Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 35 (1918)
- Issue
- 7 (15.2.1918)
- Date
- 1918-02-15
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Settt 104 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 7 barischer Jahrhunderte in mein Gewand geschnitten, so mamhes KlageliÄ angestimmt; aber nichts schmerzt so sehr ein Mutterherz, aU wenn chre Kinder zu Tausenden in heiliger Pflichterfüllung auf dem Felde der Ehre fallen und man dabei noch der Mutter Vorwürfe macht, die Kinder Men nicht ihre Pflicht für Kaiser und Vaterland! Gehe hin, mein Sohn, und ermahne sie, daß ich! sie schon vor zwei Jahrtausenden gelehrt Habe, das Wohl des' Landes' zu fördern, wohin sie geschickt wurden, weil in dessen Wohle auch das ihrige b^grmchet sei." And in solchem Geiste ging ich hin, um' zu mahnen die Lässigen und Säumigen, zu rufen die Erschlafften und Erkalteten. Einen schweren Monat habe ich hinter mir, nicht weniger als zwölf Gottesdienste habe ich bei verschiedenen Formationen abgehalten und viele -FeldspiMer besucht. Mer es verlohnte sich d^rMühe! Ich lönnte mich aus eigener Anschauung überzeugen, daß unsere Brüder chre heilige Pflicht gegenüber Kaiser und . Vaterland in geradezu über alles' Lob erhabener 'Weise erfüllen und daß 'die Verleumdung, „die Juden sitzen, in den Kanzleien", eine ebenso böswillige Ersin-' düng wie alle anderen ist- Zu Tausenden zählen die Juden in meinem Urmeebereiche und es trifft nicht zu, was man allgemein zur Antwort bekommt: „Ich habe nur einen Juden beim Telephon getroffen." Viele von ihnen sind Männer, die sich! auf verschiedenen 'Kriegsschauplätzen chre Auszeichnungen geholt haben. Ich will nicht von unseren galizischen und Bukowinaer Regimentern reden, wo manche Formationen 30 bis 40 Prozent Juden haben, und jeder zweite oder dritte Mann schon seine Belobung!- oder Auszeichnungen besitzt. Ich hole lieber beispielsweise einige aus den Honveds heraus: Aladar Ringlerals Leutnant im.Jahre 1914 eingerückt, ist heute Hauptmann und besitzt fünf hohe Auszeichmrngerr; Leuttmnt Ludwig Austerlitz- J.-R.- be-- sitzt das Karl Truppen-Kreuz, die große silberne Tapserkeitsmedaille und das SignuM laudis mit den Schwertern; Leutnant Oskar B u t t e r w e i ch>, derzeit J.-R., ist Besitzer des' Mllitärverdienstkreuzes . 3. Klasse, des silbernen Signum laudis' mit den Schwertern, des' bronzenen Signum laudis mit den Schwertern, der silbernen -Tapferkeitsmedaille 1. Klasse und des Karl Truppen- Krenzes; Oberleutnant Max Oblath: silbernes Signum, laudis mit den Schwertern, bronzenes SignuM laudis mit den Schwertern,»Karl Truppen-Kreuz; Oberleutnant Heinrich! .Ansspitz, J.-R.: Karl Truppen- Kreuz, Signum laudis mit den Schwertern; Leutnant Saloywn Aus spitz, J.-R.: Karl Truppen-Kreuz, große silberne Tapferkeitsmedaille 1. Klasse; FähnrichKö rösy,- J.-R.: silberne Tapferkeitsmedaille 2. Klasse, bronzene Tapferkeitsmedaille, Karl Truppen-Kreuz; Leuttrant ^Joses Hachnosr Signum laudis' mit den. Schwertern, Karl Truppen-Kreuz; oder gar unseren H:'.:punann Winter, Regimentsadsirtant, der vielfache hohe- Auszeichnungen besitzt und! von seinen Borgesetzten Juden und Christen als -Muster und Vorbild hingestellt wird; Gefreiter Salomon Kraus, J.