Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-02-08 · 6 (8.2.1918) · page 14

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
6 (8.2.1918)
Date
1918-02-08
Page
– (sequence 14)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
87% known words query
IRI
…/3020846-3022300-3022307--26657-3052028
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Seitt 94 Dr. Blechs Wochenschrift Nr. 6 wollte der BeifallsstüM fast lein Ende nehmen. Unter der Leitung Professor Widners mit seinem 40köpfigen jugendlichen Mirwirkenden. bestehendem Orchester, würde die Sommernachts-' traum-Ouvertüre prachtvoll zu Gehör gebracht, und als Finale folgte die feierliche Nationalhymne, welche stehend angehört wurde. Stürmischer Beifall lohnte den Meister und seine junge Künstlerschär. Von den jungen Damen und..Herren , der Gesellschaft wurde der/,aüüeü gWordene Einakter ,,Em Wvrt an den Minister" tlestlrch. aüfgeführt. die historischen lebenden Bilder boten e nen fesselnden Anblick, der verdiente Begeisterung auslöste. Stürmisch akklamiert wurde der .Redakteur des ,,Egyenlöseg" Dr. Ludwig Szabolcsi, der eigene Dichtungen in formvollendeten Versen voller Aktualität und Schwung vortrug.daun iratdieentznckeude Kind erspar zur Geltung mit einem bildhaft schonen. Reigen, zu welchem der verbindende Tert von dem siebenjährigen Paul Singer mit schelmischem Humor und natürlicher Begabung gesprochen wurde. Das zündende Schlußwort desals Redner gefeierten Oberrabbiners Dr. Bande, schloß die üstvetgleichliche Feier, welche dem Kispester jüdischen Schulfonds ein -großes Erträgnis brachte. --d— 5*-:y_" Richmd WagncrL Putzmacherin. - Wir meldeten vor einigen Wochen das im Wiener jüdischen"" Siechenhause erfolgte Ableben einer Frau Berta Maratschek, die in" allen Wagnerbiographien als Putzmacherin des großen Komponisten eine gewisse Rolle spielt, liefet tbie Persönlichkeit und. b|e* Lebensvechältnisse der im achtzigsten Lebensjahre verstorbenen Frau weiß Ludwig Karpath, der sogar ein ganzes Buch über den Briefwechsel Wagners , mit seiner Putzmacherin 'geschrieben hat,-jetzt unter anderem das folgende zu berichten: Es war im Oftober 19Ü6, als die Putzmächerinbriefe auf den Büchermarkt geworfenwurden, lim dem unzeitgemäßen Beginnen zu wehren und einer neuen.Legendenbildung über Wagners Verhältnis zur Putzmacherin entgegenzutreten, rüstete ich damals zu einem kleinen Buch, in dem-' die Wahrheit aufgezeigt werden sollte. Daß Berta selbst noch am?: Leben sei, daran dachte ich 'nicht im entferntesten, weil es mw undenkbar schien, daß nie jemand iden Versuch gemacht haben, sollte, die geschichtlich gewordene Persönlichkeit auszuforschen. Auch mich führte nur der Zufall auf die Spur Bertas, die ich nun sofort inihrer im 3. Bezirk, Matthäusgasse <9 gelegenen Wohnung auffüchte. Vor mir stand eine -siebzigjährige Matrone,' furchtsam und erregt und zermürbt von den -Tücken ihrer Schicksale. Ich war -der erste, der ihren Zunamen: Goldwag, für die Oeffentlichkeft feststellte und ihre Beziehungen zu Richard Wagner wahr-, heitsgemäßfestlegte. Als -ich? Berta ' Golbwag^'-verehelichte "Mä-'" retschek,/kennen lernte, stand noch ihr Gatte Louis Maretschek an ihrer Seite. Er befaßte sich mit Agenturen, und ernährte recht und schlecht sich selbst und seine Gattin. Bald darauf jedoch starb er. ' Nun wendete sich Berta an mich und ersuchte mich, einiges für -sie' zu tun. Mit Bedauern muß ich konstatieren, daß es mir nichtgelang, erhöhtes Interesse für die in Not geratene /„Mitarbeiterin" Wagners zu erwecken. Einige hundert Kronen bil-' deten die Ausbeute meiner Bemühungen. Als ich mich dann, erinüerte, daß Berta jüdischen Glaubens sei, wendete ich mich durch geeignete Mittelspersonen an die israelitische Kultusgemeinde >in Wien,-die nun. fftau. Berta wohl-eine kleine, aber doch ständige Unterstützung zuteil werden ließ. Freilich, das Wesentlichste zum Unterhalt der gebrechlichen Matrone trug deren Bruder. Herr Ferdinand Goldwag, bei, der in lobenswerter Weise seine schmalen EinWnfte mit der hilflosen Schwester teilte. / Vor zwei Jahren wurde Berta in das jüdische Siechenhaus .gebracht wo sie nun, ' achtzig Jahre alt, aml 17. Oktober-1917 verstarb. Ruhmlos in sachlicher Beziehung, ist Berta Goldwag doch zu dem Rühm gelangt. in allen Lebensbeschreibungen eines der unsterblichsten Meister, verewigt worden zu sein. ___ Airs dem Heben des hohen Rabbi Ho w "l. ' Neue Golem-Sagen, - gesammelt und bearbeitet von Chaim Bloch, Delatyn. 