Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 35 (1918)
- Issue
- 7 (15.2.1918)
- Date
- 1918-02-15
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr- 1 ° Dr. Blqch's Wochenschrift Seite 111 der Diaspora tief betrauert, aU hochhetagter Greis im Jahre 5369 (1609), und er wurde neben /einer, einige Monate, vorher verstorbenen Gattin Perl zur ewigen . Ruhe gebettet. Er ordnete an, daß man ihm und seiner" Gattin einen Grabstein errichten solle, auf dem keine Lobhudelei angebracht sein dürfe. . ~ Die Inschrift des- Grabstein es lautete: „Hier ruht Rabbi Jehuda ben Rabbi Bezalel, starb 18. Elul 5369."0) Rabbi Low hatte einen Sohn und sechs Töchter: -1. /«Rabbi Bezalel Charis (Scharfsinniger), Gründer und Leiter der Talmudhochschule in Köln a. Rh. Er starb 1660. . j j ■ 2. Lea, Gattin des Rabbi Jizchak K'ohn-Zedek, Landesrabbiners' von Mähren/später bis zu seinem im Jahre 1627 erfolgten Tode Mitglied -des Prager Rabbinatskollegiums, Urenkel des Rabbi Akiba Kohn-Zedek aus Ofen, eines der -angesehensten Juden Ungarns, der durch eine unaufgeklärt gebliebene-. Beschuldigung gezwungen wurde, seine- Heimat zu verlassen Und nach Prag zu fluchten, wo er seine ersprießlicheTätiMit im Dienste seines Volkes als Stadien, d. h. Vertreter der jüdischen Interessen iLm kaiserlichen Hofe, sortsetzte. Lea starb kinderlos und 'Rabbi Jizchak ehelichte ihre jüngere Schwester 3; Fögele, die ihn mit folgender Nachkommenschaft beschenkte: 1. Rabbi Chaim Kohn-Zedek, ein großer Gelehrter, Rabbiner in Prag, Frankfurt'a. M. und Posen, in welch letzterer Stadt auch feine irdische Hülle ruht. Seine Gattin Bella war .die Enkelin desobigen Rabbi Bezalel Charis von 'Köln u. Rh.. 2. Rabvi Nastäli Kohn-Zedek, „der Aeltere", - Schulleiter in Prag, sooann Rabbiner in Nikolsburg, Pinsk, Lublin, wo er 1650 das Zeitliche segnete. 3. L-lowe, die zweite Gattin des Rabbi Jakob Meschulem SalMen Theumim-Frmrkel. x 4. Chawa, zweite Gattin des Rabbi Abraham Lmuel ben Jizchak - Bachrach. Dieser hielt sich einige Jahre in Mähren auf, wirkte einige Zeit als Darschen .(Prediger) in Prag, sodann aM Rabbiner in Jungbunzlan und schließlich als Rabbiner und SchuloberhaupL in Worms. -Er starb, 40 Jahre alt, 1615 in Alsbach. Seine Gattin verschied -ans her Wanderung nach Palästina in Sofia. 4. Gitale, die Gattin des Primas Reb Simon Brandeis' in Prag. 5. Reichet (Rahel), die Gattin des Rabbi Abraham Wallerstein. 6. Tille, die Gattin des Rabbi Zwij-Hirsch Sobatki. 7. Reale, die Gattin des Primas ChajiM Wahl.. D!er Name des hohen Rabbi Löw hat noch heute einen zaubervollen Klang nicht nur bei den Juden, sondern auch bei den Nichtjüden. Die Sitte, den Helden des Geistes Standbilder zu f; setzen, ist dem .Judentum fremd. „Den Gerechten setzt man keine Denkmäler, ihre Werke sind ihre Denkmäler," heißt es im Talmud'. Rabbi Löw brauchte auch ke'ne Statue im jüdischen Prag, uM die Erinnerung an ihn lebendig zu erhalten; die vielen seiner Werke^o) sind die schönsten Denkmäler. Der alte Prager Judenfriedhof, wo sich das Grabmal des Rabbi Löw befindet, gilt als eine europäische Sehenswürdigkeit,. . als ein ehrwürdiges Denkmal aus der Vergangenheit der uralten Prager Judengemeinde. Kein Besucher Prags läßt die Gelegenheit vorübergchen, dieses merkwürdige Stück Altertum zu besichtigen. Noch vor wenigen Jahren stand es unangetastet, wohlbeshütet von der .Pietät und der Achtung vor kulturhistorischen- Denkmälern. Das Grabmal des hohen Rabbi Löw ist von den Grabmälern seiner /Schüler umgeben. Dgl. „Der alte Prager Judenfriedhof" von Dr. L. Jerabek. 