-R.: große silberne und bronzene Tapserkeitsmedallle, Karl Truppen-Kreuz. Dabei ist. der Geistder jüdischen Mannschaft ein vorzüglicher: Beweis: Im - Vergleich zu ihrem Prozentsatz im Felde sind die Juden - in den Spitälern verhältnismäßig schwach ver- ... treten- Ms ich! den zweifach ausgezeichneten, am Fuße schwer verwundeten Miksa Leibowicz fragte, bei welcher Gelegenheit er sich feine Auszeichnungen geholt hat, und wie er verwundet wurde, -antwortete er mir lakonisch: „Siegen oder sterben! Das war meine Parole!" Solche Erfahrungen bleiben wertvoll, als kostbare Er- , innerung für das ganze Leben, bilden reichlichen Lphnj Me Msthen und Anstrengungen; sie verleihen uns» das Bewußtsein treuer Pflichterfüllung, mit welchem wir stolz begegnen dürfen allen grundlosen Anschuldigungen der Feinde.- Indem wir treu dem Kaiser und dem Baterlande dienen, sind, wir zugleich Fahnenträger der. Ehre des Judentums... ,. Feldrabbiner Dir. Srul A. Kohn, Jrsipizierender und Leiter der Israel. Militärseelsorge ' ~ der k. u. k. 7. Armee. HilfsVoMMission 1915" für Palästina. : Zur Aufklärung! ' ^ichts der englischen Okkupierüng Jerusalems und des süÄichen Palästina hat im Wendlande vielfach die Anschauung Platz gegriffen: „Da Palästina in englischen Händen, wozu Geld hinausschicken?" .Dieser Irrtum ist darauf zurückzuführen, daß oft Palästina und Ierusalem für ein und dasselbe gehalten werden, wie wenn man. etwa Oesterreich mit Wien identifizieren wollte. Man darf vergleichsweise sagen: die Einnahme Jerusalems bedeutet für die nördlich geleg enen Städte S a ff e d und T i b e r i a s, in denen das Gros unserer-österreichischen Landsleute wohnt, so wenig, wie etwa die 'Eroberung" Triests mit der Prags gleichbedeutend wäre. In Saffed und Liberias hat.sich aber gerade infolge der Kriegsereignisse der letzten Monate die wirtschaftliche Lage nur noch verschlimmert und Hilfe ist eine um so dringendere Notwendigkeit,, als die dortigen Waisen.ohne rasches Eingreifen zugtunde gehen müssen. Dieser Notleidenden nimmt sichdie „Hiffs'kommission 1916 für Palästina" an. Ein zweiter Punkt, der öffentlicher Beleuchtung bedarf, ist die Zuwanderung von Palästinensern nach Wien- Ein Teil dieser Kriegsflüchtlinge wird dank -der Be°^ Mühung unserer FMchtlingszentrale von unserer Regierung gleich, den anderen Kriegsflüchtlingen behandelt. Natürlich kann sich diese Fürsorge nur auf die österreichischen Staatsangehörigen erstrecken, für die Übrigen muß private Wohltätigkeit einsetzen. Es sollten füv diese Verlassenen alle jene Spenden in den Gotteshäusern der Kultusgemeinde verwendet werden, -die ohne Aingabe einer besonderen Bestimmung für die Armen Palästinaß im alt* gemeinen gewidmet werden. Denn diese im wahren Sinne Evakuierten — andere Evakuierte gibt es gegenwärtig in Palästina nicht! , die sich hieher nach Wien geflüchtet Haben, kommen ohne jede Frage zumal für jene in Betracht, die bisher für „Jerusalem" zu spenden gewohnt waren, wohin gegenwärtig Geldnicht geschickt werden kann, und das übrigens, wie wir aus zuverlässiger Quelle wissen, von den Engländern vorzüglichversorgt wird. " . - . Somit empfiehlt es sich, u M Irrt um er zu . vermeiden, -bei uns zügedachten S p enden vor de r Thor a n ich t e in - f a chl zu s arg e n: „f ü r Pal äst in a" od er „L e lvnijje er ez Jisroel", -sondern für die „H i l s s - kommis s i o n für Pa l ä ft in a", und dies e Spenden direkt oder durch! Scheck an das Bankhaus Ro th schild (Konto: „Hilss kommissio n 1915 fürP al ä stin a") oder an die„Neu eFreiePresse" (-gleichfalls für die „Hilfskomrnisswn. 1915 für Palästina") oder an R a bbiner Dr. G-rnnw ald, 2. Bezirk, Ferdinandsstr.23, zm senden. Im letzteren. Falle erfolgt umgehende Bestätigung durch uns er e.Kanzlei und Ausweis in-der nächc sten Nummer der „Oesterreichischen Wochenschrift". - t- ' '• Djüs Präsidium.