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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-02-08 · 6 (8.2.1918) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
6 (8.2.1918)
Date
1918-02-08
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Sette 95 Nr. 6 Dr. BksH's Wochenschrift wegen Zapberei zur- Rechenschaft gezogen wurde, hewies er, daß siH fkein vollkommenes. Wesen war, und er. zer- AWerhe.- 'dtzKMxper %n seine ^ursprünglichen- Bestandteile. (Kommentar zum Buche Jezirah, angeblich von '-Laadja Gaon, üyr IO. JahrhMdert.)- .. . 6. Ter Dichter und Philosoph SalomoJbn Gabriol (1021—1070) schus^ eine.Frau/-bte .'seine Dienstmagd wurde. (R. Joses Saloino Delmedigo von Kandia, 1591 bis 1655,. in seinem Werke „Mizraf ftChochmah".) 7. Von dem.berühmten Dichter und Bibelkommentator Abraham Jbn Esra (im 12. Jahrhundert) wird erzählt, er hatte ein menschliches Wesen künstlich geschaffen, bereute aber bald seine Tat und sprach: „Wende dich nach vorne und nach« rückwärts", und das Wesen ward gleich Zerstört. 8. Rabbi Elle aus Cholm war nicht nur ein hervorragender Gaon, sondern auch ein Wundermann, und das Volk nannte ihn Baal-Schem, Mann des Gottesnamens. 'Er war ein Zeitgenosse des hohen Rabbi Löw und auch an ihn knüpfen sich bunte Sagen, die uicht nur für den Folkloristea, sondern auch für den Geschichtsforscher wertvoll sein dürsten, da sie die-Geschichte der Juden in Polen -im Laufe des sechzehnten Jahrhunderts umkreisen?) Ueber diesen Rabbi Elia und seine Schöpfung'erzählt der Bibliograph Asulai in seinem Werke „Schein Hagdolim", Mt. I, § 163: „Rabbi Elia Baal- Schem,. der im Buche' Jezirah kundig war, schuf einen Menschen. Als er. aber sah, daß dieser ins' Ungeheure wuchs, überkam ihm die Furcht, daß das Wundergeschöpf die Welt schädigen werde,, daher nahm er den Schein von seiner Stirne und das Geschöpf war wieber in Staub verwandelt." Kein Geringerer, als der bekannte Gaon Rabbi Zewi-Hirsch Askenäsi, Oberrabbiner von Lemberg, Amsterdam usw. (starb 1718), der in.seinem Denken und Urteilen sichl von der Kabbala nicht beeinfürffen. ließ^ und zu.den damals verschrienen Mystikerir nicht'-gezählt werden darf, behandelt in seinen. Responsen „Chacham Zewi", Nr. 93— mit „Scheilas Jawez II", Nu 82 —, ob ein durch das Buch Jezirah geschaffener Mensch zu Minsen beim öffentlichen Gottesdienst gezählt werden darf, und er führt an: „Und so hat auch mein Großvater, der Gaon Rabbi Elie von Cholm, einen Menschen nach dem Buche Jezirah geschaffen."^) 'Rabbi Elia starb 1584. ri;-\ 9. Die polnischen Juden erzählen, daß Rabbi Israel Baal-Schem-Tow (Bescht, .1698—1760) einen Menschen durch die geheime Wissenschaft geschaffen Hatte, der ihn bediente. Doch entschloß er sich bald, ihn zu vernichten und sich eines natürlichen . Menschen zu bedienen. 10. Die Chassidim in Ostgalizien wissen von Rabbi Mose von Kutyw (Kuty), Zeitgenosse des vorerwähnten Rabbi Israel Baal-Schem-Tow, der ebenfalls gezwungen war, einen Golem zu schaffen, dem die Aufgabe Zusiel, die Juden von Kuty und der umliegenden Karvathengebirgsg egend vor den Räubern, die sich in tiefen Wäldern versteckt hielten und von Zeit zu Zeit unter Führung; ihres Hauptmannes Dobozs aus Raubzüge gegen die Juden ausZogen, zu schützen. 11. Rabbi Dawid Jäsfä von Dorhiczyn in' Litauen schuf einen Golem, der den^Sabbätgoj ersetzte. Tie bezüg- 2). Eine Bearbeitung dieser Sagen, die eine neue Fassung der . Golemlegende bilden, Hoffe ich in Bälde, in der „Oesterr. Wochenschrift" veröffentlichen zu können. Wie mir Herr Liz: Pastor Müller aus Breslau Mitteilte, hat derselbe einen Golemartikek unter dem Titel: „Die Golemsage und die Sage von der lebenden Statue" verfaßt, die-bald in den „Mitteilungen der Schlesischen Gesellschaft für Volkskunde" erscheinen werden.?) Ich verdanke den. Hinweis auf diese .Stelle meinem Meister. HMift RabbiAr Pinchas Horwitz äüs?Bohörodczanri. Dgl. auch Tiktin H 1ein?N Glossen, ,,Beer Hetew" zum Schulchanaruch Orach Dhah'm-Z,55, ob ein durch den Gottesnamen geschaffener Mensche zu Minjen gerechnet werden darf. . lichen Befehle, hauptsächlich Feuer zu machen,' würdecheW Golem ^am Freitag gegeben, die er dann am SabbW gmäuestens ausführte. In einem Falle aber vernrsmhD ein von diesem - Scheinmenschen falsch ausgelegter Befehl eine Feuersbrünst, . welche die -Mnze.