20. |jt*uHerungen des' Rübbi Löw über den Golem. - Rechltstzemüh ist der GoleM. frei von der ErfüllungderGebote und Verbote, sogar von jenen, zu dchest BWj-tung. dfe. Frau und der ' Knecht verpflichtet sind.! . ' z. W füidet sich im Golem keine Spur von -gutem! oderbösem Trieb. und alte seine Handlungen sind nur« wie Me einer automatischen Maschine, die den Wiftest! Z. Ker Go'levi muhte Mmvi bleiben weil m äN Unvollkommener unwürdig war, daß' das' Neschumah- — das Licht -Gottes stilM innelvohne.. Er war nur'von Neftsch- und.- RüaM belebtest : xtmi.. , 4. Es - konnte dem Golem kaum ein Meikkes Mäß^ von Intelligenz (Diaas,- - 'Erkenntnis) verliehen werden. Mit beu beiden anderen- JistMigenzen Chochmah (Weis- - heit) und Bina (Einsicht) könnte er nicht ausgestattet werden, weil in seinem Wesen keine Neschumah wohnte. 5. Wenn auchder Golem die Stufe Neschumah nicht erreicht hat, merkte Man doch am Sabbat eine Veränderung und eine Erleuchtung auf seinem Antlitz.' Heißt' es doch im Sohar^ daß am Sabbat die'^Spannungen" <8eMtas liadinim) der Wochentage aufhörest denn der Sabbat ist das Symbol des WeltlichteA dessen Strahlen in alle Welten mit Wucht sich ergießest und alle Wesen berühren. 6. Der Golem Mußte ohne GeschlechMrieb geschaffen werden; hätte er den Triebs wäre keine Frau vor chm sicher. •' " . - 7. Der Golem war nie krank, weil er von -jedem Trieb zum Bösen unberührt war. - 8. Der Golem hatte -einen Astteil km den^ ewigen Leben ,- und wird auch am Ende aller Geschlechter' auferstehen, aber in einer ganz anderen Gestalt. 9. Das Verbot, den'Boden der Ältneusynagdge zu besteigen, gilt nicht für seinen Nachfolger und Nachfolger- Nachfolger auf dem Prager Rabbinerstuhl. Dieser darf das zerstörte Werk, die "Golemgestalt, nur. anschäuen, nicht aber irgendwelche Handlung als Belebungsversuchs, unternehmen. -' ' ' - - ' ' 7 " 10. Der Golem durfte nicht zu Minjan gezählt werden. -; 21. Nachbemerknngen. - 7 Die Sage, daß matt mit Hilfe des Buches Jezirah. , düW WDnänM-'-ZWfe PfijA b:' h.'' durchs geometriEtzf Buchstabenzahlen, zuscmrmengesetzt aus dem heiligest' Gottesstamen Schem' haMsoreschst) ein Homunkulus stder sonst ein lebendiges Wesen schaffen kann, ist uralt. Ter Ausgangspunkt zu diesem Glauben dürste, in' der Talmudstelle Synhedrian 65 b zu suchen sein, wo es heißt: „Wenn die Frommen wollten, so könnten sie eine Welt erschaffen, denn es heißt: „Denn eure Sünden trennen zwischen euch und eurem Gott"." . Die verschiedenen Golemschöpfungen. 1. Von Jehoschua ben Chananje wird erzählt, er habe erklärt, mit Hilse des 'Buches Jezirah ans Gurken und Kurbissen Hirsche und Rehböcke erschaffen zu können. (Jerusalems. Sanhedrin § 19.) 2. Rabha schuf, einen Menschen und schickte ihn zu seinem Kollegen Seiira,' Als dieser ihn aber ansvrach und er keine Antwort gab, sprach er: „So, meine Genossen sind deine Schöpfer; dann kehre zustück zn deinem Element Erde." (Sanhedrin 65 b.) Raschi glossiert, zur Stelle: _ ' / „Dieser Mensch war nach dein Buche Jezirah mit Buchstabenzahlen des Gottesnamens geschaffen, hätte daher, kein Sprachver-/ mögen." 3. R. Chanina - und R?'Ossije - saßenan. 'jedem Sabbateingang zusammen, befaßten sichmit dem.Studium des Buches Jezirah und schufen ein dreijähriaes Kalb.' (Wie früher.) - ' h- 4. R. Papa schuf sich einen Sched-'(Dämon) /als Diener. (Sanhedrin 165 a.) 7' ' - - 5.. Rabbi Simon b. G-amliel schuf eine Frau, die l seine Bedienerin war, und als er von der 'Regierung *) Nach - der Kabbalawird Neschume als Hochstandst. Ruach »als Mittelstand und- Nefeschals Kleinstand der Seele definiert... I 57 > Jeder Buchstabe bedeutet im Hebräischen gleiMeitig.^eine - ßZähl zum Beispiel A—1. -9»—6,. 300.- Aus..Mn Verhältnis-, zahlen wird ein geometrrscher7'MftW^L'jWtzert.st..7. . 7 . . -c

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.