10) Nach Asulai hat Rabbi 'Löw 15 Werke verfaßt. Die bekanntesten sind „Gewuras" und „Nsiroos Olem". Es soll hier erwähnt werden, daß die Prager jüdische Chronik noch von einem anderen Rabbi Lörv zu erzählenweiß,'der den Beinamen „der Aeltere" hat und im Jahre v1440 gestorben ist. •' 'Es ist aber doch eine erfreuliche, erwähnenswerte Tatsache, wenn im zwanzigsten Jahrhundert in der Haupts stabt des Königreiches Böhmen im Neuen Rathause dem jüdischen GeiftesoberhiNlpt ein Denkmal errichtet wurde. Der Schöpfer dieses Denkmals, Professor Ladislaus Salouu — ein Christ — äußerte sich über sein Werk folgendermaßen: „Ich konnte sicherlich keine be,sere Statue stellen, als jene des gelehrten und geheimnisvollen hohen Rabbi Löw, in welchem alles, was das alte Prager Ghetto Edelstes Hervorgebracht hat, verkörpert war. Rabbi Löw war mir das Symbol des Ghettos. * And in diesen unheimlichen Zeiten seelischen Druckes, da die ganze Welt vergolemt vor unseren Augen dasteht, und in Ost und West, Nord und Süd eine schaechtiche Golem-Ajtnwsphäre wütet und alles niederreißt, ohne daß sich wieder eilt weiser Rabbi Löw fände, den Golem zur Ruhe .zu bringen, suchte ich meinen tiefen Seelenfchmerz zeüweillg durch das Versenken in Golemlegenden nach allen ihren bisher bekannten Fassungen zu. unterdrücken. Ich habe die bis heute unveröffentlichten Sagen ins Teutsche übertragen. Mögen diese dazu beitragen, nicht nur das Andenken au Len hohen Rabbi Löw in Treue zu bewahren, sondern auch aM Beweis und Aufklärung dienen, mir welcher Findigkeit und niederträchtigem Ras.inen.ent R'tuallnordbeschuldiguncen gegen die Prager Juden angezettelt und vom hohen Rabbi Löw aufgedeckt wurden. Briefkasten. Salömon Heller, Uilg^-Brod. Kriegsflüchtlinge aus Galizien/ die nach Ungarn geflüchtet find, dort keine Unterstützung erhalten, haben auf Grund § 9 des neuen Flüchtlingsgesetzes auf Nachzahlung Anspruch, den sie bei der Zentralstelle der Fürsorge für galizische Kriegsflüchtlinge in Wien (Abteilung für Ungarn) geltend Machen können. Notiz. K. •*. prrv. Wiener Bauk/Berem. In der am- 12. Februar 1918 abgehaltenen außerordentlichen Generalversammlung der Aktionäre unseres Institutes wurde die Erhöhung des gesellschaftlichen Aktienkapitales von 150 Millionen Kronen auf 180 Millionen Kronen durch Ausgabe von ‘ 75.000 Stück neuen Aktien n 400 Kronen Nominale beschlossen und ist die Feststellung der, Modalitäten für die »Begebung der neuen Aktien dem Administrationsrate übertragen worden. Auf Grund dieses Generalversammlungs-Beschlusses, sowie des Beschlusses des Administrationsrates vom gleichen Tage toftd hiemit auf die zur Ausgabe gelangenden 75.000 Stück Aktien mit D ivid en d enbere ch tigung ab 1. Janu ar 1918 den Inhabern der im Umlaufe befindlichen 375.000 Stück Aktien (Nr. 1 bis 375.000). das Bezugsrecht zum Preise von 580 Kronen einschließlich Stückzinsen für jede, neue Aktie in der Weise eingeräumt, daß auf je 5 alte Aktien 1 neue Aktie entfällt. -Aktienbruchteile öder Zertifikate auf solche werden nicht ausgegeben. * Die Anmeldung des Bezugsrechtes hat bei sonstigem Verluste desselben in der Zeit vom 13. Februar bis ein schliss lich 23. Februar 1913 bei folgenden. Stellen während der dort üblichen Geschästsstunden zu erfolgen, und zwar: in Wien bei der Liqui^atur des f. k. prim Wiener Bank- Verein. (1; Bezirk. Schottengasse 6—8); in Agram, Aussig a. Elbe, Belgrad, Bielitz-Btzala, Bodenbach, Bozen, Brünn, Budapest. Budweis, Czernowitz, Droho-». bycz. Friedek-Mistek, Graz, Innsbruck. Jägerndorf, Karlsbad, Klagenfurt, Konstantinopel, Krakau, Lemberg. Mähr.-Qstrau, Marienbad. Meran, Pardubitz, Pilsen. Prag, Protznitz, Przemysk, Salzburg. Skutarr, St. Pölten, Smyrna. Stanislau, Tarnorv, Teplitz, Teschen, Tetschen, Villach, Wiener-Neustadt und Zwittau bei den Zweigniederlassungen des k. k. priv. Wiener Bank-Verein; . in Triest bei der Banca CommercialeTriestina; in Berlin bei der Deutschen Bank und der Dresdner Bank; u) „Das jüdische Prag", Sammelschrift der „Selbstwehr", 1917, Seite 40. . . :