl y-oN Müs&iäj* of nungen, welche Juden in dSseM Kriege, erworbenhaben. die auf-?'.?) opfernde Tätigkeit, welche von ° Judens'iM -viMrlSndiHen - Hilfs- % :I£I dienste entfaltet wurde, ..entkräften am? besten '.die haltlosen An-! tfi griffe. Wir. können und.werden -es. nichtdulden, datz wir Juden» die wir. jederzeit freudig dein Staate, gegenüber unsere?"Pflicht bis?'// zuin äußersten erfüllt haben und immer erfüllen werden, durch - ~ ' verleumderische Verallgemeinerungen und Entstellungen angegriffen werden und datz zu Gewalttätigkeiten gegen uns. gehetzt, /wird. Wir..551?« haben bei den zuständigen Behörden bereits die notwendigen Schritte eingeleitet, und erwarten auch Non der Einsicht und Vernunft unserer Mitbürger, datz sie die verleumderische und hetzerische ■Jl; Art und Weise der Angriffe richtig einschätzen und beurteilen werden, datz in dieser schweren Zeit nnt verabsch-nungswürdigen;* j •> Mitteln die Einigkeit int Staate untergraben ttub. Wir erwarten r{.. dies auch im Interesse des allgemeinen Ansehens, unserer Stadt?' und überlassen es dem gesunden Sinne unserer Mitbürger, zu be- -l-"- urteilen, ob es der Stadt Konrotau zur Ehre, gereicht, wenn mit u derartigen vergifteten Mitteln gegen einen Teil ihrer Bürgerschaft angekämpft wird." _. . . -ly: Aus bev Woche -s Ein SchreWen des Abgeordneten Reizes an den Minister l^/. des! Aeutzerir. Mg. Heinrich Reizes hat an den Minister des -pf Aeußern Grasen C z e r n i n folgende Depesche nach Bw- E karest geschickt: „Die gesamteJudenschafL erwartet von . den Vertretern der Zerktralmächte bei den Friedensver- Handlungen mit Rumänien deren- Mntreteu für dieend? liche Durchführung der G l e iMbe-r e cht i g u n g der Ili b en in RnMän i en- Artikel 45 des Berliner yp) Vertrages wurde auch von -Oesterreich-Ungarn und Deutsch, and garantiert. Seine Nichtbeachtung seit vierzig Jahren durch Rumänien ist schweres Unrecht an Kultur und Gesittung." -?. . . - .? - JL Jy.? derselben Angelegenheit hat auch? Abgeordneter; .Hofrat, K.u r a n d a eine Interpellation, an-. Präsidenten eingedracht, in der dessen Intervention Heim Grafen C zernin im Interesse der Gleichberechtigung; der rumänischen Juden verlangt wird- /. C mp, ang rumänischer Auden durch Präsident Wilson. Amerikanische Zeitungen berichten: Eine Abordnung der American Union os Rumaniau/^? Jews wurde vom Präsidenten ^.-Wilson .am 11. Dezent. >7,?; ber im Weißen Hause empfangen. Das Komitee bestand aus den Herren: Tr. P. -2t. Siegel stein, Leo Z/rr' Wolfs0n, Edward Herbert, 21. L. Kalman. Dt. M. Zj. Bel b e r, - A. B- Gold e nb u r g aus Phila- M delphia und R- Fink aus Washington. , $Q - Die Wsicht des Komitees war>- au. den Präsidenten -.chzu appellieren, daß er seine guten B^iehungen zur rmnLnischen Regierung benutzensmöchte, nmi die Berfolgungen der rumänischen Juden zu beseitigen und ihnen Gleichberechtigung zu verschaffen. . . pj^-? Der Präsident nahm, lebhaftes Interesse an den . 5-1 Mitteilungen des Komitees und stellte eine Reihe, von. Fragen bezüglich der Lage der Inden, in. Rumänien. Er wünschte zu wissen, ob ihre Lage schlechter sei, .als yu die Lage der, russischen Juden unter, dem alten Regime war. Das Komitee überreichte aW 21ntwort eine Am- 7 3 -l zahl von Dokumenten, die sich auf die jüdische Mage 4 81* in Rumänien bezogen. . . ■ . i n Der Präsident hat sein außerordentlich starkes In- -1^7 ceresse für die Lage der rumänischem. Juk^n ausgedrückt und versichert, daß er in jeder Hinsicht volle Sympathie v l t? für sie empfindet - ll . .. .. . .7??- Fürst Bülow und^der Schnorreruünister Sik^^rU/..^ Die. Regierung der neuen Republik llkraina hat,?wies^-'^ wir bereits gemeldet,. für die.drei größten.nationalerr Minderheiten. (für. die-. Großrüss^i, Holen,und Küden)^^^. eigene Ministerposten, eine_ Art Lc^smannministerstellen.' '

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