-.Dtädt •etitrf äscherte. Der Rabbi nahm ihm daher den GottesnameA von seinem Hals, so daß . der Golem, in Scherben sich verwandelte. Die Bedeutung des Wortes „Golem". Das Wort 'Golem hat se Ären Ursprung lin dem -PfalirO: wort „Golmi rau enecha" (Kap. 139, Vers 16). DiesM Wort wird verschiedentlich ülersetzt. Die Vulgata: ..Im-', p 6 r k 6 c t u m menm vidernnt octtli tui*k: Luther: „Leina Angen sahen mich, da ich noch unoorbereiLe- Cwar", Kautzsch: „Deine Augen sahen mich, als ich. noch ein ungestaltetes Klümpchen war"> Paul de Legarde: „Deine Angen sahen mich als Embryo", Fürst: „Meine Hülle sahen deine Augen." Gosenius : libersetzt übereinstimmend mit Joh. Buxtorsi das Wort als sonnlose Masse. Von all diesen Notierungen möchte ich das.. Wort am besten als das Gebilde einer Materie, eine Form, die einer Fertigstellung harrt, bezeichnen. So sagt.. der D-ichcer des Hymnus ^Ato kmiantanw“* 4): Golem nach deiner Gestalt hast du von der Erde ge&: meißelt." Ebenso sagt der Dichter des Hymnus ,.An\iz' Koaeii“5'hast einen Golem von Erde nach deinßM Ebenbilde geschaffen." Schon zur Zeit der Mischna wurde das Wort Goleme im Volksmunde auf -einen ungebildeten — unvollkonÄmenen — Menschen angewendet. So heißt es in den Sprüchen der ,Hä:er",. Abschnitt V, .Vers 7: „Sieben--' Eigenschaften lassen sich von einem Golem und wieder sieben enrgegenge'etzte Eigenschaften von einem Weisen angeöen. Der Weise spricht nicht in Gegenwart eines ihm überragenden Mannes, fällt - seinem * Genossen nicht sms? Wort, .gibt keine voreilige Antwortstellt sachliche Fragen und antwortet sachlich, gibt Auskunft über das Ersl zuerst und über das Letzte zuletzt, sagt von dem, wass er nicht gehört hat, ich habe es nicht gehört, und erkennt die Wahrheit stets willig an. Das Gegenteil' von dem allem findet Man beim Golem. Tie Golemlegende hat sich« bei den Judenins--' besondere aber bei den Ostjnden, in ihren verschiedenen-; manchmal sich auch widersprechenden Fassungen erhalten, wofür die reiche Literatur ein beredtes Zeugnis' ablegt. In der hebräischen Biographie -des Rabbi Löw, betitelt: „Megillas Jochsan", wird erzählt, daß der bM kannte Oberrabbiner von Lemberg, R. Joses Säuel NM tansohn (starb 1875), als er einmal in Prag, vorübergehend weilte, sich entschlossen hatte, den Dachboden den' Ältneusynagoge zu besteigen, um den Golem-Leichnam zu besichtigen. In der Vorhalle begegnete er dem alten Synagogendiener, einem neunzigjährigen Greis. Aus die Bitte Natansohns, 'ihn hinauf - aus den Boden zu. führen, nahm ihn dieser bei der Hand und sprach: „Aber znerst müßt ihr meine Geschichte hören!" Er erzähltes „Ich habe als Knabe den großen „Noda b'Jehnda" (Rabbi Jeheskiel Landau, Oberrabbiner von Prag) zu kennen das Glück gehabt. Dieser Gaon unternahm es einmal, den Synagogenboden zu besteigen, um den Golem zu sehen. Er fastete vorher mehrere Tage, nahm strenge Kasteiungen vor Und bestieg mit Gebetriemen und im Gebetmantel den Boden: Seinen Jüngern trug er aus, während seiner Anwesenheit gus dem Boden PsalrifeiU zu rezitieren und Gebete zu verrichten, damit er mnc 4) Eingangsgebet zur Awoda im Musafgebet des Versöhn.. . MNgstages. nach spanischem Ritus. ■ ’• 5) Eingangsgebet zur Awoda im Musafgebet des Versöhnung^-: tages, Nach germanischem Ritus.; T

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